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Aktuelle Nahrungsmittelkrise

Subtitle: Steigende Nahrungsmittelpreise: Chance für eine Neuausrichtung der Agrar- und Entwicklungspolitik

Scholary Paper (Seminar), 2008, 15 Pages
Author: Sebastian Schuster
Subject: Economics / Business: Economic Policy

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2008
Pages: 15
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 13  Entries
Language: German
Archive No.: V114674
ISBN (E-book): 978-3-640-16685-5

File size: 720 KB

Abstract

Hungersnot und Nahrungsmittelknappheit sind leider auch heute noch keine außergewöhnlichen oder seltenen Ereignisse, jährlich treten in weiten Teilen dieser Erde Dürreperioden und damit verbundene Hungersnöte auf. Warum wird also in der jetzigen Situation von einer globalen Nahrungsmittelkrise gesprochen? Die Lage stellt sich anders dar als in der Vergangenheit. Der Hunger ist nicht mehr die Folge von ungenügender Verfügbarkeit, sondern vielmehr von unzureichender Erreichbarkeit. Länder die auf Nahrungsmittelimporte angewiesen sind, leiden nun besonders unter der Knappheit. In vielen Entwicklungsländern, davon ein Großteil in Afrika, z.B. Mauretanien, der Elfenbeinküste, Kamerun, Ägypten und dem Senegal, aber auch in Indien, Indonesien und Mexiko gab es in diesem Jahr große Hungersnöte, begleitet von Prosteten der notleidenden Bevölkerung. Nicht nur die bereits Hungernden gingen auf die Straßen, sondern auch viele, die in den steigenden Preisen für Mais, Weizen und Reis eine drohende Gefahr für ihre Ernährungssicherheit erkannten. Darüber, dass die derzeitige Nahrungsmittelkrise von stark gestiegenen Preisen für Nahrungsmittel verursacht wurde, herrscht weitestgehend Einigkeit. Uneins ist man sich hingegen über die Gründe, die zu dem starken Anstieg der Preise geführt haben. Hier werden klimatische Veränderung und damit einhergehende Ernteausfälle, Börsenspekulationen mit den Agrarrohstoffen, gestiegene Nachfrage nach hochwertigen Lebensmitteln wie Fleisch und Milchprodukte der stark wachsenden Volkswirtschaften China und Indien, sowie die Verdrängung von Nahrungsmittelproduktion in den Industrienationen durch den Anbau von Pflanzen zur Gewinnung von Bio-Kraftstoffen als Ursachen angeführt. Es ist weder Anspruch noch Intention dieser Arbeit, die Gründe für den Preisanstieg zu finden oder zu erklären, vielmehr ist das Ziel, die steigenden Nahrungsmittelpreise als Chance für eine Neuausrichtung der Agrar- und Entwicklungspolitik zu begreifen. Der überwiegende Teil der Entwicklungsländer sind Netto-Getreideimporteure und somit von der Preissteigerung für Getreide stark betroffen. Getreide fungiert in armen Ländern zudem als Grundnahrungsmittel, wodurch quasi die Ärmsten der Armen am härtesten vom weltweiten Anstieg der Getreidepreise getroffen werden.


Excerpt (computer-generated)

Blockseminar zur Entwicklungsökonomik im SoSe 2008

Volkswirtschaftliches Seminar

Juniorprofessur für Entwicklungsökonomik

Steigenden Nahrungsmittelpreise:

Chance für eine Neuausrichtung der Agrar- und

Entwicklungspolitik

Sebastian Schuster


I

Inhaltsverzeichnis

INHALTSVERZEICHNIS I

ABBILDUNGSVERZEICHNIS II

1. EINLEITUNG 1

2. DERZEITIGE SITUATION 2

3. DIE KRISE ALS CHANCE 3

3.1 NEUAUSRICHTUNG DER ENTWICKLUNGSPOLITIK 3

3.2 ANSÄTZE FÜR VERBESSERTE AGRARPOLITIK 5

3.2.1 Industrienationen 5

3.2.2 Entwicklungsländer 7

4. FAZIT 9

LITERATURVERZEICHNIS 11


II

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Entwicklung ausgewählter Nahrungsmittelpreise, Quelle: FAO (2008).
Seite 6.


1

1. Einleitung

Hungersnot und Nahrungsmittelknappheit sind leider auch heute noch keine

außergewöhnlichen oder seltenen Ereignisse, jährlich treten in weiten Teilen dieser Erde

Dürreperioden und damit verbundene Hungersnöte auf. Warum wird also in der jetzigen

Situation von einer globalen Nahrungsmittelkrise gesprochen? Die Lage stellt sich anders dar

als in der Vergangenheit. Der Hunger ist nicht mehr die Folge von ungenügender

Verfügbarkeit, sondern vielmehr von unzureichender Erreichbarkeit. Länder die auf

Nahrungsmittelimporte angewiesen sind, leiden nun besonders unter der Knappheit. In vielen

Entwicklungsländern, davon ein Großteil in Afrika, z.B. Mauretanien, der Elfenbeinküste,

Kamerun, Ägypten und dem Senegal, aber auch in Indien, Indonesien und Mexiko gab es in

diesem Jahr große Hungersnöte, begleitet von Prosteten der notleidenden Bevölkerung.1 Nicht

nur die bereits Hungernden gingen auf die Straßen, sondern auch viele, die in den steigenden

Preisen für Mais, Weizen und Reis eine drohende Gefahr für ihre Ernährungssicherheit

erkannten.

Darüber, dass die derzeitige Nahrungsmittelkrise von stark gestiegenen Preisen für

Nahrungsmittel verursacht wurde, herrscht weitestgehend Einigkeit. Uneins ist man sich

hingegen über die Gründe, die zu dem starken Anstieg der Preise geführt haben. Hier werden

klimatische Veränderung und damit einhergehende Ernteausfälle, Börsenspekulationen mit

den Agrarrohstoffen, gestiegene Nachfrage nach hochwertigen Lebensmitteln wie Fleisch und

Milchprodukte der stark wachsenden Volkswirtschaften China und Indien, sowie die

Verdrängung von Nahrungsmittelproduktion in den Industrienationen durch den Anbau von

Pflanzen zur Gewinnung von Bio-Kraftstoffen als Ursachen angeführt.2 Es ist weder

Anspruch noch Intention dieser Arbeit, die Gründe für den Preisanstieg zu finden oder zu

erklären, vielmehr ist das Ziel, die steigenden Nahrungsmittelpreise als Chance für eine

Neuausrichtung der Agrar- und Entwicklungspolitik zu begreifen.

Der überwiegende Teil der Entwicklungsländer sind Netto-Getreideimporteure und somit von

der Preissteigerung für Getreide stark betroffen. Getreide fungiert in armen Ländern zudem

als Grundnahrungsmittel, wodurch quasi die Ärmsten der Armen am härtesten vom

weltweiten Anstieg der Getreidepreise getroffen werden.

1 Vgl. World Food Programme, (2008).

2 Vgl. FAO, (2008), S. 3.



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