Autor: Dipl. Ing. Heinz Jürgen Rode
Fach: Sicherheitstechnik
Details
Jahr: 2008
Seiten: 105
Note: sehr gut
Literaturverzeichnis: ~ 30 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 3201 KB
ISBN (E-Book): 978-3-640-17018-0
Praktikumsarbeit im Rahmen der Ausbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit
Textauszug (computergeneriert)
1
Praktikumsbericht
Sicherheit bei wesentlichen Änderungen an Kunststoffpressen /
Spritzgussmaschinen
Verfasser:
Dipl.
Ing.
Heinz
Jürgen
Rode
Praktikumsbetrieb:
Firma
XXXXXXXXXXXX
XXXXXXXXXXXXXXXX
XXXXXXXXXXXXXXX
Mentor: Dr.
M.
U.
Leiter Abteilung Arbeitssicherheit
Betreuung:
Dr.-Ing.
K
H.
Institut für praktische Unternehmensführung
Ausbildungsträger:
Verwaltungsberufsgenossenschaft
Friesenstrasse
22
20097
Hamburg
Erstellungszeitraum:
Mai
/Juni
2008
Abgabetermin: 27.Juni
2008
2
Kurzfassung
Im Rahmen des Eigenbaus einer ortsfesten zu gleich flexiblen Produktionsanlage in der
Chemischen Industrie wurden die Handlungsschritte der Fachkraft für Arbeitssicherheit bei
der Beteiligung an Projekten durchlaufen. Dabei wurden auf der einen Seite die konkreten
Aufgabenfelder des Arbeitsschutzes, der Analyse, Beurteilung, Setzen von Zielen in der
Durchführung bearbeitet, die Handlungsschritte Entwickeln von Lösungsalternativen,
Auswahl der Lösung, Umsetzung beraten und begleitet und eine Wirkungskontrolle
durchgeführt.
Im vorliegenden Fall konnte man davon ausgehen, dass der Betreiber durch eine
wesentliche Änderung an Maschinen zum Hersteller wurde [1], deshalb hatte die
Konstruktionsabteilung die erforderlichen Handlungsschritte zur Erfüllung der
Herstellerpflichten zu durchlaufen (Anlage 23).
Der Praktikant arbeitete konsequent die Handlungsschritte zu Beginn mit einer tabellarischen
Gefährdungsbeurteilung (Anlage 6+7) für zu erwartende Gefährdungen der Gesamtanlage
an den einzelnen Elementen des vorher definierten Arbeitssystems ab und bewertete das
Risiko nach Nohl aus. Aus dem Durchlaufen der anschließenden Handlungsschritte ergab
sich unter anderem die Notwendigkeit einer "Technischen Lüftung", deren Erfordernis durch
die Schnellplanmethode ausgewählt wurde. Neben den Gefährdungen durch Gefahrstoffe
MDI Isocyant, Naphtha, Polyol und Hydraulikflüssigkeiten auf Mineralölbasis wurden
physikalische und mechanische Gefährdungen betrachtet. Parallel hierzu bearbeitete die
Konstruktionsabteilung das Aufgabenfeld der Herstellerpflichten mit Pflichtenheft und
Risikoanalyse (Anlage 23).
In Abstimmungsbesprechungen wurde der erreichte Sachstand jeweils abgeglichen. Aus
dieser Zusammenarbeit bei der auch die Wartungs- und Instandhaltungsabteilung bereits
einbezogen wurde, entstanden konkrete Lösungsvorschläge, die der Geschäftsführung zu
Entscheidung vorgelegt wurden. Die Technische Lüftung wurde durch eine Fremdfirma
realisiert.
Nach Fertigstellung der einzelnen Teilbereiche der Anlage wurde eine Dokumentation erstellt
und firmenintern auf Konformität geprüft. Im weiterem ergaben sich aus diesem Dokument
die Wartungs- und Instandhaltungspläne die im SAP System der Firma zur Überwachung
und Durchführung eingepflegt wurden.
Insgesamt konnte ein Großteil der Lücken und Unsicherheiten die sowohl bei der
Zusammenarbeit in Projekten als auch im Bereich des Nachweises der CE- Konformität
auftraten, geschlossen werden. Die gewonnen Erkenntnisse werden weiter verfolgt, es ist
beabsichtigt die Vorgehensweise in weiteren Schritten firmenintern mit Hilfe von EDV
Verfahren zu optimieren.
3
Inhaltsverzeichnis
Seite
1.
Ausgangssituation
4
1.1
Beschreibung
des
Praktikumsbetriebs
4
1.2
Handlungsanlass
4
1.3
Problemstellung
5
1.4
Erwarteter
Nutzen
für
den
Betrieb
5
2.
Ziel
des
Praktikums
5
3.
Vorgehensweise
im
Praktikumsprojekt
6
4.
Analyse
6
4.1
Analyse
des
Ist-Zustandes
6
4.2
Beschreibung und Abgrenzung des Arbeitssystems zum Arbeitsplatz
6
4.3
Gefährdungsanalyse
6
5.
Beurteilung
10
5.1
Chemische
Faktoren
Gefahrstoffe
10
5.2
Physikalische
Gefährdungen
Lärm
11
5.3
Mechanische Gefährdung
Gefährdung durch unkontrolliert bewegte Teile
11
6.
Setzen
von
Zielen
12
6.1
Chemische
Faktoren
Gefahrstoffe
12
6.2
Physikalische
Gefährdungen
Lärm
13
6.3
Mechanische Gefährdung
Gefährdung durch unkontrolliert bewegte Teile
13
7.
Entwicklung
von
Lösungsalternativen 13
7.1
Chemische
Faktoren
Gefahrstoffe
13
7.2
Physikalische
Gefährdungen
Lärm
13
7.3
Mechanische Gefährdung
Gefährdung durch unkontrolliert bewegte Teile
14
7.4
Konkretisierung der Lösungsalternativen zu Vorschlägen
14
8.
Auswahl
der
Lösungen
16
9.
Durch-
und
Umsetzung
der
Lösung
17
9.1
Technische
Lüftung
18
9.2
Physikalische
Gefährdung
Lärm
18
9.3
Mechanische
Gefährdungen
19
9.4
Inbetriebnahme
der
Produktionsstätte
21
10.
Wirkungskontrolle
22
11.
Fazit
für
den
Betrieb
23
12.
Schlussfolgerungen für die Fachkraft für Arbeitsicherheit
23
13
Literaturverzeichnis
24
13.
Anlagenverzeichnis
26
14
Schriftliche
Versicherung
28
4
1.
Ausgangssituation und Problemstellung
Im Rahmen der Ausbildung zur Fachkraft für Arbeitsicherheit ist ein prüfungsrelevantes
Praktikum zum Nachweis der Praktischen Befähigung zu absolvieren.
Als freiberuflicher Dozent wurde es erforderlich das Praktikum in einem Fremdbetrieb
abzuleisten. Der vorliegende Praktikumsbericht orientiert sich an den Gliederungspunkten,
wie sie in den "Informationen zum Praktikum ,, der VBG vorgegeben sind.
1.1
Beschreibung des Praktikumsbetriebes
Die Firma XYZ ist ein mittelständisches Unternehmen, das die
Automobilindustrie mit Schallabsorbern und Akustikdämmelementen zur Schallreduzierung
für Pkw und Lkw beliefert. Der Leistungsumfang der Firma umfasst die Entwicklung,
Produktion und Vertrieb dieser Produkte auf Kunststoffbasis. Das Firmengelände erstreckt
sich weiträumig über ca. 4 ha. Das Organigramm in Anlage 1 stellt den Firmenaufbau
exemplarisch dar.
1.2
Handlungsanlass für das Praktikum
Anlass für die Beschäftigung mit dem Thema war die Flexibilisierung der Nachproduktion für
Kleinserien durch eine schnelle Anpassung bereits vorhandener Produktionswerkzeuge.
Ausgehend vom Bau einer ortsfesten Anlage, die die Gesamtfunktionalität der Produktion
abbildet, sollen im Bedarfsfall nur die Werkzeugträger (Kunststoffpressen) ausgetauscht
werden. Hierzu wurde eine Produktionsfläche in Halle 72 (Anlage 2) zur Verfügung gestellt
und ein Neubau / Einbau unter Federführung der werkseigenen Konstruktionsabteilung
beschlossen. Man konnte davon ausgehen, dass der Betreiber [1] zum Hersteller wird, so
dass er an die 9. Verordnung zum Geräte- und Produktsicherheitsgesetz unter
Berücksichtigung der Maschinenrichtlinie Artikel 8 (7) gebunden ist.
Aufgabe war es nun den innerbetrieblichen Handlungsablauf zur Konstruktion von
Maschinen aus Eigenbau nach Arbeitsschutzvorgaben und sich ergebenden
Herstellerpflichten für das neue / geänderten Arbeitssystem zu konzipieren.
In einer ersten Besprechung ergaben sich folgende Auflagen für das eigene Handeln:
· Wenn räumlich möglich drei verschiedene Einzelarbeitsplätze für Formteile aus
Polyurethan (MDI Isocyanat, Polyol) in Produktionshalle 72 Erdgeschoss unter
Nutzung bereits vorhandener austauschbarer Werkzeugträger.
· Arbeitsplätze für weibliche und männliche Mitarbeiter unter Berücksichtigung der
gesetzlichen Auflagen
· Flüssiges Isocyanat und Polyol soll in einem Rührbehälter mit einer Temperatur von
35 C° - 40C° bereitgestellt und mit einem Druck von 150 bis 160 bar über den
Mischkopf dem Werkzeugträger zugeführt werden
5
· Fertige Formteile sollen vor Ort teilweise konfektioniert werden
· Produktionszeit je Formteil ca. 2 bis 3 min.
· Stückzahlen je nach Werkzeugträgerbelegung
· Bis zu 8 Personen bewegen sich im Einzugsgebiet des Arbeitssystems
1.3 Problemstellung
Die Erfordernisse für die Herstellung (Eigenbau) von Maschinen für den Eigenbedarf waren
theoretisch bekannt, jedoch nicht in einem verbindlichen Handlungsablauf eingebunden.
Deshalb war auf der einen Seite, die aus dem Arbeitsschutzgesetz [4] resultierende Pflicht
des Unternehmers Gefährdungsbeurteilungen durchzuführen, Rechnung zu tragen und
entsprechend den Vorgaben [[2] (vgl. S 19)] in den Gesamtablauf zu integrieren.
Auf der anderen Seite hatte die Konstruktionsabteilung zu prüfen [3], ob die vorgenommene
Änderung als wesentliche Veränderung anzusehen ist. Eben dies hat derjenige festzustellen,
der für die Änderung verantwortlich ist. An dieser Stelle erfolgte die Abgrenzung der
einzelnen Aufgabenstellungen im firmeninternen aufgestellten Team.
Die Risikobewertung (EN 1050) wurde eindeutig der Konstruktionsseite zugeordnet, während
der Bereich der Arbeitssicherheit sich an der Rolle der Fachkraft für Arbeitssicherheit in den
einzelnen Handlungsschritten orientierte.
1.4
Erwarteter Nutzen für den Betrieb
Steigerung der Flexibilität durch schnelle, sichere, arbeitsschutz- und normenkonforme
Anpassung der vorhandenen Maschinen an neue Gegebenheiten in der Produktion.
Dies spart Zeit und damit Geld und wendet damit Gefahr von Mitarbeiter und Umwelt ab.
2.
Zielsetzung für das Praktikum
Die Zielsetzung des Praktikums geht in zwei Richtungen zum einen die konkrete Abarbeitung
der Arbeitsschutz relevanten Themenstellungen durch die Handlungsschritte der Fachkraft
für Arbeitssicherheit und zum anderen die frühzeitige Beratung des Konstrukteurs in Fragen
der zu berücksichtigen Arbeitsschutzmaßnahmen in seinem Aufgabenbereich.
Als primäre Ziele wurden bei Praktikumsbeginn definiert: eine exemplarische:
· objektorientierte
Gefährdungsbeurteilung
· arbeitsablauforientierte
Gefährdungsbeurteilung
am Beispiel "Maschine zur Herstellung von Polyurethanschaumteilen" zur Verkleidung und
Lärmminimierung bei Kraftfahrzeugen.
6
3.
Vorgehensweise im Praktikumsprojekt
In einem ersten Ansatz wurde die Ermittlung der Gefährdungen aus Sicht der Fachkraft für
Arbeitssicherheit und des Geräteherstellers (Fachabteilung Konstruktion) an den
verschiedenen Vorschriften und Normen gespiegelt. Dabei orientiert sich das Vorgehen an
dem Handlungskreislauf der Fachkraft für Arbeitssicherheit zur Gestaltung sicherer und
gesundheitsgerechter Arbeitssysteme. [4],[5].
4. Analyse
4.1
Analyse des Ist- Zustandes
Die Gegebenheiten aus alter Verwendung der Werkzeugträger waren bekannt und konnten
mit eingebunden werden. Deshalb wurde die weitere Betrachtungsweise auf die neu zu
erwartenden Gefährdungen fokussiert. Hierzu wurde geprüft, welche Regelsetzer für die
ermittelten Gefährdungen vorhanden sind [6],[7].
4.2
Beschreibung und Abgrenzung des Arbeitssystems zum Arbeitsplatz
Für die Beschreibung und Abgrenzung des zu gestaltenden neuen Arbeitssystems wurde
eine Begehung des zukünftigen Standortes durchgeführt.
In einer anschließenden Besprechung an der
Herr Dr. U.
Vorsitz
(Leiter Abteilung Arbeitssicherheit)
Herr
K
(Konstruktionsabteilung)
Herr
Kl. (Produktionsverantwortlicher)
Herr
R.
(Betriebsratsvorsitzender)
Herr
D
(Schichtleiter)
Herr
Z
(Mitarbeiter)
Herr R
Protokoll.
(Praktikant)
teilnahmen wurde das zukünftige Arbeitssystem gemäß den Vorgaben beschrieben/definiert.
In Bezug auf eine praxisgerechte Gestaltung der Arbeitsbedingungen erwies sich die
Teilnahme des Vorarbeiters und des Mitarbeiters als besonders gewinnbringend.
Im Weiteren wurden die Tätigkeiten und Arbeitsabläufe mit Hilfe des Denkmodells
"Arbeitssystem" durch den Praktikanten analysiert, um mögliche Gefährdungen zu erkennen
/ zu bewerten und diese entsprechend den Beziehungen zwischen Zielen und Maßnahmen
zuordnen zu können [2, SLE 19].
Arbeitssystem: "Produktion von Formteilen"
Arbeitsaufgabe:
7
· Herstellen von Polyurethanformteilen an bis zu drei verschiedenen mit Wasser
beheizten Pressen unterschiedlicher geometrischer Gestaltung [Bild 1-3]
(Reaktionstemperaturen ca. 90°C in Kern, wirksam nach
außen ca. 60°C an der Presse / Werkzeugträger)
· Konfektionierung
· Ablage in Versandbehälter
Arbeitsablauf:
· Angussverschluss reinigen ( mechanisch)
· Oberflächen der Pressen mit Trennmittel besprühen
· Schließen der Presse / Werkzeugträgers ( hydraulisch/pneumatisch)
· Befüllen mittels Hubmischkopfs [Bild 4] mit flüssigem Isocyanat / Polyol ( 35° bis 40°C
mit einem Druck von ca. 150 bar)
· Schließen der Angussverschlüsse
· Öffnen der Angussverschlüsse
· Öffnen der Presse / Werkzeugträgers
· Entnahme des fertigen Formteils
· Konfektionierung während der Reaktionszeit
· Ablage des Formteils in einem Versandbehälter (Boxpalette)
Mensch:
· nach Möglichkeit Arbeitsplatz für Männer als auch Frauen
· die Auflagen besonderer Gesetze wie z.B. Mutter- und Jugendschutzgesetz sind im
Vorfeld zu prüfen
· normale körperliche Konstitution
· es ist nicht vorgesehen Behinderte einzusetzen
· besondere Qualifikation der Mitarbeiter erforderlich
· PSA
Arbeitsmittel:
· Hubmischkopf
· Presse / Werkzeugträger
· Handwerkzeuge
· Absauganlage
· Steuerschrank mit Bedienkonsole
· Transportmittel
· Ablagebox
(Boxpalette)
· Trennmittelpistole 2bar (Druckminderung von 14 bar) löst Absauganlage aus
8
· Druckluftpistole
· Arbeitstisch
· Behälter jeweils für Isocyanat / Polyol (2,5 bis 2,8 bar)
· Pumpen zum Transport in den Hubmischkopf für Isocyant / Polyol 160 bar
· Drucklufterzeuger 6 bis 7 bar für Druckluftpistole
· Hydraulikdruckerzeuger 150 bar für Steuerung Hubmischkopf und Öffnen / Schließen
der Werkzeugträger 150 bar
Arbeitsplatz / Arbeitsstätte:
· Halle 72 freier Platz
· Produktion von Schallschluckbauteilen aus Polyurethan
· Fertigung erfolgt in Presse / Werkzeugträger
· Konfektionierung Formteile erfolgt auf Tisch an Arbeitsplatz oder ausgelagert bei
Lebenshilfe
Eingabe:
Material
· Isocyanat / Polyol (am Hubmischkopf 150 bar)
· Trennmittel (Naphtha)
· Druckluft
· Hydraulikflüssigkeit (150 bar, SHELL Tellus 46)
Information
· Detaillierte Arbeitsanweisungen, in welcher Reihenfolge, welche Arbeitsmitteln
(Presse / Werkzeugträger /Hubmischkopf)
Energie
· elektrische, pneumatische ,thermische und hydraulische
Ausgabe:
· Produkt - wird endkontrolliert und in Versandbehälter am Produktionsplatz gelagert
und nach Abruf durch Gabelstaplerfahrer abgeholt
· Information - Probleme die sich bei der Produktion ergeben (z.B. erhöhter Ausschuss)
Schadstoffe
· Abfall - Filter, Rauche, Lärm, Gase, Folienreste, Materialreste
Arbeitsumgebung:
· Beleuchtung
· Klima
· Lärm aus benachbarten Bereichen / CO2 Reinigung
· Sonstige Emissionen aus benachbarten Bereichen
· Verkehrswege
· Verschmutzung
9
Zum Weiteren Verständnis sind noch einige Erläuterungen erforderlich.
Der Mitarbeiter erhält zu Schichtbeginn ein Formblatt über die zu produzierenden Formteile.
Das Mischungsverhältnis von Isocyanat zu Polyol beträgt in der Regel 40:100, das Gewicht
eines Formteils max. 200 g. Diese Parameter für den Hubmischkopf werden zu
Schichtbeginn am Steuerschrank eingestellt und ständig elektronisch überwacht.
Der Mitarbeiter kommt nur bei unkontrolliertem Austritt mit den Komponenten Isocyanat und
Polyol in Berührung. Nach der Reaktion sind die Ausgangsstoffe zu Polyurethan reagiert.
4.3 Gefährdungsanalyse
Aus der Beschreibung des Arbeitssystems erkennt man unschwer, dass es sich im
vorliegenden Fall um ein komplexes mehrdimensionales Problem handelt, dass an dieser
Stelle auf Grund seines Umfanges noch einmal konkretisiert werden muss.
Deshalb führte der Praktikant eine umfangreiche Gefährdungsanalyse / Risikobewertung
(nach Nohl) in tabellarischer Form nach den Elementen des Arbeitssystems durch,
formulierte erste Schutzziele und Lösungsalternativen (Anlage 6). Die Regelsetzer wurden
ermittelt und der Tabelle hinzugefügt (Anlage 7).
In einer Besprechung wurde der Sachstand festgestellt und die weitere Vorgehensweise
festgelegt (gleiche Zusammensetzung wie 1. Besprechung). Der zur Verfügung gestellte
Hallenbereich in Halle 72 erwies sich mit einer Fläche von 250 m² und einem Volumen von
2000 m³ mehr als ausreichend [8]. Der Praktikant trug vor bei welchen Gefährdungen
unabdingbarer Handlungsbedarf zur Reduzierung der Risiken besteht.
Aus der Systembetrachtung ergaben sich drei Bereiche von denen hohe Gefährdungen
ausgehen können (Anlage 6):
1.
Hubmischarmsystem und dessen Anbau- und Peripherieteile
mit Schwerpunkt Chemische, mechanische, physikalische, physische Faktoren
2.
Beheizte, hydraulisch- pneumatischbetriebene Werkzeugträger
mit Schwerpunkt Chemische, mechanische, physikalische, physische Faktoren
3. Umgebung
des
Arbeitssystems
mit Schwerpunkt Chemische, mechanische, physikalische, physische, elektrische
Faktoren, Klima
Diese Unterteilung der Bereiche war für die Zusammenarbeit mit der Konstruktionsabteilung
besonders sinnvoll, da durch eine entsprechende geometrische Anordnung der
Peripheriegeräte (Pumpen, Druckerzeuger) das Risiko für den Mitarbeiter von vornherein
auf ein akzeptables Maß gesenkt werden sollte (Anlage 3 Bild 5+6, Bilder entstanden nach
Aufbau).
10
Anderseits konnte die Konstruktionsabteilung mit diesen Systemgrenzen ihre
Herstelleraufgaben am besten gerecht werden. Die Betrachtung der Systeme aus diesem
Blickwinkel sparte enorme Arbeitszeit in der Konstruktion, da die Bereiche 1+3 ortsfeste
Bereiche sind, die nur einmal und danach nur bei Änderungen bewertet werden müssen.
Der Bereich 3 jedoch bei jedem Wechsel der Werkzeugträger zu betrachten ist.
Diese Vorgehensweise diente der Vororientierung, deshalb wurde im Vorfeld noch nicht in
der Tiefe auf mögliche Auswirkungen von Dosis und Exposition von Gefahrstoffen und Lärm
eingegangen.
5. Beurteilung
Eine komplette Bearbeitung aller vorgefundenen Gefährdungsfaktoren hätte den Rahmen
dieser Arbeit gesprengt. Deshalb sollen nunmehr im weiterem nur noch folgende
Gefahrdungsfaktoren beispielhaft betrachtet werden.
5.1 Chemische
Faktoren
Gefahrstoffe
Gemäß Anlage 6 wurden folgende Gefahrstoffe identifiziert:
· Schadstoffe
dieselgetriebener
Verbrennungsmotore
· Hydrauliköl Shell Tellus 46
· Isocyanat
· Polyol
· Pura® 1616M (Trennmittel)
· EWOMOLD
5516
Der Einsatz dieselbetriebener Gabelstapler in geschlossenen Hallen führt bei ungenügender
Lüftung zu einer Verunreinigung der Luft. Hierdurch können Erkrankungen durch Einatmen
der Abgase auftreten [11]. Als Exposition ist eine 8 h Schicht anzunehmen. (Maßzahl 4
signifikant ohne getroffene Maßnahmen)).
Die DME werden regelmäßig gemessen, die Ergebnisse im firmeninternen
Schadstoffkataster erfasst und wenn erforderlich Maßnahmen eingeleitet, so dass sich in
diesem Fall der Handlungsbedarf auf die ordnungsgemäße Überwachung der Grenzwerte
beschränkt
Das Hydrauliköl SHELL Tellus 46 (Anlage 8) befindet sich in einem geschlossenen System,
der Mitarbeiter kommt mit dieser Substanz nur bei Störungen und Undichtigkeiten in
Verbindung. Trotzdem ist eine Gefährdung auf Grund des hohen Druckes und bei
Verunreinigung des Bodens durch Stürze insbesondere in Richtung des Wartungs- und
Instandsetzungspersonals gegeben. Es besteht Handlungsbedarf (Maßzahl 3 signifikant)
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