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Steuerliche Wirkungen der aktuellen gesetzlichen Regelungen zu haushaltsnahen Dienstleistungen und daraus resultierende Konsequenzen bei deren Umsetzung, insbesondere für die Verwaltertätigkeit

Diploma Thesis, 2008, 91 Pages
Author: Katharina Drannaschk
Subject: Economics / Business: Law

Details

Category: Diploma Thesis
Year: 2008
Pages: 91
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 45  Entries
Language: German
Archive No.: V116490
ISBN (E-book): 978-3-640-18226-8

File size: 535 KB

Abstract

In Zeiten, in denen die Bevölkerung durch Steuererhöhungen, steigende Sozialabgaben und stetig steigende Rohstoff- und Lebensmittelpreise einer großen finanziellen Belastung ausgesetzt ist, scheint es nicht verwunderlich, dass viele Bürger auf die günstigere, aber inoffizielle Variante der „Schwarzarbeit“ zurückgreifen. Dieser Trend ist auch im Bereich der privaten Haushaltsführung ersichtlich. In der heutigen Gesellschaft scheint es völlig normal und gängig, Arbeiten, wie Gartenpflege, Wohnungsreinigung oder Fensterputzen Kosten sparend illegal ausführen zu lassen. Für den Staat bedeutet das jedoch Einnahmeverluste in Millionenhöhe, so dass es nicht verwunderlich ist, dass dieser der Schwarzarbeit entgegenwirken will. Zur Bekämpfung der illegalen Tätigkeiten im Sektor der Privathaushalte schien es notwendig, der Bevölkerung einen finanziellen Anreiz zu bieten. Unter diesem Gesichtspunkt führte die Bundesregierung im Zuge des zweiten Gesetzes für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt den Paragraphen 35a in das Einkommensteuergesetz ein, welcher seit dem 01.01.2003 gültig ist. Dadurch wird den „privaten Haushalten … für die Beauftragung von haushaltsnahen Dienstleistungen die Möglichkeit des Abzugs von der Steuerschuld eingeräumt.“ Unter Einhaltung gewisser Voraussetzungen kann der Bürger nun einen bestimmten Prozentsatz der Kosten für haushaltsnahe Dienstleistungen steuerlich absetzen. Doch scheint dies nicht so einfach möglich zu sein. Die neue Vorschrift ist zum Teil schwer verständlich und stellt die Beteiligten, sowohl die Steuerpflichtigen als auch die Verwalter der Immobilien, bei der Inanspruchnahme vor gewisse Fragen.


Excerpt (computer-generated)

Steuerliche Wirkungen der aktuellen gesetzlichen
Regelungen zu haushaltsnahen Dienstleistungen und
daraus resultierende Konsequenzen bei deren
Umsetzung, insbesondere für die Verwaltertätigkeit

Diplomarbeit

Berufsakademie Sachsen
Staatliche Studienakademie Leipzig

Eingereicht von: Katharina Drannaschk

Seminargruppe: IW 2005 I

Leipzig, 12.08.2008

 


I

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis I
Abbildungsverzeichnis IV
Tabellenverzeichnis V
Abkürzungsverzeichnis VI
1 Einleitung 1
1.1 Problemdarstellung 1
1.2 Methodische Herangehensweise 2
1.3 Ziel der Arbeit 3
1.4 Begriffliche Abgrenzung 4
2 Einführung in die Verwaltertätigkeit 6
3 Der § 35a EStG: Begriffsdefinitionen, Inhalt und Zweck der gesetzlichen Regelung 11
3.1 Begriffsdefinitionen 11
3.1.1 Begriff ,,Haushalt" 11
3.1.2 Begriff ,,Dienstleistung" 12
3.1.3 Was sind haushaltsnahe Tätigkeiten? 15
3.2 Steuerermäßigungen für haushaltsnahe Tätigkeiten nach § 35a EStG 17
3.2.1 Steuervergünstigung nach § 35a Absatz 1 EStG 17
3.2.2 Steuervergünstigung nach § 35a Absatz 2 EStG 20
3.2.3 Übersicht zu den Steuerermäßigungsmöglichkeiten nach § 35a EStG 24
3.3 Angestrebte Wirkung des Steuerabzugs nach § 35a EStG und Analyse der Notwendigkeit 25
3.3.1 Ziel des Steuerabzugs nach § 35a EStG 25

 


II

3.3.2 Schwarzarbeit in Deutschland 26
3.3.3 Analyse der Notwendigkeit des Steueranreizes nach § 35a EStG 32
4 Geltendmachung der Steuerermäßigung gem. § 35a EStG 33
4.1 Voraussetzungen 33
4.1.1 Kriterium der Haushaltsnähe 33
4.1.2 Einkommensteuerpflicht 33
4.1.3 Berechtigter Anspruch 34
4.1.4 Nachweiserbringung 36
4.1.5 Banküberweisung 37
4.1.6 Ausschluss anderweitiger Geltendmachung 38
4.2 Anwendungen der Steuerermäßigung nach § 35a EStG 39
4.2.1 Zeitpunkt der Geltendmachung der Steuervergünstigung .. 39
4.2.2 Haushalt mit mehreren Steuerpflichtigen 42
4.2.3 Kumulation der Steuerermäßigungsmöglichkeiten nach § 35a EStG 43
4.2.4 Antragstellung 44
4.3 Beispielrechnung 45
5 Auswirkungen auf die Verwalterpraxis 48
5.1 Allgemeines 48
5.2 Mehraufwand 49
5.2.1 Unterweisung der Mitarbeiter 49
5.2.2 Ordnungsgemäße Rechnung 50
5.2.3 Ordnungsgemäße Buchführung 52
5.2.4 Ausweis der Aufwendungen durch den Verwalter 55
5.2.5 Zusammenfassung 58
5.3 Sondervergütung 59

 


III

6 Wirkung des § 35 a EStG und Verbesserungsvorschläge 64
6.1 Wirkung 64
6.2 Verbesserungsvorschläge 69
7 Fazit 73
Anlagenverzeichnis VI
Quellenverzeichnis VII

 


IV

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Formen der Verwaltung 6
Abbildung 2: einfacher Wirtschaftskreislauf 12
Abbildung 3: Clark-Fourastié-Modell 14
Abbildung 4: Steuerermäßigung nach § 35a EStG 25
Abbildung 5: Schwarzarbeit in Deutschland 28
Abbildung 6: Gründe der Schwarzarbeit 28
Abbildung 7: Unterkonten in der Buchhaltung 53
Abbildung 8: Volumen der Schwarzarbeit 64

 


V

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Möglichkeiten von Dienstleistungen 13
Tabelle 2: Aufgliederung des Sozialversicherungsbeitrags 19
Tabelle 3: Branchen der Schwarzarbeit 30
Tabelle 4: begünstigte Aufwendungen 54
Tabelle 5: Mehraufwand des Verwalters durch den § 35 a EStG 58

 


VI

Abkürzungsverzeichnis

AG - Arbeitgeber
AN - Arbeitnehmer
BetrKV - Betriebskostenverordnung
BMF - Bundesministerium der Finanzen
EStG - Einkommensteuergesetz
ETW - Eigentumswohnung
HGrG - Gesetz über die Grundsätze des Haushaltsrechts des Bundes und der Länder
i. d. F. - in der Fassung
i. S. d. - im Sinne des
i. V. m - in Verbindung mit
MEA - Miteigentumsanteil
RN - Randnummer
SGB - Sozialgesetzbuch
StBerG - Steuerberatungsgesetz
WE - Wohneinheit
WEG - Wohnungseigentumsgesetz, Wohnungseigentümergemeinschaft

 


1

1 Einleitung
1.1 Problemdarstellung

,,...jeder fünfte Deutsche [hat] schon einmal schwarzgearbeitet und fast jeder Dritte [hat] Arbeiten ohne Rechnung ausführen lassen"
(Institut der deutschen Wirtschaft Köln)

In Zeiten, in denen die Bevölkerung durch Steuererhöhungen, steigende Sozialabgaben und stetig steigende Rohstoff- und Lebensmittelpreise einer großen finanziellen Belastung ausgesetzt ist, scheint es nicht verwunderlich, dass viele Bürger auf die günstigere, aber inoffizielle Variante der ,,Schwarzarbeit" zurückgreifen. Dieser Trend ist auch im Bereich der privaten Haushaltsführung ersichtlich. In der heutigen Gesellschaft scheint es völlig normal und gängig, Arbeiten, wie Gartenpflege, Wohnungsreinigung oder Fensterputzen Kosten sparend illegal ausführen zu lassen. Für den Staat bedeutet das jedoch Einnahmeverluste in Millionenhöhe, so dass es nicht verwunderlich ist, dass dieser der Schwarzarbeit entgegenwirken will. Zur Bekämpfung der illegalen Tätigkeiten im Sektor der Privathaushalte schien es notwendig, der Bevölkerung einen finanziellen Anreiz zu bieten. Unter diesem Gesichtspunkt führte die Bundesregierung im Zuge des zweiten Gesetzes für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt den Paragraphen 35a in das Einkommensteuergesetz ein, welcher seit dem 01.01.2003 gültig ist.
Dadurch wird den ,,privaten Haushalten ... für die Beauftragung von haushaltsnahen Dienstleistungen die Möglichkeit des Abzugs von der Steuerschuld eingeräumt."1
Unter Einhaltung gewisser Voraussetzungen kann der Bürger nun einen bestimmten Prozentsatz der Kosten für haushaltsnahe Dienstleistungen steuerlich absetzen. Doch scheint dies nicht so einfach möglich zu sein. Die neue Vorschrift ist zum Teil schwer verständlich und stellt die Beteiligten, sowohl die Steuerpflichtigen als auch die Verwalter der Immobilien, bei der Inanspruchnahme vor gewisse Fragen.

1 Vgl. Der Abschlussbericht der Hartz-Kommission vom 16.08.2002, Modul 9.

 


2

Welche Tätigkeiten sind nach § 35a EStG begünstigt?
Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um den Steuerbonus in Anspruch nehmen zu können?
Welche Auswirkungen hat der § 35a EStG für mich, den Verwalter?
Diese und weitere Problemfragen versuchte das Bundesministerium der Finanzen durch die veröffentlichten Rundschreiben zu beantworten. Doch konnten diese Anwendungsschreiben bis zum heutigen Zeitpunkt nicht für ausreichende Klarheit sorgen, sodass auch weiterhin offene Fragen und einige Probleme bestehen bleiben.
Der Autor möchte sich in dieser Diplomarbeit der zum Teil komplizierten und problembehafteten gesetzlichen Neuregelung des § 35a EStG widmen und versuchen, diese ausführlich und für den Leser verständlich darzustellen.
1.2 Methodische Herangehensweise
Diese Arbeit gliedert sich in sieben Kapitel. Zu Beginn wird zunächst das Problem definiert, die methodische Herangehensweise erläutert und das Ziel der Arbeit dargestellt. Im Weiteren wird eine Abgrenzung der Begriffe Dienstleistung, Beschäftigung und Handwerkerleistung vorgenommen, welche dem besseren Verständnis des Inhalts der gesetzlichen Regelung § 35a EStG dienen soll. Den Hauptteilen vorangestellt wird im zweiten Kapitel ein kurzer Einblick in die Tätigkeit des Verwalters gegeben, welcher auf Informationen aus der Literatur und eigenen Erfahrungen aus der praktischen Arbeit beruht.
Im dritten Abschnitt werden die für die Thematik bedeutsamen Begrifflichkeiten definiert. Daran anschließend wird der Inhalt des § 35a EStG ausführlich betrachtet. Die Darstellung erfolgt dabei größtenteils in Anlehnung an die vom Bundesminister publizierten Anwendungsschreiben. Folgend wird der Zweck der gesetzlichen Regelung erläutert und dessen Notwendigkeit bzw. Aktualität mit Hilfe von Statistiken aufgezeigt. Im Kapitel vier dieser Arbeit möchte sich der Autor mit der Inanspruchnahme des Steuerbonus beschäftigen. Ausgehend von einer Darlegung der zu beachtenden Voraussetzungen wird dann die Anwendung der Steuervergünstigung beschrieben und abschließend ein selbst entworfenes Beispiel angefügt. Im Kapitel fünf wird dargestellt, welche

 



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