Autor: Ulrich Hückinghaus
Fach: Sicherheitstechnik
Details
Jahr: 2001
Seiten: 131
Note: 2,0
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 842 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-17743-6
ISBN (Buch): 978-3-638-69831-3
Zusammenfassung / Abstract
Seit mehreren Jahren werden auf nationaler und internationaler Ebene eine ganze Reihe von Arbeitsschutzmanagement-Systemen (AMS) erarbeitet. Bei deren Entwicklung spielen vor allem auf internationaler Ebene unterschiedliche Motive eine Rolle. Das Ziel aller in dieser Arbeit vorgestellten AMS ist die Verbesserung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes in den Unternehmen. Der Gesundheitsschutz spielt bei einigen AMS aber nur eine sekundäre Rolle. Durch eine zusammenfassende Bewertung wird gezeigt, ob das Ziel der Verbesserung der Arbeits- und Gesundheitsschutzsituation in den Betrieben durch die einzelnen Systeme erreicht werden kann. Für die Auswahl eines geeigneten Systems für das Unternehmen steht im Wesentlichen die Qualität des AMS im Vordergrund. Zusätzlich sind auch Faktoren wie Aktualität und Integrationsfähigkeit des AMS in das vorhandene QMS (Qualitätsmanagement-System) ausschlaggebend. Bevor jedoch ein AMS für ein Unternehmen entwickelt werden kann, ist es unerlässlich, die betriebliche Organisation zu analysieren und das Unternehmen hinsichtlich des Arbeits- und Gesundheitsschutzes zu bewerten. Weiterhin wird das Unternehmen bezüglich seiner Unfallhäufigkeit und der krankheitsbedingten Fehltage analysiert. Als Grundlage für die Analyse des betrieblichen Krankenstandes dienen die Ergebnisse des Arbeitskreises Gesundheit der AOK und die Krankheitsstatistik des Unternehmens. Auf der Basis der Ergebnisse der Untersuchungen wird ein Konzept für ein AMS erarbeitet, welches den Anforderungen des in dieser Arbeit betrachteten Unternehmens gerecht werden soll. In dem AMS sind ebenso Aspekte enthalten, mit denen eine Verbesserung des betrieblichen Gesundheitsschutzes erzielt werden kann. Abschließend werden Möglichkeiten zur betriebswirtschaftlichen Bewertung des AMS aufgezeigt. Sie werden anhand bestimmter Kriterien bezüglich ihrer Anwendbarkeit innerhalb des Unternehmens diskutiert.
Textauszug (computergeneriert)
Fachbereich 14 - Sicherheitstechnik
Fachgebiet für
Systematische Sicherheitswissenschaften
Thema:
Anpassung eines Arbeitsschutzmanagement-Systems an die Bedürfnisse eines Unternehmens
Diplomarbeit
von
Ulrich Hückinghaus
Datum der Ausgabe: 06.11.2000
Datum der Abgabe: 15.01.2001
Inhaltsverzeichnis
Inhalt ... 1
Abkürzungsverzeichnis ... 4
Abbildungen und Tabellen ... 7
1. Zusammenfassung ... 9
2. Einleitung ... 10
2.1 Ziel der Arbeit ... 10
2.2 Methode und Vorgehensweise ... 11
2.3 Europäische und nationale Rechtsgrundlagen des Arbeitsschutzes ... 12
2.3.1 Der Artikel 138 des EWG-Vertrages ... 13
2.3.2 Die Arbeitsschutzrahmenrichtlinie 89/391/EWG ... 13
2.3.3 Das Arbeitsschutzgesetz ... 14
2.4 Das Arbeitsschutzsystem in Deutschland ... 15
2.4.1 Modelle des betrieblichen Arbeitsschutzes ... 16
2.4.1.1 Regelbetreuung für Arbeitssicherheit ... 17
2.4.1.2 Der überbetriebliche Dienst ... 17
2.4.1.3 Das Unternehmermodell ... 17
2.5 Lohnkosteneinschätzung in Deutschland ... 18
2.6 Unmittelbare und mittelbare Folgen von Arbeitsunfällen ... 19
3. Arbeitsschutzmanagement-Systeme ... 21
3.1 Einleitung ... 21
3.2 Normung von Arbeitsschutzmanagement-Systemen ... 22
3.3 Darstellung von ausgewählten Arbeitsschutzmanagement-Systemen ... 24
3.3.1 Arbeitsschutz und sicherheitstechnischer Check in Anlagen (ASCA) ... 24
3.3.2 Occupational Health and Risk-Managementsystem (OHRIS) ... 26
3.3.3 Safety-Checklist-Contractors (SCC) ... 31
3.3.4 Britische Norm "Occupational Health and Safety Management System" (BS 8800) ... 32
3.3.5 Spezifikation zur freiwilligen Einführung, Anwendung und Weiterentwicklung von Arbeitsschutzmanagement-Systemen (LV 21) ... 34
3.3.6 Weitere Arbeitsschutzmanagement-Systeme ... 36
3.4 Bewertung der Management-Systeme ... 39
3.5 Managementvarianten ... 42
3.5.1 Verwendung mehrerer autarker Systeme im Betrieb ... 42
3.5.2 Integrierte Managementsysteme ... 43
4. Untersuchung des zu betrachtenden Unternehmens ... 46
4.1 Vorstellung des Unternehmens ... 46
4.1.1 Geschichte ... 46
4.1.2 Produktpalette ... 47
4.1.3 Betriebliche Besonderheiten ... 50
4.1.4 Unternehmenspolitik ... 54
4.1.5 Organisationsstrukturen ... 54
4.1.5.1 Betriebsorganisation ... 56
4.1.5.2 Organisation des Arbeitsschutzes ... 57
4.2 Erfassung des Ist-Zustandes hinsichtlich des Arbeitsschutzes ... 57
4.2.1 Einbindung des Arbeitsschutzes in betriebliche Belange ... 58
4.2.2 Die Rolle der Abteilungsleiter und Meister im Arbeitsschutz ... 60
4.2.3 Die Pflichten der Mitarbeiter im Arbeitsschutz ... 64
4.2.4 Gruppenarbeit unter dem Aspekt des Arbeitsschutzes ... 65
4.2.5 Unfallzahlen der letzten Jahre im Vergleich zur BG ... 66
4.2.5.1 Unfallschwerpunkte ... 69
4.2.5.2 Unfallursachen ... 71
4.2.6 Betrachtung der erstatteten Beiträge der BG der letzten Jahre ... 71
4.2.7 Betriebliche Krankenstände der letzten 15 Jahre ... 73
4.2.8 Maßnahmen des präventiven Arbeits- und Gesundheitsschutzes ... 75
4.2.8.1 Initiativen des Arbeitsschutzes ... 76
4.2.8.2 Betrieblicher Arbeitskreis Gesundheit der AOK ... 77
4.2.8.3 Fachausschüsse des Betriebsrates ... 80
4.2.8.4 Vorbeugende Instandhaltung ... 81
4.2.8.5 Vorgaben für Fremdfirmen ... 81
5. Ableitung eines Managementsystems für den betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz im Unternehmen ... 83
5.1 Spezielle Anforderungen an ein AMS für das Unternehmen ... 83
5.2 Erarbeitung eines Konzeptvorschlages für das Unternehmen ... 86
5.3 Vorstellung der Ausarbeitung des Konzeptes zur Umsetzung der LASI-Spezifikation im Unternehmen ... 88
5.4 Anwendbarkeit des Arbeitsschutzmanagement-Systems auf die Unternehmens-gruppe ... 101
5.5 Betriebswirtschaftliche Bewertbarkeit des Arbeitsschutzmanagement-Systems ... 101
6. Diskussion und Ausblick ... 104
7. Literaturnachweis ... 106
8. Anhang ... 121
8.1 Definitionen der im AMS-Konzept verwendeten Begriffe nach LV 21 ... 121
8.2 Verknüpfbarkeitstabellen der Systemelemente der LASI-Spezifikation zu DIN EN ISO 9001 und DIN EN ISO 14001 ... 125
8.3 Inhaltsverzeichnis des erarbeiteten AMS nach LV 21 ... 127
8.4 Fragenkatalog zur Befragung der Meister und Abteilungsleiter ... 128
Abkürzungsverzeichnis
[...]
Abbildungen und Tabellen
Abb. 1: Harmonisierungsrichtlinien der EU und ihre Umsetzung in Deutschland. ... 12
Abb. 2: Duales Arbeitsschutzsystem der Bundesrepublik Deutschland. ... 16
Abb. 3: Arbeitskosten je Arbeiterstunde ausgewählter Länder in der verarbeitenden Industrie im Jahr 1998. ... 18
Abb. 4: Auswirkungen von krankheits- oder unfallbedingten Fehlzeiten auf ein Unternehmen ... 20
Abb. 5: Übersicht über die Systemelemente des OHRIS. ... 28
Abb. 6: Normative Handlungsfelder der obersten Leitung in Bezug auf Arbeitsschutz ... 30
Abb. 7: Übersicht über die Systemelemente der LASI-Spezifikation ... 35
Abb. 8: Integration von QMS, AMS und UMS in einem einzigen System ... 44
Abb. 9: Einbaufertiger Türschließer ... 49
Abb. 10: Eingebaute Automatik-Schiebetür ... 49
Abb. 11: Türterminal für die Rettungswegtechnik ... 50
Abb. 12: Darstellung der drei Produktionsebenen ... 51
Abb. 13: Blick auf einen Verkehrsweg zwischen Galvanik und Presserei mit Abzweigung nach rechts. ... 52
Abb. 14: Montage der Antriebseinheit einer Automatiktür ... 53
Abb. 15: Organigramm des Unternehmens am Standort Ennepetal ... 55
Abb. 16: Darstellung der Häufigkeit der Inanspruchnahme einer Beratung durch die Stabsstelle des Arbeitsschutzes bei der Planung und Gestaltung von Arbeitsplätzen und Produktionsprozessen ... 59
Abb. 17: Die zentrale Rolle der Vorgesetzten im Arbeitsschutz ... 60
Abb. 18: Darstellung des Wissens der Abteilungsleiter und Meister um und über ihre Mitarbeiter ... 61
Abb. 19: Grad der Teilnahme der Meister und technischer Führungskräfte an Schulungen und Seminaren der BG ... 62
Abb. 20: Häufigkeit der Einbeziehung der Stabsstelle für Arbeitssicherheit in die Planung und Gestaltung von Arbeitsplätzen ... 63
Abb. 21: Entwicklung der Anzahl der betrieblichen Arbeitsunfälle und deren durchschnittliche Ausfallzeit in den Jahren 1995 - 1999 ... 67
Abb. 22: Vergleich des prozentualen Anteils der durch Arbeitsunfälle im gewerblichen Bereich verlorengegangenen Arbeitsstunden im Vergleich zur MMBG ... 68
Abb. 23: Verteilung unfallbedingter Ausfalltage in den einzelnen Abteilungen innerhalb des betrachteten Zeitraumes ... 69
Abb. 24: Darstellung der Häufigkeit verletzter Körperteile der letzten Jahre im Unternehmen ... 70
Abb. 25: Entwicklung des von der MMBG gewährten prozentualen Beitragsausgleichs bezogen auf den berücksichtigungsfähigen Beitrag ... 72
Abb. 26: Entwicklung der Abwesenheitsquote und der Mitarbeiterzahl im gewerblichen Bereich in den letzten 15 Jahren ... 73
Abb. 27: Entwicklung der Abwesenheitsquote und der Mitarbeiterzahl im gewerblichen Bereich der letzten vier Jahre im Vergleich zum Zeitraum 1985 - 1995 verteilt über die Monate ... 74
Tabelle 1: Bewertung der vorgestellten AMS unter Berücksichtigung bestimmter Kriterien ... 41
1. Zusammenfassung
Seit mehreren Jahren werden auf nationaler und internationaler Ebene eine ganze Reihe von Arbeitsschutzmanagement-Systemen (AMS) erarbeitet. Bei deren Entwicklung spielen vor allem auf internationaler Ebene unterschiedliche Motive eine Rolle. Das Ziel aller in dieser Arbeit vorgestellten AMS ist die Verbesserung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes in den Unternehmen. Der Gesundheitsschutz spielt bei einigen AMS aber nur eine sekundäre Rolle. Durch eine zusammenfassende Bewertung wird gezeigt, ob das Ziel der Verbesserung der Arbeits- und Gesundheitsschutzsituation in den Betrieben durch die einzelnen Systeme erreicht werden kann.
Für die Auswahl eines geeigneten Systems für das Unternehmen steht im Wesentlichen die Qualität des AMS im Vordergrund. Zusätzlich sind auch Faktoren wie Aktualität und Integrationsfähigkeit des AMS in das vorhandene QMS (Qualitätsmanagement-System) ausschlaggebend.
Bevor jedoch ein AMS für ein Unternehmen entwickelt werden kann, ist es unerlässlich, die betriebliche Organisation zu analysieren und das Unternehmen hinsichtlich des Arbeits- und Gesundheitsschutzes zu bewerten. Weiterhin wird das Unternehmen bezüglich seiner Unfallhäufigkeit und der krankheitsbedingten Fehltage analysiert. Als Grundlage für die Analyse des betrieblichen Krankenstandes dienen die Ergebnisse des Arbeitskreises Gesundheit der AOK und die Krankheitsstatistik des Unternehmens.
Auf der Basis der Ergebnisse der Untersuchungen wird ein Konzept für ein AMS erarbeitet, welches den Anforderungen des in dieser Arbeit betrachteten Unternehmens gerecht werden soll. In dem AMS sind ebenso Aspekte enthalten, mit denen eine Verbesserung des betrieblichen Gesundheitsschutzes erzielt werden kann.
Abschließend werden Möglichkeiten zur betriebswirtschaftlichen Bewertung des AMS aufgezeigt. Sie werden anhand bestimmter Kriterien bezüglich ihrer Anwendbarkeit innerhalb des Unternehmens diskutiert.
2. Einleitung
Deutschland verfügt über ein effektives Arbeitsschutzsystem. Jedoch ist in den letzten Jahren der Rückgang der Unfallzahlen nicht mehr so stark. Aus diesem Grund und um den Arbeitsschutzes besser in die Unternehmen integrierbar zu machen, hat man in Deutschland bereits mehrere AMS erarbeitet. Auch auf internationaler Ebene wurden AMS entwickelt; die Gründe dafür liegen aber mehr oder weniger in der mangelnden Akzeptanz der Unternehmen in Bezug auf den Arbeitsschutz und den teilweise hohen Unfallzahlen der einzelnen Länder.
In den letzten Jahren wurden in Deutschland mehrere AMS entwickelt, die helfen sollen, die Arbeits- und Gesundheitsschutzsituation in den Unternehmen zu verbessern. Ein anderer Grund für die Entwicklung von AMS ist die Tatsache, dass Deutschland damit versucht, ein normungsfähiges AMS zu entwickeln. Bereits mehrere Länder haben in der Vergangenheit Vorschläge für normungsfähige AMS erarbeitet. Somit hätte Deutschland, wenn es wirklich zur Normung von AMS kommen sollte, bereits ein System, welches als Normvorschlag eingebracht werden könnte. Grundsätzlich besteht in Deutschland aber keine Verpflichtung für die Unternehmen, AMS in ihrer Organisation einzuführen.
Die Fachwelt vertritt einheitlich die Meinung, dass die in Deutschland entwickelten AMS geeignet sind, die Eigenverantwortung der Betriebe bezüglich des Arbeits- und Gesundheitsschutzes zu stärken und die Transparenz im Unternehmen zu verbessern.
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