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Subtitle: Eine institutionenökonomische Betrachtung
Diploma Thesis, 2008, 79 Pages
Author: Christopher Ligwe
Subject: Computer Science - Commercial Information Technology
Details
Tags: Property, Rights, Transaktionskosten, Governance-Strukturen, Open, Source, Software, Projekten
Year: 2008
Pages: 79
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 130 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-17790-5
ISBN (Book): 978-3-640-17803-2
File size: 389 KB
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Abstract
Die zunehmende Etablierung von Open Source Software (OSS)1 im Softwaremarkt hat dazu geführt, dass nicht nur das private und öffentliche, sondern auch das wissenschaftliche Interesse an OSS-Projekten zugenommen hat. Neben dem Betriebssystem Linux stellen zunehmend auch viele weitere OSS-Anwendungen, wie z.B. der Webbrowser Mozilla/Firefox oder der Apache Webserver ernstzunehmende Konkurrenz für ihre Mitstreiter aus dem Bereich der Closed Source Software (CSS) dar. Diese Entwicklung zeigt, dass sich mit OSS-Projekten eine alternative Organisationsform zur Erstellung komplexer Software herausgebildet hat. Der Erfolg von OSS-Projekten hängt dabei stark davon ab, inwieweit die Communities in der Lage sind, ihre Zusammenarbeit effizient zu koordinieren.
Excerpt (computer-generated)
Friedrich-Schiller-Universität
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre
- Makroökonomie -
Diplomarbeit
zur Erlangung des akademischen Grades eines
Diplom-Kaufmanns
Thema:
(Intellectual) Property Rights, Transaktionskosten und
Governance-Strukturen in Open Source Software Projekten
- eine institutionenökonomische Betrachtung -
vorgelegt von:
Name:
Christopher Ligwe
Abgabetag: 31.03.2008
Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis IV
Abbildungsverzeichnis V
Tabellenverzeichnis V
1. Einleitung 1
1.1. Motivation und Zielsetzung 1
1.2. Aufbau der Arbeit 2
2. Das Gut Software 2
2.1. Ökonomische Eigenschaften von Software 4
2.1.1. Software als Netzwerkgut 4
2.1.2. Software als Informationsgut 5
2.1.3. Software als komplexes Gut 6
2.1.4. Software als digitales Gut 7
2.1.5. Software als Gut ohne Rivalität im Konsum 8
2.2. Open Source Software 9
2.2.1. Motive der beteiligten Entwickler 9
2.2.2. OSS- vs. CSS- Lizenzen 10
2.2.2.1. Offene OSS-Lizenzen 12
2.2.2.2. Virale OSS-Lizenzen 12
2.2.2.3. CSS-Lizenzen 13
2.2.2.4. Resümee zu den Lizenzmodellen 13
2.3. (Intellectual) Property Rights und Softwareproduktion 14
3. Governance von Open Source Software Projekten 17
3.1. OSS-Governance und Projektlebenszyklus 21
3.1.1. Die Einführungsphase 22
3.1.2. Die Wachstumsphase 23
3.1.3. Die Reifephase 24
3.1.4. Die Rückgangsphase (mit oder ohne Wiederaufleben) 25
3.1.5. Erkenntnisse aus der Lebenszyklusbetrachtung 25
3.1.6.
Einführung
von
Governance-Instrumenten
in
OSS-Projekten
-
eine
Gradwanderung 27
3.2. OSS-Governance und Institutionenökonomik 28
3.2.1. OSS-Governance und Transaktionskosten 31
II
3.2.2. Institutionelle Arrangements zur OSS-Governance 33
3.2.2.1. Prinzip der Offenheit 34
3.2.2.2. Interne Governance 39
3.2.2.2.1. Modularität in Programmarchitektur und Projektorganisation 41
3.2.2.2.2. Hierarchie nach Leistung 44
3.2.2.2.3. Passive Kontrollrechte 46
3.2.2.2.4. Standardisierte Kommunikationsmechanismen 47
3.2.2.2.5. Standardisierte Koordinationsmechanismen 49
3.2.2.2.6. Instrumente zur Sicherung intrinsischer und Förderung extrinsischer Motive 50
3.2.2.3. Externe Governance 51
3.2.3. Zusammenfassung zur Governance von OSS-Projekten 54
4. Institutionenökonomische Erkenntnisse 55
5. Fazit und Ausblick 59
Literaturverzeichnis VI
III
Abkürzungsverzeichnis
AGB -
Allgemeine Geschäftsbedingungen
BSD -
Berkley Software Distribution
bzw. -
beziehungsweise
CSS -
Closed Source Software
CVS -
Concurrent Versions System
ECIS -
European Committee for Interoperable Systems
et al. -
et alii
etc. -
et cetera
FSF -
Free Software Foundation
FTP -
File Transfer Protocol
GPL -
General Public License
i.e. -
id est
IPR -
Intellectual Property Rights
IRC -
Internet Relay Chat
KDE - K Desktop Environment
LGPL -
Lesser General Public License
MIT -
Massachusetts Institute of Technology
NIÖ -
Neue Institutionenökonomik
OSD -
Open Source Definition
OSI -
Open Source Inititiative
OSS -
Open Source Software
PR -
Property Rights
S. -
Seite
u.a. -
unter anderem
US PTO -
United States Patent and Trademark Office
usw. -
und so weiter
vgl. -
vergleiche
z.B. -
zum Beispiel
IV
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1 - Top-10-Verteilung der verwendeten Lizenzen für OSS registriert bei
SourceForge.net (Stand: 25.01.2008) 11
Abbildung 2 - Trade-off zwischen Wohlfahrtsverlusten durch externe Effekte und
Transaktionskosten 15
Abbildung 3 - Lebenszykluskonzept 22
Abbildung 4 - OSS und CSS im Trade-off zwischen Wohlfahrtsverlusten durch externe
Effekte und Transaktionskosten 57
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1 - Güterarten nach Ausschließbarkeit und Rivalität: eigene Darstellung 8
Tabelle 2 - Softwarelizenzen und Übertragung von (I)PR 13
Tabelle 3 - Organisations- und Koordinationsformen 18
Tabelle 4 - charakteristische Eigenschaften der Projektphasen 26
V
1. Einleitung
1.1. Motivation und Zielsetzung
Die zunehmende Etablierung von Open Source Software (OSS)1 im Softwaremarkt hat dazu geführt, dass nicht nur das private und öffentliche, sondern auch das wissenschaftliche Interesse an OSS-Projekten zugenommen hat. Neben dem Betriebssystem Linux stellen zunehmend auch viele weitere OSS-Anwendungen, wie z.B. der Webbrowser Mozilla/Firefox oder der Apache Webserver ernstzunehmende Konkurrenz für ihre Mitstreiter aus dem Bereich der Closed Source Software (CSS) dar. Diese Entwicklung zeigt, dass sich mit OSS-Projekten eine alternative Organisationsform zur Erstellung komplexer Software herausgebildet hat. Der Erfolg von OSS-Projekten hängt dabei stark davon ab, inwieweit die Communities in der Lage sind, ihre Zusammenarbeit effizient zu koordinieren.
"Open Source Software can sometimes defeat proprietary software. However this is far from being always true. It relies on the efficiency of its organization. [...] In what extent then are open source software communities able to organize themselves, to self-organize [...]?"
(Dalle/Jullien, 2002, S. 14)
Die Motive der OSS-Entwickler wurden in zahlreichen Studien bereits ausgiebig untersucht und diskutiert. Verhaltensweisen von Individuen ergeben sich jedoch aus dem Zusammenspiel von Motiven mit den durch Institutionen bestimmten Anreizstrukturen. Entsprechend erscheint eine Untersuchung der institutionellen Arrangements von OSS-Projekten sinnvoll. Ziel dieser Arbeit ist es daher, sich anzuschauen welche institutionellen Arrangements zur Governance von OSS-Projekten eingesetzt werden. Aus institutionenökonomischer Sicht ist es vor allem interessant, die Effizienz verschiedener institutioneller Arrangements ökonomisch zu bewerten. In diesem Zusammenhang spezialisiert sich der vorliegende Beitrag auf die Frage, inwieweit die zwei verschiedenen Governance-Strukturen (CSS-Unternehmen vs. OSS-Projekt) effiziente Lösungen des Teamproduktionsproblems darstellen.
1 Es wird hier der Begriff Open Source Software (OSS) als Kennzeichnung aller Free-/Open Source Software Projekte benutzt, da sich diese Umschreibung für die zwei Richtungen ,,Open Source Software" und ,,Free Software" in der einschlägigen Literatur durchzusetzen scheint.
1
Die Arbeit wendet also Aspekte der Neuen Institutionenökonomik, speziell der (Intellectual-) Propery-Rights-Theorie und Transaktionskostentheorie, auf die Governance der Softwareproduktion an.
1.2. Aufbau der Arbeit
Wenn man ökonomische Aspekte von CSS und OSS betrachten möchte, ist es sinnvoll, sich zunächst das Gut Software etwas genauer anzuschauen. Zu diesem Zweck wird in dem folgenden Kapitel 2 auf ökonomische Eigenschaften und Lizenzmodelle von Software eingegangen. Das anschließende Kapitel 3 beschäftigt sich ausführlich mit der Governance von OSS-Projekten, bevor in Kapitel 4 die institutionenökonmischen Erkenntnisse diskutiert werden. Mit einem Fazit und kurzem Ausblick auf zukünftig interessante Forschungsfelder, bildet Kapitel 5 den Abschluss der Arbeit.
2. Das Gut Software
Der Begriff Software bezeichnet allgemein alle nicht physischen Funktionsbestandteile eines Computers, also neben Computerprogrammen auch die von den Programmen verarbeiteten Daten (vgl. Küchlin/Weber, 2005, S. 15f.). In Abgrenzung zu den Daten wird Software jedoch auch häufig mit dem Begriff Programm gleichgesetzt und als ,,Liste von Anweisungen zur Verarbeitung von Daten" (Gröhn, 1999, S. 4) definiert. Der vorliegende Beitrag sieht die letztgenannte Abgrenzung als sinnvoll an und folgt daher dieser Begriffserklärung.
Der Produktionsvorgang von Software bedingt, dass Programme prinzipiell in zwei verschiedenen Formen vorliegen. Entwickelt wird Software indem Programmierer logisch strukturierte Befehle und Anweisungen in einer so genannten Programmiersprache schreiben. Ergebnis dieses Programmiervorganges ist Software in Form des so genannten Quellcodes. Dieser Quellcode - oft auch als Programmcode, Quelltext oder Source Code bezeichnet - stellt die für den Menschen lesbare Form von Software dar. Vorrausetzung zum Verständnis des Quelltextes ist die Kenntnis der jeweiligen Programmiersprache. Um das Programm für den Rechner ausführbar zu machen, muss der Quellcode durch einen so genannten Kompiliervorgang in eine maschinenlesbare Form umgewandelt werden. Als Ergebnis dieses Umwandlungsvorganges liegt die Software dann auch in Gestalt des Binärcodes vor. Im semantischen Sinne ist dieser Binärcode vom Menschen nicht lesbar. Rückschlüsse vom Binärcode auf das zugrunde liegende Programmierprinzip sind nicht oder nur sehr schwer möglich (vgl. Kooths et al.,
2003, S. 16ff.; Hansen/Neumann, 2001, S. 155f.; von Engelhardt, 2006, S.1).
2
Daher wird im vorliegenden Beitrag unterstellt, dass die Funktion und die einzelnen Programmierschritte nur anhand des Quellcodes nachvollzogen werden können.
Ausgehend von den zwei Formen in denen Programme vorliegen, wird in der Regel zwischen zwei Arten der Bereitstellung von Software unterschieden, die auf verschiedenen eigentums- bzw. verwertungsrechtlichen Kriterien und/oder Produktionsweisen basieren. Man spricht in diesem Zusammenhang von proprietärer (Closed Source) und offener (Open Source) Software. In der Literatur kursieren noch weitere Bezeichnungen und Unterteilungen, wie z.B. nichtkommerzielle Open Source Software, Free-/Shareware, kommerzielle Open Source Software und kommerzielle/proprietäre Software (vgl. Berlecon Research, 2002, S. 11). Da die Unterscheidung hauptsächlich anhand der Offenlegung des Quellcodes erfolgt, wird die stark stilisierte und typisierte Trennung zwischen Closed Source Software und Open Source Software für diese Arbeit als sinnvoll erachtet. Im Folgenden wird für Closed Source Software die Abkürzung CSS, und für Open Source Software die Abkürzung OSS, verwendet.
- OSS ist grundlegend durch eine Offenlegung des Quellcodes und damit auch der zugrunde liegenden programmiertechnischen Leistung gekennzeichnet. Das OSS-Modell erlaubt es Software zu benutzen, zu kopieren, zu verändern und in veränderter oder unveränderter Form weiterzugeben (vgl. ausführlich die Open Source Definition der Open Source Initiative, 2006). Kommerzielle Verwertung von OSS erfolgt über so genannte OSS-Distributionen. Eine OSS-Distribution ist ein aufeinander abgestimmtes Paket von mehreren OSS-Programmen. Dieses spezifische Paket wird in der Regel durch Supportleistungen, Handbücher und kleinere Hilfsprogramme ergänzt. Die verschiedenen kommerziellen OSS-Distributionen haben oft gemeinsame Schnittmengen bezüglich der beinhalteten OSS. Trotz dieser Konkurrenzsituation beteiligen sich, die im Wettbewerb stehenden, OSS-Distributoren oft mit eigenen Entwicklungsbeiträgen an denselben OSS-Projekten. Vergleichbar mit Forschungskooperationen wird so eine Art ,,cost-sharing" betrieben (vgl. Pasche/von Engelhardt, 2006, S. 105; von Engelhardt, 2006, S. 14).
- Bei CSS hingegen wird der vom Menschen lesbare Quellcode nicht offengelegt, d.h. die Software wird ausschließlich in der maschinenlesbaren Form des Binärcodes vertrieben. Durch diese Konstruktion wird eine gewisse Ausschließbarkeit von der Nutzung erreicht. Das Ausschlussprinzip wird in der Regel durch eine Kombination aus [...]
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