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Die Klassifikation von Sprechakten in Jürgen Habermas' „Vorbereitende Bemerkungen zu einer Theorie der kommunikativen Kompetenz“

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2007, 14 Pages
Author: Meike Kohl
Subject: German Studies - Semiotics, Pragmatics, Semantics

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2007
Pages: 14
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 3  Entries
Language: German
Archive No.: V116480
ISBN (E-book): 978-3-640-18645-7

File size: 146 KB

Abstract

1962 wird John Langshaw Austins Werk How to do things with words veröffentlicht, eine Grundlagenarbeit der Sprechakttheorie. 1972 erscheint eine deutsche Bearbeitung von Eike von Savigny unter dem Titel Zur Theorie der Sprechakte. Austin greift hier eine bis dahin gängige Vorstellung der Philosophie an, dass konstative Äußerungen nur Fakten wiedergeben, die als wahr oder falsch eingestuft werden können. Äußerungen können nicht nur konstativ, sondern auch performativ sein, also eine Handlung vollziehen, welche nicht wahr oder falsch ist, sondern verunglückt, falls die intendierte Wirkung misslingt. Er versucht eine Klassifikation von Sprechakten und unterscheidet fünf Klassen, gibt jedoch selbst an, „durchaus nicht mit allen gleich glücklich zu sein“ (Austin,168). 1971 stellt Jürgen Habermas in der Abhandlung „Vorbereitende Bemerkungen zu einer Theorie der kommunikativen Kompetenz“ einen Systematisierungsvorschlag für Sprechakte vor. Er unterteilt dabei vier Klassen pragmatischer Universalien, die die zureichenden Konstruktionsmittel für den Entwurf einer idealen Sprechsituation darstellen, d.h. der Kommunikationsbedingungen, die es erlauben, über Geltungsansprüche als vernünftig zu befinden. John Searle stellt 1975 eine systematischere und bis heute als gültig anerkannte Taxonomie auf. In dieser Arbeit werden die verschiedenen Ansätze vorgestellt und insbesondere die Sprechaktklassifikation Habermas' genauer betrachtet, um im Anschluss deren genaue Konstruktion und sich daraus ergebende problematische Aspekte zu diskutieren. Die Beispiele aus der Klassifikation Austins sind so gewählt, dass sie sich in Habermas' Abhandlung wiederfinden.


Excerpt (computer-generated)

Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Germanistisches Institut

Abteilung Sprachwissenschaft

Wintersemester 2007/2008

Hauptseminar: Sprachgebrauchstheorien

Die Klassifikation von Sprechakten in Jürgen Habermas′

,,Vorbereitende Bemerkungen zu einer Theorie der kommunikativen

Kompetenz"

Meike Kohl


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung 3

2 Austins Klassifikation von Sprechakten 3

3 Abriss der Theorie Habermas′ mit Fokus auf die Sprechaktklassifikation 5

4 Kritische Anmerkungen zu Habermas 10

5 Literaturverzeichnis 13

2


1 Einführung

1962 wird John Langshaw Austins Werk

How to do things with words

veröffentlicht, eine

Grundlagenarbeit der Sprechakttheorie. 1972 erscheint eine deutsche Bearbeitung von Eike

von Savigny unter dem Titel

Zur Theorie der Sprechakte

. Austin greift hier eine bis dahin

gängige Vorstellung der Philosophie an, dass konstative Äußerungen nur Fakten wieder-

geben, die als wahr oder falsch eingestuft werden können. Äußerungen können nicht nur

konstativ, sondern auch performativ sein, also eine Handlung vollziehen, welche nicht wahr

oder falsch ist, sondern verunglückt, falls die intendierte Wirkung misslingt. Er versucht

eine Klassifikation von Sprechakten und unterscheidet fünf Klassen, gibt jedoch selbst an,

,,durchaus nicht mit allen gleich glücklich zu sein" (Austin,168).

1971 stellt Jürgen Habermas in der Abhandlung ,,Vorbereitende Bemerkungen zu einer

Theorie der kommunikativen Kompetenz" einen Systematisierungsvorschlag für Sprechakte

vor. Er unterteilt dabei vier Klassen pragmatischer Universalien, die die zureichenden

Konstruktionsmittel für den Entwurf einer

idealen Sprechsituation

darstellen, d.h. der

Kommunikationsbedingungen, die es erlauben, über Geltungsansprüche als vernünftig zu

befinden. John Searle stellt 1975 eine systematischere und bis heute als gültig anerkannte

Taxonomie auf. In dieser Arbeit werden die verschiedenen Ansätze vorgestellt und

insbesondere die Sprechaktklassifikation Habermas′ genauer betrachtet, um im Anschluss

deren genaue Konstruktion und sich daraus ergebende problematische Aspekte zu

diskutieren. Die Beispiele aus der Klassifikation Austins sind so gewählt, dass sie sich in

Habermas′ Abhandlung wiederfinden.

2 Austins Klassifikation von Sprechakten

Austin stellt in der zwölften Vorlesung fest, dass auch konstative Äußerungen performativ

gebraucht werden können. Diese seien nicht als zwei unterschiedliche Formen von

Äußerungen zu sehen, sondern im pragmatischen Gebrauch strukturell ähnlich, sodass er zu

dem Schluss kommt, dass ,,diese Dichotomie zugunsten von größeren

Familien

verwandter

und einander überlappender Sprechakte" fallengelassen werden muss (Austin,168). Er nutzt

keine übergeordneten Kriterien, sondern unterscheidet die Äußerungen aufgrund ihrer

illokutionären Rollen, indem er die Formel ,,...sagen heißt...tun" anwendet. So unterscheidet

3



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