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Das Internet als Pranger

Scholary Paper (Seminar), 2008, 33 Pages
Author: Torsten F. Barthel
Subject: Law - Media, Multimedia Law, Copyright

Details

Event: Seminar S1 - Medienzivilrecht - bei Prof. Dr.Curt Wolfgang Hergenröder, Sommersemester 2008
Institution/College: Johannes Gutenberg University Mainz (Medieninstitut/Weiterbildungsstudium LL.M. (Medienrecht))
Tags: Internet, Pranger, Seminar, Medienzivilrecht, Prof, Curt, Wolfgang, Hergenröder, Sommersemester
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2008
Pages: 33
Grade: 1,0 - 20/20 Pkt. (Ausgez.)
Bibliography: ~ 52  Entries
Language: German
Archive No.: V116533
ISBN (E-book): 978-3-640-18275-6
ISBN (Book): 978-3-640-18284-8
File size: 256 KB
Notes :
Der Verfasser Rechtsanwalt Torsten F. Barthel hat im Rahmen des Weiterbildungsstudienganges zum Master of Law (LL.M.) im Medienrecht eine hervorragende Seminararbeit vorgelegt, die die einschlägige Literatur und Rechtsprechung umfassend auswertet.


Abstract

Der hier zu behandelnden Thematik des „Internet als Pranger“ fußt auf folgender tatsächlicher Situation: In vielen Fällen sind Gläubiger in zivilrechtlichen Rechtsverhältnissen unzufrieden mit den Möglichkeiten des zivilgerichtlichen Rechtsschutzes, dies insbesondere in Bezug auf die Vollstreckung titulierter Ansprüche. Sie suchen daher nach individuellen Mitteln und Wegen, um ausstehende Leistungen einzutreiben , und zwar nicht erst in jüngerer Zeit . Dabei wird häufig auf eine breite Öffentlichkeitswirkung abgestellt, wie etwa durch auffällige „Schwarze Männer“ oder „Schwarze Schatten“, die hartnäckige Schuldner im Gläubigerauftrag so lange verfolgen, bis die Schulden beglichen sind . Von 1992-1999 bedienten sich Gläubiger u. u. auch eines RTL-„Mahn-Man“, dessen Bemühungen um die Schuldbeitreibung im Fernsehen gezeigt wurden . In Anbetracht dieser Entwicklungen erscheint es konsequent, dass seit geraumer Zeit auch das Internet als öffentlichkeitswirksames Druckmittel gegen zahlungsunwillige Schuldner eingesetzt wird . Auf verschiedenen, häufig nicht sehr lange vorgehaltenen Internetseiten bieten kommerzielle Unternehmen Plattformen für Schuldnerverzeichnisse und „schwarze Listen“ an. (...) Nach lfd. Nr. 1 Satz 2 der AGB der Betreiberin diente die Veröffentlichung der Schuldnerdaten dazu, „die Märkte transparenter zu machen und dadurch im Interesse aller Marktteilnehmer Fehlentwicklungen und Missbräuchen entgegen zu wirken“ . Die Veröffentlichungen sollten kostenpflichtig sein. Eine gegen das Urteil des OLG Rostock erhobene Verfassungsbeschwerde ist vom BVerfG wegen fehlender Rechtswegerschöpfung als unzulässig zurückgewiesen worden . Seit Sommer 2001 wird die Internetseite nicht mehr betrieben; die Domain steht zum Verkauf . Die zu analysierende Entscheidung hat grundsätzlichen Charakter, weil sich das Gericht mit den und Spezifika des Mediums Internet hinsichtlich der Zulässigkeit von Selbsthilfemaßnahmen gegen säumige Schuldner auseinandersetzen musste. Diese liegen insbesondere in der intensiven medialen Prangerwirkung des Internet begründet . Im Folgenden setzt sich diese Seminararbeit mit den rechtlichen Rahmenbedingungen dergestaltiger „anprangernder“ Publikationen auseinander. Die anstehenden Fragen sind nicht ganz neu , gewinnen indes stetig an Relevanz.


Excerpt (computer-generated)

Rechtsanwalt

Torsten F. Barthel

Mainzer Medieninstitut

Weiterbildungsstudiengang Medienrecht (LL.M)

Seminar S 1 ­ Medienzivilrecht

Sommersemester 2008

Seminararbeit:

Das Internet als Pranger

(OLG Rostock, DZWIR 2002, 76)


Mainzer Medieninstitut ­ Seminar S 1 ­ Medienzivilrecht

Rechtsanwalt Torsten F. Barthel: Das Internet als Pranger

Inhaltsverzeichnis

Literaturverzeichnis 3

I. Einleitung 8

II. Begriff und Wirkung von Anprangerung 9

III. Erscheinungsformen der Prangerwirkung durch das Internet 10

IV. Unterlassungsansprüche des Schuldners 14

1. Unterlassungsanspruch des Schuldners aus §§ 1004 Abs. 1, 823 Abs. 1 BGB wegen

Verletzung des Rechts am eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb 14

1.1 Betriebsbezogener Eingriff 15

1.2 Rechtswidrigkeit des Eingriffs 15

1.2.1 Rechtfertigung durch das Petitionsrecht 16

1.2.2 Rechtfertigung durch die Meinungsfreiheit 16

1.2.2.1 Werturteil 16

1.2.2.2 Juristische Personen als Grundrechtsträger 18

1.2.2.3 Grundrechtsgeltung im Privatrechtsverkehr 18

1.2.2.4 Abwägung zwischen Meinungsfreiheit und dem Recht am eingerichteten

und ausgeübten Gewerbebetrieb 19

1.2.2.4.1 Berechtigte Interessen der Herausgeberin und der Nutzer des

,,Schuldnerspiegel" 20

1.2.2.4.2 (Internet-) Veröffentlichungen durch Gerichte 21

1.2.2.4.3 Verfolgung wirtschaftlicher Interessen 24

1.2.2.4.4 Verstoß gegen gesetzliche Verbote 24

1.2.2.4.5 Verstoß gegen die guten Sitten 25

2. Unterlassungsanspruch des Schuldners aus §§ 1004 Abs. 1, 823 Abs. 1 BGB wegen

Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts gemäß Art. 2 Abs. 1 i. V. m. Art. 1 Abs.

1 GG 26

2.1 Recht auf informationelle Selbstbestimmung 26

2.2. Anwendbarkeit auf juristische Personen 27

2.3 Reichweite des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung 28

2.4 Unterlassungsanspruch des Schuldners wegen Verstoßes gegen das

Bundesdatenschutzgesetz 28

V. Ergebnis 30

Abkürzungen 31

Anhang 32

2


Mainzer Medieninstitut ­ Seminar S 1 ­ Medienzivilrecht

Rechtsanwalt Torsten F. Barthel: Das Internet als Pranger

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Rechtsanwalt Torsten F. Barthel: Das Internet als Pranger

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