Register or log in at GRIN

Your e-mail-address or password is wrong
Register now
For new authors: free, easy and fast
This will be used as your user name, please specify a valid e-mail address

Lost password

Your e-mail-address or password is wrong

Request a new password
DOGMA-Film – Der Zusammenhang von Schauspiel und Authentifizierungskonzepten close

Please wait

Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.

DOGMA-Film – Der Zusammenhang von Schauspiel und Authentifizierungskonzepten

Bachelor Thesis, 2008, 51 Pages
Author: Britta Schiwy
Subject: Communications: Movies and Television

Details

Category: Bachelor Thesis
Year: 2008
Pages: 51
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 29  Entries
Language: German
Archive No.: V115010
ISBN (E-book): 978-3-640-15389-3
ISBN (Book): 978-3-640-15550-7
File size: 1551 KB

Abstract

Nicht ein Film selbst, sondern sein Verhältnis zu anderen Filmen entscheidet über seine Authentizität. Demzufolge ist Authentizität also keine DOGMA 95 -spezifische Eigenschaft, sondern Effekt einer Relation zwischen einem DOGMA-Film und einem Nicht-DOGMA-Film. Erst durch Betrachtung dieser Beziehung können die Authentifizierungskonzepte der DOGMA-Produktionen analysiert werden. (vgl. Seier 2005, 108ff.) Das DOGMA-„Keuschheitsgelübde“ liest sich wie eine Anleitung zur Produktion von Authentizität und stellt dem individuellen Film ein unangreifbares Regelwerk gegenüber. Mit ihrem DOGMA-Manifest stellten sich die Regisseure gegen die zunehmende Wirklichkeitsverfremdung des klassischen Hollywoodkinos, Effekte und technische Raffinessen sowie Illusion und dramaturgische Vorhersehbarkeit wurden durch selbstauferlegte Regeln aus ihren Filmen verbannt. Dies sollte den von Technik überfluteten Regisseuren die Lust am Filmemachen wiedergeben. Die zehn Dogmen bestehen aus neun Geboten und einem Verbot – in ihnen steckt die Absage, Wirklichkeit zu manipulieren. Sie beziehen sich auf eine Keuschheit gegenüber dem Subjektiven und dem Privaten. (vgl. Hallberg/ Wewerka 2001, 158f.) Der Drehbuchautor Mogens Rukov bringt diesen Ansatz auf den Punkt: „Die Dogmen haben nicht nur einen Rahmen der Einfachheit geschaffen, sondern auch das eigentliche Gefühl des Films zurück in die Wirklichkeit geführt, dorthin, wo die Dinge stattfinden und die Vorstellungen sich entfalten bis zu einem gewissen Grad an die Quelle der Natürlichkeit aller Dinge.“ (Hallberg/ Wewerka 2001, 89) Dies geschieht durch die Absage an technische Hilfsmittel des klassischen Films und dadurch die Konzentration auf das Wesentliche. Diese selbst auf-erlegten Beschränkungen zwingen die Filmemacher, die eigene Phantasie in höchstem Maße zu nutzen. (vgl. Hallberg/ Wewerka 2001, 179) Das Schau-spiel, sowie die Schauspieler an sich haben in Filmen der DOGMA-Bewegung einen besonders hohen Stellenwert bezüglich der Konzipierung von Authentizität. Das Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der Relation von Schauspiel und Authentifizierungskonzepten im DOGMA-Film. Es soll festgestellt werden, ob sich diese Beziehung anders als bei traditionellen Filmen verhält und durch welche Strategien an der Entstehung von Authentizität im Rahmen von DOGMA 95-Produktionen gearbeitet wird.[...]


Excerpt (computer-generated)

DOGMA-FILM
­
Der Zusammenhang von Schauspiel
und Authentifizierungskonzepten

Schriftliche Hausarbeit
für die Bachelorprüfung der Fakultät für Philologie
an der Ruhr-Universität Bochum
(Gemeinsame Prüfungsordnung für das Bachelor/Master-Studium
im Rahmen des 2-Fach-Modells an der RUB vom 7.1.2002)

vorgelegt von
Britta Schiwy
am 24.07.2008

 


Inhaltsverzeichnis

INHALTSVERZEICHNIS  II
ABBILDUNGSVERZEICHNIS III
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS  IV
1 EINLEITUNG 1
2 UNTERSUCHUNGSRELEVANTE GRUNDLAGEN 3
2.1 ,,Das Keuschheitsgelübde" als Basis der DOGMA-Filme 3
2.2 Authentizität  5
2.3 Schauspiel  7
3 ANALYSE DER AUTHENTIFIZIERUNGSSTRATEGIEN  9
3.1 Besonderer Ablauf am Set 10
3.1.1 Einsatz von Handkameras  12
3.1.2 Abhängigkeit von Bild und Ton  18
3.1.3 Bewusst unvollständige Informationsgebung an Schauspieler  19
3.2 Besondere Bedingungen am Set über den Dreh hinaus  21
3.3 Methoden und Techniken zur Emotionsbildung 22
3.4 Besonderer psychischer und physischer Anspruch an die Schauspieler24
4 KRITISCHE DISKUSSION  30
5 SCHLUSSBETRACHTUNG  33
BIBLIOGRAPHIE  V
FILMOGRAPHIE  VII
PERSONENVERZEICHNIS  IX

 


Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Lovers ­ Paris bei Tag mit Fußgängern  11
Abbildung 2: Lovers ­ Paris bei Nacht mit Fußgängern 1  11
Abbildung 3: Lovers ­ Paris bei Nacht mit Fußgängern 2  11
Abbildung 4: Das Fest ­ Kapitel 15: Christians zweite Rede  16
Abbildung 5: Das Fest ­ Direkter Blick in die Kamera  17
Abbildung 6: Idioten - Paprika Steen 1  20
Abbildung 7: Idioten - Paprika Steen 2  20
Abbildung 8: Idioten - Karen nach dem Schlag 1  27
Abbildung 9: Idioten - Karen nach dem Schlag 2  27
Abbildung 10: Mifune - Gewalt an Kresten 1  27
Abbildung 11: Mifune - Gewalt an Kresten 2  27
Abbildung 12: Mifune - Paprika Steen in der Bestrafungsszene  28
Abbildung 13: Mifune ­ Kresten mit blauem Auge 28

 


Abkürzungsverzeichnis

bspw. - beispielsweise
bzw.- beziehungsweise
ca. - circa
d.h. - das heißt
DOGMA - DOGMA 95 Bewegung
etc. - et cetera
f. - folgende
ff. - fortfolgende
o.ä. - oder Ähnliches
o.g.  - oben genannte
S. - Seite
s.u. - siehe unten
u.a. - unter anderem
usw. - und so weiter
vgl. - vergleiche
z.B. - zum Beispiel
z.Z. - zur Zeit

 


1 Einleitung

Nicht ein Film selbst, sondern sein Verhältnis zu anderen Filmen entscheidet über seine Authentizität1. Demzufolge ist Authentizität also keine DOGMA 952-spezifische Eigenschaft, sondern Effekt einer Relation zwischen einem DOGMA-Film und einem Nicht-DOGMA-Film. Erst durch Betrachtung dieser Beziehung können die Authentifizierungskonzepte der DOGMA-Produktionen analysiert werden. (vgl. Seier 2005, 108ff.) Das DOGMA-,,Keuschheitsgelübde"3 liest sich wie eine Anleitung zur Produktion von Authentizität und stellt dem individuellen Film ein unangreifbares Regelwerk gegenüber.

Mit ihrem DOGMA-Manifest stellten sich die Regisseure gegen die zunehmende Wirklichkeitsverfremdung des klassischen Hollywoodkinos, Effekte und technische Raffinessen sowie Illusion und dramaturgische Vorhersehbarkeit wurden durch selbstauferlegte Regeln aus ihren Filmen verbannt.

Dies sollte den von Technik überfluteten Regisseuren die Lust am Filmemachen wiedergeben. Die zehn Dogmen bestehen aus neun Geboten und einem Verbot ­ in ihnen steckt die Absage, Wirklichkeit zu manipulieren. Sie beziehen sich auf eine Keuschheit gegenüber dem Subjektiven und dem Privaten. (vgl. Hallberg/ Wewerka 2001, 158f.) Der Drehbuchautor Mogens Rukov4 bringt diesen Ansatz auf den Punkt:

1 Vgl. ,,Untersuchungsrelevante Grundlagen": Begriffserklärung ,,Authentizität".
2 Als DOGMA95-Bewegung (hier folgend kurz: DOGMA) bezeichnete sich ursprünglich eine Gruppe von vier dänischen Filmregisseuren, zu denen neben Lars von Trier als Kopf der Bewegung auch Thomas Vinterberg, Søren Kragh-Jacobsen sowie Kristian Levring gehörten. Sie betitelten sich selbst als ,,DOGMA-Brüder".
3 Vgl. Kapitel 2.1: ,,"Das Keuschheitsgelübde" als Basis der DOGMA-Filme".
4 Vgl. über Mogens Rukov: http://www.imdb.com/name/nm0750000/. (zuletzt gesehen am: 11.07.2008, 11:21h.)

 


,,Die Dogmen haben nicht nur einen Rahmen der Einfachheit geschaffen, sondern auch das eigentliche Gefühl des Films zurück in die Wirklichkeit geführt, dorthin, wo die Dinge stattfinden und die Vorstellungen sich entfalten bis zu einem gewissen Grad an die Quelle der Natürlichkeit aller Dinge." (Hallberg/ Wewerka 2001, 89)

Dies geschieht durch die Absage an technische Hilfsmittel des klassischen Films und dadurch die Konzentration auf das Wesentliche. Diese selbst auferlegten Beschränkungen zwingen die Filmemacher, die eigene Phantasie in höchstem Maße zu nutzen. (vgl. Hallberg/ Wewerka 2001, 179) Das Schauspiel, sowie die Schauspieler an sich haben in Filmen der DOGMA-Bewegung einen besonders hohen Stellenwert bezüglich der Konzipierung von Authentizität.

Das Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der Relation von Schauspiel und Authentifizierungskonzepten im DOGMA-Film. Es soll festgestellt werden, ob sich diese Beziehung anders als bei traditionellen Filmen verhält und durch welche Strategien an der Entstehung von Authentizität im Rahmen von DOGMA 95-Produktionen gearbeitet wird.

Gegliedert ist die vorliegende Arbeit in vier Teile, d.h. im folgenden zweiten Kapitel werden zunächst die fachlichen Grundlagen geklärt, die für den Einstieg in die Thematik notwendig sind. Die detaillierte Analyse bildet im Kapitel 3 den Hauptteil der Ausarbeitung. Folgend wird im vierten Kapitel eine kritische Diskussion der vorangegangenen Analyse geführt. Das letzte Kapitel beinhaltet die Schlussbetrachtung der Thematik.

 


2 Untersuchungsrelevante Grundlagen

In diesem Kapitel werden die für das Verständnis dieser Arbeit wichtigen Fachtermini und Zusammenhänge erläutert.

2.1 ,,Das Keuschheitsgelübde" als Basis der DOGMA-Filme

Grundlage für die Analyse dieser Arbeit stellt das 1995 von Lars von Trier und Thomas Vinterberg publizierte ,,Keuschheitsgelübde" dar, auf dessen Basis bis heute sämtliche DOGMA-Filme produziert werden. Vinterberg war von Lars von Triers Idee begeistert, eine neue Welle im Filmbereich zu kreieren und bei einem informellen Treffen verfassten sie innerhalb weniger Stunden das immer noch gültige DOGMA-Manifest. Laut von Trier, der übrigens als eine der kreativsten Persönlichkeiten des europäischen Kinos gilt5, ist diese schnelle Entstehung nicht als Qualitätsminderung der Inhalte zu sehen. Für ihn müssen Manifeste schnell verfasst werden, damit sie die nötige Expressivität und Provokation erhalten. (Vgl. Hallberg/ Wewerka 2001, 175f.)

Die von den beiden Regisseuren aufgestellten Regeln lauten wie folgt:

,,Ich gelobe, mich den folgenden Regeln zu unterwerfen, die von DOGMA 95 ausgearbeitet und bestätigt wurden:

1. Die Dreharbeiten müssen an Originalschauplätzen stattfinden. Requisiten und Bauten sind verboten. (Wenn ein bestimmtes Requisit für die Geschichte notwendig ist, muss ein Drehort gefunden werden, an dem dieses Requisit vorhanden ist.)

2. Der Ton darf niemals unabhängig vom Bild aufgenommen werden und umgekehrt. (Musik darf nicht verwendet werden, es sei denn, sie kommt direkt am Drehort vor.)

5 Vgl. über Lars von Trier in: Bock 199, 475f.

 


3. Es darf nur mit Handkamera gedreht werden. Jede Bewegung und jede Stabilisierung, die von Hand erzeugt werden kann, ist erlaubt. (Der Film darf nicht stattfinden, wo die Kamera steht, sondern es muss gedreht werden, wo der Film stattfindet.)

4. Der Film muss in Farbe gedreht werden. Künstliches Licht wird nicht akzeptiert. (Wenn zu wenig Licht vorhanden ist, muss die Szene gestrichen oder eine einzelne Lampe an der Kamera angebracht werden.)

5. Optische Bearbeitung ist ebenso wie die Verwendung von Filtern verboten.

6. Der Film darf keine vordergründige Action enthalten. (Mord, Waffen etc. dürfen nicht vorkommen.)

7. Zeitliche und geographische Verfremdung sind verboten. (Das heißt, der Film findet zeitlich im Hier und Jetzt statt.)

8. Genre-Filme werden nicht akzeptiert.

9. Das Filmformat muss 35mm-Academy sein.

10. Der Regisseur darf nicht genannt werden.

Ferner gelobe ich, als Regisseur von meinem persönlichen Geschmack Abstand zu nehmen! Ich höre auf, Künstler zu sein. Ich gelobe, nicht mehr auf ein ,,Werk" hinzuarbeiten und statt dessen den Moment stärker zu gewichten als das Ganze. Mein höchstes Ziel ist es, meinen Figuren und Szenen Wahrheit abzuringen. Ich gelobe dies zu tun ­ mit allen Mitteln, auf Kosten jeglichen guten Geschmacks und jeglicher Ästhetik. Hiermit lege ich das KEUSCHHEITSGELÜBDE ab.

Kopenhagen, Montag, den 13. März 1995

Im Namen von DOGMA 95

Lars von Trier, Thomas Vinterberg" (Hallberg/ Wewerka 2001, 12f.)

Diese Regeln sind wie dafür geschaffen, den Schauspielern Zeit und Raum zum Spielen zu geben. Bei klassischen Filmen hingegen müssen sie ständig warten, bis beispielsweise der Ton verfeinert ist, die Requisiten am richtigen Platz sind etc. In DOGMA geht es darum, bildlich gesehen ,,die Schminke abzuwischen", was überflüssig ist zu beseitigen. Je mehr reduziert wird, desto mehr nähert man sich der Wahrheit an. (vgl. Hallberg/ Wewerka 2001, 317)

 



Comments

No comments yet

Add Comment
Your comment is reviewed before being published

Other users also were interested in the following titles:


This text can be quoted and accessed from this url:

http://www.grin.com/e-book/115010/dogma-film-der-zusammenhang-von-schauspiel-und-authentifizierungskonzepten
please wait Please wait