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Hausarbeit, 2003, 15 Seiten
Autor: Dipl. Soz. Carolin Schneider
Fach: Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter
Details
Tags: Mein, Kind, Missbrauch, Schutzbefohlenen
Jahr: 2003
Seiten: 15
Literaturverzeichnis: ~ 16 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-17906-0
ISBN (Buch): 978-3-640-17918-3
Dateigröße: 99 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema „sexueller Kindesmissbrauch“. Zu Beginn soll nach einer Definition des Begriffs geklärt werden, was sexueller Kindesmissbrauch überhaupt bedeutet und wie sexueller Kindesmissbrauch durchgeführt wird. Im Anschluss daran folgt eine Darstellung und Charakterisierung von Täter und Opfer. Es wird auf die Häufigkeit und das Ausmaß von sexuellem Kindesmissbrauch eingegangen, sowie auf die gesellschaftlichen Bedingungen, die zu sexuellen Übergriffen auf Schutzbefohlene führen. Abschließend erfolgt eine Fokussierung auf die Bedingungen für sexuellen Kindesmissbrauch in Familien. In unserer Gesellschaft ist das Thema sexueller Kindesmissbrauch noch immer stark tabuisiert und die Vorstellung, das sexuelle Übergriffe auf Kinder in Familien passieren, wirkt für den Großteil der Gesellschaft äußerst befremdlich. Es entspricht aber leider Tatsachen, dass gerade in der Familie der ideale Nährboden für gewalttätige Handlungen gegeben ist. „Gewalt spielt sich zu einem großem Teil in der Familie ab. Von niemand sonst werden Kinder, Frauen und Männer so oft geschlagen wie von ihren nächsten Angehörigen. Kinder sind die häufigsten Opfer familialer Gewalt.“ (Habermehrl 1999: 419)
Textauszug (computergeneriert)
,,Mein Kind gehört mir!"
Über den sexuellen Missbrauch an Schutzbefohlenen
Ausarbeitung eines Referates im Rahmen der Veranstaltung:
,,Wie funktionieren Familien?"
Wintersemester 2002/ 2003
Universität Bielefeld
Fakultät für Soziologie
Löhne, 29. Juni 2003
Inhaltsverzeichnis
,,
1. Einleitung 3
1.1 Definition 3
1.2 Was bedeutet sexueller Kindesmissbrauch? 4
2. Der sexuelle Übergriff 4
2.1 Der Täter 6
2.2 Das Opfer 8
3. Die Ursachen sexuellen Missbrauchs an Kindern 10
3.1 Familiäre Bedingungen für sexuellen Missbrauch an Kindern 11
4. Zusammenfassung 11
5. Literaturverzeichnis 13
2
1. Einleitung
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema ,,sexueller
Kindesmissbrauch". Zu Beginn soll nach einer Definition des Begriffs geklärt werden,
was sexueller Kindesmissbrauch überhaupt bedeutet und wie sexueller
Kindesmissbrauch durchgeführt wird. Im Anschluss daran folgt eine Darstellung und
Charakterisierung von Täter und Opfer. Es wird auf die Häufigkeit und das Ausmaß
von sexuellem Kindesmissbrauch eingegangen, sowie auf die gesellschaftlichen
Bedingungen, die zu sexuellen Übergriffen auf Schutzbefohlene führen.
Abschließend erfolgt eine Fokussierung auf die Bedingungen für sexuellen
Kindesmissbrauch in Familien.
In unserer Gesellschaft ist das Thema sexueller Kindesmissbrauch noch immer stark
tabuisiert und die Vorstellung, das sexuelle Übergriffe auf Kinder in Familien
passieren, wirkt für den Großteil der Gesellschaft äußerst befremdlich. Es entspricht
aber leider Tatsachen, dass gerade in der Familie der ideale Nährboden für
gewalttätige Handlungen gegeben ist. ,,Gewalt spielt sich zu einem großem Teil in
der Familie ab. Von niemand sonst werden Kinder, Frauen und Männer so oft
geschlagen wie von ihren nächsten Angehörigen. Kinder sind die häufigsten Opfer
familialer Gewalt." (Habermehrl 1999: 419)1
1.1 Definition
Sexueller Missbrauch umfasst alle Handlungen Erwachsener, die dazu dienen, die
eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Die Bedürfnisse des Kindes werden ignoriert,
Zuwendung ist nicht gleich Zuneigung. Der sexuelle Übergriff reicht in seiner
Bandbreite von Exhibitionismus und anzüglichen Bemerkungen über unangenehme
sexuelle Berührungen bis hin zu erzwungenem oralen, analen und vaginalen
Geschlechtsverkehr. Sexueller Missbrauch ist gleichzeitig immer auch ein
Machtmissbrauch; der Täter nutzt seine Vormachthaltung gegenüber dem Kind, um
es sich gefügig zu machen. Es handelt sich um ,,einen Machtmissbrauch durch
Männer gegenüber Mädchen, der sich gegen die Sexualität des Mädchens richtet."
(Steinhage 1999: 651). Vor diesem Hintergrund ist sexueller Kindesmissbrauch eine
Form von Gewalt. Auch ohne körperliche Gewaltanwendung bedeutet das Ausnutzen
1 Das Thema ,,Gewalt in der Familie" wird unter anderem bei Radbill 1978, sowie bei Pfohl 1977 und
1983 und Honig 1986 genauer betrachtet.
3
des bestehenden Machtgefälles zwischen Täter und Opfer eine massive Form der
psychischen Gewaltanwendung.
1.2 Was bedeutet sexueller Kindesmissbrauch?
Missbraucht eine erwachsene Person ein Kind sexuell, so benutzt er die ihm von
dem Kind entgegengebrachte Liebe, die Abhängigkeit oder das Vertrauen des
Opfers für die Befriedigung seiner sexuellen Bedürfnisse und setzt so sein Verlangen
nach Unterwerfung, Macht oder Nähe mit Gewalt durch. Durch das gewalttätige
Eingreifen in den Entwicklungsprozess des Kindes wird die Lebens- und
Entwicklungslage des Kindes massiv gefährdet und die Seele des Opfers wird durch
den Missbrauch irreparabel geschädigt. Sexueller Missbrauch an Kindern liegt immer
dann vor, wenn ein Erwachsner sich einem Kind mit der Absicht nähert, sich selbst
sexuell zu erregen oder zu befriedigen. Sexueller Missbrauch bedeutet immer
gewaltsames Eindringen in die Psyche und den Körper des Kindes durch Blicke,
Äußerungen, mit Gegenständen oder Körperteilen. (vgl. hierzu Steinhage 1999: 651
ff).
2. Der sexuelle Übergriff
Sexuelle Gewalt an Kindern kommt in allen patriarchalischen Gesellschaften vor.
Schon Sigmund Freud deutete den sexuellen Missbrauch an seinen Klientinnen vor
vielen Jahren als deren Phantasien und trug so dazu bei, dass Missbrauch nicht
öffentlich gemacht wurde und auch heute noch bei Bekannten angezweifelt wird. Aus
den USA kommend hat sich in den 70er Jahren die Frauenbewegung für die
Enttabuisierung dieses Themas stark gemacht und wenigstens etwas zur
Verbesserung der Aufklärungssituation bei sexuellem Kindesmissbrauch
beigetragen.2 Bereits damals propagierten die Frauen, dass jedes 4. Mädchen durch
sexuellen Missbrauch betroffen sei und fast ausschließlich ihre eigenen Väter die
Täter seien.3 Dadurch wurde das Thema politisch relevant, denn es berührte zum
ersten Mal die gesetzlich garantierte Privatheit der Familie und die elterliche Gewalt
über ihre Kinder, wobei man heute von der elterlichen Sorge spricht. ,,Das Thema
berührte zum ersten Mal die gesetzlich garantierte Privatheit der Familie und die
2 Mit dieser Thematik beschäftigen sich auch die Arbeiten von Hagemann- White von 1981 und die
Studie von Kavemann (1989).
3 Zu der Erkenntnis, dass bereits jede vierte Mädchen von sexuellem Missbrauch betroffen ist, kommt
auch Russel 1986.
4
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