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Presentation (Elaboration), 2006, 7 Pages
Author: Sahar Farman
Subject: Ethics
Details
Tags: David, Chalmers, Fehlende, Qualia, Schwindende, Qualia, Tanzende, Qualia
Year: 2006
Pages: 7
Bibliography: ~ 2 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-16062-4
File size: 114 KB
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Excerpt (computer-generated)
Sommersemester 2005
FB Gesellschaftswissenschaften und Philosophie
Institut für Philosophie
PS Hirnforschung und Willensfreiheit
David Chalmers
Fehlende Qualia, Schwindende Qualia,
Tanzende Qualia
1
David Chalmers Fehlende Qualia, Schwindende Qualia, Tanzende Qualia
In der Verschriftlichung des Referates zum Thema Qualia, soll Chalmers Position zu den drei oben
genannten Möglichkeiten und der Möglichkeit einer Invertierten Qualia dargestellt werden. Dazu soll
vorerst der Begriff der Qualia definiert werden, um im weiteren Verlauf anhand von zwei
Gedankenexperimenten Chalmers Erläuterungen zu sammeln und zu hinterfragen.
1. Qualia
Thomas Metzinger definiert Qualia als ,,einfache mentale Zustände, die einen ganz bestimmten
phänomenalen Gehalt besitzen, (Metzinger 1995, 323) oder in anderen Worten den ganz subjektiven
Anteil eines Erlebnisses, welcher nur von der Person empfunden werden kann, die gerade das Erlebnis
durchlebt (Metzinger 1995, 323). Die Qualia ist daher nur schwer in Worte zu fassen und ihre Existenz
ist nicht gänzlich unstrittig.
2. Chalmers Ausgangspunkt
Chalmers nimmt an, dass unter Umständen die funktionale Organisation eines physischen Systems für
Qualia verantwortlich sein könnte, da bewusste Erlebnisse eine physische Basis haben (Chalmers
1995, 367). Die funktionale Organisation wiederum soll ein abstraktes Modell der kausalen Interaktion
zwischen Systembestandteilen darstellen, wobei es vor allem um die Anzahl der Bestandteile und
deren Abhängigkeitsrelationen geht. In seinem Aufsatz verteidigt Chalmers das Prinzip der
strukturellen Invarianz, welches davon ausgeht, dass zwei Systeme mit derselben funktionalen
Organisation qualitativ identische Erlebnisse haben müssen gegen die Annahmen von invertierter,
schwindender, fehlender und tanzender Qualia. In der ganzen Argumentation sei es jedoch wichtig, so
Chalmers, darauf hinzuweisen, dass es keine entgültigen Beweise geben kann, da im Zusammenhang
mit bewusstem Erleben nur die Plausibilität der Argumente überprüfbar sei (Chalmers 1995, 371).
3. Die Gedankenexperimente
3.1 Fehlende und invertierte Qualia
Da von einigen Wissenschaftlern angenommen wird, dass Systeme in einer entsprechenden
Weise biochemisch zusammengesetzt sein müssen, damit sie Bewusstsein haben können
(Chalmers 1995, 369) könnte, laut Chalmers ein System in einem Roboter aus Siliziumplättchen
niemals Erlebnisse habe. Andere Wissenschaftler scheinen dahingegen Bewusstsein durchaus
auch auf die Organisation des Systems zurückzuführen. Jedoch gehen diese Wissenschaftler
davon aus, dass solche Erlebnisse sich von menschlichen stark unterscheiden. Hier kommt das
Argument der invertierten und fehlenden Qualia ins Spiel.
2
3.1.1 Fehlende Qualia
Argumente, die von einer fehlenden Qualia ausgehen beziehen sich meist auf Systeme, die
theoretische eine korrekte funktionale Organisation haben könnten, jedoch trotzdem nicht davon
ausgegangen werden kann, dass diese Systeme bewusste Erlebnisse haben. Als Beispiel wird
hier die Bevölkerung Chinas angeführt. Wie bereits oben angeführt kann nur die Plausibilität
von Argumenten überprüft werden und dieses Beispiel verdeutlicht die Unplausibilität einer
fehlenden Qualia.
3.1.2 Invertierte Qualia
Invertierte Qualia beschreibt das Phänomen, dass zwei Systeme funktiuonal isomorph
zueinander sind und auch gleiche Aussagen treffen, jedoch unterschiedliche Empfindungen
haben. Dieses Phänomen wird am Beispiel des Farbensehens beschrieben. Zwei Systeme
behaupten beide von sich die Farbe rot zu sehen, während das eine System aber in Wirklichkeit
die Empfindungen hat, die das andere System hätte, wenn sie der Farbe blau gegenüber stünde.
Würde dieses Argument zutreffen, so Chalmers, dann würde die funktionelle Organisation nicht
die spezifische Natur eines Erlebnisses bestimmen (Chalmers 1995, 370), sondern andere
Eigenschaften.
Chalmers sieht als Grundproblem jedoch, dass diese Annahmen für manche logisch und für andere als
unlogisch empfunden werden und es so auf einen Patt hinauslaufe. Daher versucht er anhand zweier
Gedankenexperimente diesen Patt aufzuheben.
3.2 Gedankenexperiment schwindende Qualia
Hierbei wird zunächst einmal in einer
reductio
angenommen, dass fehlende Qualia möglich ist.
Dies würde bedeuten, dass ein Wesen mit einem System, welches dieselbe funktionale
Organisation besäße, wie ein Mensch nicht zu bewusstem Erleben in der Lage wäre. In diesem
Gedankenexperiment würde also ein Wesen, welches ROBOT genannt wird erschaffen, welches
statt Neuronen Siliziumplättchen besitzt. ROBOT ist funktional isomorph zu einem zu
bewussten Erlebnissen fähigen Wesen mit Neuronen. Im weiteren Verlauf werden nach und
nach Neuronen des Ausgangswesens mit bewusstem erleben durch Siliziumplättchen ersetzt.
Das Gedankenexperiment wirft die Frage auf, was genau passieret, wenn ein Plättchen ein
Neuron ersetzt und was wenn es tausende sind. Würde bewusstes Erleben plötzlich oder
graduell verschwinden? Ersteres würde bedeuten, dass bereits das Ersetzen eines Neurons
komplette Bereiche des bewussten Erlebens ausfallen lassen könnte. Dies ist jedoch relativ
unwahrscheinlich, da bekannte Naturgrundgesetze nur kontinuierliche Abhängigkeiten kennen.
Das Problem bei der zweiten Annahme wäre, dass das Zwischenwesen, welches zwischen
Ausgangswesen und Robot entsteht, ab einer bestimmten Anzahl von Siliziumplättchen ein
3
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