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Scholary Paper (Seminar), 2005, 28 Pages
Author: M.A. Susanne Schalch
Subject: American Studies - Miscellaneous
Details
Institution/College: LMU Munich (Amerikanistik Institut)
Tags: Einfluss, Arts, Cratfs, Bewegung, Werke, Architekten, Frank, Lloyd, Wright, Amerikanische, Architektur, Jahrhunderts
Year: 2005
Pages: 28
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 7 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-18104-9
ISBN (Book): 978-3-640-18110-0
File size: 1347 KB
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Abstract
Diese Hausarbeit will einen Überblick über das Arts and Crafts Movement geben, über Grundideen, Hauptvertreter und deren Werke berichten. Da besonders auf die Weiterentwicklung der Ideen in Amerika durch Frank Lloyd Wright eingegangen wird, müssen vorher die Anfänge der Bewegung in England, hier durch William Morris und Philip Webb betrachtet werden. Das „Arts and Crafts Movement“ entwickelte sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in England und wurde dort, aber auch in anderen Teilen der Erde, wie zum Beispiel in Amerika, bis in die 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts und in manchen Aspekten auch darüber hinaus praktiziert. Der Begriff „Arts and Crafts“ wurde von T.J.Cobden-Sanderson (1840-1922) geprägt und bedeutet soviel wie „Künste und Handwerk“ (Kirsch, S.269). Bereits im Namen der Bewegung erkennt man, für was das Movement steht: zurück zu den alten Künsten und zu echtem handwerklichen Können. Dies bezieht sich sowohl auf die damalige Architektur, als auch auf das zeitgenössische Innendesign. Im folgenden Zitat von Walter Crane, erster Präsident der „Arts and Crafts Exhibition Society“, werden Ziele der Bewegung treffend formuliert: „Sie stellt in gewissem Sinn eine Revolte gegen das harte, mechanische, konventionelle Leben und seine Unsensibilität für Schönheit dar. Sie ist ein Protest gegen den so genannten industriellen Fortschritt, der Schundwaren hervorbringt, deren Billigkeit mit dem Leben der Erzeuger und der Entwürdigung ihres Verbrauchers bezahlt ist.“ (Kirsch, S.269). Die Bewegung war zunächst eine Reaktion auf die Viktorianische Zeit, in der Königin Viktoria von England regierte (1837-1901). In der „Victorian era“ waren die Häuser meist an den Baustil der Antike angelehnt, mit pompösen Veranden und Terrassen, die über eine große Treppe in riesige Portale mündeten. Außerdem schmückten sehr verspielte Ornamente die Außenmauern und die Häuser glichen prunkvollen Palästen. Die Anhänger des Arts and Crafts Movements störten sich an diesem Erscheinungsbild und wollten zurückkehren zu gradlinigen, einfachen Formen und Gebäuden. Der Bewegung gehörten Künstler an, darunter auch Schriftsteller und Handwerker jeglicher Fachrichtung, wie zum Beispiel Architekten, Drucker und Buchbinder, Juweliere, Töpfer, Bildhauer und Maler. All diese verschiedenen Künstler hatten jedoch eines gemeinsam: die Ablehnung der Auswirkungen der Industriellen Revolution, die im 19. Jahrhundertvon England aus die Welt eroberte.
Excerpt (computer-generated)
Der Einfluss der englischen
Arts and Crafts Bewegung
auf die Werke des Architekten
Frank Lloyd Wright
Proseminar Amerikanische Kulturgeschichte
,,Amerikanische Architektur des 20. Jahrhunderts"
WS 04/05
Hausarbeit
von Susanne Schalch
Gliederung:
1. Überblick über das Arts and Crafts Movement und über Einfluss auf Frank Lloyd Wright
- ca. 1850 bis 1920
- Reaktion auf ,,Victorian Era"
- Ablehnung der Auswirkungen der Industriellen Revolution
- Ziel: Qualität über Quantität
2. Aussehen der Arts and Crafts Möbel und Gebäude an den Beispielen Red House uns
Standen House
- Red House: a) Naturmaterialien
b) Pflanzenmotive
c) Einfachheit und Funktionalität
d) Gegenstände sinnvoll, nicht nur zu Zierde
- Standen House: a) in Landschaft eingearbeitet
b) Pflanzenmuster der Einrichtungsgegenstände
c) Firma Morris, Marshall, Faulkner und Co. stellt diese
Einrichtungsgegenstände
her
3. Sozialer Aspekt der Bewegung
- Kann die Welt verbessern als eine Reformbewegung
- Schlimme Arbeitskonditionen müssen verbessert werden
- Ästhetisch kann nur Handarbeit sein
4. Morris und Webb wollten sowohl ästhetische Standarts als auch Arbeitskonditionen
verbessern
5. Frank Lloyd Wright als Hauptvertreter der amerikanischen Arts and Crafts Bewegung
- Wright erkannte Vorteile von maschineller Produktion
- Greatest American architect of all time
- Der Einfluss der Arts and Crafts Bewegung wird nach und nach in seinen Werken
abnehmen
6. Prairie Style am Beispiel Robie House
- Flache und horizontale Bauweise
- Erläuterung Prairie House
- Innen: fließender Raum ohne Wände
- Große Fenster, die das Licht und die Natur in den Raum bringen
- Terrassen und Balkone um Natur zu geniessen
- Verwendung von natürlichen Materialien wie Backstein und Holz, auch in den
Möbelstücken
- Geometrie der Möbel
7. Ennis-Brown House als Beispiel für Vorliebe für Geometrie
- aus Betonblockstein gebaut
- eher Palast statt Wohnhaus
- Einfluss der Natur im Ennis-Brown House
8. Falling Water House als Beispiel für Naturliebe Wrights
- in Natur involviert
- verschiedene Level des Hauses
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- Auskragende Terrassen und Balkone, die in die Natur hinaus führen
- selbstdesigntes Interiör
- Glaswände, die die Natur auch im Haus spürbar machen sollen
- Stahlbeton als neuen Baustoff, Stein für die Natürlichkeit der Materialien
- Abgerundete Ecken der Balkone lassen auf neuen Trend schliessen: gegen scharfe
Kanten und Ecken
9. Solomon R. Guggenheim Museum als letztes Gebäude, das er gebaut hat
- rundes Bauwerk als krasser Abschluss der abgerundeten Ecken
- außergewöhnliche Bilder, außergewönliches Museum
- Betonung des vertikalen Raumflusses
- Einfluss des Arts and Crafts Movements verschwindet fast völlig:
a) Stahlbeton als unnatürliches Baumaterial
b) Weg von eckigen geometrischen Formen, hin zum Runden und Weichen
- aber einige Elemente bleiben Wright bis an sein Lebensende
a) Schlichheit und Ornamentlosigkeit
b) Liebe zur Natur ist sichtbar in seinen Werken
- Kritik, dass das Museum von der Schönheit der Bilder ablenke
10. Einfluss des Arts and Crafts Movements verblasste langsam während Wrights Karriere, ist
allerdings vereinzelt immer noch sichtbar. Naturliebe als konstanter Faktor in seinen
Werken.
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Diese Hausarbeit will einen Überblick über das Arts and Crafts Movement geben, über
Grundideen, Hauptvertreter und deren Werke berichten. Da besonders auf die
Weiterentwicklung der Ideen in Amerika durch Frank Lloyd Wright eingegangen wird,
müssen vorher die Anfänge der Bewegung in England, hier durch William Morris und Philip
Webb betrachtet werden.
Das ,,Arts and Crafts Movement" entwickelte sich in der zweiten Hälfte des 19.
Jahrhunderts in England und wurde dort, aber auch in anderen Teilen der Erde, wie zum
Beispiel in Amerika, bis in die 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts und in manchen
Aspekten auch darüber hinaus praktiziert.
Der Begriff ,,Arts and Crafts" wurde von T.J.Cobden-Sanderson (1840-1922) geprägt
und bedeutet soviel wie ,,Künste und Handwerk" (Kirsch, S.269). Bereits im Namen der
Bewegung erkennt man, für was das Movement steht: zurück zu den alten Künsten und zu
echtem handwerklichen Können. Dies bezieht sich sowohl auf die damalige Architektur, als
auch auf das zeitgenössische Innendesign. Im folgenden Zitat von Walter Crane, erster
Präsident der ,,Arts and Crafts Exhibition Society", werden Ziele der Bewegung treffend
formuliert: ,,Sie stellt in gewissem Sinn eine Revolte gegen das harte, mechanische,
konventionelle Leben und seine Unsensibilität für Schönheit dar. Sie ist ein Protest gegen den
so genannten industriellen Fortschritt, der Schundwaren hervorbringt, deren Billigkeit mit
dem Leben der Erzeuger und der Entwürdigung ihres Verbrauchers bezahlt ist." (Kirsch,
S.269).
Die Bewegung war zunächst eine Reaktion auf die Viktorianische Zeit, in der Königin
Viktoria von England regierte (1837-1901). In der ,,Victorian era" waren die Häuser meist an
den Baustil der Antike angelehnt, mit pompösen Veranden und Terrassen, die über eine große
Treppe in riesige Portale mündeten. Außerdem schmückten sehr verspielte Ornamente die
Außenmauern und die Häuser glichen prunkvollen Palästen. Die Anhänger des Arts and
Crafts Movements störten sich an diesem Erscheinungsbild und wollten zurückkehren zu
gradlinigen, einfachen Formen und Gebäuden.
Der Bewegung gehörten Künstler an, darunter auch Schriftsteller und Handwerker
jeglicher Fachrichtung, wie zum Beispiel Architekten, Drucker und Buchbinder, Juweliere,
Töpfer, Bildhauer und Maler. All diese verschiedenen Künstler hatten jedoch eines
gemeinsam: die Ablehnung der Auswirkungen der Industriellen Revolution, die im 19.
Jahrhundertvon England aus die Welt eroberte. In dieser Zeit etablierte die Fließbandarbeit
und somit die Aufteilung eines Arbeitsprozesses in verschiedene einzelne, stupide
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Arbeitsschritte. Dabei, so argumentierten die Arts and Crafts Anhänger, werde der Mensch
seiner eigenen Kreativität beraubt, seine Arbeit sei ihm vorgegeben und handwerklich seien
ihm keine neuen Herausforderungen angeboten. William Morris (1834-1896), der
Hauptvertreter der englischen Arts and Crafts Bewegung, drückt dieses Postulat wie folgt aus:
,,he saw the worker at the bench, lathe, land loom, reduced to an animated component
of the mechanical process; dehumanised, robbed of responsibility, his innate creativity totally
annulled and this in the interest of producing articles inferior to what had formerly been
made by hand. It was a condition of life he knew he would not tolerate for himself: why then
should it be tolerated at all?" (Watkinson, S.76).
Zudem seien maschinell hergestellte Waren schlecht gestaltet und von minderer
Qualität. Dies ist darauf zurückzuführen, dass der Handwerker seine Produkte nicht mehr
selbst konzipieren durfte und Waren, die von Designern lieblos entworfen worden waren,
unter Zeitdruck fertig stellen musste. Bei der Produktion kam es nicht länger auf Originalität
und besondere sorgfältige Ausführung an, die Waren mussten nur noch in möglichst kurzer
Zeit fertig gestellt werden, um den Ertrag zu maximieren. Es wurde bemängelt, dass der
,,pursuit of profit, not the well-making by modern means of making, ... be the dominant force
in industry" (Watkinson, S.76). Das Arts and Crafts Movement forderte dagegen, dass der
Designer auch der ausführende Handwerker sein sollte, damit er alle ausgearbeiteten Ideen
durch handwerkliches Können in die Tat umsetzt. ,,Künstler sollten selbst am
Produktionsprozeß der Gegenstände beteiligt sein und es nicht Fabrikarbeitern oder
Handwerkern mit zweifelhaften Fähigkeiten überlassen" (Kirsch, S.119). Qualität, nicht
Quantität sollte wieder das Ziel des Herstellungsprozesses werden.
Aber wie sollten diese Arts and Crafts Möbel und Gebäude aussehen? Es gibt einige
Kennzeichen, die alle Arts and Crafts Häuser und Möbelstücke verbinden. Anhand des ,,Red
House" und des ,,Standen House", beide von Philip Webb (1831-1915) entworfen und gebaut,
werden die wesentlichen Merkmale beschrieben.
Das vielleicht beste Beispiel für ein Arts and Crafts Haus wurde für das Ehepaar
Morris selbst erbaut, von seinem Mitstreiter und engem Freund Philip Webb. Die Rede ist von
dem ,,Red House", das 1859 erbaut wurde, und bis heute in Bexleyheath, Kent, steht [Abb.1].
Das Gebäude sticht einem sofort ins Auge: es wurde aus rotem, naturbelassenen Ziegel erbaut
und lässt erkennen, dass weder am Material noch an der Struktur von Dingen übermäßige
Veränderungen vorgenommen wurden. Das Haus wurde nicht verputzt und nicht geweißelt,
so dass die natürlich rote Farbe des Ziegels besonders gut zur Geltung kommt. Das Dach
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wurde mit bräunlichen Dachziegeln gedeckt, was sehr gut mit dem Ziegelrot harmoniert.
Wenn Holz oder Stein an einem Haus verarbeitet wurden, dann sind diese Materialien
keineswegs verdeckt. Sie wurden absichtlich offen zur Schau gestellt und unterstreichen
damit den natürlichen Charakter des Gebäudes. Dies ist ein unverwechselbares Kennzeichen
der Arts and Crafts Bewegung: ,,back to nature", also zurück zu den natürlichen Materialien
wie Holz, Leder, Ziegel oder Stein. Die Materialien, aus denen ein Haus oder ein Möbelstück
angefertigt wurden, sollten möglichst unbehandelt verarbeitet werden, so dass man den
unverfälschten Anblick von Natürlichkeit genießen kann. Im Inneren blieb das Treppenhaus
des Red Houses aus diesem Grund unvertäfelt und auch der Boden wurde aus
naturbelassenem Holz gefertigt. Manche Möbelstücke blieben sogar absichtlich unvollendet,
um den bäuerlich rustikalen Stil noch zu betonen. Sie werden als ,,schwer, feierlich und
düster" (Kirsch, S.268), aber auch als ehrlich bezeichnet, was den Unterschied zum
verspielten Design der Viktorianischen Zeit noch deutlicher macht.
Weiterhin findet man im Red House einfache weiße Wände, die jedoch hin und wieder
mit Fresken und Bildern verziert sind, was den romantischen Charakter des Hauses
unterstreicht. Die Bilder zeigen oft Pflanzenmotive und sollen somit die Bedeutung von Natur
für das Arts and Crafts Movement unterstreichen. Die Verwendung von Buntglas verstärkt
den Eindruck der Romantik. Das Gebäude war ursprünglich als Treffpunkt und Aufenthaltsort
für befreundete Maler und Handwerker des Ehepaars Morris gedacht, um dort künstlerisch
arbeiten zu können. Allerdings wurde dieser Ort nie wirklich zu der kreativen Oase, wie es
beabsichtigt war. Fakt ist, das meist Morris und seine Ehefrau allein darin wohnten und nur ab
und zu Besuch von befreundeten Künstlern hier logierte.
Ein weiteres Merkmal von Arts und Crafts Möbeln und Gebäuden ist ihre Einfachheit
und Funktionalität. Dies bezieht sich nicht nur auf die verwendeten Materialien, die, wie
schon beschrieben, naturbelassen und schlicht sein sollten, sondern auch auf das Design.
Klare Linien und rechte Winkel dominieren und stehen im deutlichen Kontrast zu den vorher
üblichen Verschnörkelungen und Ornamenten der ,,Victorian era". Manche Räume im Red
House, wie zum Beispiel das Esszimmer, wirken fast etwas zu geometrisch und
durchkonstruiert, was aber zweifellos von Morris und Webb beabsichtigt worden war.
Funktionalität soll folgendermaßen verstanden werden: ,,the function of a design: human
activity or pleasure which the design must serve" (Watkinson, S.78). Somit bedeutet
Funktionalität, dass das Design eines Möbelstücks oder eines Hauses zur Aktivität anleitet
oder gefallen muss, dass dies der Kern seiner Funktion ist.
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