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Termpaper, 2008, 17 Pages
Author: Philipp Prinz
Subject: History - Early and Ancient History
Details
Institution/College: University of Münster (Seminar für Alte Geschichte/Institut für Epigraphik)
Tags: Religionspolitik, Theodosius, Großen, Proseminar, Konstantinopel, Spätantike
Year: 2008
Pages: 17
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 13 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-17767-7
ISBN (Book): 978-3-640-17962-6
File size: 212 KB
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Abstract
[…] Es stellt sich nun die Frage, wie Theodosius versuchte den katholischen Glauben zur zentralen Religion zu machen? Welche Methoden ergriff er und mit welcher Konsequenz setzte er diese durch? Im Mittelpunkt dieser Hausarbeit steht das, auf normativer Ebene betrachtete, gesetzgeberische Verhalten Theodosius´ gegenüber den Häretikern. Doch soll auch der Einfluss auf Heidentum und Judentum überprüft werden, um etwaige Unterschiede hinsichtlich der Behandlung der Glaubensrichtungen in groben Zügen herausstellen zu können. Final soll herausgearbeitet werden, ob, und wenn ja inwiefern, Theodosius´ Gesetzgebung in einen zusammenhängenden, teleologischen Kontext eingeordnet werden kann. Betrachtet wird hauptsächlich der Ostteil des Reiches, da Theodosius vornehmlich Ostkaiser war und sich seine Gesetze zu großen Teilen auf dieses Gebiet bezogen. Im Falle einer relevanten Bedeutung für den Westen soll dies im Kontext des Gesetzes natürlich erwähnt werden. Einleitend soll zunächst eine kurze Biografie Theodosius´ Leben und wichtige Stationen seiner politischen Karriere darstellen. Die zentrale Quelle, die in dieser Hausarbeit verwendet wird, ist die für diese Zeit wichtigste Sammlung von Gesetzestexten, der Codex Theodosianus, in welchem unter anderem die Gesetze des Theodosius unter Theodosius II. zusammengefasst und überliefert wurden. Außerdem werden die Schriften der Kirchenhistoriker Sozomenos, Theodoret und Socrates hinzugezogen, um zeitnahe Kommentare zu den historischen Ereignissen zur Verfügung zu haben.
Excerpt (computer-generated)
Westfälische
Wilhelms-Universität
Münster
WS
2007/08
Seminar für Alte Geschichte/Institut für Epigraphik
Proseminar: Einführung in das Studium der Alten Geschichte:
Das ,,neue" Rom: Konstantinopel in der Spätantike
Thema der Hausarbeit:
Die Religionspolitik Theodosius des Großen
Vorgelegt von: Philipp Prinz
Münster, den 03. März 2008
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Das Leben Theodosius des Großen 2
3. Die Religionspolitik Theodosius des Großen 4
3.1 Antihäretische Gesetzgebung 4
3.1.1 Das Edikt ,,
cunctos populos
" 4
3.1.2 Weitere ausgewählte Maßnahmen gegen Häretiker 6
3.1.3 Die Konzile von 381, 382 und 383 7
3.2 Antiheidnische Gesetzgebung 9
3.3 Antijüdische Gesetzgebung 11
4. Fazit 12
5. Literaturverzeichnis 14
5.1 Quellen 14
5.2 Sekundärliteratur 14
1. Einleitung
Als Theodosius 379 nach der verheerenden Niederlage des Ostteils des römischen Reiches bei
Adrianopel Nachfolger des in der Schlacht gefallenen Kaiser Valens wurde, gab es sowohl
außen- als auch innenpolitisch einen immensen Regelungsbedarf. Ein zentraler Aspekt der
Innenpolitik war die Religionspolitik, da trotz der Beschlüsse des Konzils von Nicäa der
Glaubensstreit, vor allem zwischen eben jenen Nicänern und den Arianern, noch immer nicht
beendet war. Waren Theodosius´ Vorgänger, mit Ausnahme des Heiden Julian, weitestgehend
arianisch orientiert, so war nun mit Theodosius erstmals ein Kaiser an der Macht, der voll und
ganz den Glauben von Nicäa, also den katholischen Glauben vertrat. Mit dieser Einstellung
zum Glauben konnte Theodosius auch keine Duldung anderer Glaubensrichtungen mehr ver-
treten und begann nach seinem Amtsantritt mit Edikten und Gesetzen den, seiner Meinung
nach, einzig wahren Glauben durchzusetzen.
Es stellt sich nun die Frage, wie Theodosius versuchte den katholischen Glauben zur zentralen
Religion zu machen? Welche Methoden ergriff er und mit welcher Konsequenz setzte er diese
durch? Im Mittelpunkt dieser Hausarbeit steht das, auf normativer Ebene betrachtete, gesetz-
geberische Verhalten Theodosius´ gegenüber den Häretikern. Doch soll auch der Einfluss auf
Heidentum und Judentum überprüft werden, um etwaige Unterschiede hinsichtlich der Be-
handlung der Glaubensrichtungen in groben Zügen herausstellen zu können. Final soll her-
ausgearbeitet werden, ob, und wenn ja inwiefern, Theodosius´ Gesetzgebung in einen zu-
sammenhängenden, teleologischen Kontext eingeordnet werden kann. Betrachtet wird haupt-
sächlich der Ostteil des Reiches, da Theodosius vornehmlich Ostkaiser war und sich seine
Gesetze zu großen Teilen auf dieses Gebiet bezogen. Im Falle einer relevanten Bedeutung für
den Westen soll dies im Kontext des Gesetzes natürlich erwähnt werden. Einleitend soll zu-
nächst eine kurze Biografie Theodosius´ Leben und wichtige Stationen seiner politischen Kar-
riere darstellen.
Die zentrale Quelle, die in dieser Hausarbeit verwendet wird, ist die für diese Zeit wichtigste
Sammlung von Gesetzestexten, der
Codex Theodosianus
, in welchem unter anderem die Ge-
setze des Theodosius unter Theodosius II. zusammengefasst und überliefert wurden. Außer-
dem werden die Schriften der Kirchenhistoriker Sozomenos, Theodoret und Socrates hinzu-
gezogen, um zeitnahe Kommentare zu den historischen Ereignissen zur Verfügung zu haben.
1
2. Das Leben Theodosius des Großen
Theodosius wurde am 11. Januar 347 in Cauca in der nordwestspanischen Provinz Gallaecia
geboren. Dort verbrachte er auch seine Kindheit und Jugend, in der er von seinem Vater und
seinen Großeltern väterlicherseits nizänisch erzogen wurde. Seine Mutter ist weitestgehend
unbekannt. Der familiären Tradition folgend sein Vater war ein bedeutender Militär unter
Valentinian I. strebte auch Theodosius eine militärische Karriere an. Ab 368 begleitete The-
odosius seinen Vater auf Feldzügen in Britannien gegen Alamannen und Sarmaten. Nachdem
sein Vater 373 zur Unterwerfung einer Usurpation nach Afrika gerufen wurde, wurde Theo-
dosius Militärbefehlshaber der Provinz
moesia prima
. Dort bewies er rasch seine militäri-
schen Fähigkeiten, indem er 374 die einfallenden Sarmaten schlug. Doch der militärische
Aufstieg wurde unterbrochen, als sein Vater 375 entlassen und zum Tode verurteilt wurde.
Theodosius reagierte darauf, indem er in seine spanische Heimat zurückkehrte. Dort heiratete
er 376 Aelia Flacilla, welche 377 seinen ersten Sohn Arcadius und kurz darauf seine
Tochter Pulcheria gebar.1
Nachdem die Goten am 9. August 378 in der Schlacht bei Adrianopel beinahe das gesamte
Heer des Ostteils des römischen Reiches vernichtet hatten, berief Kaiser Gratian Theodosius
wieder zum General. Dieser folgte dem Ruf und schlug noch im selben Jahr wiederum einfal-
lende Sarmaten an der Donaugrenze.
Am 19. Januar 379 erhob Gratian Theodosius zum Mitaugustus und Nachfolger des in der
Schlacht gefallenen Kaiser Valens, da gerade in der Armee der Wunsch bestand, einem er-
folgreichen Feldherrn die Leitung des Staates zu übergeben. Theodosius erhielt den Ostteil
des Reiches, welcher sowohl außen- als auch innenpolitisch eine große Herausforderung dar-
stellte. Obwohl Theodosius noch nicht getauft war, zeigte er seine christliche Einstellung,
indem er den höchsten Priestertitel den
pontifex maximus
ablehnte. Dies hatten selbst sei-
ne christlichen Vorgänger nicht getan.2
Theodosius´ außenpolitische Hauptaufgabe bestand nun darin den Staat zu stabilisieren. Dazu
musste er zunächst die Grenzen gegen die Goten sichern, was sich, auf Grund des Verlustes
eines Großteils der Armee bei Adrianopel, als schwierig erwies. 382 schloss Theodosius einen
foedus
mit den Goten, welcher die Goten zu
foederati
machte und ihnen also Land im römi-
1 Vgl. Leppin, H., Theodosius der Große, Darmstadt 2003, S. 29-33 und Lippold, A., Theodosius der Große und
seine Zeit, München ²1980, S. 11- 14
2 Vgl. Leppin, a.a.O., S. 44 und Lippold, a.a.O., S. 15-16
2
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