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Subtitle: Schwerpunkte und Zusammenhänge
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2008, 18 Pages
Author: Julian Molina
Subject: Economics / Business : Economic and Social History
Details
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Abstract
Zweck der vorliegenden Hausarbeit ist es, die inhaltlichen Schwerpunkte aus „die Lage der arbeitenden Klasse in England“ von Friedrich Engels herauszuarbeiten und knapp darzulegen. Dabei sollen die wichtigsten Begriffe und grundsätzlichen Zusammenhänge skizzenhaft dargestellt werden. Ausgehend von der realen Lage der arbeitenden Klasse entwickelt Friedrich Engels die theoretischen Ansätze des historischen Materialismus, eine Theorie zur Erklärung von Gesellschaft und ihrer Geschichte, welche vor allem auf den ökonomischen Prozessen basiert. Im zweiten Teil wird im Rahmen einer Diskussion das Werk auf den wissenschaftlichen Gehalt geprüft. Es folgt eine Zusammenfassung der differenzierten Betrachtungsweisen der heutigen Sekundärliteratur. Eine ausführliche Auseinandersetzung mit dem historischen Materialismus kann aus zwei Gründen in dieser Hausarbeit nicht erfolgen: 1. Die eigenständige Theorie wurde erst nach Engels´ Werk zusammen mit Karl Marx konzipiert und ausdifferenziert. 2. Eine fundierte Analyse und Kritik der Theorie würde den Rahmen einer Hausarbeit deutlich sprengen. Zum Zwecke der Vollständigkeit soll dies dennoch berücksichtigt und angemessen bearbeitet werden. Schließlich werden in einem Fazit die anfangs aufgeworfenen Fragen beantwortet und ein resümierender Ausblick von Engels´ Arbeit auf die moderne Volkswirtschaftslehre gegeben.
Excerpt (computer-generated)
LMU München
Lehrstuhl: SEMINAR FÜR WIRTSCHAFTSGESCHICHTE
Vorlesung: Economic History of Europe before the Industrial Revolution
SoSe 2008
Die Lage der arbeitenden Klasse in England
Friedrich Engels
Vorgelegt von Julian Molina
Fächer: Magisterstudiengang: Politik/VWL/Psychologie
Semesterzahl: 9
Abgegeben am 14.08.2008
1
Gliederung
Gliederung 2
1. Einleitung 3
2. Die Lage der arbeitenden Klasse in England 5
2.1 Industrielle Revolution 6
2.2. Das Proletariat 7
2.3. Die Bourgeoisie und Unternehmertum 8
2.4. Kritik am Wirtschaftsliberalismus und Ansätze der sozialistischen Theorie 9
3. Diskussion Friedrich Engels´ Werk, ein wissenschaftlicher Beitrag? 10
3.1. Kritik der modernen Wissenschaft 10
3.2. Positive Stimmen zu Engels´ Arbeit 13
4. Fazit 14
5. Literaturverzeichnis 17
2
1. Einleitung
Der Begriff ,,industrielle Revolution", welchen Friedrich Engels im Rahmen seines Werkes maßgeblich prägte, bezieht sich aus wirtschaftsgeschichtlicher Sicht zunächst auf die Veränderung der industriellen Produktionsverfahren und der gesellschaftlichen Verhältnisse, die sich im späten achtzehnten und im frühen neunzehnten Jahrhundert in England vollzogen und die man als Durchbruch der sozio-ökonomischen Modernisierung zu interpretieren pflegt1.
Im wissenschaftlichen Sprachgebrauch herrscht Konsens darüber, dass dem Phänomen eine Reihe technologischer Entwicklungen angehören, die zur Ablösung handwerklicher Arbeit durch mechanisierte Herstellungsprozesse geführt und die Nutzung neuer Energiequellen möglich gemacht haben2. Als weitere Triebfeder ist als ideologisches Gedankengut der Liberalismus3 zu nennen, welcher ertsmals die politische und unternehmerische Freiheit als normative Grundlage der Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung anstrebte, sowie Wettbewerb und freie Marktwirtschaft propagierte und damit die nötigen Vorraussetzungen schuf. Die Folge waren neue Formen industrieller Organisation(Fabriken), Konzentration von Produktion und Kapital, Urbanisierung, Bevölkerungswachstum, tiefgreifender Wandel des Agrarsektors, des Verkehrswesens und des Bankensystems. Im Ergebnis versucht der wissenschaftliche Begriff konsequent auf die Epochenwende zu verweisen, die technischorganisatorische Veränderung und die strategisch wichtige Bedeutung für das ,,moderne Zeitalter"4. Dabei beschränken sich die ökonomischen und sozialen Umwälzungen aber keineswegs auf die Industrie allein, was in der wissenschaftlichen Diskussion zu häufiger Kritik des Begriffs aufgrund mangelnder Differenziertheit führte.
Das Zeitalter der Industriellen Revolution ist darüber hinaus gekennzeichnet von tiefgreifendem sozio-politischen Wandel, neuen Sozialisationsformen und alternativen Denkmustern infolge des Modernisierungsprozesses. Neben technologischen Fortschritt und Produktivität waren soziale Missstände die Folge, welche in Pauperismus, Ausbeutung und Massenelend zum Ausdruck kamen. Die Symptome reichten von geringen Löhnen und Arbeitslosigkeit über Kinderarbeit bis hin zu breiter Hungersnot5. Die Soziale Frage ergab sich aus der Notlage wirtschaftlich schwacher, sozialer Gruppen. Der Bedarf an
1 Vgl. Albers, Willi u.a. (Hrsg.): Handwörterbuch der Wirtschaftswissenschaft(HdWW), Bd.4, S. 142
2 Ebd. S.142 ff.
3 Vertreter: Adam Smith, David Ricardo, John Stuart Mill, Thomas Robert Malthus und Jean-Baptiste Say
4 Vgl. Albers, Willi u.a. (Hrsg.): Handwörterbuch der Wirtschaftswissenschaft(HdWW), Bd.4, S. 143ff.
3
gesellschaftskritischen Analysen über Ursachen und Entwicklung der neuen Zeit war hoch, es fehlten Antworten und Lösungsansätze für die wachsenden sozialen Konflikte.
Besonders Friedrich Engels(1820-1895) rückte mit seinem Werk ,,die Lage der arbeitenden Klasse in England" ins Blickfeld der wissenschaftlichen Diskussion. Der Sohn eines preußischen Textilfabrikanten strebte bereits im Alter von vierundzwanzig zum Arbeiterführer und Gesellschaftskritiker auf, klagte Missstände der Arbeiterschaft an und erzeugte mit seiner Zeitdiagnose ein breites Echo in der Öffentlichkeit6: Die Rezensionen, die seit dem Erscheinen der Schrift im Jahre 1845 abgegeben wurden, reichen von ,,eines der besten Werke der sozialistischen Weltliteratur"(Lenin) bis ,,Modell" soziologischer Analyse(in einer Bibliographie der Unesco 1955).
Sein Werk ist einerseits Analyse der gesamten proletarischen Existenz, andererseits enthält es bereits erste Ansätze einer Theorie der Arbeiterbewegung und des Klassenkampfes, mit dem Versuch, gesellschaftliche Veränderungen in gesetzmäßig ablaufende Prozesse fassbar zu machen. Engels hinterfragt die Dominanz der klassisch-liberalen Wirtschaftstheorie und hinterlässt ein Werk, welches bezogen auf soziale Fragen aktuell zu sein scheint. Fraglich ist, ob Freidrich Engels Arbeit den Ansprüchen moderner Wissenschaft stand hält und ob sich geeignete Grundsätze für eine gesellschaftpolitische Analyse daraus ableiten lassen.
Zweck der vorliegenden Hausarbeit ist es, die inhaltlichen Schwerpunkte aus ,,die Lage der arbeitenden Klasse in England" von Friedrich Engels herauszuarbeiten und knapp darzulegen. Dabei sollen die wichtigsten Begriffe und grundsätzlichen Zusammenhänge skizzenhaft dargestellt werden. Ausgehend von der realen Lage der arbeitenden Klasse entwickelt Friedrich Engels die theoretischen Ansätze des historischen Materialismus, eine Theorie zur Erklärung von Gesellschaft und ihrer Geschichte, welche vor allem auf den ökonomischen Prozessen basiert.
Im zweiten Teil wird im Rahmen einer Diskussion das Werk auf den wissenschaftlichen Gehalt geprüft. Es folgt eine Zusammenfassung der differenzierten Betrachtungsweisen der heutigen Sekundärliteratur. Eine ausführliche Auseinandersetzung mit dem historischen Materialismus kann aus zwei Gründen in dieser Hausarbeit nicht erfolgen: 1. Die eigenständige Theorie wurde erst nach Engels´ Werk zusammen mit Karl Marx konzipiert und ausdifferenziert. 2. Eine fundierte Analyse und Kritik der Theorie würde den Rahmen
5 Vgl. Schildt, Gerhard: Die Arbeiterschaft im 19. und 20. Jahrhundert, S.71
6 Vgl. Mönke, Wolfgang: Das literarische Echo in Deutschland auf Friedrich Engels′ Werk ,,Die Lage der arbeitenden Klasse in England.", S. 1, S.24, S. 127
4
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