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Asset-Backed Securities für Schweizer KMU

Subtitle: Chancen und Risiken der Asset-Backed Securities-Finanzierung für Schweizer KMU als Originatoren

Scientific Study, 2008, 30 Pages
Author: Eric Schmidgall
Subject: Economics / Business: Investment and Finance

Details

Category: Scientific Study
Year: 2008
Pages: 30
Grade: 1,5
Bibliography: ~ 24  Entries
Language: German
Archive No.: V115054
ISBN (E-book): 978-3-640-15619-1
ISBN (Book): 978-3-640-15630-6
File size: 356 KB

Abstract

Die vorliegende wissenschaftliche Hausarbeit befasste sich mit der Finanzierungsalternative der Asset-Backed Securities (ABS) für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) in der Schweiz. Geprüft wurde, welche Chancen und Risiken sich für KMU ergeben können, wenn sie neben der klassischen Kreditfinanzierung auch eine Finanzierung über Asset-Backed Securities ins Auge fassen. Dazu wurde das Konzept der Asset-Backed Securities beschrieben, um darauf aufbauend Chancen und Risiken zu eruieren. Dabei wurde festgestellt, dass sich für Schweizer KMU eine Vielzahl von Chancen ergeben, welche neben dem Finanzierungsaspekt auch weitere Vorteile für die Unternehmen mit sich bringen können. Jedoch musste bei Analyse der Risiken festgestellt werden, dass ABS-Finanzierungen auf Grund der hohen Transaktionskosten für kleinere Unternehmen zurzeit noch nicht realisierbar sind. Anhand der gemachten Ergebnisse ließ sich zeigen, dass für die meisten KMU die Finanzierung über Bankkredite weiterhin attraktiver ist, ABS-Finanzierungen bei einer zukünftigen restriktiveren Kreditvergabepolitik der Banken, jedoch eine sehr interessante Finanzierungsalternative darstellen können.


Excerpt (computer-generated)

Asset-Backed Securities für Schweizer KMU

Chancen und Risiken der Asset-Backed Securities-Finanzierung
für Schweizer KMU als Originatoren

Eric Schmidgall

Universität St. Gallen
Einführung Volkswirtschaftslehre
9. April 2008

 


Abstract

Die vorliegende wissenschaftliche Hausarbeit befasste sich mit der Finanzierungsalternative der Asset-Backed Securities (ABS) für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) in der Schweiz. Geprüft wurde, welche Chancen und Risiken sich für KMU ergeben können, wenn sie neben der klassischen Kreditfinanzierung auch eine Finanzierung über Asset-Backed Securities ins Auge fassen. Dazu wurde das Konzept der Asset-Backed Securities beschrieben, um darauf aufbauend Chancen und Risiken zu eruieren. Dabei wurde festgestellt, dass sich für Schweizer KMU eine Vielzahl von Chancen ergeben, welche neben dem Finanzierungsaspekt auch weitere Vorteile für die Unternehmen mit sich bringen können.
Jedoch musste bei Analyse der Risiken festgestellt werden, dass ABS-Finanzierungen auf Grund der hohen Transaktionskosten für kleinere Unternehmen zurzeit noch nicht realisierbar sind. Anhand der gemachten Ergebnisse ließ sich zeigen, dass für die meisten KMU die Finanzierung über Bankkredite weiterhin attraktiver ist, ABS-Finanzierungen bei einer zukünftigen restriktiveren Kreditvergabepolitik der Banken, jedoch eine sehr interessante Finanzierungsalternative darstellen können.

 


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung 1
2 Die ABS-Transaktion 2
2.1 Ein vereinfachtes Modell 2
2.2 Ein erweitertes Modell 3
2.2.1 Das Credit- und Liquidityenhancement 3
2.2.2 Die Rating-Agenturen 4
3 Gründe für die Entwicklung der Asset-Backed Securities 6
3.1 Mortgage-Backed-Securities 6
3.2 Der Globalisierungstrend 7
4 Die Entwicklung in Europa und in der Schweiz 9
4.1 Die ABS-Entwicklung in Europa 9
4.2 Die ABS-Entwicklung in der Schweiz 10
4.2.1 Die Grundsatzentscheidung der Schweizer Börse 10
4.2.2 Der aktuelle Stand der ABS-Entwicklung 10
5 Die Definition von KMU in der Schweiz 12
6 Die Chancen der ABS-Finanzierung für Schweizer KMU 14
6.1 Umgehung der Bankfinanzierung 14
6.2 Besseres Rating der Asset-Backed-Securities 15
6.3 Liquiditätsgewinn und Verbesserung der Unternehmensbilanz 15
6.4 Aufbau eines effizienteren Forderungsmanagements 16
6.5 Übertragung des Kreditausfallrisikos auf die Investoren 18
7 Die Risiken der ABS-Finanzierung für Schweizer KMU 19
7.1 Die Kosten einer ABS-Transaktion 19
7.1.1 Einmalige Kosten 19
7.1.2 Laufende Kosten 20
7.1.3 Kosten als zentraler Entscheidungsfaktor 20
7.2 Die Investoren als Käufer der Asset-Backed Securities 21
8 Zusammenfassung 23
Literaturverzeichnis 24
Abbildungsverzeichnis 26

 


1 Einleitung

Was wäre die Schweiz ohne ihre kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU)? Auf diese Frage will man keine Antwort finden, denn die Folgen für die Schweizer Wirtschaft wären verheerend. Schweizer KMU stellen mit 99,7% den Großteil der marktwirtschaftlichen Unternehmen dar und repräsentieren 2/3 der in der Schweiz angebotenen Arbeitsplätze. Sie sind somit der Träger der Schweizer Wirtschaft. Diese Schweizer KMU finanzieren sich zum Großteil über den klassischen Weg der Bankkredite, doch kommt es in Zukunft zu einer restriktiveren Kreditvergabepolitik der Banken könnten viele KMU vor Finanzierungsproblemen und vor der Insolvenz stehen.

Das Forschungsinteresse der vorliegenden Seminararbeit richtet sich auf die Finanzierungsalternative der Asset-Backed-Securities (ABS). Im Vordergrund steht dabei steht dabei der Versuch, die folgende Forschungsfrage zu beantworten: Welche Chancen und Risiken ergeben sich für Schweizer KMU als Originatoren über eine ABS-Finanzierung? Die hierfür vorgeschlagene Methodik soll an dieser Stelle kurz erläutert werden. Das hiesige Vorgehen besteht darin den zentralen Ablauf einer ABS-Transaktion darzustellen, um dann aus Sicht eines KMU die verschiedenen Chancen und Risiken aufzuzeigen, die sich durch eine derartige Finanzierungsalternative ergeben könnten.

Dieser Ansatz führt zu folgender Gliederung der Seminararbeit: In einem ersten Teil wird versucht ein Grundverständnis für ABS zu schaffen. Ferner soll in einem zweiten Teil die Entwicklung der ABS aufgezeigt und die aktuelle Situation in der Schweiz dargestellt werden. In einem vierten Teil soll kurz auf die Definition von KMU in der Schweiz eingegangen werden, bevor im fünften Teil mögliche Chancen und im sechsten Teil mögliche Risiken dieser Finanzierungsalternative für Schweizer KMU aufgezeigt werden. Schließlich wird im Schlusswort ein Fazit gezogen und auf andersartige Untersuchungen hingewiesen.

1

 


2 Die ABS-Transaktion

ABS können beschrieben werden als ,,eine innovative Finanzierungstechnik, bei der ein (meist) diversifizierter Pool von Finanzaktiven aus der Bilanz einer Bank oder eines Unternehmens ausgegliedert, in einem Special Purpose Vehicle rechtlich verselbstständigt, und von diesem über die Ausgabe von Wertschriften an den internationalen Geld- und Kapitalmärkten refinanziert wird." (Bär, 2000, S.35) Diese Definition soll im folgenden Abschnitt genauer erläutert werden, um ein Verständnis für die ABS zu schaffen.

2.1 Ein vereinfachtes Modell

Am Anfang jeder Asset Securities-Transaktion steht der sogenannte Originator, der ,,die gesamte Transaktion . . . nach seinen eigenen Interessen ausrichtet" (Bellmann, 2002, S.17).

Der Originator wählt aus seinen Aktiven Vermögenswerte aus, die Cash-Flows generieren und bündelt diese in einem sogenannten Pool. Ziel des Originators ist es, die Vermögenswerte ,,rechtlich zu verselbstständigen und deren Refinanzierung getrennt vom ursprünglichen Eigentümer der Aktiven über die Ausgabe von Wertschriften an den internationalen Finanzmärkten zu ermöglichen" (Bär, 1997, S. 28). Durch eine derartige Transaktion ist der Originator in der Lage sich direkt, in Form von Wertpapier-Emissionen, über den Kapitalmarkt zu finanzieren und kann somit die Finanzierung durch klassische Bankdarlehen umgehen respektive ergänzen.

In einem zweiten Schritt verkauft der Originator seine Aktiven an eine Einzweckgesellschaft, oder aber auch Special Purpose Vehicle (SPV) genannt. Durch den Verkauf der Aktiven wird die angestrebte ,,rechtliche Verselbstständigung der Forderungen praktisch umgesetzt" (AKM, 2005, S.4). Dem Originator werden die Aktiven aus seinem Verfügungsbereich entzogen und damit ,,vom allgemeinen Geschäfts- und Managementrisiko . . . losgelöst" (Bär, S. 28). Das SPV wiederum finanziert den Kauf der Aktiven, indem es die Vermögenswerte in Form von Wertpapieren auf dem Kapitalmarkt und somit den Investoren anbietet. Demnach tritt das SPV ,,gegenüber dem Originator als Käufer . . . und gegenüber dem Investor als Emittent auf" (Bellmann, S. 19).

Der vom Originator gegründete Asset-Pool dient gegenüber den Investoren nun als Haftungssubstrat, jedoch müssen die sich im Pool befindlichen Aktiven ,,gut prognostizierbare Zahlungsströme generieren" (Bellmann, S. 24), denn der von den Aktiven ausgehende Cash-Flow, sprich der Zufluss von liquiden Mitteln aus einer Geschäftstätigkeit, wird verwendet um Zins- und Tilgungszahlungen an die Investoren zu leisten.

2

 


Durch eine derartige Asset Securities-Transaktion entstehen also Wertpapiere, die durch die Aktiven des Originators gesichert sind, oder kurz genannt ABS (Asset-Backed Securities).

Der Begriff `Asset` steht für Aktiva, `Backed` für gedeckt und `Securities` für Wertpapiere, sprich ,,durch Aktiven gedeckte Wertpapiere" (Bär, S. 29).

Abbildung 1: ABS-Transaktion

2.2 Ein erweitertes Modell
Eine ABS-Transaktion besteht aber nicht nur aus drei Akteuren, es ist vielmehr eine Vielzahl unterschiedlicher Akteure an einer derartigen Transaktion beteiligt. Im nun folgenden Abschnitt soll aber nur auf die Akteure eingegangen werden, die im späteren Verlauf der Arbeit eine gewisse Bedeutung bei der Darstellung der Chancen und Risiken für KMU haben.
2.2.1 Das Credit- und Liquidity Enhancement
Die Credit- und Liquidity Enhancer sind Sicherheitsmaßnahmen, die die Investoren vor Verlusten und Risiken schützen und die Attraktivität der emittierten Wertpapiere erhöhen sollen. Diese Sicherheitsmaßnahmen treten aber erst dann in Kraft, wenn die Ansprüche der Investoren nicht mehr sichergestellt sind.
,,Rechtlich betrachtet, haftet das SPV für Zins und Tilgung der ABS" (Bartelt, 1999, S.150), dadurch dass der Originator seine Forderungen durch den Verkauf an das SPV überträgt. Das SPV verfügt neben dem Pool an gekauften Assets aber über keine eigenen Vermögenswerte beziehungsweise nur über einen unbedeutenden Eigenkapitalanteil. Bei möglichen Zahlungsausfällen für die Investoren hat das SPV nicht die Mittel, um Ausgleichszahlungen

3

 



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