Autor: Torsten Kühne
Fach: Wirtschaft - Wirtschaftspolitik
Details
Institution/Hochschule: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (Institut für Politische Wissenschaft)
Tags: Private, Partnerschaften, Wundermittel, Kommunen, Hauptseminar, Local, Governance
Jahr: 2008
Seiten: 27
Note: 2,3
Literaturverzeichnis: ~ 27 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 219 KB
ISBN (E-Book): 978-3-640-18474-3
ISBN (Buch): 978-3-640-18490-3
Zusammenfassung / Abstract
Diese Arbeit beschäftigt sich mit den Öffentlich Privaten Partnerschaften, mit dem Ziel Informationen aus verschiedener Perspektive zusammen zutragen, um eine Übersicht über das Thema zu erhalten und die Frage zu beantworten, ob Öffentlich Private Partnerschaften die Rettung für finanzschwache Kommunen sind, wenn es darum geht, die öffentlichen Aufgaben trotz leerer Kassen wahr zu nehmen. Dafür werden Texte aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Fachrichtungen sowie graue Literatur ausgewertet und die angeführten Argumente einander gegenübergestellt. Der Aufbau der Arbeit möchte auch dem mit der Materie nicht vertrauten Leser einen guten Einstieg in das Thema ermöglichen. Deshalb wird im ersten Teil des Textes eine Begriffsklärung vorgenommen, um Klarzustellen um was es sich bei einer Öffentlich Privaten Partnerschaft handelt, welche Konstellationen sich hinter dem Begriff verbergen und wer die dabei handelnden Akteure sind. Zudem werden die verschiedenen Modelle, die als „tool box“ für eine Privat Public Partnership zur Verfügung stehen, mit ihren Unterschieden vorgestellt und graphisch veranschaulicht. Die Faktoren, die eine Öffentlich Private Partnerschaft begünstigen, und zu einem Anwachsen derselben in der Bundesrepublik geführt haben sowie die positivern Effekte einer solchen Partnerschaft werden in Kapitel 4 dargelegt. Darauf aufbauend werden im Abschnitt „Chancen und Risiken“ die Chancen, welche eine Öffentlich Private Partnerschaft für die Beteiligten bietet, den Risiken und Gefahren für eine Kommune beim Abschluss einer solchen Kooperation entgegen gestellt. Hierbei werden die Probleme, die im Vorfeld, während der Projektphase, sowie nach Ende der Vertragslaufzeit auftreten können, näher spezifiziert. Anhand der betrachteten Argumente wird im Teil 6 auf die eingangsgestellte Frage eingegangen, welche Chancen Öffentlich Private Partnerschaften den Kommunen zur Auflösung des Investitionsstaus geben.
Textauszug (computergeneriert)
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Institut für Politische Wissenschaft
Hauptseminar: Local Governance
Sommersemester 2008
Öffentlich Private Partnerschaften (ÖPP)
Wundermittel für klamme Kommunen?
Vorgelegt von:
Torsten Kühne
Politikwissenschaft (Dipl.)
Wirtschaftswissenschaften
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis 3
Abkürzungsverzeichnis 3
1. Einleitung 4
2. ÖPP, was ist das? 5
3. ÖPP Modelle 7
3.1 Erwerbermodell 8
3.2 Inhabermodell 8
3.3 Leasingmodell 8
3.4 Mietmodell 8
3.5 Contractingmodell 9
3.6 Konzessionsmodell 9
3.7 Gesellschaftsmodell 10
4. Warum ÖPP? 11
4.1 Finanzielle Aspekte 13
4.2 Betriebswirtschaftliche Aspekte 14
5. Chancen und Risiken von ÖPP 14
5.1 Chancen 14
5.2 Risiken 15
5.2.1 Wirtschaftlichkeits- und Risikoanalyse 15
5.2.2 Kommunaler Handlungsspielraum und Intergenerationen
Gerechtigkeit 16
5.2.3 Finanzierung 17
5.2.4 Handlung am Kapitalmarkt 20
6. Wundermittel für klamme Kommunen? 21
Literaturverzeichnis 23
2
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: ÖPP Modell 9
Abbildung 2: ÖPP Modell mit Projektgesellschaft 10
Abbildung 3: ÖPP Modell mit Forfaitierung 20
Abkürzungsverzeichnis
BMVBS Bundesministerium für Bau Verkehr und Stadtentwicklung
ÖPP Öffentlich
Private
Partnerschaft/en
ORH
Oberster Rechnungshof
PPP
Private Public Partnership/s
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1. Einleitung
Diese Arbeit beschäftigt sich mit den Öffentlich Privaten Partnerschaften, mit
dem Ziel Informationen aus verschiedener Perspektive zusammen zutragen,
um eine Übersicht über das Thema zu erhalten und die Frage zu beantworten,
ob Öffentlich Private Partnerschaften die Rettung für finanzschwache
Kommunen sind, wenn es darum geht, die öffentlichen Aufgaben trotz leerer
Kassen wahr zu nehmen.
Dafür werden Texte aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Fachrichtungen
sowie graue Literatur ausgewertet und die angeführten Argumente einander
gegenübergestellt. Der Aufbau der Arbeit möchte auch dem mit der Materie
nicht vertrauten Leser einen guten Einstieg in das Thema ermöglichen. Deshalb
wird im ersten Teil des Textes eine Begriffsklärung vorgenommen, um
Klarzustellen um was es sich bei einer Öffentlich Privaten Partnerschaft
handelt, welche Konstellationen sich hinter dem Begriff verbergen und wer die
dabei handelnden Akteure sind. Zudem werden die verschiedenen Modelle, die
als ,,tool box" für eine Privat Public Partnership zur Verfügung stehen, mit ihren
Unterschieden vorgestellt und graphisch veranschaulicht.
Die Faktoren, die eine Öffentlich Private Partnerschaft begünstigen, und zu
einem Anwachsen derselben in der Bundesrepublik geführt haben sowie die
positivern Effekte einer solchen Partnerschaft werden in Kapitel 4 dargelegt.
Darauf aufbauend werden im Abschnitt ,,Chancen und Risiken" die Chancen,
welche eine Öffentlich Private Partnerschaft für die Beteiligten bietet, den
Risiken und Gefahren für eine Kommune beim Abschluss einer solchen
Kooperation entgegen gestellt. Hierbei werden die Probleme, die im Vorfeld,
während der Projektphase, sowie nach Ende der Vertragslaufzeit auftreten
können, näher spezifiziert. Anhand der betrachteten Argumente wird im Teil 6
auf die eingangsgestellte Frage eingegangen, welche Chancen Öffentlich
Private Partnerschaften den Kommunen zur Auflösung des Investitionsstaus
geben.
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2. ÖPP, was ist das?
Um was handelt es sich bei den Öffentlich Privaten Partnerschaften (ÖPP),
oder auf Englisch, den Public Private Partnerships (PPP)? Welche Maßnahmen
und Konzepte verbergen sich hinter diesen Begriffen und wer sind die
beteiligten Akteure? Diesen Fragen geht der erste Textabschnitt nach.
Auch wenn im Kern mit dem Begriff ,,ÖPP" immer das selbe gemeint ist,
unterliegen die Projekte, auf die dieser Begriff angewendet wird, einer gewissen
Spannweite. Dies liegt daran, dass es in Deutschland keine Legaldefinition von
ÖPP gibt (BMVBS 2007, S.3), was von Seiten der Kritiker zum Vorwurf der
Unschärfe (Sack 2005, S.137) sowie der Beliebigkeit seines Gebrauchs führt
(Mühlenkamp 2005, S.29). Dabei ist das Phänomen an sich schon länger
bekannt und mit einigen seiner Ausprägungen sieht sich der Bürger seit den
1990er Jahren täglich konfrontiert. So finden sich seit 1990er Jahren ÖPP auf
kommunaler Ebene im Bereich der Energieversorgung, der Abfallwirtschaft und
im öffentlichen Nahverkehr. Hinter dem Begriff ÖPP verbirgt sich im weitesten
Sinne also das Konzept einer privatwirtschaftlichen Beteiligung ,,an der
Finanzierung und Verwaltung von Infrastrukturen und Leistungen des
öffentlichen Sektors" (Schermer et. al. 2005, S.1). Das Einschlagen dieser
neuen Wege zur Erfüllung öffentlicher Aufgaben bedeutet, dass privates Kapital
und Fachwissen herangezogen werden, um staatliche Aufgaben zu erfüllen
(www.bund.de). Bedingt durch knappe öffentliche Kassen erhoffen sich die
politischen Gebietskörperschaften durch die Kooperation von öffentlicher
Verwaltung und privaten Unternehmen, Aufgaben erfüllen zu können die
ansonsten unerledigt blieben.
Die Hoffnung basiert auf der Erwartung, dass die jeweiligen Partner ihre
,,besonderen Stärken" (www.bund.de) in das Projekt einbringen und die
Erfüllung der Aufgaben dadurch besonders effektiv von statten geht (ebda.),
was die öffentliche Hand und damit den Steuerzahler entlasten soll
(Mühlenkamp 2005, S.30). Um dies zu gewährleisten wird vor Abschluss der
ÖPP eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung durchgeführt, welche auf einem
5
Lebenszyklus Konzept basiert. Lebenszyklus Konzept bedeutet, dass die
Kosten für das Projekt über seine gesamte Laufzeit berechnet werden. Also von
den Planungs-, über die Bau- und Betriebskosten bis hin zu den
Verwertungskosten (vgl. hierzu: Funken 2004, S.18-19. sowie: www.schleswig-
holstein.de) Im Wirtschaftlichkeitsvergleich werden die für das Projekt
ermittelten Kosten bei kommunaler Durchführung dem Angebot eines privaten
Investors gegenübergestellt. Ist das Angebot des privaten Unternehmers
besser/billiger als das der Kommune kommt es zur ÖPP1(Funken 2004, S.18f).
Neben dem Lebenszyklusansatz sind für eine ÖPP weitere Elemente wie
Risikoallokation, leistungsorientierte Vergütungsmechanismen sowie
Outputspezifikationen wichtig (vgl. hierzu: www.schleswig-holstein.de). Auf die
diesen Elementen innewohnenden Chancen und Probleme wird in den
folgenden Abschnitten noch näher eingegangen.
Nach Sack (2007) sind ÖPP als ,,Formen der sektorübergreifenden
Zusammenarbeit im Rahmen der Leistungserbringung im öffentlichen Sektor zu
bestimmen, in denen die ... [verschiedenen (d. Autor)] ... Akteure ihre jeweilige
organisatorische Eigenständigkeit behalten, sich aber auf ein gemeinsames Ziel
und eine beidseitig getragene Aufgaben- und Risikoallokation einlassen"
(S.252f). Etwas weniger abstrakt formuliert bedeutet dies: ,,Im Rahmen einer
PPP verpflichtet sich ein privates Unternehmen gegenüber der öffentlichen
Hand dazu, eine bestimmte Investition durchzuführen und das Objekt über
einen längeren Zeitraum zu betreiben und zu erhalten" (Kestler/Raschke 2005).
Diese Kooperation basiert auf langfristigen, vertraglichen Bindungen
(Bühner/Oberndörfer 2004, S.2) zwischen Kommune und Privaten, bedeutet
jedoch keine Privatisierung von öffentlichen Aufgaben (Schmiing 2004, S.2).
An einem Beispiel veranschaulicht kann ÖPP ganz konkret bedeuten, dass
nicht das Bundesland, der Landkreis oder die Kommune eine Schule baut,
sondern ein privates Unternehmen, welches den Bau und den Unterhalt des
Gebäudes gewährleistet und dieses an die Gebietskörperschaft vermietet, so
1 für den genauen, genormten Ablauf einer Wirtschaftlichkeitsuntersuchung vgl.: BMVBS (2007)
S. 5-7.
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