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Scholary Paper (Seminar), 2005, 28 Pages
Author: Olivia Homolatsch
Subject: Law - Philosophy, History and Sociology of Law
Details
Tags: Arbeitsteilung, Platons, Politeia
Year: 2005
Pages: 28
Grade: Sehr Gut
Bibliography: ~ 13 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-15932-1
ISBN (Book): 978-3-640-16015-0
File size: 158 KB
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Abstract
„Das platonische Sozialmodell lässt sich am besten als expertokratische Verfassung charakterisieren.“ (7) Die 3 Prinzipien dieses Gesamtmodells sind folgende: 1. das Prinzip der natürlichen Begabungsgleichheit 2. das Prinzip der Kompetenz 3. das Prinzip der Konzentration (Idiopragie) Ad 1) Das Prinzip der natürlichen Begabungsgleichheit besteht aus 2 Theorien: der Theorie, dass die Talente und Begabungen der Natur eines Menschen entspringen und der Theorie, dass die Verteilung der Talente und Begabungen ungleich erfolgt. Ad 2) Das Prinzip der Kompetenz besagt, dass nur die Kompetenz einer Person und nicht etwas anderes das Zuteilungskriterium zu einem bestimmten Stand sein kann. Ad 3) Das Prinzip der Konzentration verbietet es in mehreren verschiedenen Berufen und/ oder Ämtern tätig zu werden. Nach der Bestimmung der Eignung und der entsprechenden Ausbildung muss der Mensch seinen Platz in der Gesellschaft einnehmen und von diesem nicht mehr abweichen. „ Wenn nämlich jemand von klein auf eine Arbeit gewünscht und lange Zeit ausgeübt hat, gerät seine Arbeit besser. … Wenn sich also jemand mit mehr als einer Arbeit beschäftigen will, so ist das entweder unmöglich oder es führt nicht zum Besten.“ (1)
Excerpt (computer-generated)
Platon
Die Arbeitsteilung in Platons Politeia
Olivia Homolatsch
Diplomandenseminar
INHALTSVERZEICHNIS
1.Organisationsprizipien des platonischen Gemeinwesens
4
2.Platons
Erziehungsmethaphysik
5
3.Der Staat
6
4.Vom frugalen zum opulenten Staat
8
5.Der Stand der Wächter und Regenten (373 d 376 c) 9
6.Die Wächter
9
7.Die Erziehung der Wächter
9
7.1. Die Natur der Wächter (374 e 376 c)
9
7.2.Aufbau des Erziehungsprogrammes der Wächter 10
7.3.Musische Wächtererziehung und Dichterkritik (376 e 403 c) 11
8.Dichtung
11
8.1.Kritik der Mytheninhalte (377 d 392 c) 11
8.2.Kritik des mythologischen Gottesbildes
12
8.3.Kritik der mythologischen Todesbilder (386 a 389 b)
12
8.4.Wahrheitspflicht und heilsame Lüge (389 bc)
13
9.Form, Tonart und Rhythmus
14
10.Über die gymnastische Erziehung der Wächter (403 d 412b) 14
11.Die Bestimmung der Regenten (412 b 414 b)
14
12.Mythos von der gesellschaftlichen Ungleichheit (414 c 415 d) 16
13.Die Tugenden des Gemeinwesens (427 d 434 d)
16
2
13.1.Die Tugenden des Staates 16
13.2. Alogiston und Logistikon (436 a- 439 d) 18
13.3.Der dritte Seelenteil (439 c 441 c) 19
14.Gerechtigkeit und Seele (434 d 445 e) 20
15.Die Gerechtigkeit (432 b 434 c) 21
16.Kritik 22
3
Platon beschäftigt sich mit der Gerechtigkeit im Menschen. Wenn diese im Menschen vorhanden ist, dann muss sie auch in dem von Menschen gebildeten Staat vorhanden sein.
1.Organisationsprizipien des platonischen Gemeinwesens
,,Das platonische Sozialmodell lässt sich am besten als expertokratische
Verfassung charakterisieren." (7) Die 3 Prinzipien dieses Gesamtmodells sind
folgende:
1. das Prinzip der natürlichen Begabungsgleichheit
2. das Prinzip der Kompetenz
3. das Prinzip der Konzentration (Idiopragie)
Ad 1) Das Prinzip der natürlichen Begabungsgleichheit besteht aus 2 Theorien:
der Theorie, dass die Talente und Begabungen der Natur eines Menschen
entspringen und der Theorie, dass die Verteilung der Talente und Begabungen
ungleich erfolgt.
Ad 2) Das Prinzip der Kompetenz besagt, dass nur die Kompetenz einer Person
und nicht etwas anderes das Zuteilungskriterium zu einem bestimmten Stand sein
kann.
Ad 3) Das Prinzip der Konzentration verbietet es in mehreren verschiedenen
Berufen und/ oder Ämtern tätig zu werden. Nach der Bestimmung der Eignung und
der entsprechenden Ausbildung muss der Mensch seinen Platz in der Gesellschaft
einnehmen und von diesem nicht mehr abweichen. ,, Wenn nämlich jemand von
klein auf eine Arbeit gewünscht und lange Zeit ausgeübt hat, gerät seine Arbeit
besser. ... Wenn sich also jemand mit mehr als einer Arbeit beschäftigen will, so ist
das entweder unmöglich oder es führt nicht zum Besten." (1)
(7)Kersting,1999:90.
(1)Averroes,1196: 38.
4
2.Platons Erziehungsmethaphysik
Der Kern liegt in dem Prinzip der Einheit. Trotz der unterschiedlichen Beschaffenheit der Menschen sind sie nicht völlig und unversöhnlich getrennt: ,,Wenn im Getrenntem das Prinzip der Einheit wirksam werden soll, dann muss das Einheitsprinzip als Organisationsprinzip verstanden werden, das das Getrennte so verbindet, dass es zur unterschiedlichen Anwesenheit des Gleichartigen wird" (7)
Platon unterscheidet das Innere und das Äußere, Seele und Körper und Individuum und Gesellschaft. Diese stehen auf 2 Arten in einer Beziehung zueinander:
1. in der Produktionsbeziehung, das heißt, dass das Äußere Produkt des Inneren ist, das Innere sich durch das Äußere ausdrückt und
2. in der Formierungsbeziehung: das Äußere formt das Innere.
Diese 2 Prinzipien sind wiederum durch das Prinzip der homogenen Kausalität verbunden: Gleiches erzeugt Gleiches.
(9)Reese- Schäfer,1998:96.
(7)Kersting,1999:
5
3.Der Staat
,,Die Entstehung des Staates... ist meiner Meinung nach darauf zurückzuführen, dass keiner von uns sich selbst genug ist, sondern vieler Helfer bedarf... So zieht denn einer den anderen zu Hilfe. Einen für dieses. Einen anderen für jenes Bedürfnis und die Mannigfaltigkeit der Bedürfnisse veranlasst uns dazu, viele Genossen und Helfer auf einem Wohnplatz zu versammeln, und dieser Ansiedlung geben wir den Namen Staat.. So teilt also gegebenen Falles der eine dem anderen von dem Seinen etwas mit oder empfängt etwas von ihm, weil er das für besser für sich hält." (369 c)
Die Menschen schließen sich aus ökonomischen Gründen zusammen, der Staat dient somit der Bedürfnisbefriedigung, die am besten arbeitsteilig gelingen kann.
Arbeitsteilig darum, da nur so auf die Begabungsunterschiede der Menschen Rücksicht genommen werden kann. Wenn dies der Fall ist, dann liegt auch die richtige Arbeitsteilung vor und diese entspricht am besten der Gerechtigkeit. ,, Die Gerechtigkeit ist identisch mit dem Grundprinzip des Staates, der Aufgabenteilung." (6)
Der größte Vorzug dieses Systems liegt darin, dass die Unterschiedlichkeit der natürlichen Veranlagung eines Menschen optimal genutzt werden kann und somit einen Nutzen für alle bringt. Es kommt somit zu einer Professionalisierung und Spezialisierung, die, je größer sie ist, die volle Nutzung dieses Systems ermöglicht. In dem von Platon entworfenen Staat kommt es zu einer Ordnung von Ständen nicht hingegen von Individuen.
(6)Görgemanns,1994:140.
6
4.Vom frugalen zum opulenten Staat
Platon beginnt mit der idyllischen Vorstellung eines Urstaates (oder Urstadt), in dem einfaches Landleben herrscht und jedermann in Frieden und Zufriedenheit lebt. Platon sieht diesen als echten und gesunden Staat an und nicht als romantische Vorstellung. In diesem Staat herrscht Gerechtigkeit, da ein jeder das seine tut. Platons Gesprächspartner Glaukon ist allerdings in keinster Weise von diesem Staat begeistert und bezeichnet ihn als ,,Staat von Schweinen"(372 d), da diese erste Stadt nur auf reine Bedürfnisbefriedigung angelegt ist. ,,Die ausschließliche Befriedigung der primären menschlichen Bedürfnisse schafft noch keine menschliche Polis" (3)
Der Übergang von der ersten Stadt zur zweiten, üppigen Stadt liegt in der Natur des menschlichen Zusammenlebens. Mit der Überschreitung des Notwendigen kommt es zu Krankheiten, Verbrechen und Gefährdung des sozialen Friedens. Der Übergang von der Urstadt zur Luxusstadt ist durch 2 Differenzierungen gekennzeichnet:
1. die horizontale Differenzierung: verwandelt ein System das sich auf die bloße Bedarfbefriedigung begrenzt in ein entwickeltes Produktions-, Tausch- und Dienstleistungssystem und
2. die vertikale Differenzierung, die die Urstadt in eine Stadt mit Polizei, Militär und politischer Führung verwandelt.
Diese ist notwendig geworden, da die üppige Stadt ihre Probleme nicht mehr innerhalb ihres Systems lösen kann, sondern Funktionäre benötigt, die außerhalb des Systems des Handels und Tausches ihren Bestand sichern. Diese Funktionäre widmen sich ausschließlich dem Gemeinwohl. ,,Während das System der Bedürfnisse ein Interaktionssystem sich vernetzender Besonderheiten ist, ist das System der Sicherheit und der Regierung auf je unterschiedliche Weise mit dem Schicksal des Ganzen befasst"(7)
(3)Bormann,1993:152.
(7) Kersting,1999:87.
7
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