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Politische Gruppierungen im Vormärz und Revolution

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 31 Pages
Author: Stephan Kilter
Subject: History - 19. Century

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2003
Pages: 31
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 13  Entries
Language: German
Archive No.: V116636
ISBN (E-book): 978-3-640-18545-0

File size: 210 KB

Abstract

[...] Viele Fragen drängen sich bei der genaueren Betrachtung und historischen Bewertung der damaligen Ereignisse auf und nicht zuletzt geht es dabei auch um die zentrale Thematik der Ursachen und Träger der gewaltsamen Auseinandersetzungen 1848 und der Jahre davor. Beides soll in dieser Hausarbeit näher untersucht werden und dabei natürlich auch ein gründlicher Blick auf die damalige Sozialstruktur besonders in Berlin und Preußen geworfen werden. In einem ersten Schritt, in dem die politische Ausgangslange im nichtdeutschen Ausland und innerdeutschen Inland ausführlich skizziert werden soll, wird sich diese Hausarbeit zunächst den Revolutionsursachen widmen. Schon dabei wird die Schwierigkeit offenbar werden, dass von einem homogenen, überall gleich verlaufenden Prozess nicht ausgegangen werden kann. Im Gegenteil, stellt es sich vielmehr derart dar, dass die revolutionären Erhebungen und Meinungsbilder in den verschiedenen deutschen Staaten teilweise erheblich differierten, so wie auch nicht überall die gleichen politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse vorherrschten und die Anlässe für die Unruhen und Ausschreitungen jeweils andere waren. So galt beispielsweise die Region Baden-Württemberg als besonders radikal und kam es andernorts zu teilweise erheblichen zeitlichen Verzögerungen der Revolutionsphasen. Um aber überhaupt einen vernünftigen Überblick über die damaligen Verhältnisse vermitteln zu können, soll schon im zweiten Kapitel eine regionale Auswahl getroffen und hauptsächlich die politischen Strömungen und Klubbildungen in Berlin und Preußen behandelt werden, auch um den Rahmen dieser Arbeit zumindest halbwegs einhalten zu können. [...] Die Frage, ob es sich bei den Ereignissen des Jahres 1848 eventuell um eine Art Sozialrevolution gehandelt haben könnte und ob diese vielleicht von einer bestimmten Altersklasse hauptsächlich initiiert und unterstützt worden ist, soll im letzten Abschnitt aufgegriffen werden, wenn es darum geht, die politische Motiviertheit der Berliner Gesellschaft zu untersuchen. Doch sei an dieser Stelle auch erwähnt, dass dies, ebenso wie die anderen Kapitel dieser Hausarbeit, keineswegs einen Anspruch auf allumfassende Vollständigkeit erheben will. Vielmehr soll hier verschiedenen Fragestellungen nachgegangen werden, um dem geneigten Leser einen ersten Überblick über die Ursachen und politischen Positionen der damaligen Revolutionswirren und Vormärzepoche zu ermöglichen…


Excerpt (computer-generated)

Technische Universität Berlin
Institut für Neuere Geschichte

HS : Biedermeier in Berlin

Politische Gruppierungen im Vormärz und Revolution

Stephan Kilter

 

Inhaltsverzeichnis


I. Einleitung ... 2

II. Die politische Ausgangslage ... 4

1. Im „Ausland“ ... 4
2. Im „Inland“ ... 6
3. Die liberale Bewegung: Gemäßigte und radikale Gruppen ... 8

III. Klubbildungen und politische Fronten in Berlin und Preußen ... 11

1. Politische Foren und Informationsmöglichkeiten ... 14
2. Liberale Klubs ... 16
3. Demokratische Klubs ... 17
4. Konservative und Reaktionäre Klubs ... 19

IV. Politische Motivierung & Skizze der Berliner Gesellschaft ... 20

1. Das gehobene Bürgertum ... 20
2. Der Mittelstand ... 22
3 Die Arbeiter und Gesellen ... 23
4. Die Soldaten ... 25

V. Fazit und Ausblick ... 26

VI. Literaturverzeichnis ... 29

 

 

I. Einleitung

Erhebung des Proletariats ? Aufbruch und politische Befreiung des jahrzehntelang politisch außen vor gelassenen Kleinbürgertums ? Oder doch ein feindlicher Angriff durch ausländische Emissäre auf die deutschen Herrscherhäuser, wie es seinerzeit der deutsche Adel darzustellen versuchte, wenn es darum ging, eine volksgerechte Erklärung für das politische Aufbegehren des Proletariats und Bürgertums zu finden, welches seinen Höhepunkt in den Märzunruhen der deutschen Revolution 1848 fand? Heutzutage weiß man, dass das, was in jener Zeit wie ein Erdbeben die politischen Landschaften der deutschen Staaten durcheinander wirbelte, nur die gewaltsame Entladung, der logische Endpunkt einer Entwicklung gewesen ist, die schon lange Zeit früher einsetzte, mit dem tief enttäuschten deutschen Einheitsglauben nach den napoleonischen Freiheitskriegen begann, in der Zeit des Biedermeier gewaltsam unterdrückt wurde und sich schließlich, in vielen einzelnen Schritten und keineswegs geradlinig verlaufend, donnernd Gehör verschaffte.
Viele Fragen drängen sich bei der genaueren Betrachtung und historischen Bewertung der damaligen Ereignisse auf und nicht zuletzt geht es dabei auch um die zentrale Thematik der Ursachen und Träger der gewaltsamen Auseinandersetzungen 1848 und der Jahre davor.
Beides soll in dieser Hausarbeit näher untersucht werden und dabei natürlich auch ein gründlicher Blick auf die damalige Sozialstruktur besonders in Berlin und Preußen geworfen werden.
In einem ersten Schritt, in dem die politische Ausgangslange im nichtdeutschen Ausland und innerdeutschen Inland1 ausführlich skizziert werden soll, wird sich diese Hausarbeit zunächst den Revolutionsursachen widmen. Schon dabei wird die Schwierigkeit offenbar werden, dass von einem homogenen, überall gleich verlaufenden Prozess nicht ausgegangen werden kann. Im Gegenteil, stellt es sich vielmehr derart dar, dass die revolutionären Erhebungen und Meinungsbilder in den verschiedenen deutschen Staaten teilweise erheblich differierten, so wie auch nicht überall die gleichen politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse vorherrschten und die Anlässe für die Unruhen und Ausschreitungen jeweils andere waren. So galt beispielsweise die Region Baden-Württemberg als besonders radikal und kam es andernorts zu teilweise erheblichen zeitlichen Verzögerungen der Revolutionsphasen.
Um aber überhaupt einen vernünftigen Überblick über die damaligen Verhältnisse vermitteln zu können, soll schon im zweiten Kapitel eine regionale Auswahl getroffen und hauptsächlich die politischen Strömungen und Klubbildungen in Berlin und Preußen behandelt werden, auch um den Rahmen dieser Arbeit zumindest halbwegs einhalten zu können. Hier wird denn auch eine weitere Schwierigkeit deutlich werden: Von einem Revolutionsträger, geschweige denn einer gemeinsamen politischen Organisation und Koordination der damaligen Erhebungen, kann ebenfalls nicht selbstverständlich ausgegangen werden. Ziel dieser Hausarbeit sollte es deshalb auch sein, die Vielschichtigkeit und teilweise entgegen laufenden Strömungen der damaligen Ereignisse wiederzugeben, um auf diese Art einen ungefähren Eindruck der Märzerlebnisse zu vermitteln.2
Die Frage, ob es sich bei den Ereignissen des Jahres 1848 eventuell um eine Art Sozialrevolution gehandelt haben könnte und ob diese vielleicht von einer bestimmten Altersklasse hauptsächlich initiiert und unterstützt worden ist, soll im letzten Abschnitt aufgegriffen werden, wenn es darum geht, die politische Motiviertheit der Berliner Gesellschaft zu untersuchen. Doch sei an dieser Stelle auch erwähnt, dass dies, ebenso wie die anderen Kapitel dieser Hausarbeit, keineswegs einen Anspruch auf allumfassende Vollständigkeit erheben will. Vielmehr soll hier verschiedenen Fragestellungen nachgegangen werden, um dem geneigten Leser einen ersten Überblick über die Ursachen und politischen Positionen der damaligen Revolutionswirren und Vormärzepoche zu ermöglichen…

 

[...]


1 Die etwas umständlich anmutenden Formulierungen ergeben sich aus der Problematik, dass von einem einheitlichen deutschen Staat im heutigen Sinne damals noch keine Rede sein konnte, was auch gewisse Auswirkungen auf den Revolutionsverlauf haben sollte, wie an späterer Stelle noch deutlicher aufgezeigt werden wird. Insofern ist die Terminologisierung von „Inland“ und „Ausland“ als eher inoffiziell und an das heutige Zeitverständnis angelehnt zu betrachten, erscheint aus Gründen der Übersichtlichkeit aber als sinnvoll und wird daher in der Gliederung beibehalten.
2 Eine weitere Problematik ergibt sich auch daraus, dass es nicht einfach ist, konkrete politischen Gruppierungen im Vormärz zu erkennen, da durch die strengen Restriktionen seitens der adligen Herrscherhäuser zu jener Zeit, eine politische Ausdifferenzierung der verschiedenen Protestströme im Wesentlichen erst nach den Märzereignissen stattfinden konnte.


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