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Geschichte, Erscheinungsform, Status und Probleme des Französischen in Quebec close

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Geschichte, Erscheinungsform, Status und Probleme des Französischen in Quebec

Seminararbeit, 2003, 31 Seiten
Autor: Vanessa Schweppe
Fach: Romanistik - Französisch - Linguistik

Details

Veranstaltung: Französisch außerhalb Frankreichs: Verbreitung, Geschichte, Struktur
Institution/Hochschule: Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (Romanisches Institut)
Tags: Geschichte, Erscheinungsform, Status, Probleme, Französischen, Quebec, Französisch, Frankreichs, Verbreitung, Geschichte, Struktur
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2003
Seiten: 31
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 11  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V11472
ISBN (E-Book): 978-3-638-17628-6
ISBN (Buch): 978-3-638-64186-9
Dateigröße: 273 KB

Zusammenfassung / Abstract

Welchen Status hat die französische Sprache außerhalb Frankreichs? Diese Frage ist sehr interessant. Wenn man sich jedoch auch mit den Umständen beschäftigt, die zu der Verbreitung des Französischen in der Welt geführt haben und die Entwicklung der Sprache dort beobachtet, insbesondere die Weiterentwicklung der Sprache auf einem anderen Kontinent, findet man kaum ein schöneres Beispiel als die Provinz Quebec. Denn Quebec ist das einzige Gebiet außerhalb Europas, in dem das Französische die Muttersprache des überwiegenden Teils der Bevölkerung ist. Vom Mutterland Frankreich völlig isoliert, hat es die französische Sprache in Quebec, umgeben von anglophonen Gebieten, schwer gehabt, sich durchzusetzen. Wie kann sich eine Sprache unter diesen Bedingungen durchsetzen und worin unterscheidet sie sich von dem in Frankreich gesprochenen Französisch? Nachdem ich zunächst auf die Geschichte Quebecs eingehen werde, berücksichtige ich ebenso die Genese des „Français québécois“. Weiterhin fand ich es wichtig, die Konflikte zwischen den Frankophonen und den Anglophonen in der Provinz zu thematisieren und auf die Sprachenfrage im geschichtlich-rechtlichen Kontext einzugehen. Denn im Gegensatz zu anderen Gebieten auf dem nordamerikanischen Kontinent, in denen sich die französische Sprache nicht durchsetzen konnte, haben es die Einwohner Quebecs erreicht, die Provinz zu einem französisch einsprachigen Territorium zu machen. Danach soll das Kapitel des heutigen „Français québécois“ eine Rolle spielen, in dem ich beantworten werde, inwieweit es sich im Bereich der Lexik, der Phonetik, der Morphologie und der Syntax vom Französischen in Frankreich unterscheidet. Besonders die Regionalismen und Archaismen, die für vom Mutterland isolierte Sprachgebiete so typisch sind, sollen hier deutlich werden. Ich werde mich nicht darauf beschränken, die Unterschiede aufzuzeigen, sondern auch den Sub- und Adstrateinfluss behandeln, der auf das „Français québécois“ in erster Linie im Bereich des Wortschatzes eingewirkt hat. Außerdem werde ich ebenfalls kurz auf Neolo-gismen und Lücken im Wortschatz dieser regionalen Varietät des Französischen eingehen. Abschließend gebe ich einen kurzen Überblick über die Normierung der französischen Sprache durch das „Office de la langue française“ in Quebec. Dieses Thema ist wesentlich, gerade weil es diese Art von Sprachenpflege in den anderen Gebieten Nordamerikas mit frankophoner Bevölkerung nicht gegeben hat.


Textauszug (computergeneriert)

Geschichte, Erscheinungsform, Status 
und Probleme des Französischen in Quebec

von Vanessa Schweppe



Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung S. 3

2. Geschichte Quebecs 
von der Entdeckung bis 1763 S. 4

3. Sprachenrecht S. 6

4. Die Stille Revolution S. 10

5. Das Französische in Quebec S. 11

5.1. Genese des Französischen in Quebec S. 11

5.2. Besonderheiten S. 12

5.2.1. Bewahrung der älteren Sprachstufe S. 12
5.2.1.1. Aussprache S. 13
5.2.1.2. Morphologie S. 15
5.2.1.3. Syntax S. 16
5.2.1.4. Wortschatz S. 18

5.2.2. Bewahrung regionaler Eigenheiten S. 18
5.2.2.1. Aussprache S. 19
5.2.2.2. Wortschatz S. 20
5.2.3. Substrate und Adstrate S. 20
5.2.3.1. Amerindianismen S. 21
5.2.3.2. Anglizismen S. 21
5.2.4. Neologismen S. 26
5.2.5. Wortschatzlücken im "Français québécois" S. 27

6. Das "Office de la langue française" (OLF) S. 27

7. Schlussbetrachtung S. 30

8. Bibliographie S. 31

 

 


1 Einleitung

Welchen Status hat die französische Sprache außerhalb Frankreichs? Diese Frage ist sehr interessant. Wenn man sich jedoch auch mit den Umständen beschäftigt, die zu der Verbreitung des Französischen in der Welt geführt haben und die Entwicklung der Sprache dort beobachtet, insbesondere die Weiterentwicklung der Sprache auf einem anderen Kontinent, findet man kaum ein schöneres Beispiel als die Provinz Quebec. Denn Quebec ist das einzige Gebiet außerhalb Europas, in dem das Französische die Muttersprache des überwiegenden Teils der Bevölkerung ist.
Vom Mutterland Frankreich völlig isoliert, hat es die französische Sprache in Quebec, umgeben von anglophonen Gebieten, schwer gehabt, sich durchzusetzen.
Wie kann sich eine Sprache unter diesen Bedingungen durchsetzen und worin unterscheidet sie sich von dem in Frankreich gesprochenen Französisch?
Nachdem ich zunächst auf die Geschichte Quebecs eingehen werde, berücksichtige ich ebenso die Genese des "Français québécois".
Weiterhin fand ich es wichtig, die Konflikte zwischen den Frankophonen und den Anglophonen in der Provinz zu thematisieren und auf die Sprachenfrage im geschichtlich-rechtlichen Kontext einzugehen. Denn im Gegensatz zu anderen Gebieten auf dem nordamerikanischen Kontinent, in denen sich die französische Sprache nicht durchsetzen konnte, haben es die Einwohner Quebecs erreicht, die Provinz zu einem französisch einsprachigen Territorium zu machen.
Danach soll das Kapitel des heutigen "Français québécois" eine Rolle spielen, in dem ich beantworten werde, inwieweit es sich im Bereich der Lexik, der Phonetik, der Morphologie und der Syntax vom Französischen in Frankreich unterscheidet. Besonders die Regionalismen und Archaismen, die für vom Mutterland isolierte Sprachgebiete so typisch sind, sollen hier deutlich werden.
Ich werde mich nicht darauf beschränken, die Unterschiede aufzuzeigen, sondern auch den Sub- und Adstrateinfluss behandeln, der auf das "Français québécois" in erster Linie im Bereich des Wortschatzes eingewirkt hat. Außerdem werde ich ebenfalls kurz auf Neolo-gismen und Lücken im Wortschatz dieser regionalen Varietät des Französischen eingehen.
Abschließend gebe ich einen kurzen Überblick über die Normierung der französischen Sprache durch das "Office de la langue française" in Quebec. Dieses Thema ist wesentlich, gerade weil es diese Art von Sprachenpflege in den anderen Gebieten Nordamerikas mit frankophoner Bevölkerung nicht gegeben hat.

2 Geschichte

Der historische Ursprung der Provinz Quebec liegt im Jahre 1535, als der französische Entdecker Jacques Cartier das Gebiet um das heutige Québec für Frankreich einnahm. Der Name dieses Gebietes war zunächst "Stradacona", doch die dort ansässigen Algonkin-Indianer nannten es "Kebec", was "Verengung der Wasser" bedeutet und der Lage Quebecs entspricht.
Quebec liegt genau am Zusammenfluss der Flüsse St. Charles und St. Lorenz. An dieser Stelle ist der St. Lorenz "nur" einen Kilometer breit, was der Stadt ihren Namen gab.
Eine dauerhafte Besiedlung des Gebiets erfolgte jedoch erst nach der Gründung der gleichnamigen Stadt durch Samuel de Champlain im Jahre 1608, der dort einen kleinen Pelzhandelsposten errichtete, was ihm noch heute mit einem Denkmal vor dem Château Frontenac gedankt wird.
Aus dem Pelzhandel und der Fischerei erwuchs ein neues Interesse des französischen Königs an dem Gebiet. Quebec wurde rasch zum Verwaltungszentrum der "Nouvelle-France".
1629 wurde Quebec trotz seiner strategisch günstigen Lage auf einer 93m hohen Anhöhe erstmals von den konkurrierenden Engländern eingenommen, aber im Frieden von St-Germain wieder an Frankreich zurückgegeben.
Nach der Gründung der Stadt Quebec folgten die Gründung von Trois-Rivières 1634 und Montreal 1642. Die Verwaltung der neuen Kolonie wurde vom König zunächst einer Monopolkompanie unterstellt, die Grund und Boden wie in einem Feudalsystem an Kolonisten abtrat.
Der Zustrom an Siedlern aus dem Mutterland war sehr gering, denn die "Nouvelle-France" war kein günstiges Auswanderungsland und stellte wegen der starken Präsenz der Jesuiten auch kein Hoffnungsgebiet für Protestanten dar. Erst ab 1663, als die Verwaltung der Kolonie wieder vom Mutterland übernommen wurde, stieg die Zahl der Zuwanderer. Zum einen wurden wegen der Bedrohung durch die Irokesen Anfang der 60er Jahre 1000 Soldaten in das Land geschickt, von denen etwa die Hälfte als Kolonisten dort blieb. Zum anderen wurden zwischen 1663 und 1673 ca. 800 junge Waisenmädchen (les filles du roi) nach Kanada geschickt, um den Überhang an männlichen Bewohnern auszugleichen und das Bevölkerungswachstum voranzutreiben. Insgesamt verließen zwischen Anfang des 17. Jahrhunderts und 1760 ca.10.000 Franzosen ihre Heimat, um sich in Kanada anzusiedeln. Ein Großteil der französischen Einwanderer kam im 17. Jahrhundert aus der Normandie (18,5%), und dem Bereich der Ile-de-France/Paris (14,7%). Auch im 18. Jahrhundert waren diese Herkunftsregionen vorrangig. In den folgenden Jahren stieg die Geburtenrate in Quebec stark an, so dass [...]

 


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