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Hausarbeit, 2002, 15 Seiten
Autor: Alexandra Ludwig
Fach: Pädagogik - Allgem. Didaktik, Erziehungsziele
Details
Institution/Hochschule: Universität Lüneburg (Institut für Pädagogik)
Tags: Kommerzialisierung, Kindheit, Veränderte, Kindheit, Herausforderung, Grundschule
Jahr: 2002
Seiten: 15
Note: 2,0
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-17654-5
ISBN (Buch): 978-3-638-75750-8
Dateigröße: 212 KB
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Zusammenfassung / Abstract
In unserer Gesellschaft, die als wichtige Ziele die Sicherung des Wirtschaftswachstums und die Mehrung des Wohlstandes hat, können sich Kinder und Jugendliche den Auswirkungen dieser Wertvorstellungen kaum entziehen. Kinder wachsen in einem Umfeld auf, in dem Konsum sehr bedeutend ist. Leitbild der Gesellschaft ist heute weniger das informierte und gebildete Individuum, als der konsumierende Mensch. Auf der einen Seite sind Kinder den Einflüssen des Konsums ausgesetzt, weil sie Teil dieser konsumorientierten Gesellschaft sind. Auf der anderen Seite werden sie auch mit vielfältigen Bemühungen der anbietenden Wirtschaft und Werbebranche konfrontiert. In dieser Hausarbeit geht es darum, die Entwicklung der Kommerzialisierung, die Bemühungen der Wirtschaft um Kinder und Jugendliche, das Konsumverhalten der Kinder und ihre Markentreue darzustellen und damit auch eine Erklärung dafür zu finden, warum Kinder und Jugendliche so zielgerichtet beworben werden.
Textauszug (computergeneriert)
Kommerzialisierung der Kindheit
von Alexandra Ludwig
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Entwicklung der Kommerzialisierung
im historischen Kontext 3
3. Die Kaufkraft von Kindern und Jugendlichen 5
4. Kinder als Beeinflusser von Kaufentscheidungen 6
5. Markenbindung 7
6. Die Bemühungen der Wirtschaft
um Kinder und Jugendliche 8
6.1 Banken und Sparkassen 8
6.2 Werbung im Fernsehen 10
7. Fazit 12
8. Literaturverzeichnis 13
1. Einleitung
In unserer Gesellschaft, die als wichtige Ziele die Sicherung des Wirtschaftswachstums und die Mehrung des Wohlstandes hat, können sich Kinder und Jugendliche den Auswirkungen dieser Wertvorstellungen kaum entziehen. Kinder wachsen in einem Umfeld auf, in dem Konsum sehr bedeutend ist.
Leitbild der Gesellschaft ist heute weniger das informierte und gebildete Individuum, als der konsumierende Mensch.
Auf der einen Seite sind Kinder den Einflüssen des Konsums ausgesetzt, weil sie Teil dieser konsumorientierten Gesellschaft sind. Auf der anderen Seite werden sie auch mit vielfältigen Bemühungen der anbietenden Wirtschaft und Werbebranche konfrontiert. In dieser Ausarbeitung, des am 15.11.01 gehaltenen Referates, geht es darum, die Entwicklung der Kommerzialisierung, die Bemühungen der Wirtschaft um Kinder und Jugendliche, das Konsumverhalten der Kinder und ihre Markentreue darzustellen und damit auch eine Erklärung dafür zu finden, warum Kinder und Jugendliche so zielgerichtet beworben werden.
2. Entwicklung der Kommerzialisierung im historischen Kontext
Eine Frau, die um 1950 Kind war, schildert Folgendes:
„ (...)Anfangs waren wir auf dem Hof nur einige Jugendliche, und einige Kinder liefen drumherum. Plötzlich kam jemand auf die Idee, Zelte aufzubauen, und bald waren alle in den Häusern verschwunden, um Material zu holen. Die Ausrüstung bestand aus alten Wolldecken, Wäscheklammern und Steinen. Die Wolldecken, die wurden mit Wäscheklammern am Zaun befestigt, und auf die Enden der Decke hat man die Steine gelegt. So entstanden dann Zelte, und im Laufe des Tages, es kamen ja immer mehr Kinder und Jugendliche nach draußen, da war auch schon ein ganzes Zeltdorf beisammen. Ja, wir hatten dort eine Post, einen Krämerladen, eine Arztpraxis(...) Die Kinder, die ahmten uns alles nach, und wir haben die auch gewähren lassen. Aber wir Größeren hatten nur die höheren Funktionen inne, die Kleinen waren mehr unsere Handlanger. Manche Zelte standen sogar bis zur Dämmerung, und dann boten sie Schutz für einen flüchtigen Kuss oder eine Umarmung(...) Ich weiß noch, wir hatten da in der Nähe unseres Hauses so einen freien Platz, und da wurde abends oft Lagerfeuer gemacht. Wir haben da die Kartoffeln gebraten und alle haben das organisiert(...)“ 1
Eine andere Frau, Ende der 60er Jahre Kind, erzählt von ihren Spielsachen: „An Spielzeug besaßen wir ziemlich viel. Z.B. Puppen, Babypuppen, Puppenhaus, Puppenwiege und -wagen, alle erdenklichen Stofftiere, Kasperletheater und dazugehörige Puppen, Arztkoffer, Kaufladen, Zauberkasten, Spielesammlung, viele Bücher, Legosteine, Klötze, Knete, Fimo, Emaillierkasten, Granulat (...) und vieles, vieles andere mehr!“2 Diese beiden Zitate verdeutlichen meiner Meinung nach sehr gut wie sich der Kinderalltag in einem Zeitraum von höchstens 10-15 Jahren verändert hat. Für die Generation der 40er Jahre standen die Probleme des Nachkriegsdeutschland in ihrer Kindheit im Vordergrund. Die Menschen dieser Generation haben sicher alle ähnliche Erinnerungen an die Ausstattung ihrer Kindheit. Bis 1960 musste vor allem für die Deckung eines Bedarfs produziert werden, der Mangelbedarf war. Zu dieser Zeit gab es nur wenig Spielzeug. Gespielt wurde in den Trümmern des zerbombten Deutschland. Spielzeug musste man sich selbst anfertigen oder mit dem Spielzeug spielen, das manchen Menschen durch Care- Pakete zugesandt wurde. Taschengeld bekamen die wenigsten Kinder. Das oberste Bestreben in dieser Zeit war die Nahrungsbeschaffung. Die Menschen litten unter den Folgen des Krieges wie Armut und Unterernährung und versuchten, sich ein neues Leben aufzubauen. Eine Kommerzialisierung wurde in dieser Zeit schon durch die schwierigen Lebensumstände und durch die fehlende wirtschaftliche Grundlage verhindert. Das Land musste zunächst mit den Folgen des Krieges fertigwerden, bevor es sich anderen Zielen zuwenden konnte.
[...]
1 Rolff,H.-G. 1981. In: Preuss-Lausitz, U. Kriegskinder, Konsumkinder, Krisenkinder. S. 154
2 Geulen/Schütze 1981. In: Preuss-Lausitz, U. Kriegskinder, Konsumkinder, Krisenkinder. S. 154
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