Autor: Duska Vranjes
Fach: Ethnologie / Volkskunde
Details
Institution/Hochschule: Philipps-Universität Marburg (Institut für vergl. Kulturforschung)
Tags: Hauschild, Malinowski Tagebücher
Jahr: 2000
Seiten: 17
Note: 1-
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 76 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-17647-7
Textauszug (computergeneriert)
Philipps-Universität Marburg
Fachbereich Gesellschaftswissenschaften und Philosophie
Fachgebiet Völkerkunde
WS 2000/01
Thema:
Die teilnehmende Beobachtung- Malinowskis Idee und ihre
Umsetzung damals und heute
Referentin: Duska Vranjes
Inhaltsverzeichnis:
I. Einleitung (S. 3)
II. Bronislaw Malinowski- eine Kurzbiographie (S 3/4)
III. Die Methode der teilnehmenden Beobachtung (S 4-7)
IV. Malinowskis Vorstellungen und die Wirklichkeit - Gegenüberstellung: Ansprüche und Tagebücher (S 7/8)
V. Betrachtung einer heutigen Feldforschung am Beispiel von Thomas Hauschild (S 8/9)
V.I. Im Felde (S 9/10
V.II.. Datenproduktion (S 10-12)
VI. Schlußbemerkungen (S12/13)
VII. Literaturangaben (S14)
I. Einleitung
Bronislaw Malinowski, einer der Pioniere der Feldforschung, gilt als Begründer der Methode der teilnehmenden Beobachtung. Mit der Forderung, dass der Ethnologe,, als Beobachter an den Aktivitäten der beobachteten Gruppe teilnimmt um dadurch die wirkliche Kultur von innen heraus zu erfassen, revolutionierte die Methoden der Feldforschung.Seine Theorien waren damals deshalb so bahnbrechend, weil man vor ihm, im Zeitalter der Kolonialisierung, es nicht gewagt hat von fremden Völkern als ebenbürtig zu sprechen. Es war durchaus interessant diese zu erforschen, aber vielmehr als Exoten, Primitive, Wilde. Malinowski konnte glücklicherweise den Wandel der Zeit nutzen und seine Methode entwickeln. Darin fordert er unter anderem, dass der Forscher sich über einen längerem Zeitraum bei dem von ihm untersuchten Volk aufhält, was bis dato eine unmögliche Forderung gewesen wäre, weil es wie gesagt bedeutet, dass man sich auf die Fremden als ebenbürtig einläßt. Heutzutage sind längere Aufenthalte im Rahmen einer Forschung schon Pflicht, auch wenn Malinowskis Vorstellungen stark in Frage gerieten. Dies lag vor allem daran, dass seine Witwe Valetta Malinowska, die Tagebücher veröffentlichte, die Malinowski während seines Aufenthaltes bei den Trobriandern geführt hatte. Malinowski betrieb dort nicht nur reine Kulturforschung eines Volkes, sondern er begründete seine allgemeingültigen Theorien auf seiner Arbeit bei den Trobriandern. Dementsprechend gerieten die Ethnologen in eine Krise, als herauskam, dass Malinowski seine Forderungen gar nicht erfüllen konnte. Darüber was durch die Tagebücher ans Tageslicht kam und über die Anwendung der teilnehmenden Beobachtung heute möchte ich im folgenden referieren.
II. Bronislaw Malinowski- eine Kurzbiographie
Bronislaw Kaspar Malinowski wird 1884 in Krakau geboren, dort besucht er die „John Sobieski“ Schule und später die Krakauer Universität, wo er seinen Dr.Phil. in Philosophie, Physik und Mathematik erhält. Als er wegen einer Erkrankung seine naturwissenschaftlichen Studien kurzfristig unterbrechen muß, nimmt er sich James Frazers „Golden Bough“ zum lesen vor. Diese Lektüre erweckt sein Interesse an der Ethnologie:
Es wurde mir damals klar, dass die Anthropologie (...) eine große Wissenschaft ist, die ebenso starker Hingabe wert ist wie eines der ihr verwandten älteren und exakteren Studienfächer, und ich stellte mich in den Dienst der Frazerschen Anthropologie.1
Dies ist der erste Bruch in Malinowskis Leben. Er verzichtet auf die bereits vorgezeichnete akademische Laufbahn in den Naturwissenschaften und fängt statt dessen 1908 in Leipzig das Völkerpsychologie Studium an. Er setzt seine Arbeit in England fort, wo er ab 1910 an der Londoner School of Economics arbeitet. 1913 gibt er eine Abhandlung über „The family among the australian Aborigines“ heraus. Seine ersten Feldforschungen betreibt Malinowski 1915-18 als er die Trobriander Insulaner von Neuguinea im südwestlichen Pazifik studiert. Es ist eher der Zufall, der ihn dorthin verschlägt. 1914 nimmt Malinowski das Angebot des britischen Ethnologen R.R. Marett an, mit ihm zu einer Konferenz nach Melbourne zu kommen. Durch den Ausbruch des I. Weltkriegs droht Malinowski, der dem Papier nach immer noch österreichischer Staatsbürger ist, die Internierung. Doch es gelingt ihm dank einiger Fürsprecher dieser zu entkommen. Die Heimreise darf er dennoch nicht antreten. Malinowski nutzt den Aufenthalt für ethnographische Untersuchungen in Britisch-Neuguinea (damals noch australisches Mandatsgebiet) und bekommt sogar die Genehmigung der Regierung. Den ersten Überblick über die Probleme der Feldforschung bekommt er auf Mailu, einer Insel im Süden Neuguineas. Nach sechs Monaten kehrt er nach Melbourne zurück um 1915 zu einer weiteren Reise nach Melanesien aufzubrechen. Auf der Suche nach einem geeigneten Ort für seine Forschungen, kommt Malinowski nach Kiriwana, welche die Hauptinsel des Trobriand Archipels ist. Dort verbringt er, mit kurzen Unterbrechungen, die nächsten drei Jahre.
III. Die Methode der teilnehmende Beobachtung
[....]
1 (Magie, Wissenschaft und Religion:77) in K.-H. KOHL 1993:228
Kommentare
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden: