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Master Thesis, 2006, 108 Pages
Author: Dipl. oec. troph. FH/ Master of Science Gesundheitsmanagement Joachim Zeuge
Subject: Nutritional Science
Details
Tags: Ernährung, Bewegung, Stressbewältigung, Präventionsfelder, Aktionsradius, Betrieb, Familie, Erstellung, Maßnahmenkatalogs, Beeinflussung, Gesundheitsverhaltens
Year: 2006
Pages: 108
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 104 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-15373-2
ISBN (Book): 978-3-640-15538-5
File size: 376 KB
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Abstract
Ernährung, Bewegung und Stressbewältigung stellen die klassischen Präventionsfelder in der Gesundheitspolitik dar. Inwieweit Wechselwirkungen zwischen diesen Gebieten von Bedeutung sind verdeutlichen z.B. Studien von Perez-Rodrigo und Aranceta (2001), in denen sie den Umgang mit Stress-Situationen von Kindern untersuchten. Sie stellten einen Zusammenhang zwischen den Erwerb gesunder Ernährungsgewohnheiten und der Bewältigung stressauslösender Faktoren fest. Unumstritten ist auch die Wirkung von Bewegung als Mittel zur Stressentlastung – bei Kindern wie auch bei Erwachsenen. Bewegung im Zusammenhang mit Leistungsdruck jedoch wiederum Stress erzeugen. In welchem Maße diese Präventionsfelder in einem komplexen System eingebettet sind verdeutlicht beispielsweise der Jugendgesundheitssurvey der WHO aus dem Jahr 2003, für den mehr als 23.000 Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 10 und 17 Jahren (Hurrelmann et al., 2003) befragt wurden. In diesem wird aufgezeigt, inwieweit die Lebensumwelten der Jugendlichen Einfluss auf ihr Gesundheitsverhalten nehmen. Diese Lebensumwelten werden auch als Settings bezeichnet. Sie haben insofern Bedeutung, da Menschen die meiste Zeit des Tages in ihnen verbringen oder strukturell mit ihnen verbunden sind. Die zunehmende Komplexität gesellschaftlicher Abläufe und die daraus resultierenden Anforderungen sich diesen Gegebenheiten anzupassen, erfordern eine dynamische Reaktionsleistung des Einzelnen. Diesen Umstand beeinflusst z.B. das Ernährungsverhalten, d.h. was, wann, mit wem in welchen Situationen gegessen wird.
Excerpt (computer-generated)
Ernährung, Bewegung und Stressbewältigung als Präventionsfelder im
Aktionsradius zwischen Betrieb und Familie: Erstellung eines betrieblichen
Maßnahmenkatalogs für die nachhaltige Beeinflussung familiären
Gesundheitsverhaltens
Master Thesis
zur Erlangung des akademischen Grades eines
Master of Science (M. Sc.)
an der Universität Koblenz-Landau
Fachbereich 3: Mathematik / Naturwissenschaften
Eingereicht von: Joachim Zeuge
Hildrizhausen, im September 2006
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis I
Tabellenverzeichnis II
Abkürzungsverzeichnis III
1. Einleitung 1
1.1.
Problemstellung 1
1.1.1.Wechselwirkung der Präventionsfelder 1
1.1.2.
Settings als Be- und Entlastung 1
1.1.3.
Akzeptanz von Gesundheitsförderung als betriebliche Aufgabe 2
1.1.4.
Verankerung nachhaltigen Gesundheitsverhaltens in Familien 3
1.1.5.
Außerbetriebliche Lebensbereiche in der Präventionsforschung 4
1.2.
Zielsetzung der Arbeit 4
1.3.
Eingrenzung des Themas 6
1.4.
Aufbau der Arbeit 7
2. Prävention und Gesundheitsförderung: Definitionsansätze, Abgrenzung
und die Bedeutung für die Settings Betrieb und Familie 8
2.1.
Definition und Abgrenzungsproblematik von Prävention 8
2.1.1.
Konventionelle Definitionsansätze 8
2.1.2.
Abgrenzungsproblematik in der Prävention und Neudefinition 10
2.2.
Definition und Abgrenzungsproblematik von Gesundheits-förderung 12
2.2.1.
Konventionelle Definitionsansätze 12
2.2.2.
Abgrenzungsproblematik zur Prävention 14
2.3.
Prävention im Setting Betrieb 15
2.3.1.
Schwerpunkte betrieblicher Prävention 15
2.3.2.
Integration personen- und bedingungsbezogener Interventionen 16
2.3.3. Anforderungen an betriebliche Interventionen 18
2.4. Prävention im Setting Familie 19
2.4.1. Schwerpunkte familiärer Prävention 20
2.4.2. Integration personen- und bedingungsbezogener Interventionen 21
2.4.3. Anforderungen an familiäre Interventionen 23
2.5. Wechselbeziehung zwischen den Settings Betrieb und Familie 24
2.5.1. Betriebliche Einflussfaktoren auf die Familie 24
2.5.2. Familiäre Einflussfaktoren auf den Betrieb 26
3. Ernährung, Bewegung, Stressbewältigung und Kompetenz als zentrale Aspekte einer nachhaltigen Beeinflussung familiären Gesundheitsverhaltens 27
3.1. Familie und Gesundheit 27
3.1.1. Einordnung des Themas in die wissenschaftlichen Disziplinen 27
3.1.2. Wissenschaftlicher Fokus zwischen Familie und Gesundheit 28
3.1.3. Integration der Gesundheitskompetenz 30
3.2. Ernährung in der Familie 30
3.2.1. Einordnung des Themas in die wissenschaftlichen Disziplinen 30
3.2.2. Wissenschaftlicher Fokus zwischen Familie und Ernährung 33
3.2.3. Integration der Ernährungskompetenz 35
3.3. Bewegung in der Familie 36
3.3.1. Einordnung des Themas in die wissenschaftlichen Disziplinen 36
3.3.2. Wissenschaftlicher Fokus zwischen Familie und Bewegung 37
3.3.3. Integration der Bewegungskompetenz 39
3.4. Stressbewältigung in der Familie 40
3.4.1. Einordnung des Themas in die wissenschaftlichen Disziplinen 40
3.4.2. Wissenschaftlicher Fokus zwischen Familie und Stressbewältigung 41
3.4.3. Integration der Stressbewältigungskompetenz 43
3.5. Konsequenzen für die Präventionspraxis 44
3.5.1. Konsequenzen für familiäre Interventionen im Bereich Ernährung 44
3.5.2. Konsequenzen für familiäre Interventionen im Bereich Bewegung 45
3.5.3. Konsequenzen für familiäre Interventionen im Bereich Stressbewältigung 46
3.6. Wechselwirkungen zwischen den Präventionsfeldern 46
4. Konzeptionelle Verknüpfung zwischen der betrieblichen und familiären Gesundheitsförderung und Integration des Work-Life-Balance-Ansatzes 48
4.1. Betrieblicher Zugang zum familiären Gesundheitsverhalten 48
4.2. Ernährung als betrieblich-familiäres Präventionsfeld 49
4.2.1. Definition eines betrieblich-familiären Präventionsrahmens für Ernährung 49
4.2.2. Integration des Work-Life-Balance-Ansatzes in das Präventionsfeld Ernährung 51
4.3. Bewegung als betrieblich-familiäres Präventionsfeld 52
4.3.1. Definition eines betrieblich-familiären Präventionsrahmens für Bewegung 53
4.3.2. Integration des Work-Life-Balance-Ansatzes in das Präventionsfeld Bewegung 55
4.4. Stressbewältigung als betrieblich-familiäres Präventionsfeld 55
4.4.1. Definition eines betrieblich-familiären Präventionsrahmens für Stressbewältigung 56
4.4.2. Integration des Work-Life-Balance-Ansatzes in das Präventionsfeld Stressbewältigung 57
5. Entwicklung eines betrieblichen Maßnahmenkatalogs für die nachhaltige Beeinflussung familiären Gesundheitsverhaltens 59
5.1. Familienbildung als betrieblicher Präventionsansatz 60
5.1.1. Argumentationsgrundlage für Familienbildung gegenüber Betrieben .. 61
5.1.2. Anforderungen an die innerbetriebliche Familienbildung 61
5.2. Zielgruppendefinition für betrieblichen Maßnahmenkatalog 63
5.3. Ableitung eines betrieblichen Zielsystems 66
5.4. Ableitung einer Struktur für den Maßnahmenkatalog 69
5.4.1. Auswahlkriterien für die Maßnahmen 69
5.4.2. Definition einer Struktur für den Maßnahmenkatalog 70
5.5. Vorstellung der Maßnahmen 71
5.5.1. Präventionsfeld Ernährung 71
5.5.2. Präventionsfeld Bewegung 74
5.5.3. Präventionsfeld Stressbewältigung 77
5.6. Bewertung des Maßnahmenkatalogs 80
6. Zusammenfassung 83
7. Schlussbetrachtung und Ausblick 85
Literaturverzeichnis 86
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Früherkennung als diagnostische Maßnahme 11
Abbildung 2: Früherkennung/Frühbehandlung als Übergangsbereich zwischen
Prävention und Behandlung 12
Abbildung 3: Zuordnung der Zielgruppen in Dimensionen der Familienbildung 65
Abbildung 4: Konkretisierungsschema der Einstellungskomponenten 66
I
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1:
Ansätze gesundheitsbezogener Interventionen nach dem Zeitpunkt ihres
Einsatzes, der angesprochenen Zielgruppe und der Zielsetzung 10
Tabelle 2:
Wechselspiel zwischen Ernährung, Bewegung und Stress 47
Tabelle 3:
Zielgruppen der Familienbildung 63
Tabelle 4:
Betriebliches Zielsystem zur nachhaltigen Beeinflussung familiären
Gesundheitsverhaltens 68
Tabelle 5:
Maßnahme »Betriebliche Menübereitstellung« 71
Tabelle 6:
Maßnahme »Familienzirkel« 72
Tabelle 7:
Maßnahme »Regionale Vernetzung mit Ernährungshandwerk« 73
Tabelle 8:
Maßnahme »Männer/Frauen auf Wanderschaft« 74
Tabelle 9:
Maßnahme »Familiaden« 75
Tabelle 10: Maßnahme »Verein trifft Betrieb« 76
Tabelle 11: Maßnahme »Väterkurs: zwischen Ernährer und Familienvater« 77
Tabelle 12: Maßnahme »Besuch des Arbeitsplatzes vom Partner« 78
Tabelle 13: Maßnahme »Betreuungsbörse« 79
II
Abkürzungsverzeichnis
BZgA -
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
bzgl. - bezüglich
bzw.-
beziehungsweise
d.h. -
das heißt
etc.-
et cetera
f.-
folgende
ff. -
fortfolgende
ggf. -
gegebenenfalls
S. -
Seite
u.a. - unter
anderem
USA -
United States of America
usw. -
und so weiter
u.U. -
unter Umständen
v.a. - vor
allem
vgl. -
vergleiche
z.B. -
zum Beispiel
III
1. Einleitung
1.1.
Problemstellung
1.1.1.
Wechselwirkung der Präventionsfelder
Ernährung, Bewegung und Stressbewältigung stellen die klassischen Präventionsfelder in der Gesundheitspolitik dar. Inwieweit Wechselwirkungen zwischen diesen Gebieten von Bedeutung sind verdeutlichen z.B. Studien von Perez-Rodrigo und Aranceta (2001), in denen sie den Umgang mit Stress-Situationen von Kindern untersuchten. Sie stellten einen Zusammenhang zwischen den Erwerb gesunder Ernährungsgewohnheiten und der Bewältigung stressauslösender Faktoren fest. Unumstritten ist auch die Wirkung von Bewegung als Mittel zur Stressentlastung bei Kindern wie auch bei Erwachsenen. Bewegung im Zusammenhang mit Leistungsdruck jedoch wiederum Stress erzeugen.
1.1.2. Settings als Be- und Entlastung
In welchem Maße diese Präventionsfelder in einem komplexen System eingebettet sind verdeutlicht beispielsweise der Jugendgesundheitssurvey der WHO aus dem Jahr 2003, für den mehr als 23.000 Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 10 und 17 Jahren (Hurrelmann et al., 2003) befragt wurden. In diesem wird aufgezeigt, inwieweit die Lebensumwelten der Jugendlichen Einfluss auf ihr Gesundheitsverhalten nehmen. Diese Lebensumwelten werden auch als Settings bezeichnet. Sie haben insofern Bedeutung, da Menschen die meiste Zeit des Tages in ihnen verbringen oder strukturell mit ihnen verbunden sind. Die zunehmende Komplexität gesellschaftlicher Abläufe und die daraus resultierenden Anforderungen sich diesen Gegebenheiten anzupassen, erfordern eine dynamische Reaktionsleistung des Einzelnen. Diesen Umstand beeinflusst z.B. das Ernährungsverhalten, d.h. was, wann, mit wem in welchen Situationen gegessen wird. Settings können zum einen dazu beitragen, eine Entlastung im häuslichen Ernährungsalltag herzustellen, aus ihnen können aber auch neue Belastungen resultieren, die weitere Abstimmungsprozesse erfordern. Beispielsweise indem Eltern ihre Kinder mit Essen zu versorgen haben, wenn in der Schule keine entsprechende Verpflegung
1
angeboten wird. Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung müssen diese Mehrfachbelastungen berücksichtigen (Kropp & Brunner, 2004; Bamberg et al., 1998).
Die Lebensqualität in Institutionen, wie es ein Betrieb beispielsweise darstellt, wirkt sich auf die alltägliche Lebensführung aus. Kropp und Brunner (2004) verdeutlichen die wechselseitigen Bezüge am Beispiel des Ernährungshandelns im häuslichen und institutionellen Alltag. Sie weisen auf die wachsende Flexibilisierung der Arbeitsformen und -zeiten hin und sehen für die Zukunft wachsende Unregelmäßigkeiten im Ernährungshandeln. Daraus schließen sie, dass der Aufwand für Ernährungsarbeitlangfristig abnehmen wird. Dies sollte bei der Entwicklung von Präventionsmaßnahmen berücksichtigt werden.
1.1.3. Akzeptanz von Gesundheitsförderung als betriebliche Aufgabe
Führungskräfte und Personalverantwortliche in Betrieben müssen sich darüber im Klaren sein, dass ein hoher Anteil von Erkrankungen auch auf die Kumulation von Stressfaktoren aus dem betrieblichen und außerbetrieblichen Bereich zurückzuführen ist. Um diese Stressfaktoren reduzieren zu können, sind betriebliche Gesundheitsmanagement-Systeme zu etablieren, die so genannte Work-Life-Balance-Konzepte integrieren. Damit wird versucht, ein Gleichgewicht zwischen den beiden Lebensbereichen Arbeit und Beruf herzustellen und Rollenkonflikte aufzulösen (vgl. Badura & Vetter, 2004). Diese Konzepte gewinnen angesichts der schwierigen Abgrenzbarkeit zwischen Arbeits- und Privatleben an Bedeutung. Als übergeordnetes Problem erweist sich die Auffassung vieler Führungskräfte, Gesundheitsförderung sei nicht betriebliche Aufgabe. Notwendig ist demnach auch eine Veränderung personalpolitischer Leitbilder, die den Beschäftigten nicht nur auf seine Arbeitskraft reduziert. Zu dieser Problematik tritt erschwerend hinzu, dass Maßnahmen selten sind, die auf eine Veränderung von organisatorischen Strukturen abzielen. Denn als konventionelle Vorgehensweise in der Prävention ist immer noch die Verhaltensprävention verbreitet, die auf die Änderungsfähigkeit sowie -bereitschaft des Einzelnen vertraut (BMFSFJ, 2005; Faltermaier, 2005).
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