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Die Königswahl Friedrich Barbarossas am 4. März 1152

Hauptseminararbeit, 1997, 25 Seiten
Autor: Simone Ernst
Fach: Geschichte - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Details

Veranstaltung: Friedrich Barbarossa
Institution/Hochschule: Universität Paderborn (Mittelalterliche Geschichte)
Tags: Königswahl, Friedrich, Barbarossas, Friedrich, Barbarossa
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 1997
Seiten: 25
Note: sehr gut
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V11458
ISBN (E-Book): 978-3-638-17616-3
ISBN (Buch): 978-3-638-64183-8
Dateigröße: 268 KB

Zusammenfassung / Abstract

Wurde Friedrich Barbarossa am 4. März 1152 einmütig gewählt? Allein die Daten um den Königswechsel 1152 geben Grund zur Verwunderung. Am 15. Februar starb König Konrad III. zu Bamberg und bereits am 4. März wählten die Fürsten in Frankfurt am Main seinen Neffen, den Herzog Friedrich III. von Schwaben zum Nachfolger. Schon am 9. März empfing er Krönung und Salbung. Die Hauptseminararbeit beleuchtet die Hintergründe und gibt einen Überblick über die Quellenlage und Bibliographie.


Textauszug (computergeneriert)

Die Königswahl Friedrich Barbarossas am 4.März 1152

von Simone Ernst

 


Inhaltsverzeichnis

1. Fragestellung: 
Wurde Barbarossa einmütig gewählt?  4

2. Quellen und Forschungsstand 5

2.1. Die Einmütigkeit der Erhebung Barbarossas 6

2.2. Keine glatte Wahl  7

3. Die Königserhebung von 1152  10

3.1. Die Einflußnahme Konrads III. auf seine Nachfolge 10

3.2. Verhandlungen und Wahlversprechen 16

4. Schlußbemerkung: Die rechtshistorische Bedeutung 
der Wahl Friedrich Barbarossas  20

6. Quellenverzeichnis  22

7. Bibliographie  23

 


1. Fragestellung: Wurde Barbarossa einmütig gewählt?

Allein die Daten um den Königswechsel 1152 geben Grund zur Verwunderung. Am 15. Februar starb König Konrad III. zu Bamberg und bereits am 4. März wählten die Fürsten in Frankfurt am Main seinen Neffen, den Herzog Friedrich III. von Schwaben, zum Nachfolger. Schon am 9. März empfing er Krönung und Salbung.1 Werner Goez stellte zu Recht fest, daß es im gesamten ostfränkischdeutschen Hochmittelalter (911-1254) keine andere Königserhebung gab, die rascher auf den Tod des Vorgängers gefolgt wäre, wenn man einmal von Erhebungen des Nachfolgers zu Lebzeiten eines Herrschers oder Gegenkönigtümern absieht.2 Aus dieser Tatsache lassen sich zwei Möglichkeiten folgern. Einerseits könnte man annehmen, daß zum Zeitpunkt des Todes Konrads Friedrich Barbarossa bereits als einzig denkbarer Nachfolger feststand und die Wahl deshalb so schnell und ohne Hindernisse durchgeführt werden konnte. Andererseits wäre es auch möglich, daß Friedrich Barbarossa und die hinter ihm stehende Fürstengruppe der Wahl eines anderen Kandidaten zuvorkommen wollten und die Dinge deshalb so schnell vorantrieben. Verfolgt man diese letztere Vermutung weiter, muß man sich die Frage stellen, welche anderen Kandidaten denn überhaupt noch in Frage gekommen wären. In die engere Wahl kämen hier zum einen der Sohn Konrads III., Friedrich von Rothenburg, der wenn auch noch minderjährig, sicherlich einen Anspruch auf den Thron hatte und zum anderen Heinrich der Löwe, der als einer der mächtigsten Reichsfürsten gewiß den ersten Platz an der Spitze des Reiches hätte einnehmen können. Es ist also nicht so, daß Barbarossa der einzig denkbare Kandidat gewesen wäre und daher erscheint es mir sinnvoll, der Frage nachzugehen, ob die Wahl Barbarossas wirklich so einmütig erfolgte, wie Otto von Freising, selbst ein Onkel des neuen Herrschers, es uns glauben machen will.3

Im nächsten Teil dieser Arbeit sollen zunächst die "Gesta Friderici" und die Quellen vorgestellt werden, die von einer einmütigen Wahl Barbarossas sprechen. Gleichzeitig soll auch auf die Forscher eingegangen werden, die diese Sichtweise übernahmen. Der darauf folgende Teil bringt dann die Quellen ins Spiel, die von einer nicht so glatten Wahl oder gar von Betrug von Seiten Friedrich Barbarossas sprechen. Auch dabei soll auf den Forschungsstand verwiesen werden. Im Anschluß daran erfolgt dann ein Versuch der Rekonstruktion der Ereignisse, wobei zunächst auf die Rolle Konrads III. und inwieweit er die Bestimmung seines Nachfolgers beeinflussen konnte, eingegangen werden soll. Danach soll anhand von Diplomen und Urkundenausstellungen in der Zeit der Thronvakanz rekonstruiert werden, mit wem Barbarossa Wahlverhandlungen geführt hat und welche Wahlversprechungen er eventuell gemacht hat. Am Schluß soll dann die Frage beantwortet werden, ob die Wahl einmütig und mit der allgemeinen Zustimmung der Großen des Reiches erfolgte oder ob es gar Gegenkandidaten gab, die Barbarossa erst aus dem Weg räumen mußte.

Im Laufe der Untersuchung muß auch immer wieder auf die rechtshistorische Seite des Vorgangs der Königserhebung verwiesen werden, da ja geklärt werden muß, ob die rechtlichen Voraussetzungen zu einer freien Willensentscheidung der Reichsfürsten überhaupt schon gegeben waren.

2. Quellen und Forschungsstand

[...]


1 Datierung eindeutig seit Simonsfeld, H. , Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Friedrich I. , Bd. 1: 1152-1158, 1908.

2Goez, W. , Von Bamberg nach Frankfurt und Aachen. Barbarossas Weg zur Königskrone, in: Festschrift Alfred Wendehorst, zugl. : Jahrbuch für fränkische Landesforschung, 52, 1992, 61. 3Ottonis et Rahewini Gesta Friderici, MGH SS rer. Germ., lib. II, 1-3, 3. Aufl. 1912; Schmale, Franz-Josef (Hg.), Gesta Friderici seu rectius cronica, Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe, 17, 1965.


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