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Das Exponat 'Plätteisen, Eierkocher und Haartrockner der AEG' in der Dauerausstellung im Jüdischen Museum Berlin

Scholarly Research Paper, 2003, 17 Pages
Author: Marc Castillon
Subject: Art - Miscellaneous

Details

Event: Die Methoden und Ziele historischer Ausstellungen (Frühe Neuzeit bis Gegenwart)
Institution/College: Humboldt-University of Berlin (Institut für Geschichtswissenschaften)
Tags: Exponat, Plätteisen, Eierkocher, Haartrockner, Dauerausstellung, Jüdischen, Museum, Berlin, Methoden, Ziele, Ausstellungen, Neuzeit, AEG
Category: Scholarly Research Paper
Year: 2003
Pages: 17
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 14  Entries
Language: German
Archive No.: V115180
ISBN (E-book): 978-3-640-16748-7
ISBN (Book): 978-3-640-16756-2
File size: 99 KB

Abstract

Es sollen hier ausgehend von und eng an dem Exponat die recherchierten objektiven Daten dieser zwischen 1889 und 1933 so hergestellten (bzw. genutzten) Alltagsgegenstände benannt und ausgedeutet werden, um dann einen sozialgeschichtlichen Einblick in einen typischen Haushalt zwischen 1890 und 1933 zu geben, sowie dann die Maßnahmen und Strategien zur Haushaltstechnisierung des Unternehmens AEG und darauf aufbauend den historischen Hintergrund der Allgemeinen Elektricitäts-Gesellschaft (AEG) selber zu beleuchten. Darüber hinaus wird anschließend versucht, den Spagat zwischen dem konkreten Exponat und der Ausstellung selber, zu objektivieren und zu interpretieren. Die gewonnenen Erkenntnisse, sowie die darauf aufbauende Interpretation des Verfassers stützen sich unter anderem auf die Betrachtungen der Ausstellung und des Exponats selber, auf zwei Preislisten der AEG aus den Jahren 1896 und 1930, auf die Lektüre der vorgefundenen umfangreichen Publikationen von der und über die AEG, sowie auf das Studium sozialgeschichtlicher Forschungen im Haushaltsmilieu. Dank sei den Mitarbeitern des AEG-Archivs Berlin gesagt, die dem Verfasser u. a. Einblick in die Korrespondenz zwischen der ehemaligen Leiterin des AEG-Firmenarchivs Frankfurt, Frau Doris Rangnick und dem Technischen Museum Berlin in Vorbereitung des Leihverkehrs dieser drei konkreten Objekte anlässlich der aktuellen Ausstellung gewährten. Aus diesen Unterlagen sind partiell ebenfalls Erkenntnisse hinsichtlich der objektiven Daten dieser Objekte zu gewinnen.


Excerpt (computer-generated)

Castillon, Marc

Humboldt Universität zu Berlin

Sommersemester 2003

ÜBUNG mit Exkursion
Die Methoden und Ziele historischer Ausstellungen
(Frühe Neuzeit bis Gegenwart)

Das Exponat
,,Plätteisen, Eierkocher und Haartrockner der AEG"
in der Dauerausstellung im Jüdischen Museum Berlin.

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 1
2. Objektive Daten und historische Provenienz der Objekte 1
3. Einblick in einen typischen Haushalt zw. ca. 1890-1933 4
4. Maßnahmen und Strategien zur Haushaltstechnisierung zw. ca. 1890-1933 5
5. Historie der Allgemeinen Elektricitäts-Gesellschaft (AEG) zw. 1883-1933 7
6. Interpretation 10

 


1. Einleitung

Der folgende Textbeitrag, sprich die schriftlich ausgearbeitete Version des Referates zu dem Exponat1 ,,Plätteisen, Eierkocher und Haartrockner der AEG", das in der Dauerausstellung des Jüdischen Museums Berlin zu sehen ist, ist im inhaltlichen Wert und in der (kunst-)historischen Interpretation adäquat und konvergent, jedoch aufgrund von differierenden Ressourcen und Möglichkeiten in Wort und Text nicht in Struktur und Aufbau absolut identisch mit dem zu erbringenden Wortbeitrag anlässlich der Seminarsitzung.

Es sollen hier ausgehend von und eng an dem Exponat die recherchierten objektiven Daten dieser zwischen 1889 und 1933 so hergestellten (bzw. genutzten) Alltagsgegenstände benannt und ausgedeutet werden, um dann einen sozialgeschichtlichen Einblick in einen typischen Haushalt zwischen 1890 und 1933 zu geben, sowie dann die Maßnahmen und Strategien zur Haushaltstechnisierung des Unternehmens AEG und darauf aufbauend den historischen Hintergrund der Allgemeinen Elektricitäts-Gesellschaft (AEG) selber zu beleuchten. Darüber hinaus wird anschließend versucht, den Spagat zwischen dem konkreten Exponat und der Ausstellung selber, zu objektivieren und zu interpretieren. Die gewonnenen Erkenntnisse, sowie die darauf aufbauende Interpretation des Verfassers stützen sich unter anderem auf die Betrachtungen der Ausstellung und des Exponats selber, auf zwei Preislisten der AEG aus den Jahren 1896 und 1930, auf die Lektüre der vorgefundenen umfangreichen Publikationen von der und über die AEG, sowie auf das Studium sozialgeschichtlicher Forschungen im Haushaltsmilieu. Dank sei den Mitarbeitern des AEG-Archivs Berlin gesagt, die dem Verfasser u. a. Einblick in die Korrespondenz zwischen der ehemaligen Leiterin des AEG-Firmenarchivs Frankfurt, Frau Doris Rangnick und dem Technischen Museum Berlin in Vorbereitung des Leihverkehrs dieser drei konkreten Objekte anlässlich der aktuellen Ausstellung gewährten. Aus diesen Unterlagen sind partiell ebenfalls Erkenntnisse hinsichtlich der objektiven Daten dieser Objekte zu gewinnen.2

2. Objektive Daten und historische Provenienz der Objekte

Der im Jüdischen Museum Berlin ausgestellte elektrische Eierkocher von 1889 ist aus Metall und hat die Abmaße in Höhe 28,5 cm und im Durchmesser 13,5 cm. Aus dem

1 ,,Plätteisen, Eierkocher und Haartrockner der AEG" werden hier in der Folge als jeweils für sich einzelne Objekte angesehen, aber singularisch als ein Exponat in der Ausstellung betrachtet.
2 Der Inhalt der Korrespondenz wird hier nicht weiter durch Anmerkungen kenntlich gemacht, da dieser ­ so weit möglich ­ geprüft und nachvollziehbar als objektiv richtig erkannt wurde.

1

 


Preislistenverzeichnis der AEG von 1896 geht unter der PL-Nr. 1806 hervor, dass dieses Objekt ein ,,Eierkocher mit Einsatz für fünf Eier" ist, zirka ein ,,Nettogewicht [von] 1,3 kg" hat, einen ,,Wattverbrauch [von] ca. 220" verursacht und seinerzeit 56,- Mark kostete. Für eine Reserve-Heizplatte musste 4,65 Mark bezahlt werden (AEG-Preisliste, 1896, Liste 89, S. 5).

Der elektrische Eierkocher, der sich ­ wie der Haartrockner und das Plätteisen auch ­im Besitz des Technischen Museums Berlin befindet und zuvor der AEG Frankfurt selber gehörte, ist ein Nachbau, welcher 1988 von der AEG Aus- und Weiterbildung Berlin nach Bildvorlagen angefertigt wurde. Das Original existiert nicht mehr. Interessanterweise beziehen sich die eingravierten Ziffern an der Innenseite von Deckel, Unterteil und Einsatz des Eierkochers auf die Fertigungsnummer, das heißt übereinstimmende Nummern definieren zusammengehörige Teile. Die Ziffern an diesem konkreten Objekt stimmen jedoch nicht überein, da am Innenrand des Unterteils eine 1 steht, an der Unterseite des Eiereinsatzes eine 2 und am Innenrand des Deckels eine 8. Diese drei Teile gehören somit eigentlich nicht zusammen, bilden aber zusammen das Objekt, wie in der Ausstellung präsentiert.

Der Haartrockner hat die PL-Nr. 72355. Anhand dieser Preislistennummer ließ sich feststellen, dass der Fön in der vorhandenen Ausführung zwischen 1930 und 1933 produziert wurde. Nach 1933 änderte sich die PL-Nr., dass heißt also, dass sich an seiner Ausstattung etwas geändert hat. Der Haartrockners mit den ,,Maße[n] 250 x 140 x 250 mm" hat ein ,,Gewicht [von] 1,2 kg" und der ,,Nennaufnahmewert [betrug] ca. 550 Watt". Das ,,Gehäuse [ist] vernicket [und] poliert", der ,,Handgriff schwarz für kalte und warme Luft" ausgelegt. Die ,,Anschlußschnur [ist] eingebaut und ca. 2 m lang". Der Haartrockner war ab dem 15. November 1930 zu dem ab dann gültigen ermäßigten Preis von 24,- RM erhältlich (AEG-Preisliste, Nov. 1930, S. 255).

Der Verfasser konnte in der Literatur keine fachmännische Würdigung hinsichtlich der technischen Funktionsweise dieses konkreten Objektes eruieren, jedoch ging die technische Entwicklung von dem ersten AEG-Haartrocknermodell aus dem Jahre 1899 aus. Bei diesen ist technisch interessant, dass der Motor zum Antrieb des Ventilators im Griff des Gerätes untergebracht war und das anschließende Ventilatorgehäuse in ein Düsenrohr mündete, in dessen Luftstrom der eigentliche Heizkörper lag und aus dem die Luft dann mit einer Temperatur von 90° C austrat. (Gorn, 1965, S. 191).

Im Übrigen besaß die AEG die Rechte an der Bezeichnung ,,Fön", die zuerst als Markenbezeichnung für einen AEG-Haartrockner verwendet und ursprünglich vom Föhn, [...]

2

 



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