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Depressionen im Kindes- und Jugendalter

Studienarbeit, 2003, 20 Seiten
Autor: Iris Gorke
Fach: Sozialpädagogik / Sozialarbeit

Details

Kategorie: Studienarbeit
Jahr: 2003
Seiten: 20
Note: 1
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V11589
ISBN (E-Book): 978-3-638-17706-1

Dateigröße: 411 KB


Textauszug (computergeneriert)

Fachhochschule München

Depressionen im Kindes- und Jugendalter

Iris Gorke
München, den 29. Januar 2003

 

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung  S. 2

2. Definition der Depression  S. 2

3. Klassifikation der klinischen Störungsbilder  S. 3

4. Symptomatik  S. 3
4. 1 Symptomatik der Kindheits- und Jugenddepression


4. 1. 1 Im Säuglingsalter
4. 1. 2 Im Kleinkind- und Vorschulalter
4. 1. 3 Jüngere Schulkinder
4. 1. 4 Bei älteren Kindern und Jugendlichen

4. 2 Das Problem der Komorbidität

5. Ätiologie  S. 8
5. 1 Risikofaktoren
5. 2 Biologische Erklärungsansätze zur Entstehung von Depressionen


5. 2. 1 Genetik
5. 2. 2 Biochemische (endokrine) Theorien

5. 3 Psychologische Theorien


5. 3. 1 Psychoanalytische Theorie
5. 3. 2 Behaviorale Theorie
5. 3. 3 Kognitive Theorien

6. Therapie  S. 13
6. 1 Psychotherapie
6. 2 Spieltherapie
6. 3 Andere nichtmedikamentöse Behandlungsmöglichkeiten
6. 4 Medikamentöse Behandlung
6. 5 Stationäre Behandlung

7. Zusammenfassung  S. 18

Literaturverzeichnis

 

1. Einleitung

Zur kalten Jahreszeit schlagen die dunklen Tage mit trübem Wetter vielen Menschen auf die Stimmung und verursachen ebenso trübe Gedanken. Bei einigen erhöht sich saisonal die Vulnerabilität für depressive Erkrankungen. Nicht jede veränderte Stimmung ist gleich eine echte Depression, wenn auch die Aussage „gerade depressiv zu sein“ sich als Ausdruck für die Phase eines Stimmungstiefs etabliert hat. Bei Jugendlichen hat der Begriff „Depri- Phase“, für ein momentanes Tief, Fuß gefasst. Grundsätzlich gilt, dass Gefühle wie Niedergeschlagenheit, Hoffnungslosigkeit und Pessimismus zu unserer emotionalen Grundausstattung gehören und ebenso Bestandteil des Lebens, wie Freude oder Zufriedenheit, sind. Besonders in der Pubertät gehören Stimmungsschwankungen zur normalen Entwicklung. Diese Erscheinungen gilt es von der Depression im klinischen Sinne abzugrenzen. Dabei rückt aber auch die Tatsache, dass sowohl Kinder als auch Jugendliche an einer depressiven Störung leiden können, langsam in den Blickpunkt der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Die Kindheitsdepression ist nicht immer leicht als solche zu erkennen. Insbesondere Kinder drücken ihr persönliches Leid in jeder Altersstufe verschieden aus. Dies äußert sich häufig in somatischen Beschwerden, und die typischen Symptome einer depressiven Störung, auf die ich noch genauer eingehen werde, sind nicht so offensichtlich, wie im Erwachsenenalter. Aufgrund der Abweichungen zur Erwachsenendepression galt die kindliche Affektstörung lange Zeit als entwicklungsspezifische Störung und wurde erst in den letzten Jahren als eigenständiges Krankheitsbild anerkannt.

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage nach Symptomatik und Ätiologie der Depressionen bei Kindern und Jugendlichen und erklärt, verschiedene Therapieformen unter Einbeziehung aktueller Forschungsarbeiten. Des Weiteren wird auf Chancen und Risiken einer stationären Behandlung eingegangen.

2. Definition der Depression

Der Begriff Depression kommt aus dem lateinischen und bedeutet Niedergeschlagenheit oder Bedrücktheit. Es herrscht allerdings einige Verwirrung um den Begriff, weil er in der Alltagssprache von Laien für momentane Stimmungstiefs verwendet wird. Außerdem existiert keine allgemeingültige Definition für die Diagnose, sondern nur Definitionsversuche. Das Problem liegt darin, dass die Depression keine zu definierende Krankheit ist, sondern ein Krankheitsbild, das sich aus einer Gruppe von Symptomen - dem depressiven Syndrom- zusammensetzt. Daher möchte ich unter dem Punkt der Symptomatik auf einige der mannigfaltigen Merkmale eingehen, die bei einer Depression gehäuft auftreten.

3. Klassifikation der klinischen Störungsbilder

Formal diagnostisch werden Depressionen, die zu den affektiven Störungen gehören, wie alle psychiatrischen Krankheitsbilder entweder nach ICD-10 (Internationales Klassifikationssystem psychischer Störungen in 10. Revision) der WHO oder nach DSM- IV (Diagnostisches und Statistisches Manual psychischer Störungen in 4. Revision) der Amerikanischen Psychiatrischen Vereinigung klassifiziert. Nach der DSM- IV Klassifikation werden die depressiven Störungen, die auch als unipolare Störungen bezeichnet werden, von den bipolaren Störungen unterschieden. Zu den depressiven Störungen zählen die Major Depression, das gravierende Zustandsbild, und die Dysthymie, die in ihrer Ausprägung weniger intensiv und von kürzerer Dauer ist. Analog dazu klassifiziert der ICD-10 leichte, mittelschwere und schwere Störungen. Beide Klassifikationssysteme setzen das Vorhandensein von fünf Symptomen zur Diagnostizierung einer depressiven Störung über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen voraus. Die Depression kann mehr als ein halbes Jahr andauern. Leidet der Betroffene drei Jahre oder länger an dem Syndrom, wird von einer depressiven Entwicklung gesprochen.

4. Symptomatik

Der Symptomkomplex bezieht sich auf verschiedene Ebenen. Zum Beispiel auf emotionaler Ebene eine traurige, niedergeschlagene Stimmung. Gefühle der Hilflosigkeit herrschen vor. Die Beeinträchtigung der vegetativ- physiologischen Ebene zeichnet sich durch drastische Appetit- und Gewichtsveränderungen und Schlafstörungen mit vermehrtem oder vermindertem Schlaf aus. Das Aktivitätsniveau ist in Richtung auf Lethargie oder Agitiertheit verändert. Auf der motivationalen Ebene liegen außerdem Antriebsschwäche, große Müdigkeit und der Interessensverlust von gewohnten Aktivitäten vor. Konzentrationsschwierigkeiten, wie verlangsamtes Denken und Gedanken der Wertlosigkeit und Schuld bis zu immer wiederkehrenden Suizidgedanken sind Symptome der Beeinträchtigung auf der kognitiven Ebene, die eine Depression diagnostizieren können. Die Unterscheidung von bipolaren und unipolaren Störungen wird erst in den letzten Jahrzehnten vorgenommen. Dabei stellen die bipolaren Störungen einen Wechsel von depressiven und manischen Phasen dar, zeichnen sich aber nicht nur durch die zusätzlichen manischen Episoden aus, sondern ebenso durch eine andere Symptomatik.1 Da bipolare Störungen bei Kindern eher selten auftreten, soll hier nicht näher darauf eingegangen werden. Affektive Störungen bei Kindern werden nach den Kriterien für Erwachsene beurteilt, unter Berücksichtigung spezifischer Merkmale. Neben Ähnlichkeiten in der Symptomatik der Major Depression bei Kindern und Erwachsenen, können die Depressionen eines Kindes aber auch eine völlig andere Symptomatik aufweisen. 2 Daher ist eine gesonderte Betrachtung der Depressionen bei Kindern und Jugendlichen im Gegensatz zu den Störungen der Erwachsenen notwendig.

4. 1 Symptomatik der Kindheits- und Jugenddepression

 

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