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Analyse der Erzählung "Großvaterzunge" von Emine S. Özdamar

Seminararbeit, 2002, 19 Seiten
Autor: Dipl. Übersetzer Alessandra Gusatto
Fach: Kulturwissenschaft

Details

Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2002
Seiten: 19
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 20  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V114981
ISBN (E-Book): 978-3-640-16290-1

Dateigröße: 133 KB

Zusammenfassung / Abstract

Schwer zu definieren aber faszinierend zu analysieren. So ist die Migrantenliteratur. In den 60ern wurde sie Gastarbeiterliteratur, dann Migrantenliteratur und neuerdings interkulturelle Literatur genannt. Der Begriff steht noch nicht fest aber viele Autoren in Deutschland befinden sich in diesem „Dazwischen“. Emine Sevgi Özdamar, die seit mehr als einem Jahrzehnt auf Deutsch schreibt, ist auch einer dieser Fälle. Einer der Gründe weshalb ich mich für Özdamar entschieden habe, ist dass sie sehr viel in ihren Büchern über die Sprache nachdenkt und experimentiert. Für das Buch Mutterzunge habe ich mich entschieden, weil es fast etwas wie eine Zusammenfassung der Thematik in der Literatur Özdamars präsentiert: Suche einer Heimat, Gefühle der Fremde, Kindheit Erinnerungen und fremdsprachliche Kompetenz. In der zu analysierenden ausgewählten Kurzgeschichte, Großvaterzunge, fühlte ich mich direkt angesprochen, da ich selbst seit meiner Kindheit auf der Suche nach einer Muttersprache bin. Das Hauptthema dieser Arbeit, Sprache und Kultur, ist meiner Meinung nach überhaupt nicht abstrakt, kann sehr gut verstanden werden und entspricht der Wirklichkeit vieler. Die Arbeit ist in zwei Kapitel gegliedert. Im ersten Kapitel werden das Leben und die Werke der Autorin kurz dargestellt. Schwerpunkt dieser Arbeit ist jedoch das zweite Kapitel mit der Interpretation der Kurzgeschichte Großvaterzunge. Es werden auch noch Angaben zur Geschichte der Türkei, die eine wichtige Rolle zur besseren Verständigung der Erzählung spielen, gemacht. Diese Arbeit stützt sich vorwiegend auf die Primärliteratur, da kaum Sekundärliteratur vorhanden ist. Auch Bücher aus dem Linguistikbereich, vor allem das von Wolfgang Kühlwein herausgegebene Buch, Sprache, Kultur und Gesellschaft.


Textauszug (computergeneriert)

Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Fachbereich Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaft
in Germersheim

Analyse der Erzählung Großvaterzunge von Emine S.
Özdamar

im Rahmen des literaturwissenschaftlichen Proseminars:
Migrantenliteratur

Vorgelegt von: Alessandra Gusatto
Sommersemester 2002

 


3

Einleitung
Schwer zu definieren aber faszinierend zu analysieren. So ist die Migrantenliteratur. In den 60ern wurde sie Gastarbeiterliteratur, dann Migrantenliteratur und neuerdings interkulturelle Literatur genannt. Der Begriff steht noch nicht fest aber viele Autoren in Deutschland befinden sich in diesem ,,Dazwischen". Emine Sevgi Özdamar, die seit mehr als einem Jahrzehnt auf Deutsch schreibt, ist auch einer dieser Fälle.
Einer der Gründe weshalb ich mich für Özdamar entschieden habe, ist dass sie sehr viel in ihren Büchern über die Sprache nachdenkt und experimentiert. Für das Buch Mutterzunge habe ich mich entschieden, weil es fast etwas wie eine Zusammenfassung der Thematik in der Literatur Özdamars präsentiert: Suche einer Heimat, Gefühle der Fremde, Kindheit Erinnerungen und fremdsprachliche Kompetenz. In der zu analysierenden ausgewählten Kurzgeschichte, Großvaterzunge, fühlte ich mich direkt angesprochen, da ich selbst seit meiner Kindheit auf der Suche nach einer Muttersprache bin. Das Hauptthema dieser Arbeit, Sprache und Kultur, ist meiner Meinung nach überhaupt nicht abstrakt, kann sehr gut verstanden werden und entspricht der Wirklichkeit vieler.
Die Arbeit ist in zwei Kapitel gegliedert. Im ersten Kapitel werden das Leben und die Werke der Autorin kurz dargestellt. Schwerpunkt dieser Arbeit ist jedoch das zweite Kapitel mit der Interpretation der Kurzgeschichte Großvaterzunge. Es werden auch noch Angaben zur Geschichte der Türkei, die eine wichtige Rolle zur besseren Verständigung der Erzählung spielen, gemacht.
Diese Arbeit stützt sich vorwiegend auf die Primärliteratur, da kaum Sekundärliteratur vorhanden ist. Auch Bücher aus dem Linguistikbereich, vor allem das von Wolfgang Kühlwein herausgegebene Buch, Sprache, Kultur und Gesellschaft.

 


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1. Über die Autorin und ihr Werk
1.1 Über die Autorin
Emine Sevgi Özdamar ist 1946 in Malatya, Ost-Anatolien in der Türkei geboren. 1964 kam sie nach Deutschland zum ersten Mal als Geistarbeiterin und kehrt 2 Jahre später in der Türkei zurück. Zu Hause besuchte Özdamar die Schauspielschule in Istanbul. Im Jahre 1976 kam sie wieder nach Deutschland und machte Regiemitarbeit an der Ostberliner Volksbühne bei Brechts Schüler Benno Bessons. Als Schauspielerin spielte sie verschiedene Rollen, so wie z. B. in Dorris Dörrie ,,Happy Birthday, Türke". Zwei Jahre war sie in Frankreich auch in der Kulturszene aktiv. Im Moment lebt sie in Berlin und arbeitet an ihrem neuen Roman.
1.2 Ihr Werk
Das erste Buch Özdamars, ,,Mutterzunge", ist 1990 entstanden. Da dies der erste Versuch war, zu berichten was sie als Ausländerin in Deutschland empfindet oder empfunden hatte, ist das Buch eine Zusammenfassung von allem, was sie erlebte. Der Verlust ihre Mutterzunge, die Suche nach Sprache und Identität, Gefühle in einem neuen Land und die Erinnerung an frühere Zeiten im neuen Land.
Das 1992 erschienene zweite Buch heißt ,,Das Leben ist eine Karawanserei/Hat zwei Türen/ Aus einer kam ich rein/ Aus der anderen ging ich raus". In diesem Roman beschäftigt sie sich mit Erinnerrungen aus ihrer Kindheit und ihrer Jungend. Mit diesem Roman erhielt die bis dahin noch unbekannte Autorin den Ingeborg-Bachmann Preis.
Ihr drittes Buch erschien 1998 mit dem Name ,,Die Brücke vom Goldenen Horn". Hier beschäftigt sich die Autorin wieder mit Erinnerungen. Dieses Mal aber mit denen von ihrer Zeit als Gastarbeiterin in Deutschland: den ersten Tagen, den Erlernen der deutschen Sprache, der Politische Situation in den 60ern und den Gedanken an die hinterlassene Familie in der Türkei.

 


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Letztes Jahr, 2001, erschien das vierte Buch Özdamars ,,Der Hof im Spiegel", ein Erzählungsband. Eine Analyse von sich selbst und von der Identität anderer Menschen sowie Lebenserinnerungen, so kann man das Buch resümieren. Um die Wichtigkeit des Werks von Özdamar zu beweisen sind die Wörter Scot MacElvanys mehr als genügend:
In 1992, became the first non-German author [Emine Sevgi Özdamar] to be awarded the Ingeborg-Bachmann prize for her work ,,Life is a Caravanserai". It was an indication that what was once on the margins of German culture was beginning to be more centrally accepted. No longer was the work strictly reflective or informative of German culture, but to some it was considered to be German itself.1
2. Zur Interpretation der Erzählung Großvaterzunge
2.1 Überblick über die Geschichte der Türkei bis zu den 30ern
2.1.1 Geschichte der Türkei
13 Jh. Entstehung durch die Osmanen einer türkischen Dynastie.
1453 Konstantinopel (Byzantinische Hauptstadt) wurde erobert und in Istanbul (Hauptstadt der Osmanen) unbenannt.
1516-1517 Besiegung der Mamluken. Gliederung von Ägypten, Syrien und Westarabien.
16 Jh. Eroberung Spaniens. Erweiterung der Grenze des osmanischen Reichs bis Marroko. Nun waren die Türkei, Syrien, Irak, Ägypten, Zypern, Tunesien, Algerien und Westarabien Staaten des osmanischen Reichs.
1922 Ende des osmanischen Reichs (Vertrag von Lousanne).
20er-30er Atatürks Regierung. Durchtrennung von Arabern und Türken.

1 Scott MacElvany (2000): Insider or outsider: identity and the new German Literature. <http://www.welt.de/daten/2000/05/12/0512b11b167486.htx?search=insider+or+outsider> 22.04.02

 



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