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Die rumänische Sprache

Subtitle: Teil der romanischen Sprachfamilie

Termpaper, 2007, 22 Pages
Author: Rositsa Trifonova
Subject: Romance Languages - Romanian Studies

Details

Institution/College: University of Passau
Tags: Sprache
Category: Termpaper
Year: 2007
Pages: 22
Grade: 2,3
Bibliography: ~ 9  Entries
Language: German
Archive No.: V115566
ISBN (E-book): 978-3-640-17037-1

File size: 1485 KB

Abstract

Die rumänische Sprache weist einen ziemlich großen geographischen Abstand vom restlichen romanischen Bund auf. Die Sprache, die sich auf der Balkanhalbinsel entwickelt hat und die zusammen mit dem Italienischen die Subgruppe der Ostromania bildet, ist Jahrtausende lang von verschiedenen anderen Sprachen beeinflüsst worden, bis sie ihre heutige Gestalt bekommen hat. Die ursprungliche Sprache, nämlich das Latein, oder besser gesagt das gesprochene Vulgärlatein, wurde von den römischen Soldaten ins Gebiet des heutigen Rumaeniens gebracht. Gleich nach der römischen Eroberung des Territoriums, das damals von den Dakern bewohnt war, wurden dort viele Soldaten geschickt, weil dieses Gebiet an der Grenze lag und von dort viele feindliche Völker eindringen konnten. Nach dem Militärdienst bleiben die meinsten auf dem Territorium des heutigen Rumäniens und so halfen für die Verbreitung des Vulgaerlateins.2 Aber wer waren die Völker, die zu jener Zeit dort gewohnt hatten, und wieso hatte sich die römische Sprache durchgesetzt, obwohl so viele verschiedene Sprachen gesprochen wurden? Man muss sich aber auch fragen, von welchen anderen Sprachen das Rumänische im Laufe der Zeit beeinflüsst worden ist. Und wenn man die Tatsache kennt, daß Rumänien von vielen slawisch sprechenden Völkern umgeben ist, kann man die nächste Frage stellen, nämlich: Wie wird die rumänische Sprache geschrieben- mit lateinischen oder kyrillischen Buchstaben? In dieser Seminararbeit versuche ich zu zeigen, daß die Wurzeln der rumänischen Sprache im Lateinischen liegen, und aber auch, dass diese Sprache sich ganz individuell entwickelt hat, aufgrund ihrer geographischen Lage, der Isolation vom romanischen Sprachbund im Westen und des Kontaktes mit den slawischen Sprachen, die sie umgeben. [...]


Excerpt (computer-generated)

Rositsa Trifonova

PS/HS Linguistica delle varietá

SS 2007

Universität Passau

Romanische Sprachwissenschaft

Hausarbeit

DIE RUMÄNISCE SPRACHE
TEIL DER ROMANISCHEN SPRACH FAMILIE

 


Inhaltsverzeichnis

I. Vorwort 3
II. Geschichte der Romanisierung 3
1. Die alten Bewohner 4
2. Die Eroberung 4
3. Die Romanisierung 4
4. Das Christentum 5
5. Die Berührung mit anderen Sprachen und Kulturen 5
III. Sprachgeschichte 5
1. Entstehung der rumänischen Sprache 5
1.1. Die Jirecek-Linie 5
1.2. Die Theorie von E.Petrovici 6
1.3. Die Etappen der Entwicklung der Sprache 6
2. Entwicklung der rumänischen Schriftlichkeit 7
2.1. Die ersten schriftlichen Dokumente 7
2.2. Das Alphabet 7
2.3. Erste Versuche um sprachliche Norm zu schaffen, um die Sprache zu standardisieren 8
IV. Die Varietäten des Rumänischen 9
1. Dakorumänisch 9
2. Aromunisch 9
3. Meglenorumänisch 9
4. Istrorumänisch 10
V. Die heutige Gestalt der rumänischen Sprache 10
VI. Grammatische Besonderheiten des Rumänischen 11
1. Phonetik, Phonologie, Orthographie und Akzent 11
2. Morphosyntax 12
2.1. Substantiv 12
2.2. Verb 14
2.2.1. Infinitivformen 14
2.2.2. Modi und Tempi 14
2.3. Adjektiv 14
3. Wortschatz 15
VII. Die Sprachpflege des Rumänischen seit dem XX Jh 17
1. Die Idee zur Sprachverbreitung 17
2. Die rumänische Akademie 17
3. Gesetzliche Sprachnormierung 17
4. Die Entstehung einer Sprachlichen Norm durch Grammatiken und
Wörterbücher 18
5. Die anderen ,,Sprachkultivierungs"- Organisationen 18
6. Der Kontakt mit der restlichen Welt nach dem Fallen des Kommunismus 18
VIII. Die Sprachkultivierung in der Moldau 19
IX. Fazit 19

2

 


I. Vorwort

Republik Rumänien ist ein Staat in Südosteuropa am Schwarzen Meer. Der Name Romania war im Latein in der Spätantike eine verbreitete Kurzbezeichnung für das Römische Reich. Rumänien (von Süden im Uhrzeigersinn) grenzt an Bulgarien, Serbien, Ungarn, die Ukraine und Moldawien und besteht aus den Landsteilen Walachei, Moldau und Siebenbürgen. Mit 22 Millionen Einwohnern und einer Fläche von 238.000 Quadratkilometern ist Rumänien ein der größten Länder Südosteuropas. Die meisten Rumänen sind orthodoxen Glaubens.

Die verschiedenen Minderheitsgruppen sind ein untrennbares Teil Rumäniens. Der ungarischen Minderheit gehören rund 1,4 Millionen Einwohner an. Dagegen ist die deutsche Minderheit im Laufe des vergangenen Jahrhunderts auf rund 60 000 geschrumpft. Allein nach dem Sturz des kommunistischen Machthabers Nicolae Ceausescu (1989) verließen zehntausende Rumänien Deutsche ihre Heimat. Die größte Minderheit in Rumänien sind wohl die Roma. In der letzten Volkszählung ordneten sich zwar nur 500 000 Personen dieser Gruppe zu, ihre tatsächliche Zahl wird aber auf rund zwei Millionen geschätzt.1

Die rumänische Sprache weist einen ziemlich großen geographischen Abstand vom restlichen romanischen Bund auf. Die Sprache, die sich auf der Balkanhalbinsel entwickelt hat und die zusammen mit dem Italienischen die Subgruppe der Ostromania bildet, ist Jahrtausende lang von verschiedenen anderen Sprachen beeinflüsst worden, bis sie ihre heutige Gestalt bekommen hat.

Die ursprungliche Sprache, nämlich das Latein, oder besser gesagt das gesprochene Vulgärlatein, wurde von den römischen Soldaten ins Gebiet des heutigen Rumaeniens gebracht. Gleich nach der römischen Eroberung des Territoriums, das damals von den Dakern bewohnt war, wurden dort viele Soldaten geschickt, weil dieses Gebiet an der Grenze lag und von dort viele feindliche Völker eindringen konnten. Nach dem Militärdienst bleiben die meinsten auf dem Territorium des heutigen Rumäniens und so halfen für die Verbreitung des Vulgaerlateins.2

Aber wer waren die Völker, die zu jener Zeit dort gewohnt hatten, und wieso hatte sich die römische Sprache durchgesetzt, obwohl so viele verschiedene Sprachen gesprochen wurden? Man muss sich aber auch fragen, von welchen anderen Sprachen das Rumänische im Laufe der Zeit beeinflüsst worden ist. Und wenn man die Tatsache kennt, daß Rumänien von vielen slawisch sprechenden Völkern umgeben ist, kann man die nächste Frage stellen, nämlich: Wie wird die rumänische Sprache geschrieben- mit lateinischen oder kyrillischen Buchstaben?

In dieser Seminararbeit versuche ich zu zeigen, daß die Wurzeln der rumänischen Sprache im Lateinischen liegen, und aber auch, dass diese Sprache sich ganz individuell entwickelt hat, aufgrund ihrer geographischen Lage, der Isolation vom romanischen Sprachbund im Westen und des Kontaktes mit den slawischen Sprachen, die sie umgeben.

II. Geschichte der Romanisierung.

Um eine Sprache zu analysieren, muß man vorher wissen, wie diese Sprache entstanden und wie sie sich entwickelt hat, welche Sub- und Superstrate miteinandergewirkt hatten und die Gründe, warum die eine Sprache stärker war, um sich durchsetzen zu können. Das aber ist eng an die Kulturgeschichte einer Menschensgesellschaft gebunden. Deswegen müssen wir kurz die Entwicklung von ,,Stamm"-Status zur Nationalität der Rumänen verfolgen.

1 Janich, Nina, Sprachkulturen in Europa, Tübingen, 2002
2 Vasile Arvinte, Tübinger Beiträge zur Linguistik, Die Rumänen: Ursprung, Volks- und Landesnamen, Günter Narr Verlag, Tübingen, 1980

3

 


1. Die alten Bewohner

Während der römischen Herrschaft lebten viele verschiedene Stämme und Völker an der unteren Donau, deren Sprachen später romanisiert worden waren. Einige davon waren die thrakischen Stämme im Nordosten, die bis zum Schwarzen Meer und den Nordkarpaten siedelten, und die Illyren im Nordwesten. Laut der archäologischen Beweise waren die beiden Sprachen Zugehörige der Indogermanischen Sprachfamilie. Die thrakische Gruppe setzte sich aus zahlreichen Stämmen zusammen, wie z.B. die Daker in Transilvanien, die Karpen in der heutigen Moldau, die Geter im Süden der Südkarpaten, in Oltenien, Muntenien und der Dobrudscha.3

Diese Völker waren relativ gut zivilisiert und wirtschaftlich entwickelt, wie uns die große Zahl dakischer Städte und Festungen in Transilvanien und die thrakischen Siedlungen im Süden der Donau beweisen. Deswegen die römischen Führer trafen ziemlich starken Widerstand bei den Versuchen, diese Völker zu erobern. Durch die gute Organisation war es den Dakern gelungen, sich den wiederholten Eroberungsversuchen der Römer in den letzten Jahrzehnten des 1. Jhs. n. Chr. zu wedersetzen. 4

2. Die Eroberung

Einige Jahre später (um 105-106) aber konnte Kaiser Trajan, von den Reichtümern dieser Gegend hingezogen, jedoch die Daker unter Decebal besiegen und aus Dakien eine römische Provinz machen.5

Aber was ist mit der dakischen Bevölkerung passiert? Die eine Theorie besagt, dass die Daker von den Römern aus ihrem Land vertrieben worden waren. Diese Theorie wird widerum von der Tatsache abgestritten, dass die meisten Ortsnamen dakischer Ursprung sind (Napoca, Germisara, Drobeta etc.), die durch die Römer übernommen wurden. Der nächste Beweis für die Anwesenheit der Daker ist das Auftreten von trakisch-dakischen Namen auf Inschriften Dakiens während der römischen Zeit. Auch die Formierung zahlreicher dakischer Truppen in der Zeit nach der Eroberung bis zum Beginn des 3. Jh. und die aktiven Befreiungsversuche nach Trajans Tod zeigen die erste Theorie als unwahrscheinlich. Andere archäologische Befunde, wie Keramik, Behausungen, Kleidungs- und Schmuckstücke, Werkzeuge und andere Schätze, die an ca. 36 ländlichen Orten gefunden waren, zeigen, dass die Daker vom ethnischen Gesichtspunkt nicht vernichtet werden konnten. Die Bevölkerung wurde einem Romanisierungsprozeß ausgesetzt und nahm so die Sprache und die Lebensweise der Römer, aber die Daker stellen doch eine wesentliche Komponente des rumänischen Volkes dar. 6

Aber Kaiser Trajan hatte es nischt geschafft, alle Völker unter seiner Macht zu bekommen. Die Archäologen zeigen, daß in Muntenien freie Daker um das 3. Und 4. Jahrhundert gelebt haben sollten. Die Römer herrschten auch nicht über die dakische Bevölkerung in den östlichen Ostkarpaten, d.h. in der heutigen Moldau.7

3. Die Romanisierung

Um das Jahr 106 n.Chr. wurde die neue Provinz des Kaiserreichs, Dacia Romana, intensiv romanisiert (das ist ziemlich spät im Vergleich mit den anderen romanischen Ländern, die schon vor Chr. romanisiert wurden). Die römische Herrschaft nördlich der Donau unfasste

3 Vasile Arvinte, Tübinger Beiträge zur Linguistik, Die Rumänen: Ursprung, Volks- und Landesnamen, Günter Narr Verlag, Tübingen, 1980
4 Florica und Ion Talo, Einführung in die Rumänische Sprache, Romanistischer Verlag Bonn, 1999
5 Florica und Ion Talo, Einführung in die Rumänische Sprache, Romanistischer Verlag Bonn, 1999
6Vasile Arvinte, Tübinger Beiträge zur Linguistik, Die Rumänen: Ursprung, Volks- und Landesnamen, Günter Narr Verlag, Tübingen, 1980
7Vasile Arvinte, Tübinger Beiträge zur Linguistik, Die Rumänen: Ursprung, Volks- und Landesnamen, Günter Narr Verlag, Tübingen, 1980

4

 


einen kurzen Zeitraum (von 106 bis 271 n.Chr.), aber der Romanisierungsprozeß vollzog sichmit rascher Geschwindigkeit . Die Provinz nahm im Rahmen des römischen Reiches eine Sonderstellung an. Sie war im System der römischen Verteidigung eine Grenzprovinz von großer strategischer Bedeutung. Sie war auch Objekt wissenschaftlicher Interessen, weil sie reich an landwirtschaftlichen Produkten und an Gold war. Die, nach dem Millitärdienst, gebliebenen Soldaten und die Siedler, die aus allen Teilen des römischen reiches gekommen waren, hatten eine seht wichtige Rolle bei der Verbreitung der lateinischen Sprache. Zuerst wurden die städtischen Zentren romanisiert; bei den Bauern und Hirten hielt noch lange Zeit die dakische Muttersprache.8

Als sich Kaiser Aurelian 273-274 unter dem Druck der Goten und der freien Daker aus der Provinz zurückzog, hinterließ eine romanisierte Bevölkerung in Dakien.9

4. Das Christentum

Über Jahrhunderte waren die Bewohner der neuen Provinz Dacia Romana treu verschiedenen Göttern. Wie auch früher im Römischen Reich wurde die Bevölkerung zum Christentum aufgefordert. Die Christianisierung der Bevölkerung begann in den Städten der Dacia Romana schon im 3. Jh., während die Dorfbewohner erst nach dem Jahre 313 in großer Zahl zum Christentum übertraten.10

5. Die Berührung mit anderen Sprache und Kulturen

Von den vielen Völkern, die Dakien durchzogen, sind die Slawen die wichtigsten. Sie erreichten Dakien Ende des 6. Anfang des 7. Jhs. und wurden von der römischen Bevölkerung assimiliert. Sie hinterließen aber ihre Spuren im Vokabular des Rumänischen und in der Volkskultur. Die Ungarn erreichten Dakien gegen Ende des 9. Jhs. Sie siedelten hauptsächlich in den Städten, den fruchtbaren Niederungen Transsilvaniens und innerhalb des Karpatenbogens. Im 12. Jh. wurden Moselfranken zur Grenzbefestigung in Ost- und Südsiebenbürgen angesiedelt. Sie sind unter der Bezeichnung Siebenbürger Sachsen bekannt. Im 18. Jh. liessen sich West- und Südwestdeutsche im Banat nieder. Sie werden Banater Schwaben genannt.11

Im 18. Jh. herrschten die Phanarioten, d.h. die Griechen aus dem Phanar in Konstantinopel, in der Moldau und in der Walachei. In dieser Zeit dringen zahlreiche Gräzismen ins Rumänische ein, von denen aber eine ganze Reihe schnell wieder verschwindet. Aus dieser Epoche datieren ferner enge Kulturkontakte zu Westeuropa, sodaß hier die ersten Anfänge der Übernahmen von Französismen und Italianismen liegen.12

III. Sprachgeschichte

1. Entstehung der rumänischen Sprache

Die Sprachwissenschaftler haben einige Theorien über die Entstehung der rumänischen Sprache etwickelt.

1.1. Die Jirecek-Linie

Einer der bedeutendsten Linguisten im Bereich der Romanistik ist der tschechische Gelehrte C.Jirecek, der auf der Basis der geographischen Verteilung der lateinischen und griechischen

8 Vasile Arvinte, Tübinger Beiträge zur Linguistik, Die Rumänen: Ursprung, Volks- und Landesnamen, Günter Narr Verlag, Tübingen, 1980
9 Florica und Ion Talo, Einführung in die Rumänische Sprache, Romanistischer Verlag Bonn, 1999
10 Florica und Ion Talo, Einführung in die Rumänische Sprache, Romanistischer Verlag Bonn, 1999
11 Florica und Ion Talo, Einführung in die Rumänische Sprache, Romanistischer Verlag Bonn, 1999
12 Nina Janich, Sprachkulturen in Europa, Rumänisch, Tübingen, 2002

5

 



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