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Scholary Paper (Seminar), 2002, 16 Pages
Author: Arno Schumacher
Subject: American Studies - Comparative Literature
Details
Institution/College: University of Hamburg (Institut für Anglistik und Amerikanistik)
Tags: Lolita, Romanadaption, Medienwechsel, Vladimir, Nabokov, Lolita
Year: 2002
Pages: 16
Grade: 2,0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-17682-8
File size: 419 KB
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Excerpt (computer-generated)
LOLITA:
ÜBER ROMANADAPTION UND MEDIENWECHSEL
eine Hausarbeit von Arno Schumacher
vorgelegt am Institut für Amerikanische Literatur und Kultur
im Seminar „Vladimir Nabokov, Lolita“
an der Universität Hamburg
Wintersemester 2001/2002
Inhalt 2
Einleitung und Vorbemerkungen 3
Adaption und Medienwechsel: vom Papier auf die Leinwand 3
Kriterien der Bewertung einer Adaption 3
Der Vorgang der Adaption 4
Stanley Kubrick und Lolita 7
Die Adaption und die Rolle der literarischen Vorlage bei Kubrick 7
Kubricks „Emanzipation“ von Nabokov – Die Verfilmung von Lolita 1962 8
Vergleich der Lolita-Adaption bei Stanley Kubrick und Adrian Lyne 11
Fazit 14
Quellen 16
Einleitung und Vorbemerkungen
Im Laufe der Erarbeitung des Themenkomplexes Lolita und seiner vielfältigen Betrachtungsmöglichkeiten war ein Thema immer wieder besonders interessant: Obwohl es zahlreiche Untersuchungen, Arbeiten und Auseinandersetzungen mit und über das Thema des Romans gab und gibt, ist der Roman immer noch mit dem Makel der Anrüchigkeit behaftet. Gerade diese Anrüchigkeit macht ihn natürlich auch interessant und hat sicherlich eine Menge zu seiner Popularität beigetragen. Genau dieser Bekanntheitsgrad macht den Aspekt der Filmadaptionen dieses offensichtlich schwierigen Stoffes so faszinierend. Ganz unabhängig davon, ob man die Verfilmungen als gelungen oder nicht einstufen will, dass liegt im Zweifel ohnehin im Auge des Betrachters, und die Bezeichnungen, ganz besonders im Fall der Verfilmung von Stanley Kubrick, reichen von „enttäuschend“ bis „meisterhaft“, ist schlicht und einfach die Aufgabe der Umsetzung einer solchen Vorlage spannend. Darüber hinaus eignet sich Lolita, bedingt durch das meisterhafte Talent des Autors Nabokov, vorzüglich, um in Hinsicht auf die Filmadaptionen zu zeigen, wo die Möglichkeiten und die Grenzen der Adaption liegen.
Ich werde in dieser Arbeit zunächst auf die Adaption einer Vorlage aus der Literatur im allgemeinen eingehen und versuchen, einen Einblick in dieses Feld zu geben. Ich halte dies für notwendig, um die Kriterien der Beurteilung einer Adaption ausreichend deutlich darstellen zu können.
Im Anschluss soll dann auf die Arbeit Stanley Kubricks mit Lolita eingegangen werden. Ich werde die zweite Verfilmung von Adrian Lyne aus dem Jahr 1997 nur am Rande behandeln und lediglich für einen exemplarischen Szenenvergleich benutzen, da ich Kubricks Lolita in Hinsicht auf das Thema der Adaption für interessanter halte.
Adaption und Medienwechsel: vom Papier auf die Leinwand
Kriterien der Bewertung einer Adaption
Die Geschichte der Romanadaption für den Film ist unmittelbar verknüpft mit den Problemen des Films, als eigenständige Kunstform akzeptiert zu werden. Viele Filmschaffende, die auf einen Roman, eine Kurzgeschichte oder ein Theaterstück zurückgreifen, um daraus einen Film zu machen, müssen sich den Vorwurf machen lassen, der Film werde der Vorlage nicht gerecht. Besonders drastisch fallen diese Vorwürfe natürlich meist dann aus, wenn es sich dabei um eine bekannte, allgemein anerkannte und am besten noch vom Kritiker persönlich geschätzte Vorlage handelt. Mit diesem Konflikt muss sich der Film schon seit seinem Bestehen auseinandersetzen. Schon von den ersten Gehversuchen mit dem Medium Film an, haben Filmemacher auf Vorlagen aus der Literatur zurückgegriffen, teilweise um etwas eigenes daraus zu machen, um der Inspiration willen, oder einfach nur, um dem Werk ihre Wertschätzung zu erweisen.
Akzeptiert man das Medium Film als eigene Kunstform, so folgt daraus der Bedarf nach eigenen Bewertungskriterien. Der Film ist nicht nur ein relativ junges Medium, wenn man ihn z.B. mit dem Buchdruck oder dem Theater vergleicht, sondern er weist auch in seiner Funktion und in seinen Rezeptionsanforderungen entscheidende Unterschiede zu den „Alten Medien“ auf. Vor allem die Tatsache, dass es sich beim Film um ein audiovisuelles Medium handelt und die eigens für die Vorführung (wir gehen davon aus, dass der Film in einem Kinosaal rezipiert wird) erforderliche Örtlichkeit und Technik sind die Hauptunterschiede im Vergleich zu anderen Medien.
Die entscheidenden Fragen, die es zu betrachten gilt, wenn man sich um die Beurteilung einer Filmadaption bemüht, könnten demnach folgende sein:
- Was kann und was muss eine Romanadaption leisten?
- Ist es der Zweck bzw. sollte es der Zweck einer Verfilmung sein, ein genaues Abbild der Vorlage zu schaffen?
- Ist dies überhaupt möglich bzw. ist es wünschenswert?
- Macht es nicht viel mehr Sinn, einen Film als etwas eigenständiges zu beurteilen?
Eine definitive Beantwortung kann man sicherlich nicht geben, aber der entscheidende Punkt ist die Eigenständigkeit des Films. Nichtsdestotrotz kann natürlich ein Vergleich mit einer eventuellen Vorlage erfolgen, denn es muss auch beurteilt werden, in wie fern die Entscheidung, einen Film aus einer Vorlage zu machen, richtig war.
Der Vorgang der Adaption
Im folgenden Abschnitt soll ein knapper Überblick über den Vorgang und die Kriterien der Adaption gegeben werden. Das Thema Adaption ist sehr umfangreich und wird häufig und immer wieder diskutiert. Vor allem die Diskussion um den Wert filmischer Umsetzungen wird auch nach hundert Jahren Film und Kino immer noch geführt, und ein wirkliches Ende scheint nicht in Sicht zu sein. Zu gespalten sind die Meinungen, und die Kritiker des Kinos beharren auf ihren Argumenten. Einer der häufigsten Vorwürfe, dass die meisten Filme ihren Vorlagen nicht gerecht würden und oftmals den Glanz eines Werkes der Literatur schmälerten, ist auch in Hinsicht auf die Adaptionen des Romans Lolita von Bedeutung, weil gerade an diesem Beispiel besonders die Möglichkeiten und vor allem auch die Einschränkungen, die das Kino bei der Übernahme von Stoffen aus der Literatur machen muss, deutlich gemacht werden können.
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