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Diploma Thesis, 2008, 59 Pages
Author: Fotini Zikas
Subject: Tourism
Details
Tags: Effekte, Kulturfestivals, Imagebildung, Stadt, Fallbeispiel, Athen, Festival
Year: 2008
Pages: 59
Grade: 2,3
Bibliography: ~ 35 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-19923-5
ISBN (Book): 978-3-640-20506-6
File size: 262 KB
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Abstract
Immer mehrere Grossstädte und Metropolen weltweit, versuchen im Rahmen der wachsenden Nachfrage nach Städtereisen, ihr Image neu zu gestalten. Aufgrund des Globalisierungsprozesses konkurrieren die Städte nicht nur um Attraktivierung von Besuchern, sondern auch von Bewohnern, Unternehmen und Investoren . Die Entwicklung und Inszenierung von Ereignissen und Events tragen zur Imageprofilierung und Erhöhung des Bekanntheitsgrades einer Stadt, einer Kommune oder Region bei (Heinze 1997, S.23). Kultur spielt dabei eine wesentliche Rolle. Die Kulturmetropole Athen ist unumstritten wegen ihres Kulturerbes eine bekannte Kulturtourismusdestination. Im Bereich der Kulturevents ist das Festival Athen die bekannteste Kulturveranstaltung, die mit ihren Theater-, Tanz- und Musikaufführungen die athener Sommernächte kennzeichnet. Inwieweit ist aber das Athen Festival mit dem Tourismus Athens verbunden? Wie auch Dr. Manfred Lieb in seinem Beitrag “Festivalmanagement” Leiper (1990, S.371) zitiert, wird eine touristische Destination als eine Beziehung zwischen Personen, einem zentralen Element der angebotenen Destination oder des angebotenen Produktes und der Information über diese Attraktion definiert. Wenn diese drei Elemente verbunden werden können, liegt eine touristische Attraktion vor. Je besser diese Elemente wiederum verbunden sind, desto grösser ist die Anziehungskraft und damit die Attraktivität (Lieb 2000, S.268). Nach dieser Definition bearbeitet die vorliegende Arbeit das Beispiel des Athen Festivals und wie dieses für die Erneuerung des touristischen Images der Metropole Athen genutzt werden kann. Das Interesse der Arbeit liegt in der Periode nach 2006, da in diesem Jahr die Leitung des Festivals wechselte und wesentliche Änderungen beim Profil des Festivals einführte.
Excerpt (computer-generated)
Die ökonomischen und touristischen Effekte eines
Kulturfestivals auf die Imagebildung einer Stadt: das
Fallbeispiel Athen Festival
Abschlussarbeit zum Weiterbildenden Studium
"KulturTourismus und EventManagement"
der FernUniversität Hagen
vorgelegt von
Fotini Zikas
Abgabedatum: 15.2.2008
Abkürzungen
AF Athen
Festival
EOT
Griechische Zentrale für Fremdenverkehr (Ellinikos Organismos
Tourismou)
HATTA
Hellenic Association of Tourism and Travel Agencies
HF Hellenisches
Festival
usw
und so weiter
EIF Edinburgh
International Festival
z.B. zum
Beispiel
u.a. und
andere
1
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
Seite 3
2. Festivals und Events im Städtetourismus
Seite 5
2.1 Die ökonomischen und touristischen Effekte eines
Seite 8
Festivals
2.2 Beispiele europäischer Stadtfestivals Seite
11
3. Die KulturMetropole Athen
Seite 16
3.1 Vorführung der Metropole Athen
Seite 16
3.2 Das Kulturangebot der Metropole Athen
Seite 18
3.3 Die Kultur- und Tourismuspolitik der Metropole Athen
Seite 20
4. Das Athen Festival
Seite 26
4.1 Geschichte
Seite 26
4.2 Verwaltungsänderung
Seite 28
4.2.1 Die Ziele
Seite 29
4.2.2 Marketing-Mix
Seite 31
4.2.2.1 Produktpolitik (Product)
Seite 31
4.2.2.2 Preispolitik (Price)
Seite 33
4.2.2.3 Distributionspolitik (Place)
Seite 34
4.2.2.4 Kommunikationspolitik (Promotion)
Seite 36
4.3 Die Effekte des Athen Festivals auf die Metropole Athen
Seite 38
5. Fazit
Seite 43
5.1 Allgemeine Schlussfolgerungen Seite
43
5.2 Schlussfolgerungen am Fallbeispiel
Seite 44
5.3 Nachwort
Seite 44
6. Anhang
7. Literaturverzeichnis
2
1. Einleitung
Immer mehrere Grossstädte und Metropolen weltweit, versuchen im Rahmen
der wachsenden Nachfrage nach Städtereisen, ihr Image neu zu gestalten.
Aufgrund des Globalisierungsprozesses konkurrieren die Städte nicht nur um
Attraktivierung von Besuchern, sondern auch von Bewohnern, Unternehmen
und Investoren1. Die Entwicklung und Inszenierung von Ereignissen und
Events tragen zur Imageprofilierung und Erhöhung des Bekanntheitsgrades
einer Stadt, einer Kommune oder Region bei (Heinze 1997, S.23). Kultur spielt
dabei eine wesentliche Rolle.
Die Kulturmetropole Athen ist unumstritten wegen ihres Kulturerbes eine
bekannte Kulturtourismusdestination. Im Bereich der Kulturevents ist das
Festival Athen die bekannteste Kulturveranstaltung, die mit ihren Theater-,
Tanz- und Musikaufführungen die athener Sommernächte kennzeichnet.
Inwieweit ist aber das Athen Festival mit dem Tourismus Athens verbunden?
Wie auch Dr. Manfred Lieb in seinem Beitrag "Festivalmanagement" Leiper
(1990, S.371) zitiert, wird eine touristische Destination als eine Beziehung
zwischen Personen, einem zentralen Element der angebotenen Destination
oder des angebotenen Produktes und der Information über diese Attraktion
definiert. Wenn diese drei Elemente verbunden werden können, liegt eine
touristische Attraktion vor. Je besser diese Elemente wiederum verbunden sind,
desto grösser ist die Anziehungskraft und damit die Attraktivität (Lieb 2000,
S.268).
Nach dieser Definition bearbeitet die vorliegende Arbeit das Beispiel des Athen
Festivals und wie dieses für die Erneuerung des touristischen Images der
Metropole Athen genutzt werden kann. Das Interesse der Arbeit liegt in der
Periode nach 2006, da in diesem Jahr die Leitung des Festivals wechselte und
wesentliche Änderungen beim Profil des Festivals einführte. Die Änderungen
1 Diesbezüglich befasst sich die Untersuchung von Richard Florida in seinem Buch
The Rise of the
Creative Class
. Im Mittelpunkt des globalen Wettbewerbs stehen nicht mehr der Handel mit Gütern und
Dienstleistungen oder Kapitalströmen, sondern vielmehr der Wettbewerb um Menschen. Die Theorie
besagt, dass im Rahmen ihres wirtschaftlichen Wachstums, die Städte sich um die Attraktivierung der
"kreativen Klasse" zu bemühen haben. Wirtschaftswachstum und wirtschaftliche Entwicklung stützen sich
auf die 3 T′s: Technologie, Toleranz, Talente. Es handelt sich dabei um Erwerbstätige in Bereichen der
Wissenschaft oder Ingenieurberufen, in Forschung und Entwicklung, in technologiegestützten Industrien,
in Kunst, Musik oder Kultur, in den Ästhetik- und Designbranchen oder in den wissensbasierten Feldern
der Gesundheitswirtschaft, des Finanzwesen und des Rechts.
(http://www.perspektive21.de/P21_Heft_31_Florida_Tinagli.pdf)
3
wurden vorgenommen um die Vision der neuen Leitung zu erzielen, dem Athen
Festival ein zeitgenössisches Bild zu verschaffen und es zu einem der
bekanntesten europäischen anerkannten Kulturfestivals zu gestalten.
Das erste Kapitel der Arbeit befasst sich mit den Begriffen Kultur, Festival,
Event und Städtetourismus und wie sie sich miteinander verbinden. Das Kapitel
schliesst mit Beispielen europäischer Festivals, die bewiesen haben, dass die
professionelle Organisation von kulturellen Ereignissen das Image und somit
den Tourismus der Stadt positiv beeinträchtigen.
Nach einer kurzen Vorführung der Metropole Athen aus kulturtouristischer
Sicht, im dritten Kapitel, wird im vierten Kapitel das Athen Festival vorgestellt
und mit Hilfe des Marketing-Mix in die strategische Planung des Festivals
eingegangen. Es folgt eine Swot-Analyse über die Perspektiven des Festivals
und inwieweit es das touristische Image der Metropole Athen beeinträchtigt.
Abschliessend folgen die Schlusserkenntnisse in Bezug auf die Beziehung des
AF mit der Gastgeber Stadt und der Tourismusindustrie.
Die Bearbeitung vorliegender Arbeit stützt sich auf hauptsächlich quantitative
Daten. Des Weiteren erfolgten Interviews mit den zuständigen Mitarbeiterinnen
des AF für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Frau Maria Panagiotopoulou und
aus der Abteilung für Kommunikation, Frau Eva Veneka, die Direktorin des
Griechischen Verbandes der Reise- und Tourismusagenturen (HATTA), Frau
Anna Anyfanti, und einer berufstätigen Fremdenführerin Frau Roula Lalaidou.
4
2. Festival und Events im Städtetourismus
Kultur und Tourismus sind Begriffe die miteinander eng verbunden sind. In der
Literatur gibt es, aufgrund der Schwierigkeit der Definition der beiden Begriffe,
verschiedene Begriffsbestimmungen für den Kulturtourismus.
Heinze (2002, S.119-120) bezieht sich auf die Definition von Eder2 (1993,
S.165-166), in der neben den Objekten und Veranstaltungen hoher
künstlerischer oder historischer Bedeutung, auch die Alltagskultur beachtet
wird, mit dem Ziel die Eigenart und Leistung der Region zu betonen. Ohne die
aktive Mitwirkung der Region und die Förderung einer regionalen Identität kann
der Kulturtourismus nicht entwickelt werden.
Dieser Begriff beschreibt die klassische Form des Kulturtourismus, als dessen
Erweiterung der Erlebnis- bzw. Eventtourismus zu verstehen ist (Heinze 2002,
S.120). Event-Tourismus ist der Ausdruck des gestiegenen Erlebniskonsums
und der zunehmenden kulturbezogenen Reisegestaltung der Besucher in den
Zielgebieten (Freyer 2000, S.211).
Getz (1991 in Freyer, S. 214; Roth, S.74) beschreibt den Event-Tourismus als
"the systematic planning, development, and marketing of festivals and special
events as tourist attractions, development catalysts, and image builders for
attractions and destination areas".
Events werden als Mittel zur Vermarktung und Positionierung von Destinationen
genutzt. Sie stellen einen Motor in die Tourismusentwicklung der Städte dar.
Dabei wird zwischen Städten unterschieden, die reichliche Sehenswürdigkeiten
zu bieten haben, aber neue Gäste gewinnen möchten und Städten die nicht
sehr reich mit Attraktionen ausgestattet sind und die Möglichkeit haben
Städtetourismus für sich nutzbar zu machen (Weber 2000, S. 66). Zum einen
gibt es Fremdenverkehrsorte die ihr touristisches Angebot um neu geschaffene
Events ergänzen möchten und andere die ihre vorhandene Veranstaltungen
2 "Schonende Nutzung kulturhistorischer Elemente und Relikte und die sachgerechte Pflege traditioneller
regionsspezifischer Wohn- und Lebensformen zur Hebung des Fremdendenverkehrs in der jeweiligen
Region; dies mit dem Ziel, das Verständnis für die Eigenart und Eigenwert einer Region in dem weiten
Rahmen einer europäischen Kultureinheit zu erweitern und zu vertiefen und zwar durch eine verstärkte
Kommunikation zwischen den Bewohnern des europäischen Kontinents und durch eine sachlich richtige
vergleichende und diskursive Information über die Zeugnisse aus Vergangenheit und Gegenwart am Ort"
5
und Ereignisse verstärkt im touristischen Marketing einsetzen möchten (Freyer
2000, S. 211).
Die Ziele, nach Dreyer (2000, S.38), die eine Destination durch den Einsatz von
kulturellen Veranstaltungen verfolgt, sind:
· Steigerung
des
Bekanntheitsgrades
· Verbesserung des Images3
· Aktualisierung/Erhöhung der Attraktivität
· (Neu-)
Positionierung
· Erschliessung neuer Zielgruppen
· Aufwertung der Nebensaison
· Förderung und Erhaltung der Kultur
· Beschleunigung der Stadtentwicklung
Immer häufiger werden kulturelle Events von den touristischen Destinationen
zur Erfüllung der obigen Ziele aufgenommen (Freyer 2000, S. 211).
Events entstehen aus verschiedenen Anlässen: Sport, Politik, Wissenschaft,
Wirtschaft, Kultur usw. Kultur spielte immer eine wesentliche Rolle bei der
Reiseentscheidung, ob als Nebenbeschäftigung während des Aufenthaltes in
einem fremden Ort, wie die Besichtigung von Museen oder als Hauptmotiv, wie
es die klassische Studienreise ist (Freyer 2000, S. 214). Eine sehr beliebte
Form kultureller Events die in den Städten stattfinden, sind die Festivals.
Von einem Festival kann gesprochen werden, wenn zu einem Thema oder zu
einem Themenbereich zu einem bestimmten Zeitpunkt kulturelle Aufführungen
angeboten werden. (Weber 2000, S. 268). Die bekannteste Form von Festival
ist das Kunstfestival, das entweder mehrere Kunstarten (Musik, Theater, Oper
usw.) enthalten kann oder sich in einer einzelnen Kunstart spezialisiert, wie es
z.B. die Musikfestivals sind (Allen/O`Toole/McDonnell/Harris 2005, S.15).
Dreyer (2000, S. 37) unterscheidet zwischen Opern- und Operetten
Festspielen, Theaterfestspielen, Rock-, Pop-, Jazz-, Wester- Musikfestivals und
Filmfestivals.
3 Das Image einer Stadt entwickelt sich aus ihren physischen Gütern, wie z.B. die Gebäude, die
Architektur, die Parks, die Strassen, die Denkmäler, ihre geographische Lage und Umgebung, sogar ihr
Verkehrssystem. Zusammen mit den Dienstleistungsgütern (Konzerte, Festivals, kulturel e Events,
Sportveranstaltungen, Shoppingmöglichkeiten usw.) bilden sie das Image einer Stadt (Hughes 2000 in
Kolb 2006, S. 10)
6
Da die Ansprüche der Besucher immer grösser werden, muss ein Event
professionell organisiert sein (Weber 2000, S. 66). Kulturelle Events und
kulturelle Einrichtungen, die auf auswärtige Besucher hoffen, brauchen ein
gezieltes Marketing, wenn sie einerseits die touristische und wirtschaftliche
Zielsetzung erfüllen möchten und andererseits eine entsprechende
Innenwirkung für die ortsansässige Bevölkerung bewirken sollen (Freyer 2000,
S. 242; Heinze 2002, S. 129). Aus der Sicht einer Destination, ob Region oder
Stadt, die mittels der kulturellen Veranstaltung und Event-Tourismus auf die
Attraktivierung von Besuchern absieht, ist ebenfalls ein gezieltes
Marketingkonzept erforderlich. Dies führt zur Institutionalisierung einer
Marketing-Kooperation zwischen den Tourismus und der kommunalen
Kulturwirtschaft und Entwicklung eines erfolgreichen Destinationsmanagement
(Heinze 2002, S. 129).
Vorraussetzung für die Entwicklung einer kulturtouristischen
Marketingkonzeption einer Destination ist die Beantwortung der folgenden
Fragenkomplexen: Soll durch die Erstellung kulturtouristischer Angebote eine
Destination touristisch erschlossen werden, die bisher wenige
Entwicklungsmöglichkeiten im Tourismus besass oder sollen die touristischen
Angebote in einem bereits entwickelten Gebiet ergänzt und erweitert werden
mit dem Ziel der Attraktivierung der Destination für neue touristische
Zielgruppen?
Für beide Strategien gilt, dass das kulturelle Potential ausgeschöpft und genutzt
werden muss (Heinze 2002, S. 126). Darüber hinaus, muss entschieden
werden in welcher Art das Kulturangebot einer Stadt präsentiert wird und
welche Zielgruppe anzusprechen ist. Zu beachten ist, dass der Kulturtourist
nicht nur ein einzelnes kulturelles Angebot nachfragt, sondern die Kombination
sucht, im Sinne eines Gesamterlebnisses, d.h. die Stadt ist als "Packet"
anzubieten4 in dem ausser der kulturellen Attraktion noch Unterkunft,
Transportleistung, Verpflegung, Kommunikation, Vergnügen, Erlebnis,
Sinnlicher Genuss, Eigeninitiative angeboten wird. Nach Wolber (1997 in
Heinze 2002, S. 128) fassen alle obige Elemente das "Innovative Angebot"
zusammen.
4 "Packaging" enthält das "bundling" (Bündeln) der Hauptattraktionen der Stadt mit anderen
Tourismusdienstleistungen (Kolb 2006, S. 12)
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