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Al-Jazeera versus CNN: Vergleich der beiden Rundfunkanstalten in bezug auf die Berichterstattung nach dem 11. September

Autor: Stefanie Ibinger
Fach: Medien / Kommunikation - Journalismus, Publizistik

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Details

Veranstaltung: Grundprobleme journalistischer Vermittlung: Elektronische Medien
Institution/Hochschule: Universität Wien (Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaften)
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2002
Seiten: 27
Note: sehr gut
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 285 KB
Archivnummer: V11473
ISBN (E-Book): 978-3-638-17629-3

Textauszug (computergeneriert)

Al-Jazeera versus CNN: Vergleich der beiden Rundfunkanstalten 
in bezug auf die Berichterstattung nach dem 11. September

von Stefanie Ibinger



INHALTSVERZEICHNIS

I. Einleitung

II. Gründung und Entwicklung der Sender

1. Al-Jazeera

Reichweite

Sheikh Hamad bin Khalifa Al-Thani

2. CNN (Cable News Network)

Reichweite

Robert Edward Turner III

3. Vergleich Al-Jazeera und CNN (International)

III. Objektive Berichterstattung, Zensur und Einflussnahme
auf die Sender mit Schwerpunkt 11. September

1. Al-Jazeera

Al-Jazeera und Qatar

2. CNN

3. Modelltheoretischer Ansatz

IV. Ausblick

V. Résumé

Literaturverzeichnis

 

 


I. EINLEITUNG

Nach dem Anschlag vom 11. September 2001 auf das World Trade Center und damit gleichzeitig auf die USA wurde eine Rundfunkanstalt medial sehr häufig thematisiert und diskutiert: der qatarische Sender Al-Jazeera.
Al-Jazeera wurde stets als arabischer CNN tituliert und mit dem amerikanischen Sender die Bekanntwerdung und die Berichterstattung betreffend verglichen. Mein Interesse gilt jedoch der genaueren Auseinandersetzung mit dem Thema, indem ich die Hintergründe und Fakten in Zusammenhang stelle und somit ein globaleres Bild von Al-Jazeera und den Ähnlichkeiten beziehungsweise Unterschieden zu CNN zeigen möchte, da es explizit zu diesem Thema zur Zeit meiner Recherche noch keine ähnlichen Arbeiten beziehungsweise Untersuchungen gegeben hat oder veröffentlicht worden waren.

Um diesen Gegenstand durchleuchten zu können, ist es nötig, die Entstehungsgeschichte der beiden Sender und die meines Erachtens wichtigsten Persönlichkeiten in dieser Beziehung zu kennen und einem Vergleich zu unterziehen.
Von größter Bedeutung ist in dieser Arbeit das Sujet der objektiven oder verzerrten Berichterstattung der beiden Sender, da ich im Laufe meiner Recherche besonders bezüglich Al-Jazeera stets auf unterschiedliche Meinungen getroffen bin, und jene Zweifel meinerseits an der Möglichkeit einer eindeutigen Charakterisierung des arabischen Senders aufkommen ließen.

In weiterer Folge behandle ich die verschiedenen Einflussgrößen, von dem Medium an sich, für das gearbeitet wird, bis hin zu Militärkräften und der Bevölkerung. Die Einflüsse der Bevölkerung auf das Medium und auch die Wechselbeziehung zwischen Kommunikator und Rezipienten stellen mein Hauptinteresse in dieser Arbeit dar und sollen anhand des Riley/Riley-Modells veranschaulicht werden.

II. GRÜNDUNG UND ENTWICKLUNG DER SENDER

1. Al-Jazeera

Der qatarische Sender Al-Jazeera (zu Deutsch: die Insel) entwickelte sich Mitte der 90er Jahre aus einem Projekt des saudiarabischen Senders Orbit Radio und des Television Services sowie des BBC (British Broadcasting Cooperation) News Services. Die arabische Ausgabe der BBC News konnte jedoch nicht Fuß fassen, da Differenzen bezüglich journalistischer und editorialer Unabhängigkeit zum Absprung der saudiarabischen Investoren im April 1996 (nur 20 Monate nach Vertragsabschluss) führten. Eine Dokumentation über Hinrichtungen in Saudi Arabien war die Ursache für das Ende der Zusammenarbeit.
Durch die finanzielle Unterstützung in Höhe von 150 Millionen US-Doller (verteilt auf 5 Jahre) des Emir von Qatar - Sheikh Hamad bin Khalifa Al-Thani - konnte Al-Jazeera die Gelegenheit nutzen, in Doha den Sender zu etablieren und den Großteil des entmutigten Personals des BBC-Projektes bei sich anzustellen. Übernommen wurde jedoch nicht nur das Personal, sondern auch der editoriale Stil und journalistische Geist. Auch heute arbeitet Al-Jazeera noch immer dem Vorbild BBCs entsprechend.
Wichtig war und ist es für den Sender, dass die Mitarbeiter gemäß des westlichen Journalismus arbeiten und ihnen ein ausgezeichnetes Wissen über arabische Politik innewohnt. (vgl. Nawa-wy/Iskandar 2002, S. 30 - 32)
Andererseits sollen jedoch auch Mitglieder radikaler islamischer Organisationen, wie zum Beispiel die Muslim Brotherhood, Beziehungen zum Sender und dessen Reporter haben. Das bekannteste Mitglied Al-Jazeeras mit solchen Verbindungen ist der Chef des Kabuler Büros, ein Syrer namens Tayseer Allouni. (vgl. Dobbs 2001)

Die Errichtung eines solchen Senders hatte Auswirkungen auf die gesamte Medienlandschaft in der Region. Die Konkurrenz musste sich dem Sender anpassen, um ihre Rezipienten nicht vollständig zu verlieren. Eine Beschäftigung mit dem Thema Zensur war unumgänglich, da Al-Jazeera zwar weder für die westlichen Medien außergewöhnlichen Inhalte behandelte noch für die arabische Welt als äußerst radikal gegolten hätte. Die Tatsache, dass Al-Jazeera jedoch diese Inhalte öffentlich sendete, brach ein Tabu. "It makes a hell of a difference when you say it in Arabic (...)" erklärte Yosri Fouda, Al-Jazeeras stellvertretend leitender Direktor in der Londoner Außenstelle. (vgl. Whitaker 2001)

Erste weltweite Beachtung fand der Sender hinsichtlich der exklusiven Berichterstattung aus Bami-an. Die Kameras Al-Jazeeras waren die einzigen, die bei der Sprengung der Buddha-Statuen in Afghanistan anwesend waren.

Reichweite

[...]

 

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