Autor: Kai Liegl
Fach: Politik - Int. Politik - Thema: Europäische Union
Details
Institution/Hochschule: Justus-Liebig-Universität Gießen
Tags: Finanzpolitik, Spannungsfeld, EU-Stabilitäts-, Wachstumspakt, Seminar, Alternativen, Finanzpolitik
Jahr: 2005
Seiten: 25
Note: 1,75
Literaturverzeichnis: ~ 30 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 391 KB
ISBN (E-Book): 978-3-640-18154-4
ISBN (Buch): 978-3-640-18162-9
30 Einträge im Literaturverzeichnis, davon 4 Internetquellen.
Zusammenfassung / Abstract
In der aktuellen politischen Debatte, nicht nur auf nationaler Ebene, z. B. im Bundestag sondern ebenfalls auf regionaler Ebene z. B. innerhalb der EU-Institutionen herrscht eine rege Diskussion um den Fortbestand des derzeit seit 17.06.1997 gültigen EU-Stabilitäts- und Wachstumspakt sowie dessen Durchsetzungsmöglichkeiten. Zur detaillierten Analyse soll im Folgenden zunächst auf die Ziele und Aufgaben der (nationalen) Finanzpolitik eingegangen werden, gefolgt von Zielen und Aufgaben des EU-Stabilitäts- und Wachstumspakts. Daran anschließend kann eine punktuelle Diskussion um die so genannten „Konvergenz- (und Stabilitäts-)kriterien“ erfolgen, um abschließend die aktuellen Reformtendenzen besser nachvollziehen und bewerten zu können.
Textauszug (computergeneriert)
SEMINAR
ALTERNATIVEN DER FINANZPOLITIK
Wintersemester 2004/2005
Thema 7:
Finanzpolitik im Spannungsfeld des EU-
Stabilitäts- und Wachstumspakt
Justus-Liebig-Universität Gießen
vorgelegt von:
Kai Liegl
Finanzpolitik im Spannungsfeld des EU-Stabilitäts- und Wachstumspakt
II
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis II
Abbildungsverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis III
1. Einleitung 1
1.1. Ziele und Aufgaben der Finanzpolitik 1
1.1.1. Das Allokationsziel 2
1.1.2. Das Verteilungsziel 2
1.1.3. Das Stabilisierungsziel 3
1.2. Ziel und Aufgabe des EUStWaPkts 4
2. Zielkonfliktpotentiale von Fiskalpolitik und EUStWaPkt 6
2.1. Staatsverschuldung und Haushaltspolitik 6
2.1.1. Steuerwettbewerb und Wirtschaftsförderung 6
2.1.2. Koalitionsprobleme als Ursache für Budgetdefizite 7
2.2. Neuverschuldung und Antizyklische Finanzpolitik 9
3. Reformvorschläge 9
4. Bewertung 10
4.1. Bewertung der Konvergenzkriterien 10
4.2. Bewertung der Sanktionsmaßnahmen 11
4.3. Gesamtbewertung des EUStWaPkt 12
5. Ausblick 14
Anhang V
Literaturverzeichnis VII
Finanzpolitik im Spannungsfeld des EU-Stabilitäts- und Wachstumspakt
III
Abbildungsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1 Finanzpolitische Ziele im Überblick 1
Abb. 2 Die Konvergenzkriterien im Überblick 6
Abb. 3 Grafische Darstellung des bürokratischen Überangebots in Folge der
Bürokratietheorie von Niskanen 8
Abkürzungsverzeichnis
Abb. Abbildung
bspw. beispielsweise
et al.
et allii [und andere] oder et alibi [und anderswo]
EUStWaPkt
EU-Stabilitäts- und Wachstumspakt
EZB
Europäische Zentralbank mit Sitz in Frankfurt
i. V. m.
in Verbindung mit
n. h. M.
nach herrschender Meinung
o. ä.
oder ähnliches
o. D.
ohne Datum
o. S.
ohne Seitenangabe
z. T.
zum Teil
Finanzpolitik im Spannungsfeld des EU-Stabilitäts- und Wachstumspakt
1
Einleitung
1. Einleitung
In der aktuellen politischen Debatte, nicht nur auf nationaler Ebene, z. B. im Bundes-
tag sondern ebenfalls auf regionaler Ebene z. B. innerhalb der EU-Institutionen
herrscht eine rege Diskussion um den Fortbestand des derzeit seit 17.06.1997 gülti-
gen EU-Stabilitäts- und Wachstumspakt sowie dessen Durchsetzungsmöglichkeiten.
Zur detaillierten Analyse soll im Folgenden zunächst auf die Ziele und Aufgaben der
(nationalen) Finanzpolitik eingegangen werden, gefolgt von Zielen und Aufgaben des
EU-Stabilitäts- und Wachstumspakts. Daran anschließend kann eine punktuelle Dis-
kussion um die so genannten ,,Konvergenz- (und Stabilitäts-)kriterien" erfolgen, um
abschließend die aktuellen Reformtendenzen besser nachvollziehen und bewerten
zu können.
1.1. Ziele und Aufgaben der Finanzpolitik
Die Finanzpolitik umfasst alle Politikbereiche, die sich mit den jeweiligen Einnahmen
(insbesondere Steuern und Kreditaufnahmen) und Ausgaben (insbesondere Staats-
verbrauch1 und Subventionen) eines Staates befassen und dabei als jährliches Er-
gebnis die Verabschiedung des staatlichen Haushaltes zur Folge haben.2
Die Ziele und Aufgaben der Finanzpolitik lassen sich n. h. M. in folgende drei Akti-
onsbereiche gruppieren:3
Abb. 1
Finanzpolitische Ziele im Überblick4
1 Staatsverbrauch ,,umfasst den Wert der [...] Allgemeinheit ohne spezielles Entgelt [vom Staat und
dessen Gebietskörperschaften sowie den Sozialversicherungsträgern den privaten Wirtschafts-
subjekten] zur Verfügung gestellte Dienstleistungen", so
GABLER
(1997), S. 3534.
2 Nach
GABLER
(1997), S. 1334.
3 Vgl.
GABLER
(1997), S. 1334 1335.
4 Vgl.
WISCHMANN
(1994), S. 49.
Finanzpolitik im Spannungsfeld des EU-Stabilitäts- und Wachstumspakt
2
Einleitung
1.1.1. Das Allokationsziel
Unter dem Allokationsziel ,,versteht man den effizienten Einsatz der Produktionsfak-
toren zur Herstellung von Gütern und Dienstleistungen"5 mit dem Ziel eines optima-
len Input-Output-Verhältnisses. Als Voraussetzung hierfür wird die Sicherung der
Funktionsfähigkeit des Wettbewerbs genannt, was in der Nichtakzeptanz der ohne
Markteingriffe vorliegenden Ergebnissen resultiert.6
Ursachen für die Nichtakzeptanz der primären Marktergebnisse können in folgenden
Eigenschaften des Marktes identifiziert werden:
1. Bei Vorliegen von Marktversagen, d. h. ein Markt für ein bestimmtes Gut kommt
privatwirtschaftlich nicht zustande.7
2. Bei Existenz externer Effekte, die Wirkungen der Produktion oder des Konsums
eines Gutes auf Dritte beinhalten und dadurch eine adäquate Güterallokation
(aufgrund individuell zu geringer oder zu hoher Kosten) unmöglich machen.8
3. Auch die Existenz öffentlicher Güter (wie z. B. innere und äußere Sicherheit) las-
sen durch ihre Eigenschaften der Nichtrivalität und/oder Nichtgeltung des Aus-
schlussprinzips keinen privaten Markt entstehen.9
1.1.2. Das Verteilungsziel
,,Das Verteilungsziel beinhaltet eine Veränderung der Voraussetzungen und Ergeb-
nisse der sich marktmäßig ergebenden Verteilung" hin zu einer gerechteren (Ein-
kommens)Verteilung.10 Insofern setzt das Verteilungsziel die Ablehnung der aktuel-
len/primären Einkommensverteilung durch Faktorentlohnung voraus und greift auf
eine positive Finanzpolitik11 zurück, indem eine gerechtere Einkommensverteilung
durch Transferzahlungen erreicht werden soll.
Zur notwendigen Definition einer solchen ,,gerechteren" Einkommensverteilung sind
folgende zwei Extrempositionen denkbar:
5 Vgl.
JEITZINER
(1999), S. 3.
6 Vgl.
JEITZINER
(1999), S. 5.
7 Vgl.
HERMANN
et al. (1992), S. 22 23.
8 Vgl.
PERSSON/ROLAND/TABELLINI
(1997), S. 26.
9 Zur Theorie öffentlicher Güter vgl.
BLANKART
(2003), S. 29.
10 Vgl.
JEITZINER
(1999), S. 5,
BRÜMMERHOFF
(1996), S. 6.
11 Positive Finanzpolitik befasst sich mit der Frage: Was soll sein? Ihr gegenüber steht die Finanztheo-
rie, die Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge erklärt, so
BRÜMMERHOFF
(1996), S. 1 2.
Finanzpolitik im Spannungsfeld des EU-Stabilitäts- und Wachstumspakt
3
Einleitung
a) zum einen, dass eine (Um-)Verteilung überhaupt keine Rolle spielt (Benthamsche
Wohlfahrtsökonomik), die primäre Einkommensverteilung wird als die gerechteste
angesehen und
b) andererseits die homogene Gleichverteilung der Einkommen bei der die Trans-
ferzahlungen eine vollständig gleiche sekundäre Einkommensverteilung er-
zeugt.12
Häufig wird in diesem Zusammenhang auf die problembehaftete Messung der Ein-
kommenssituation hingewiesen.
1.1.3. Das Stabilisierungsziel
,,Stabilisierungsziele beinhalten die Glättung von Konjunktur- und Wachstums-
schwankungen und die volle Auslastung des volkswirtschaftlichen Produktionspoten-
tials" im Zeitablauf.13
Die Stabilisierungspolitik umfasst ,,alle staatlichen Maßnahmen zur Erreichung eines
makroökonomischen Gleichgewichts mit hohem Beschäftigungsstand und Preisni-
veau".14
Als Voraussetzung für eine erfolgreiche Stabilisierungspolitik hat sich n. h. M. die E-
xistenz ,,gesunder [nicht exzessiv verschuldeter] Staatsfinanzen"15 herausgebildet.
Diese sind erforderlich, da ein verschuldeter Staat neben Auswirkungen auf die in-
terne und externe Stabilität (z. B. in Form von Budgetfinanzierung via Geldmengen-
ausweitung oder Wechselkursanpassungen) insbesondere einer schwierig werden-
den Neukreditbeschaffung unterliegt und daher dessen Aktionsrahmen konjunkturel-
ler Wirtschaftsförderung in Regressions- und Depressionsphasen enorm einge-
schränkt ist.
12 Vgl.
JEITZINER
(1999), S. 6.
13 Vgl.
JEITZINER
(1999), S. 7, wobei n. h. M. eine Auslastung von 99 % bereits als Vollbeschäftigung
gilt.
14 Vgl.
GABLER
(1997), S. 3537, i. V. m.
RAHMANN
(1972), S. 58 61. Zur begrifflichen Abgrenzung von
Stabilität, -pakt, -kultur, -gemeinschft vgl.
HÄNSCH
(2002), S. 32 33.
15 Vgl.
BECK
(1997), S. 49.
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