Register or log in at GRIN

Your e-mail-address or password is wrong
Register now
For new authors: free, easy and fast
This will be used as your user name, please specify a valid e-mail address

Lost password

Your e-mail-address or password is wrong

Request a new password
Bioethische Betrachtungen anhand von Dieter Birnbachers „Natürlichkeit“, Kapite... close

Please wait

Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.

Bioethische Betrachtungen anhand von Dieter Birnbachers „Natürlichkeit“, Kapitel 6 und 7:

Subtitle: „Natürlichkeit in der Reproduktionsmedizin“ und „Natürlichkeit als Grenze der Umgestaltung der menschlichen Natur“

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2008, 18 Pages
Author: Julia Kulewatz
Subject: Philosophy - Philosophy of the Present

Details

Event: Dieter Birnbacher; "Die Natürlichkeit"
Institution/College: University of Erfurt
Tags: Bioethische, Betrachtungen, Dieter, Birnbachers, Kapitel, Dieter, Birnbacher, Natürlichkeit
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2008
Pages: 18
Grade: 2,00
Bibliography: ~ 11  Entries
Language: German
Archive No.: V116099
ISBN (E-book): 978-3-640-18253-4
ISBN (Book): 978-3-640-18260-2
File size: 133 KB

Abstract

Heute sind dem Menschen neue Gestaltungsräume auch innerhalb seiner eigenen Gattung möglich. Humangenetik und Reproduktionsmedizin eröffnen ihm diese. Die Grenze verschiebt sich merklich, doch welche Grenzbereiche sind betroffen? Ist es noch möglich, tatsächlich zwischen Natürlichkeit und Künstlichkeit zu unterscheiden, welche Methoden sind moralisch verwerflich und warum? Ab wann greift die Künstlichkeit in die Fortpflanzung des Menschen ein? Ist es moralisch richtig, allein der Natur die Entscheidung über Leben und Sterben zu überlassen? Fragen die der Philosoph Dieter Birnbacher in den Kapiteln 6 und 7 seiner „Natürlichkeit“ klären will.


Excerpt (computer-generated)

Universität Erfurt

Veranstaltungstyp: BA- Philosophie, Hauptseminar: Dieter Birnbacher: ,,Natürlichkeit"

Sommersemester 2008

Bioethische Betrachtungen anhand von Dieter Birnbachers

,,Natürlichkeit", Kapitel 6 und 7: ,,Natürlichkeit in der

Reproduktionsmedizin" und ,,Natürlichkeit als Grenze der

Umgestaltung der menschlichen Natur"

von
Julia Kulewatz

Abgabe: 31.08.08, Semesterzahl: 4

 


Inhaltsverzeichnis

Einführend 3
Abstufungen der Künstlichkeit 3
Bioethische Kritik 5
,,Natürlichkeitsargumente in der Reproduktionsmedizin" 7
,,Natürlichkeitspräferenzen versus Natürlichkeitsprinzipien" 7
Bevorzugung des Natürlichen? 8
Die Geschlechtswahl: biopolitische Aspekte 10
Reproduktives Klonen im Rahmen der Natürlichkeitsprinzipien 11
Von den Grenzen der Gattungswürde 13
Gattungsethische Aspekte 14
Die menschliche Natur 15
Menschenbilder 15
Über den Posthumanismus 16
Bibliographie 17

2

 


Einführend

Heute sind dem Menschen neue Gestaltungsräume auch innerhalb seiner eigenen Gattung möglich. Humangenetik und Reproduktionsmedizin eröffnen ihm diese. Die Grenze verschiebt sich merklich, doch welche Grenzbereiche sind betroffen? Ist es noch möglich, tatsächlich zwischen Natürlichkeit und Künstlichkeit zu unterscheiden, welche Methoden sind moralisch verwerflich und warum? Ab wann greift die Künstlichkeit in die Fortpflanzung des Menschen ein? Ist es moralisch richtig, al ein der Natur die Entscheidung über Leben und Sterben zu überlassen? Fragen die der Philosoph Dieter Birnbacher in den Kapiteln 6 und 7 seiner ,,Natürlichkeit" klären will.

Auch wenn ich in vielen Fällen nur meine Zustimmung bekunden kann, so werde ich doch zu einigen, von ihm angebrachten Punkten, kritisch Stellung beziehen müssen.

Abstufungen der Künstlichkeit

Heute haben wir die Möglichkeit unsere Fortpflanzung gezielt zu steuern. An welcher Stelle Künstlichkeit beginnt muss diskutiert werden. Birnbacher formuliert verschiedene Stufen der Künstlichkeit. Die Zukunft hält weitere Steuerungsmöglichkeiten bereit, dies könnte durch die Testung fötaler Zellen bis zur qualitativen Auswahl des Nachwuchses führen. Bereits mit Mitteln zur Verhinderung einer Empfängnis greifen wir in den Fortpflanzungsprozess ein. Ob Künstlichkeit bereits beim Bestimmen des Schwangerschaftszeitpunktes beginnt muss jede Mutter für sich entscheiden. Ebenso wie es Mittel zur Verhinderung einer Empfängnis gibt, existieren künstliche Mittel der Reproduktion. Die Unterscheidung in ,,künstlich" und ,,natürlich" erschöpft sich und ist schon längst nicht mehr ausreichend. Von vielen Paaren werden künstliche Methoden der Reproduktion als unnatürlich empfunden, da der Zeugungsakt selbst, oftmals außerhalb und von der Sexualität entkoppelt stattfindet. Natürlich können diese Methoden kinderlosen Paaren helfen ihren Wunsch nach einem Baby zu erfüllen, jedoch geschieht dies nicht auf natürliche Weise. Selbstverständlich fällt es schwer das Ausmaß der Künstlichkeit im Einzelnen zu bestimmen, auch bis wann ihr Einsatz moralisch gerechtfertigt wäre und unter welchen Bedingungen. Birnbacher systematisiert dieses Ausmaß, indem er in 3 Kriterien der Künstlichkeit unterscheidet; den technischen Aufwand, die Nachahmung natürlicher Vorgänge und die Ausschaltung natürlicher Variabilität.1Für den technischen Aufwand sind die jeweiligen

1 Vgl.: Birnbacher, D.: ,,Natürlichkeit, S. 138 f

3

 


Abstufungen der Künstlichkeit von prioritärer Bedeutung, so ließe sich bei einer Leihmutterschaft bspw. ein niedrige Künstlichkeit feststellen, während sie bei der Invitro-Fertilisation durchaus hoch ist. Die In-vitro-Fertilisation selbst, oder auch ,,Künstliche Befruchtung" ist an sich nicht künstlich, hier würde die Nachahmung eines natürlichen Vorganges stattfinden. Der Vorgang der Befruchtung läuft genauso ab, wie auch auf natürliche Weise im Eileiter, nicht die Befruchtung ist künstlich, sondern der Ort, wo diese stattfindet. Leider ist man sich über die Risiken hinsichtlich von Fehlbildungen der entstehenden Kinder bei der ,,echten künstlichen Befruchtung" bis heute nicht im Klaren.2 Der Philosoph stuft auch innerhalb der In-vitro-Fertilisation in verschiedene Grade der Künstlichkeit ab, so würde der soziale Vater als Samenspender die Künstlichkeit enorm verringern. Zieht man jedoch die deutsche Gesetzgebung zur Kinderwunschbehandlung zu Rate, so wird man zweifellos feststellen, dass diese Methode der Reproduktion für die meisten Paare zusätzlich erschwert wird. Single-Frauen wird der Kinderwunsch ganz abgeschlagen. Den Ausschlag aber gibt das Embryonenschutzgesetz3, welches man meiner Meinung nach durchaus kritisch beleuchten sollte. Das Gesetz sieht vor, die missbräuchliche Anwendung von Fortpflanzungstechnicken und menschlichen Embryonen, Klonen, Geschlechtswahl, die künstliche Veränderung menschlicher Keimbahnzellen, Chimären- und- Hybridbildung, eigenmächtige Befruchtung und Embryoübertragung, sowie künstliche Befruchtung nach dem Tode, zu verhindern. Diese Gesetzgebung wird mit der Menschenwürdewidrigkeit begründet, wie Dieter Birnbacher richtig erkennt, ist diese Begründung keineswegs ausreichend und im Rahmen heutiger Zeit nicht mehr angemessen. Nach Birnbacher erhöht sich die Natürlichkeit eines Verfahrens proportional zur Zufälligkeit. Auch die Freiheit der geno- phänotypischen Festlegung des Kindes sollte erhalten bleiben, um die Natürlichkeit des jeweiligen Vorganges zu erhöhen.

Die Ausschaltung natürlicher Variabilität ermöglicht ebenso die Vorbestimmung von Eigenschaften und deren gezielte Verwirklichung, diese Vorgehensweise empfinde ich als problematisch und moralisch grenzwertig, wenn sie nicht ausschließlich auf gesundheitliche Aspekte angewendet wird.

2 Vgl.: http://www.wunschkinder.net/theorie/behandlungen-methoden/ivf/
3 Siehe auch: http://www.gesetze-im-internet.de/eschg/index.html

4

 



Comments

No comments yet

Add Comment
Your comment is reviewed before being published

Other users also were interested in the following titles:

Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit

Author: Claudia Nickel
Presentations, Models, Tutorials, Instructions, 2006 Download as PDF-file for 4,99 EUR

Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens

Author: Maik Philipp
Presentations, Models, Tutorials, Instructions, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR

This text can be quoted and accessed from this url:

http://www.grin.com/e-book/116099/bioethische-betrachtungen-anhand-von-dieter-birnbachers-natuerlichkeit
please wait Please wait