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Subtitle: Reform oder fauler Kompromiss?
Scholary Paper (Seminar), 2008, 22 Pages
Author: Benjamin Käflein
Subject: Politics - Political Systems - Germany
Details
Institution/College: University of Hagen
Tags: Agenda, Landwirtschaft, Internationale, Beziehungen
Year: 2008
Pages: 22
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 40 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-19004-1
ISBN (Book): 978-3-640-19013-3
File size: 135 KB
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Abstract
Mit diesem Satz beendete der deutsche Agrarwissenschaftler Hermann Priebe seine im Jahr 1985 verfasste Studie „Die subventionierte Unvernunft“. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte die gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union bereits einen langen Weg hinter sich. Die Einigungsgeschichte der Europäischen Gemeinschaft vollzog sich nicht in einer geraden Linie. Immer wieder kam es zu divergierenden Meinungen und Zielvorstellungen von Mitgliedsstaaten. Hiervon betroffen war oftmals auch die GAP. Als revolutionäres Projekt gestartet, entwickelte sie sich bis heute immer mehr zu einer Bremse der europäischen Einigung. Bereits im Jahr 1993 bekräftigte die Union den Willen, die Integrationskraft auch nach der Osterweiterung, welche schließlich im Jahr 2004 mit der Aufnahme von zehn Staaten ihren Anfang nahm, fortführen zu wollen. Auf diesem Weg sollte die Agenda 2000 ein zentrales Element in der Zukunftsfähigkeit der Gemeinschaft darstellen (Ahner 1998/1999: 47). Die Reform der GAP sollte ein bedeutender Bestandteil dieser Agenda sein. Heute stellt sich die Frage ob diese gewünschte Reform des Agrarsektors der Union mit der Agenda 2000 erreicht wurde? Oder handelte es sich nur um eine Fortführung der bestehenden Politik? Diese Fragen zu beantworten ist Ziel dieser Arbeit. Einleitend wird die geschichtliche Entwicklung der GAP ausgehend von den Römischen Verträgen bis hin zur Agenda 2000 dargestellt. Der zweite Teil der Arbeit beschäftigt sich mit dem Zustandekommen der Ergebnisse dieser Agenda. Unter Betrachtung der beteiligten Ak-teure und des institutionellen Systems der GAP soll versucht werden, die erzielten Ergebnisse zu bewerten. Anschließend wird kurz auf die weitere Entwicklung der GAP nach Abschluss der Agenda 2000 eingegangen. In der vorliegenden Arbeit wird die Konzentration auf der Markt- und Preispolitik liegen. Die Agrarumwelt- und Agrarsozialpolitik wird sowohl beim geschichtlichen Abriss, wie auch den Regelungen zur Agenda 2000 nur am Rande angesprochen. Den Abschluss der Arbeit bildet schließlich ein Fazit, in dem die Erkenntnisse unter Berücksichtigung der Fragestellung bewertet werden.
Excerpt (computer-generated)
FERNUNIVERSITÄT
IN HAGEN
Studiengang: Politik und Organisation
Die Agenda 2000 Landwirtschaft:
Reform oder fauler Kompromiss?
Hausarbeit zum Modul 3.3
,,Konflikt und Kooperation in den internationalen Beziehungen"
vorgelegt von
Benjamin Käflein
Sommersemester 2008
INHALTSVERZEICHNIS
Abkürzungsverzeichnis II
1. Einleitung 1
2. Die Entwicklung der gemeinsamen Agrarpolitik 2
2.1 Anfänge der gemeinsamen Agrarpolitik 2
2.2 Reform der gemeinsamen Agrarpolitik Die Agenda 2000 4
3. Der Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik 7
3.1 Das institutionelle System 7
3.2 Die Zielerreichung der Agenda 2000 - Landwirtschaft 11
4. Fazit13
Literaturverzeichnis III
I
Abkürzungsverzeichnis
Art.
Artikel
BMF
Bundesministerium der Finanzen
EAGFL
Europäischer Garantie- und Ausrichtungsfonds für die Landwirtschaft
EGV
Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaften
EU
Europäische Union
EUV
Vertrag über die Europäische Union
EU-15
Europa der 15 Mitgliedsstaaten
f.
folgende
ff.
fortfolgende
GATT
General Agreement on Tariffs and Trade
GAP
Gemeinsame Agrarpolitik
S.
Seite
sog.
so genannt
WTO
World Trade Organization
II
1. Einleitung
1. Einleitung
,,Wie können wir Europa von den Belastungen durch die Agrarpolitik befreien?"
Hermann Priebe, 1985
Mit diesem Satz beendete der deutsche Agrarwissenschaftler Hermann Priebe seine im Jahr
1985 verfasste Studie ,,Die subventionierte Unvernunft". Bis zu diesem Zeitpunkt hatte die
gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union bereits einen langen Weg hinter
sich. Die Einigungsgeschichte der Europäischen Gemeinschaft vollzog sich nicht in einer ge-
raden Linie. Immer wieder kam es zu divergierenden Meinungen und Zielvorstellungen von
Mitgliedsstaaten. Hiervon betroffen war oftmals auch die GAP. Als revolutionäres Projekt
gestartet, entwickelte sie sich bis heute immer mehr zu einer Bremse der europäischen Eini-
gung.
Bereits im Jahr 1993 bekräftigte die Union den Willen, die Integrationskraft auch nach der
Osterweiterung, welche schließlich im Jahr 2004 mit der Aufnahme von zehn Staaten ihren
Anfang nahm, fortführen zu wollen. Auf diesem Weg sollte die Agenda 2000 ein zentrales
Element in der Zukunftsfähigkeit der Gemeinschaft darstellen (Ahner 1998/1999: 47). Die
Reform der GAP sollte ein bedeutender Bestandteil dieser Agenda sein. Heute stellt sich die
Frage ob diese gewünschte Reform des Agrarsektors der Union mit der Agenda 2000 erreicht
wurde? Oder handelte es sich nur um eine Fortführung der bestehenden Politik? Diese Fragen
zu beantworten ist Ziel dieser Arbeit.
Einleitend wird die geschichtliche Entwicklung der GAP ausgehend von den Römischen Ver-
trägen bis hin zur Agenda 2000 dargestellt. Der zweite Teil der Arbeit beschäftigt sich mit
dem Zustandekommen der Ergebnisse dieser Agenda. Unter Betrachtung der beteiligten Ak-
teure und des institutionellen Systems der GAP soll versucht werden, die erzielten Ergebnisse
zu bewerten. Anschließend wird kurz auf die weitere Entwicklung der GAP nach Abschluss
der Agenda 2000 eingegangen.
In der vorliegenden Arbeit wird die Konzentration auf der Markt- und Preispolitik liegen. Die
Agrarumwelt- und Agrarsozialpolitik wird sowohl beim geschichtlichen Abriss, wie auch den
Regelungen zur Agenda 2000 nur am Rande angesprochen. Den Abschluss der Arbeit bildet
schließlich ein Fazit, in dem die Erkenntnisse unter Berücksichtigung der Fragestellung be-
wertet werden.
1
2. Die Entwicklung der gemeinsamen Agrarpolitik
2. Die Entwicklung der gemeinsamen Agrarpolitik
2.1 Anfänge der gemeinsamen Agrarpolitik
Zur Erläuterung der GAP ist es wichtig, sich deren geschichtliche Entwicklung zu betrachten.
Nur so kann ein Gesamtbild entstehen, welches zum Verständnis der heute vorherrschenden
Strukturen in diesem Politikbereich führt.
Bereits Ende des 19. Jahrhunderts herrschte die Meinung vor, gewisse Bereiche des Lebens
sollten nicht dem freien Markt ausgesetzt werden. Im Besonderen galt diese Meinung für den
Agrarsektor. So wurde bereits in dieser Zeit ein protektionistisches Schutzsystem errichtet,
welches die ausreichende Nahrungsmittelversorgung der Bevölkerung sichern sollte (Priebe
1997: 23).
Bei der Unterzeichnung der römischen Verträge 1957 befand sich Europa nach dem Ende des
zweiten Weltkrieges in einer Situation, in der die Versorgung der Bevölkerung mit landwirt-
schaftlichen Produkten eine zentrale Rolle einnahm. Im EWG-Vertrag wurde die Landwirt-
schaft als besonderer Wirtschaftszweig angesehen (ibid.: 24). Des Weiteren wurden die all-
gemeinen Ziele einer gemeinsamen Agrarpolitik festgelegt, welche auf der Konferenz von
Stresa 1958 diskutiert wurden. Als Ziele wurden die Steigerung der Produktivität der Land-
wirtschaft durch technischen Fortschritt und somit der Sicherung eines angemessenen Le-
bensstandards der in der Landwirtschaft tätigen Personen auf der einen Seite, sowie eine Sta-
bilisierung der Märkte und Preise bei sicherer Versorgung auf der anderen Seite definiert
(Priebe 1984: 155). Teilnehmer der Konferenz von Stresa waren die Landwirtschaftsminister
der sechs Gründungsmitglieder der EWG, Mitglieder der Kommission, ranghohe Beamte der
nationalen Ministerien sowie Vertreter nationaler Verbände (von der Groeben 1987: 46). Da
bereits nationalstaatliche Regelungen zur Agrarpolitik vorhanden waren, mussten diese mit
einbezogen und auf die Gemeinschaft übertragen werden. Zur Erreichung des langfristigen
Ziels der wirtschaftlichen Integration durch die Schaffung eines Binnenmarktes kamen auto-
nome, einzelstaatliche Agrarpolitiken nicht in Frage (ibid.: 44 f.).
Die Gründungskonferenz ging davon aus, dass die Agrarpolitik zum Motor der europäischen
Integration werden würde (Kluge 2001: 18). Die Agrarpreise sollten über dem Weltmarktni-
veau angesetzt werden und durch eine enge Wechselwirkung der Staaten zwischen Produkti-
ons- und Absatzmöglichkeiten eine Überproduktion verhindert werden (Bellers 2004: 345).
1962 traten die ersten Agrarmarktordnungen durch Beschluss des Ministerrates in Kraft. In
dieser Zeit wurden die wichtigsten Prinzipien der GAP festgehalten. Der einheitliche Markt
sorgte für gleiche Preise für Agrarprodukte innerhalb der EG. Dies sollte durch Abschaffung
von Zöllen innerhalb der Gemeinschaft, sowie der Preisstützung von Agrarprodukten erreicht
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