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Hauptseminararbeit, 2000, 24 Seiten
Autor: Constanze Cariers
Fach: Anglistik - Literatur
Details
Institution/Hochschule: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn (Englisches Seminar)
Tags: Historischer Roman, Metahistorischer Roman, John Fowles, French Lieutenant s Woman, Frauenfiguren, Frauenbilder, Hexe, moderne Frau, Weiblichkeit
Jahr: 2000
Seiten: 24
Note: 1,3
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-17725-2
Dateigröße: 280 KB
Sarah ist in John Fowles The French Lieutenants Woman wohl die Figur, die die verschiedenartigsten Interpretationen zuläßt. Ihr Charakter bleibt weitgehend im Dunkeln und über ihre Intentionen kann der Leser nur spekulieren. Die Ambiguität der Konzeption der Person Sarah kann ohne Zweifel darauf zurückgeführt werden, daß der Text weitgehend darauf verzichtet, dem Leser Sarahs point of view zu vermitteln. Im Grunde ist Sarah nur durch Außenperspektiven dargestellt.Wie ihr Charakter nun wirklich konzipiert ist, ob sie die femme fatal oder femme fragile des Romans ist, treibende Kraft oder Opfer, wird aufgrund dieser Problematik wohl nicht eindeutig zu lösen sein. Bei der Interpretation möchte ich vor allem das Augenmerk auf drei Punkte richten. Diese Punkte sind die Beschreibung Sarahs, ihre Bedeutung und ihre Persönlichkeit in Bezug auf die beiden möglichen Enden 2 und 3. 237 KB
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Textauszug (computergeneriert)
Das Mysterium der Person Sarah in John Fowles
-The French Lieutenant′s Woman-
von Constanze Cariers
INHALT
1. Einleitung: The French Lieutenant′s Woman-
ein feministischer Roman? 4
2. Die Beschreibung Sarahs 6
2.1. Sarah als moderne und zeitlose Frau 7
2.2. Sarah als Sexualwesen 9
2.3. Sarah als Hexe 12
3. Sarahs Bedeutung 15
3.1. Sarahs Bedeutung für die Lymer Gesellschaft 15
3.2. Sarahs Bedeutung für Charles 17
4. Die Person Sarah in Bezug auf Ende 2 und Ende 3 19
5. Schlußbemerkung 23
Bibliographie 24
1. Einleitung: The French Lieutenant’s Woman
- ein feministischer Roman?
Sarah ist in John Fowles The French Lieutenant’s Woman wohl die Figur, die die verschiedenartigsten Interpretationen zuläßt. Ihr Charakter bleibt weitgehend im Dunkeln und über ihre Intentionen kann der Leser nur spekulieren. Die Ambiguität der Konzeption der Person Sarah kann ohne Zweifel darauf zurückgeführt werden, daß der Text weitgehend darauf verzichtet, dem Leser Sarahs „point of view“ zu vermitteln. Im Grunde ist Sarah nur durch Außenperspektiven dargestellt. Nach Magali C. Michael sind es „Charles‘, „the male narrator’s and Fowles‘ voice“1, die Sarah dem Leser präsentieren; allesamt männliche Perspektiven. So finden wir dementsprechend in der Sekundärliteratur kontroverse Interpretationsansätze, die sich nach Magali Michael in zwei Grundkategorien aufteilen lassen. Die einen betrachten den Roman als einen feministischen, die anderen stellen an den Roman keinen solchen Anspruch2. Für die Rezeption als einen feministischen Roman sprechen die Bezüge auf historische Figuren und Ereignisse, die im Zusammenhang mit der Emanzipation stehen: „Mrs. Carloine Norton as ‚an ardent feminist‘ writer, ‚Florence Nightingale‘, ‚John Stuart Mill‘ and his argument that ‚now was the time to give woman equal rights at the ballot box,‘ the date of ‚March 30th, 1867‘ as marking ‚the beginning of feminine emancipation in England‘, the publication of ‚Mill’s Subjection of Woman‘, and the founding of ‚Girton College‘.“3 Auch läßt sich eine allmähliche Entwicklung Sarahs feststellen, in der sie ihr eigenes feministisches Bewußtsein entwickelt. Weiterhin könnte Charles‘ Sichtweise eine Interpretation des Romans als einen feministischen stützen. Charles sieht in Sarah „an independence of spirit“ und „a determination to be what she was“, am Ende des Romans erkennt er, daß sie „a new selfknowledge and self-posession“ gewonnen hat. Jedoch ist Charles unfähig, aus seiner einseitigen männlichen Perspektive herauszutreten. M.C. Michael stellt, meiner Meinung nach sehr berechtigt fest, daß die Tatsache, daß Sarah letztendlich nur eine Projektion männlicher Darstellung bleibt, im Gegensatz zu einem feministischen Thema stehe. Dadurch daß Sarah keinen eigenen Standpunkt im Roman hat, stellt sie keine eigenständige Person mit eigenen Rechten dar. Byrds Behauptung, „Fowles provides sufficient information about Sarah’s personality traits, values, and experiences for one to understand her character and history by the time one has finished reading the novel“4, ist für M. C. Michael symptomatisch für „a naive reading“. Auch ich halte die These Byrds für sehr gewagt. Sicherlich ist es richtig, daß der Leser bewußt dazu geführt wird, über Sarahs Charakter nachzudenken und ihre Motivation zu interpretieren. Hierbei darf aber nicht außer acht gelassen werden, daß es sich immer um eine spekulative Interpretation handeln wird. Letztlich wird Sarah immer das Mysterium bleiben, das sie von Anfang an darstellt. Diese Tatsache kommt vor allem durch das Unwissen des Erzählers selber zustande. Er betont, daß die Darstellung Sarahs nur auf einem externen und eingeschränkten Blickwinkel beruht:
[...]
1 M.C. Michael, 1985, S.225
2 Ibid, S.225
3 Ibid, S. 226
4 zit. nach M.C. Michael, 1985, S.228
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