Autor: Enrico Böhme
Fach: Informatik - Wirtschaftsinformatik
Details
Institution/Hochschule: Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)
Jahr: 2003
Seiten: 27
Note: 1,7
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 1154 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-17663-7
Textauszug (computergeneriert)
Hausarbeit im Seminar Informationsmanagement
Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)
WS 2002/2003
Geschäftsprozessmodellierung
Enrico Böhme
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Begriffe und Definitionen 2
2.1. Der Geschäftsprozess 2
2.2. Die Geschäftsprozessmodellierung 3
3. Geschäftsprozessmodellierung mit ARIS 4
3.1. Die Grundlagen von ARIS 4
3.2. Das ARIS-Basis-Geschäftsprozessmodell 5
3.3. Die Sichten und Ebenen von ARIS 7
4. ARIS und andere Modellierungstools 10
5. Schlussbetrachtung 11
Literaturverzeichnis 13
Anhang - Abbildungen 14
Abkürzungsverzeichnis
ARIS Architektur integrierter Informationssysteme
BPR Business Process Reengineering
DV Datenverarbeitung
EPK Ereignisgesteuerte Prozesskette
eEPK erweiterte Ereignisgesteuerte Prozesskette
ERM Entity-Relationship-Modell
eERM erweitertes Entity-Relationship-Modell Fraunhofer IAO Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation
HOBE ARIS - House of Business Engineering
ISO International Organization for Standardization
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1 Interaktionsdiagramm des Geschäftsprozesses „Auftragsbearbeitung“ 14
Abb. 2 Funktionsfluss des Geschäftsprozesses „Auftragsbearbeitung“ 14
Abb. 3 Leistungsfluss des Geschäftsprozesses „Auftragsbearbeitung“ 15
Abb. 4 Informationsfluss des Geschäftsprozesses „Auftragsbearbeitung“ 15
Abb. 5 Zusammengefasstes Geschäftsprozessmodell „Auftragsbearbeitung“ 16
Abb. 6 Verfeinerter Ausschnitt „Artikel fertigen“ 16
Abb. 7 Das allgemeine ARIS-Geschäftsprozessmodell 17
Abb. 8 Funktionssicht 18
Abb. 9 (Aufbau-)Organisationssicht 19
Abb. 10 Datensicht 20
Abb. 11 Leistungssicht 21
Abb. 12 Sichten des ARIS-Hauses 22
Abb. 13 Das ARIS-Haus 23
Abb. 14 Ranking der Modelling-Tools 23
1. Einleitung
Die vorliegende Arbeit, die im Rahmen des Seminars „Informationsmanagement“ entstanden ist, beschäftigt sich mit dem Thema „Geschäftsprozessmodellierung“. Da diese Thematik auf sehr vielfältige Art und Weise analysiert und beschrieben werden kann, ist es notwendig, inhaltliche Schwerpunkte zu setzen. Zunächst soll der Leser in die allgemeinen Aspekte des Themas eingeführt werden, daher werden im zweiten Abschnitt der Arbeit die grundlegenden Begriffe des Geschäftsprozesses sowie der Geschäftsprozesmodellierung definiert und näher erläutert. Dabei sollen neben einer Definition der Begriffe auch deren zentrale Merkmale vor allem aus betriebswirtschaftlicher Sicht im Mittelpunkt stehen. Der dritte Abschnitt der Arbeit stellt den inhaltlichen Schwerpunkt dar. In diesem Abschnitt erfolgt die exemplarische Vorstellung eines Ansatzes zur Geschäftsprozessmodellierung, wobei mit dem ARIS-Konzept ein Werkzeug gewählt wurde, das sowohl in der Literatur als auch in der Praxis hohe Anerkennung findet. Bei der Betrachtung dieses Konzeptes stehen die theoretischen Aspekte im Vordergrund. Dabei soll zunächst kurz auf die wesentlichen Merkmale des Ansatzes eingegangen werden. Daran anschließend erfolgt die Entwicklung des sogenannten allgemeinen ARIS-Geschäftsprozessmodells anhand eines Beispielprozesses, wobei betriebswirtschaftliche Aspekte als Ausgangspunkt dienen. Im Anschluss daran werden die verschiedenen Sichten und Ebenen, die innerhalb von ARIS unterschieden werden können, hergeleitet und abschließend zum vollständigen ARIS-Konzept zusammengefügt.
Im vierten Abschnitt geht es kurz um die Vorstellung anderer Modellierungswerkzeuge, die in Konkurrenz zu ARIS stehen. Damit soll verdeutlicht werden, dass die Vorstellung des ARIS-Konzeptes nur exemplarischen Charakter hat. Abgerundet wird die Bearbeitung der Thematik mit einer Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse dieser Arbeit im fünften Abschnitt. Ziel der Arbeit ist es, dem Leser eine Einführung in den Bereich der Geschäftsprozessmodellierung zu ermöglichen. Anhand der Entwicklung von ARIS soll veranschaulicht werden, wie die Modellierung betrieblicher Prozesse konkret erfolgen kann. Es wird darauf hingewiesen, dass die Thematik im Rahmen der vorliegenden Arbeit hauptsächlich aus betriebswirtschaftlicher Sicht betrachtet wird. Die bestehenden Zusammenhänge zur Informatik werden nur angedeutet.
2. Begriffe und Definitionen
In diesem Abschnitt der Arbeit sollen die beiden zentralen Begriffe des Geschäftsprozesses sowie der Geschäftsprozessmodellierung definiert und ihre wesentlichen Eigenschaften kurz erläutert werden. Zunächst steht der Geschäftsprozess im Mittelpunkt, wobei neben einer einführenden Definition auch die wesentlichen Merkmale genannt werden. Anschließend wird der Begriff der Geschäftsprozessmodellierung erklärt. In diesem Zusammenhang soll neben der inhaltlichen Erläuterung auch die Einordnung der Thematik in den Bereich des Informationsmanagements vorgenommen werden.
2.1. Der Geschäftsprozess
„Allgemein ist ein Geschäftsprozess eine zusammengehörende Abfolge von Unternehmensverrichtungen zum Zweck einer Leistungserstellung. Ausgang und Ergebnis eines Geschäftsprozesses ist eine Leistung, die von einem internen oder externen ‚Kunden‘ abgenommen wird.“1 Diese Definition verdeutlicht, dass mit dem Begriff des Geschäftsprozesses eine völlig neue Sichtweise auf die Unternehmung geprägt wurde. Während bei der klassischen Funktionsorientierung die einzelnen Teile eines Unternehmens (z.B. Produktion) im Mittelpunkt des Interesses stehen, erfasst ein Prozess das Unternehmen stets in seiner Gesamtheit.
Geschäftsprozesse stellen somit grundsätzlich eine verbundene Abfolge von Aufgaben bzw. Funktionen dar, wobei im Zuge der Ausführung dieser Funktionen eine Leistung (z.B. Produkt oder Dienstleistung) erstellt wird. Diese Leistung ist ausschließlich an den Bedürfnissen des Kunden bzw. an der Wertschöpfung für den Kunden orientiert. Da der Prozess der Leistungserstellung als Ganzes betrachtet wird, spielen bei seiner Ausführung meist mehrere Funktionen und somit auch mehrere Aufgabenträger (Organisationseinheiten) eine Rolle. Folglich sind an einem Geschäftsprozess in der Regel zahlreiche organisatorische Einheiten des Unternehmens oder sogar externe Partner wie z.B. Lieferanten beteiligt. Beispielsweise könnte bereits der einfache Prozess einer Auftragsabwicklung sowohl Lieferanten, als auch die Unternehmensbereiche Beschaffung, Produktion sowie Vertrieb und natürlich den Kunden tangieren.
Die Umgestaltung und Optimierung der Geschäftsprozesse im Rahmen des sogenannten Geschäftsprozessmanagements ermöglicht den Unternehmen eine erhöhte Wirtschaftlichkeit z.B. durch höhere Flexibilität, höhere Qualität und niedrigere Kosten.
2.2. Die Geschäftsprozessmodellierung
Unter Geschäftsprozessmodellierung versteht man die modellhafte Beschreibung eines Geschäftsprozesses. Ein Geschäftsprozessmodell stellt somit eine abstrahierte Abbildung des entsprechenden realen Prozesses dar, wobei jedoch alle relevanten Strukturen und Eigenschaften erhalten bleiben. Die Modellierung erfolgt stets unter Verwendung einer spezifischen Beschreibungssprache. Im Rahmen des eingangs erwähnten Geschäftsprozessmanagements erlangt die Geschäftsprozessmodellierung zentrale Bedeutung, denn sie bildet die Grundlage für weiterführende Schritte wie z.B. Neustrukturierung und Optimierung der Geschäftsprozesse. Das Prozessmanagement wiederum ist im Rahmen des Informationsmanagements den sogenannten administrativen Aufgaben wie z.B. auch Projekt- oder Personalmanagement zuzuordnen.2
Daraus ergeben sich verschiedene konkrete Gründe für die Erstellung von Geschäftsprozessmodellen. Beispielsweise dienen sie als Prozessdokumentation zur Zertifizierung nach der ISO-9000 ff. – Norm oder als Ausgangspunkt für Optimierungen im organisatorischen Bereich im Rahmen eines BPR. Des weiteren können mit Hilfe eines entsprechenden Modells die Kosten eines Prozesses erfasst und berechnet werden. Die aus den Modellen abgeleiteten Informationen sind zudem von entscheidender Bedeutung für die informationstechnische Unterstützung der Geschäftsprozesse, da sie die Grundlage für die Einführung und Anpassung von Standardsoftware bzw. Workflow-Managementsystemen bilden.3 Es existieren verschiedene Konzepte zur Modellierung von Geschäftsprozessen. Im weiteren Verlauf dieser Arbeit soll mit dem ARIS-Ansatz eines dieser Konzepte näher erläutert werden.
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1 Vgl. Scheer (1998b), S. 3.
2 Vgl. Heinrich (2002), S. 194.
3 Vgl. Scheer (1998b), S. 3.
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