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Termpaper, 2006, 27 Pages
Author: Franziska Misch
Subject: Nursing / Foster Care Management / Social Services
Details
Institution/College: Alice Salomon University of Applied Sciences Berlin AS
Tags: Ansätze, Optimierung, Interaktions-, Kommunikationsprozessen, Pflege, Betreuung, Sterbenden, Altenhilfe, Organisation, Kommunikation
Year: 2006
Pages: 27
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 14 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-15311-4
ISBN (Book): 978-3-640-15606-1
File size: 206 KB
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Abstract
Pflegeheime und Altenpflegeeinrichtungen müssen sich immer wieder harter Kritik stellen, vor allem im Vergleich mit palliativen Einrichtungen und Hospizen entsteht der Eindruck eines „Sterbens in 2 Klassen“ – im Altenheim ohne Zeit und Aufmerksamkeit für individuelle Wünsche und Bedürfnisse und im Hospiz umsorgt und professionell begleitet. Somit besteht die Gefahr, dass ein negatives Zerrbild über Einrichtungen der Altenpflege entsteht. Dieses führt häufig zu einer weiter sinkenden Motivation der Pflegenden in Altenpflegeeinrichtungen und bringt einen Teufelskreis mit sich. Aus diesen Beobachtungen heraus scheint eine Verbesserung der Sterbekultur in Einrichtungen der Altenhilfe unumgänglich. (Vgl. Kittelberger 2002, S.3) Interessante These, dass der Ausbau einer Sterbekultur und die professionelle und ganzheitliche Betreuung und Begleitung Sterbender die Motivation fördert, doch plausibel. Der gesellschaftliche Druck, der auf vielen Pflegenden in der Altenpflege lastet ist enorm, immer wieder werden sie mit Vorurteilen konfrontiert, Schlagzeilen und Publikationen zum Thema lassen schnell den Eindruck entstehen, in Pflegeheimen werden Menschen tot gepflegt. Dass dieser Aspekt die Motivation vieler hemmt und aufgrund des scheinbaren politischen Drucks, die Pflegekassen seien leer, immer mehr Bürokratie usw. dieses Gefühl bestärkt, kann ich durchaus verstehen. Und nun soll die Implementierung einer Sterbekultur oder die Einführung eines Konzeptes zur Sterbebegleitung wie Palliative Care helfen, wieder Kraft zu schöpfen? Durchaus! Meiner Erfahrung nach stärkt das Ansehen eines Berufsstandes und die Würdigung der harten und psychisch oft belastenden Arbeit, die wir täglich leisten das Selbstwertgefühl und auch die Motivation. Doch Vorsicht, allein die Einführung eines solchen Konzeptes wird uns nicht aus der scheinbaren Misere helfen, es müssen immer wieder Aspekte folgen, welche die Motivation auch nachhaltig fördern können. Zusätzlich sehe ich es als Aufgabe der leitenden Pflegekräfte auf den Etagen/ Wohnbereichen und der Pflegedienstleitung, bestimmte Mitarbeiter in bestimmten Situationen situationsgerecht zu motivieren. [...]
Excerpt (computer-generated)
Alice Salomon Fachhochschule
Studiengang Gesundheits- und Pflegemanagement
Wintersemester 2006/ 2007 (3. Fachsemester)
Seminar: Organisation und Kommunikation
Ansätze zur Optimierung von Interaktions- und Kommunikationsprozessen
bei der Pflege & Betreuung von Sterbenden in der stationären Altenhilfe
Franziska Misch
Berlin, 08. Dezember 2006
Sterben ist ein Teil des Lebens...
Abb. 1: http://dbk.de/woche/2004/img/jedem_sein_sterben.jpg, 07.12.2006
...ein sehr bedeutender, wie ich meine.
2
Inhalt:
1. Einleitung 4
2. Begriffe 6
2.1. Interaktion/ Interaktionsprozesse 6
2.2. Kommunikation/ Kommunikationsprozesse 6
2.3. Palliative Care oder Wo fängt Sterbebegleitung an 7
2.4. Sterbebegleitung vs. Euthanasie 11
3. Anforderungen an Kommunikationsprozesse in der Organisation 11
3.1. Bedürfnisse der Pflegeperson beim Umgang mit unheilbar Kranken 12
3.2. Effektivere Gestaltung der Kommunikation 14
4. Der Prozess der Veränderung Beispiele für eine Implementierung 17
4.1. Voraussetzungen für Palliative Care 17
4.2. Voraussetzungen für Implementierung von Palliative Care in Einrichtungen
der stationären Altenhilfe 18
4.3. Vorgehensweise einer Implementierung von Palliativkompetenz in die
stationäre Altenhilfe 19
4.3.1. Leitungsverantwortung 21
4.3.2.
Basisorientierung
22
4.3.3.
Interdisziplinarität
22
4.3.4. Zeitliche Kontinuität 22
5. Fazit 23
Literaturverzeichnis 25
3
1. Einleitung
Pflegeheime und Altenpflegeeinrichtungen müssen sich immer wieder harter Kritik stellen, vor allem im Vergleich mit palliativen Einrichtungen und Hospizen entsteht der Eindruck eines ,,Sterbens in 2 Klassen" im Altenheim ohne Zeit und Aufmerksamkeit für individuelle Wünsche und Bedürfnisse und im Hospiz umsorgt und professionell begleitet. Somit besteht die Gefahr, dass ein negatives Zerrbild über Einrichtungen der Altenpflege entsteht. Dieses führt häufig zu einer weiter sinkenden Motivation der Pflegenden in Altenpflegeeinrichtungen und bringt einen Teufelskreis mit sich. Aus diesen Beobachtungen heraus scheint eine Verbesserung der Sterbekultur in Einrichtungen der Altenhilfe unumgänglich. (Vgl. Kittelberger 2002, S.3) Interessante These, dass der Ausbau einer Sterbekultur und die professionelle und ganzheitliche Betreuung und Begleitung Sterbender die Motivation fördert, doch plausibel. Der gesellschaftliche Druck, der auf vielen Pflegenden in der Altenpflege lastet ist enorm, immer wieder werden sie mit Vorurteilen konfrontiert, Schlagzeilen und Publikationen zum Thema lassen schnell den Eindruck entstehen, in Pflegeheimen werden Menschen tot gepflegt. Dass dieser Aspekt die Motivation vieler hemmt und aufgrund des scheinbaren politischen Drucks, die Pflegekassen seien leer, immer mehr Bürokratie usw. dieses Gefühl bestärkt, kann ich durchaus verstehen. Und nun soll die Implementierung einer Sterbekultur oder die Einführung eines Konzeptes zur Sterbebegleitung wie Palliative Care helfen, wieder Kraft zu schöpfen? Durchaus! Meiner Erfahrung nach stärkt das Ansehen eines Berufsstandes und die Würdigung der harten und psychisch oft belastenden Arbeit, die wir täglich leisten das Selbstwertgefühl und auch die Motivation. Doch Vorsicht, allein die Einführung eines solchen Konzeptes wird uns nicht aus der scheinbaren Misere helfen, es müssen immer wieder Aspekte folgen, welche die Motivation auch nachhaltig fördern können. Zusätzlich sehe ich es als Aufgabe der leitenden Pflegekräfte auf den Etagen/ Wohnbereichen und der Pflegedienstleitung, bestimmte Mitarbeiter in bestimmten Situationen situationsgerecht zu motivieren.
Meine Motivation, mich näher mit dem Thema Palliative Care auseinanderzusetzen und über eine Implementierung in unserer Einrichtung nachzudenken, entstand aus verschiedenen Aspekten. Zum einen hatte ich bereits die Chance, eine Zeitlang auf einer Palliativstation im Akutklinikum zu arbeiten. Die Erfahrungen, die ich dort machen durfte, haben mein Denken erweitert. Seit einiger Zeit arbeite ich nun in einer stationären Altenpflegeeinrichtung. Immer wieder beobachtete ich die scheinbare Hilflosigkeit einiger Kollegen, mit dem Versterben eines Menschen umzugehen. Die Versorgung im Sterben war häufig eher intuitiv, aus meiner Sicht gelegentlich vernachlässigend, aus der Unfähigkeit heraus, einen Sterbenden zu pflegen. Des
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Weiteren arbeite ich mittlerweile als leitende Pflegekraft mit eben diesen Kollegen zusammen. Meine Beobachtungen und Erfahrungen zusammen brachten mich immer wieder zu der Überlegung, was ich tun könnte, um die Bereitschaft, sich mit dem Sterben auseinanderzusetzen und Sterbende würdevoll zu pflegen, tun könnte. Die Implementierung eines Konzeptes wie Palliative Care erscheint mir sinnvoll, um Interaktions- und Kommunikationsprozesse zu verändern, über sie nachzudenken und eine eigene Sterbekultur zu entwickeln.
Im Rahmen dieser Arbeit möchte ich mich jedoch nur mit einem Teilaspekt dessen, den Kommunikations- und Interaktionsprozessen im Umgang mit Sterbenden, beschäftigen. Diese Arbeit kann aufgrund der Komplexität des Themas nicht den Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Bestimmte Aspekte kann ich nur anreißen und damit Impulse zum Nachdenken geben. Erfahrungen und Gedanken, die ich in diese Arbeit mit einfließen ließ, sind nicht empirisch belegt sondern beruhen allein auf meinen Beobachtungen und Erfahrungen.
Zum inhaltliches Vorgehen ist zu sagen, dass ich mich mittels verschiedenster Publikationen zum Thema Sterbebegleitung, Palliative Care, Kommunikation mit Sterbenden und professionelle Kommunikation in Pflege und Management auseinandergesetzt habe. Ergänzt wurde diese Recherche durch verschiedenste sehr interessante Artikel aus dem Internet zur Implementierung von Palliative Care.
In der Recherche und dem Herausarbeiten verschiedener Schwerpunkte zum Thema Ansätze zur Optimierung von Interaktions- und Kommunikationsprozessen bei der Pflege & Betreuung von Sterbenden in der stationären Altenhilfe hat sich folgende Fragestellung herauskristallisiert:
Wie können Kommunikations- und Interaktionsprozesse in der stationären Altenpflege im Sinne einer Betreuung nach Palliative Care erweitert und optimiert werden?
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2. Begriffe
Bevor ich mich im weiteren Verlauf vertiefend auf die Thematik der Interaktions- und Kommunikationsprozesse mit Sterbenden eingehe, möchte ich an dieser Stelle einige Begrifflichkeiten definieren, die meines Erachtens für das allgemeine Verständnis von Bedeutung sind. Ich stelle dabei zunächst die Begriffe Interaktion und Kommunikation vor und stelle sie jeweils in den Kontext des Prozesses. Dies verdeutlicht die weitere Auseinandersetzung mit der Thematik. Nachfolgend erläutere ich kurz die Bedeutung des Begriffs Palliative Care, indem ich auf die Definition der WHO eingehe und im Kontext die Frage aufwerfe Wo fängt Sterbebegleitung an? Abschließend erscheint es mir von erheblicher Bedeutung für das allgemeine Verständnis dieser Arbeit, die Begriffe Sterbebegleitung und Euthanasie zu definieren. Ich denke, durch die Definition dieser, aus meiner Sicht bedeutendsten Begriffe in der Auseinandersetzung mit dem vorliegenden Thema, ist eine gehaltvolle Auseinandersetzung überhaupt erst möglich und daher unentbehrlich.
2.1. Interaktion/ Interaktionsprozesse
Unter Interaktion verstehe ich ein wechselseitiges auf einander Einwirken mehrerer Akteure, mindestens zwei. Durch dieses Einwirken beeinflussen sich Individuen und Gruppen gegenseitig. Soziale Interaktion, wie sie in dem Kontext dieser Arbeit im Vordergrund steht, erfolgt meines Erachtens über Kommunikation (Sprache, Gesten usw.). Personen und Personengruppen treten in eine wechselseitige Beziehung. Daraus ergibt sich i.d.R. eine wechselseitige Beeinflussung ihrer Einstellungen, Erwartungen, Handlungen, Hoffnungen u.v.m. Unter dem Begriff Interaktionsprozess verstehe ich einen Vorgang oder eine Abfolge von Interaktionen. Durch diesen kommt es im Optimalfall zur Weiterentwicklung von Kompetenzen und zum Austausch untereinander. In der vorliegenden Arbeit begrenze ich meine Analyse auf jene Pflegenden, die Sterbende im Hospiz oder in der stationären Altenpflegeeinrichtung begleiten.
2.2. Kommunikation/ Kommunikationsprozesse
Kommunizieren, sich mitteilen, der wechselseitige Austausch von Gedanken und Informationen durch Sprache, Gesten, Symbole u.a. stellt meines Erachtens den bedeutendsten Anteil der Pflege eines jeden Menschen dar. Kommunikation dient nicht nur der Weitergabe von Informationen, sie kann Gefühle vermitteln, über sie transportieren wir Menschen unser Denken, ob in verbaler oder nonverbaler Form. Interaktionen finden mittels Kommunikation statt.
Kommunikationsprozesse stellen meines Erachtens die Abfolge von Auseinandersetzungen dar. Sie können uns helfen, Gedanken unter einander auszutauschen und diese weiterzuentwickeln.
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