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August Schleicher und die indogermanische Ursprache

Untertitel: Eine Betrachtung seiner Ansichten und Erkenntnisse 135 Jahre nach Veröffentlichung seiner vieldiskutierten 'Fabel in idg. Ursprache'

Hauptseminararbeit, 2003, 33 Seiten
Autor: Christiane Gante
Fach: Sprachwiss. / Sprachforschung (fachübergreifend)

Details

Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2003
Seiten: 33
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 20  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V115247
ISBN (E-Book): 978-3-640-16667-1
ISBN (Buch): 978-3-640-16675-6
Dateigröße: 1344 KB

Zusammenfassung / Abstract

Eine der vielleicht wichtigsten Persönlichkeiten der indogermanistischen Sprachwissenschaft ist August Schleicher. Sein Name taucht in Zusammenhang mit vielen methodischen Neuerungen auf, die aus der Linguistik nicht mehr wegzudenken sind, wie z.B. der Rekonstruktion von Grundformen. In etwa ebenso häufig findet sein Name allerdings auch in Verbindung mit Irrtümern der früheren Linguistik Erwähnung. Die vorliegende Arbeit wird sich nun damit beschäftigen, wie viel von dem, was August Schleicher – im positiven oder negativen Sinn – zugeschrieben wird, tatsächlich der Realität entspricht. Einleitend wird ein kurzer Überblick über die Sprachwissenschaft des 19. Jahrhunderts gegeben, es folgt eine kurze Biographie August Schleichers. Anschließend wird das wohl meistdiskutierte seiner Werke, nämlich seine Fabel in idg. Grundsprache, mitsamt einigen neueren Versionen betrachtet. Im Anschluß daran wird der Fragestellung nachgegangen, welche der Schleicher zugeschriebenen Errungenschaften oder Irrtümer tatsächlich auf ihn zurückgehen.


Textauszug (computergeneriert)

07.021 Einführung in die Indogermanistik

August Schleicher
und die idg. Ursprache

Eine Betrachtung seiner Ansichten und Erkenntnisse
135 Jahre nach Veröffentlichung seiner vieldiskutierten
′Fabel in idg. Ursprache′

eine Hausarbeit von
Christiane Gante

 


AUGUST SCHLEICHER UND DIE IDG. URSPRACHE

­ EINE BETRACHTUNG SEINER ANSICHTEN UND ERKENNTNISSE

135 JAHRE NACH VERÖFFENTLICHUNG SEINER VIELDISKUTIERTEN

′FABEL IN IDG. URSPRACHE′

Christiane Gante, 2003 (Abgabedatum 01.12.2003)

eine Hausarbeit im Rahmen der Vorlesung

07.021 EINFÜHRUNG IN DIE INDOGERMANISTIK

SS 2003

Institut für Allgemeine und Angewandte Sprachwissenschaft ( IAAS)
Abteilung für Phonetik, Allgemeine Sprachwissenschaft und Indogermanistik ( PhASI)
der Universität Hamburg

 


Inhalt

Abkürzungen i
I. Vorbemerkungen 1
1. Die Sprachwissenschaft im 19. Jahrhundert 1
1.1. August Schleicher 2
2. Schleicher und die rekonstruierte idg. Ursprache 3
2.1. Die Notwendigkeit von Rekonstruktion und deren Kennzeichnung 3
2.2. Die ′Fabel in indogermanischer Ursprache′ 6
2.2.1. Schleichers Originalversion der Fabel von 1868 7
2.2.2. Delbrücks ′Korrekturen′ von 1880 9
2.2.3. Hirts Version von 1939 9
2.2.4. Lehmann und Zgustas Version von 1979 11
2.2.5. Peters′ Version von 1980 13
2.3. Schrieb Schleicher seinen Rekonstrukten Realitätswert zu? 14
2.4. Schleicher und die ′Unversehrtheit′ der Ursprache 16
3. Die Schleichersche Stammbaumtheorie und das ′Leben′ von Sprache 17
4. Abschließende Bemerkungen 22
Appendix A ­ Abbildungen 24
Appendix B ­ Quellen 26
Appendix C ­ Sekundärquellen 28

 


Abkürzungen

ahd. althochdeutsch
Akk. Akkusativ
altslv. altslavisch
gr. griechisch
idg. indogermanisch
lat. lateinisch
lit. litauisch
skr. sanskrit

- i -

 


I. Vorbemerkungen

Eine der vielleicht wichtigsten Persönlichkeiten der indogermanistischen Sprachwissenschaft ist August Schleicher. Sein Name taucht in Zusammenhang mit vielen methodischen Neuerungen auf, die aus der Linguistik nicht mehr wegzudenken sind, wie z.B. der Rekonstruktion von Grundformen. In etwa ebenso häufig findet sein Name allerdings auch in Verbindung mit Irrtümern der früheren Linguistik Erwähnung. Die vorliegende Arbeit wird sich nun damit beschäftigen, wie viel von dem, was August Schleicher ­ im positiven oder negativen Sinn ­ zugeschrieben wird, tatsächlich der Realität entspricht.

Zu diesem Zweck ist die Arbeit wie folgt gegliedert:

Einleitend wird ein kurzer Überblick über die Sprachwissenschaft des 19. Jahrhunderts gegeben, es folgt eine kurze Biographie August Schleichers. Anschließend wird das wohl meistdiskutierte seiner Werke, nämlich seine Fabel in idg. Grundsprache, mitsamt einigen neueren Versionen betrachtet. Im Anschluß daran wird der Fragestellung nachgegangen, welche der Schleicher zugeschriebenen Errungenschaften oder Irrtümer tatsächlich auf ihn zurückgehen.

1. Die Sprachwissenschaft im 19. Jahrhundert

Das 19. Jahrhundert war für die Linguistik im allgemeinen ein sehr produktives, für die Indogermanistik im speziellen vergleichbar mit einer zweiten Geburtsstunde, nachdem im vorangehenden Jahrhundert von Sir William Jones die Verwandtschaft des Sanskrit mit einigen europäischen Sprachen erkannt worden war. Vor allem im Bereich der Methodik brachte das 19. Jahrhundert viele Neuerungen für Linguistik und Indogermanistik.

Im Jahr 1816 versuchte Franz Bopp1 (1791-1867) den wissenschaftlichen Beweis einer Verwandtschaft der sog. idg. Sprachen untereinander zu erbringen, indem er ihre Grammatiken vergleichend nebeneinanderstellte.

Den Grundstein für die moderne Art diachroner Sprachbetrachtungen legte Jakob Grimm (1785-1863) mit seiner Deutschen Grammatik, die 1819 und in den darauffolgenden Jahren entstand.

1 Franz Bopp, ÜBER DAS CONJUGATIONSSYSTEM DER SANSKRITSPRACHE IN VERGLEICHUNG MIT JENEM DER GRIECHISCHEN, LATEINISCHEN, PERSISCHEN UND GERMANISCHEN SPRACHE. NEBEN EPISODEN DES RAMAJAN UND MAHABHARAT IN GENAUEN METRISCHEN ÜBERSETZUNGEN AUS DEM ORIGINALTEXT UND EINIGEN ABSCHNITTEN AUS DEN VEDA′S, Frankfurt 1816.

- 1 -

 



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