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Wie sprachlos war Erich Fried wirklich?

Scholary Paper (Seminar), 2001, 15 Pages
Author: Nicole Korntheuer
Subject: German Studies - Modern German Literature

Details

Institution/College: University of Vienna (Germanistik)
Tags: Erich, Fried
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2001
Pages: 15
Grade: 1
Language: German
Archive No.: V1153
ISBN (E-book): 978-3-638-10725-9

File size: 72 KB


Excerpt (computer-generated)

Wie sprachlos war Erich Fried wirklich?

Seminararbeit von Nicole Korntheuer

Hauptuniversität Wien

Juni 2001

Inhaltsverzeichnis

Einleitung ... 2

Erich Fried - ein einfaches Leben? ... 2

Poeta doctus ? ... 3

Erich Fried und / oder Paul Celan ... 5

Politische Gedichte ... 6

Und Vietnam und ... 6

Fried wird ,,Sprachlos" , oder nimmt er sich ,,Die Freiheit den Mund aufzumachen"? ... 12

Schlusswort ... 14

Bibliographie ... 15

Einleitung
In dieser Arbeit möchte ich mich mit einem sehr interessanten Dichter und Autor beschäftigen. Einem Mann, der dem 20. Jahrhundert und seinen schweren Zeiten die Stirn geboten hat. Er hat sich nicht unterkriegen lassen von harten Kritiken, noch von den Umständen, unter denen er damals leben mußte. Dieser Mensch wurde zu einem verfolgten Juden, was ihn als Dichter aber noch besser machte. Er nahm sich die Freiheit, sich kritisch zu äußern, wann und wo immer er wollte. Ein Mann, der viel Kritik einstecken mußte, der aber immer zu dem stand, was er dachte oder sagte. Dieser bemerkenswerte Mensch, den ich zum Thema meiner Arbeit gemacht habe, ist Erich Fried.

Erich Fried - ein einfaches Leben?
Er wurde am 6. Mai 1921 als einziges Kind von Nellie und Hugo Fried in Wien geboren. Durch sein Elternhaus und Lesungen im Familienkreis fand er früh Zugang zur Literatur und lernte durch seine Mutter bereits mit viereinhalb Jahren das Lesen. Es herrschte die ,,Wunderkinderzeit". Bis 1927 hatte er zahlreiche Auftritte mit einer Kinderschauspielgruppe auf verschiedenen Bühnen Wiens und Umgebung. Er war ein sehr strebsamer Schüler, der sich besonders gerne mit ,,Erfindungen" beschäftigte. Der Einmarsch Hitlers 1938 machte aus einem österreichischen Oberschüler einen verfolgten Juden. Fried war jüdischer Herkunft, und somit war ihm jede schulische Weiterbildung in Österreich zum Problem geworden. Sein Vater wurde bei einem Verhör durch die Gestapo ermordet. Er flüchtete 1938 noch nach London und holte seine Mutter und weitere Personen nach. Er arbeitete bei vielen Zeitschriften, war aktives Mitglied bei Widerstandsvereinigungen und schrieb an seinen Gedichten. Ab 1940 erschienen seine ersten Gedichtbände, z.B.: ,,Österreich, Deutschland,..." . Zwanzig Jahre später erschien auch sein einziger Roman ,,Ein Soldat und ein Mädchen" (1960). Er widmete sich auch zahlreichen Übersetzungsarbeiten, im speziellen bezogen auf Shakespeare. Er hatte auch eine Festanstellung bei der BBC als ,,Programm Assistant". Erich Fried war dreimal verheiratet, unter anderem mit Maria Marburg, Nan Spencer- Eichner und mit Catherine Boswell. Im Zuge des Vietnamkrieges (ca. 1964 - 1975) entwickelte sich Fried zum engagierten Zeit - und Gesellschaftskritiker. Er geriet oft in Konflikt mit der öffentlichen Meinung, wenn er offen und kritisch Stellung zu politischen Themen nahm. Fried war einer der produktivsten und auflagestärksten deutschsprachigen Lyriker der 70er und 80er Jahre. Sein größter Erfolg wurde immer seinen Liebesgedichten zugeschrieben. Erst gegen Ende seines Lebens wurde seine Arbeit richtig anerkannt. Er erhielt zahlreiche Literaturpreise und Anerkennungen: den Bremer Literaturpreis, den Österreichischen Staatspreis, den Georg - Büchner- Preis, den Literaturpreis der Stadt Wien, die Ehrendoktorwürde der Universität Osnabrück und viele mehr. Am 22. November 1988 erlag er seinem Krebsleiden und wurde auf dem Kensal Green in London beigesetzt.

Poeta doctus ?
Erich Fried war Dichter, Übersetzer und Journalist, der sein Leben lang gegen die Mißstände unserer Welt schrieb, der sich einmischte, wenn es um die Rechte von Menschen oder um Machtmißbrauch ging. Er sah es einfach als sein Recht an, sagen zu können, was er wollte.
[...]


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