Please wait
Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.
Subtitle: Theorie und Praxis
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2008, 21 Pages
Author: Stefanie Müller
Subject: Romance Languages - Spanish Didactics
Details
Institution/College: University of Leipzig (Institut für Romanistik)
Tags: Sprachdidaktik, Vermittlung, Spanischunterricht“, Landeskunde, Kommunikation
Year: 2008
Pages: 21
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 17 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-19040-9
ISBN (Book): 978-3-640-19627-2
File size: 155 KB
Other users also were interested in the following titles:
Abstract
Im Zeitalter weltweiter Migration (Bredella 1999: 85) und durch aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen wie internationale Integrationsbestrebungen (EU, Globalisierung der Märkte) ist in vielen Lebensbereichen ein Strukturwandel eingetreten. Dieser Wandel ist vor allem in den Schulen spürbar, in denen ebenfalls durch die zunehmende Hybridisierung von Kulturen ein sozialer Wandel stattgefunden hat. Die Lehrer haben es also nicht mehr mit homogenen Klassen zutun, sondern sind mit einer heterogenen Schülerschaft konfrontiert. Aus monolingualen und monokulturellen Schülern sind bi- und multilinguale bzw. bi- und multikulturelle Schüler geworden (Delanoy 2000: 192). In der schulischen Praxis wird zwar bereits von vielen Lehrenden versucht, auf diese neue interkulturelle Situation einzugehen, in vielen Bereichen klaffen jedoch fortschrittliche Theorie und unterrichtliche Praxis noch weit auseinander. Dies wird vor allem durch ein in der schulischen Praxis zum Teil noch veraltetes Kulturverständnis hervorgerufen, welches Landeskulturen als „homogene, national begrenzbare und stabile Gröen sieht, welche von einem Standpunkt aus erfassbar seien“ (Delanoy 2000: 192). Auf der anderen Seite hat jedoch die Ausbreitung moderner westlicher Technik und die zunehmende weltweite Vernetzung und Kommunikations eben nicht zum Aussetzen national gebundener Kultur geführt. Im Gegenteil: Es ist teilweise zu einer Revitalisierung national gebundener Kultur gekommen, als Reaktion auf diese Fortschritts- und Modernisierungspro-zesse. In vielen modernen Nationalstaaten hat eine Fragmentierung in gesellschaftliche Gemeinschaften und Gruppen eingesetzt, welche eigene Traditionen wieder verstärkt aufgreifen oder neu entwickeln und immer weniger zu einer Verständigung in der Lage zu sein scheinen (Nothnagel 1996: 301). Diese beiden Tendenzen – auf der einen Seite die Rücksichtnahme auf die Multikulturalität und auf der anderen Seite die Rückbesinnung auf Nationalkulturen – haben unmittelbare Konsequenzen für die Schule allgemein und speziell für den Fremdsprachenunterricht, als Ort interkultureller Begegnung (Delanoy 2000: 191). Letzterer verfügt wie keine andere wissenschaftliche Disziplin oder Schulfach über ein Repertoire interkultureller Lehrpraxis (Breugnot 2000: 288). Vor dem eben beschriebenen Hintergrund sollen in dieser Hausarbeit als zentraler Gegenstand die zwei aktuellsten methodischen Ansätze des Fremdsprachenunterrichts – der kommunikative und der interkulturelle Ansatz - betrachtet werden.
Excerpt (computer-generated)
UNIVERSITÄT LEIPZIG INSTITUT FÜR ROMANISTIK HS: "LANDESKUNDE UND
INTERKULTURELLE KOMMUNIKATION" WS 2007/2008
,,Kommunikative Sprachdidaktik und
interkulturelle Vermittlung im
Spanischunterricht"
Stefanie Müller,
Lehramt für Gymnasium, Deutsch/Spanisch
Abgabetermin: 02.09.2008
Inhaltsverzeichnis
1
Einleitung 3
2
Zur Kommunikativen Sprachdidaktik im Fremdsprachenunterricht 4
2.1
Grundlagen der kommunikativen Sprachdidaktik allgemein 4
2.1.1
Muttersprachunterricht 4
2.1.2
Muttersprachunterricht vs. Fremdsprachenunterricht 5
2.2
Kommunikative Sprachdidaktik im Fremdsprachenunterricht 6
2.3
Zur Problematik des ,,kommunikativen" Ansatzes im Fremdsprachenunterricht 7
3
Zur interkulturellen Vermittlung im Fremdsprachenunterricht 8
3.1
Definitionen zu den Begriffen des ,,interkulturellen Lernens", zur ,,interkulturellen
Kompetenz" und zum ,,Fremdverstehen" 8
3.2
Zur Problematik der Verwendung des Begriffes ,,interkulturell" allgemein und in
Bezug auf den Fremdsprachenunterricht 10
3.3
Zur Umsetzung von interkultureller Vermittlung im Fremdsprachenunterricht 12
4
Analyse des aktuellen sächsischen Lehrplanes für das Fach ,,Spanisch" nach
kommunikativen und interkulturellen Inhalten 15
5
Fazit 18
6
Quellenverzeichnis: 19
2
1 Einleitung
Im Zeitalter weltweiter Migration (Bredella 1999: 85) und durch aktuelle gesellschaftliche
Entwicklungen wie internationale Integrationsbestrebungen (EU, Globalisierung der Märkte)
ist in vielen Lebensbereichen ein Strukturwandel eingetreten. Dieser Wandel ist vor allem in
den Schulen spürbar, in denen ebenfalls durch die zunehmende Hybridisierung von Kulturen
ein sozialer Wandel stattgefunden hat. Die Lehrer haben es also nicht mehr mit homogenen
Klassen zutun, sondern sind mit einer heterogenen Schülerschaft konfrontiert. Aus
monolingualen und monokulturellen Schülern sind bi- und multilinguale bzw. bi- und
multikulturelle Schüler geworden (Delanoy 2000: 192). In der schulischen Praxis wird zwar
bereits von vielen Lehrenden versucht, auf diese neue interkulturelle Situation einzugehen, in
vielen Bereichen klaffen jedoch fortschrittliche Theorie und unterrichtliche Praxis noch weit
auseinander. Dies wird vor allem durch ein in der schulischen Praxis zum Teil noch veraltetes
Kulturverständnis hervorgerufen, welches Landeskulturen als ,,homogene, national
begrenzbare und stabile Gröen sieht, welche von einem Standpunkt aus erfassbar seien"
(Delanoy 2000: 192). Auf der anderen Seite hat jedoch die Ausbreitung moderner westlicher
Technik und die zunehmende weltweite Vernetzung und Kommunikations eben nicht zum
Aussetzen national gebundener Kultur geführt. Im Gegenteil: Es ist teilweise zu einer
Revitalisierung national gebundener Kultur gekommen, als Reaktion auf diese Fortschritts-
und Modernisierungspro-zesse. In vielen modernen Nationalstaaten hat eine Fragmentierung
in gesellschaftliche Gemeinschaften und Gruppen eingesetzt, welche eigene Traditionen
wieder verstärkt aufgreifen oder neu entwickeln und immer weniger zu einer Verständigung
in der Lage zu sein scheinen (Nothnagel 1996: 301). Diese beiden Tendenzen auf der einen
Seite die Rücksichtnahme auf die Multikulturalität und auf der anderen Seite die
Rückbesinnung auf Nationalkulturen haben unmittelbare Konsequenzen für die Schule
allgemein und speziell für den Fremdsprachenunterricht, als Ort interkultureller Begegnung
(Delanoy 2000: 191). Letzterer verfügt wie keine andere wissenschaftliche Disziplin oder
Schulfach über ein Repertoire interkultureller Lehrpraxis (Breugnot 2000: 288).
Vor dem eben beschriebenen Hintergrund sollen in dieser Hausarbeit als zentraler Gegenstand
die zwei aktuellsten methodischen Ansätze des Fremdsprachenunterrichts der kommunika-
tive und der interkulturelle Ansatz - betrachtet werden. Diese beiden methodischen Vorge-
hensweisen werde ich zunächst einmal theoretisch betrachten, indem ich die Grundlagen der
kommunikativen Sprachdidaktik sowie die interkulturelle Vermittlung im Fremdsprachen-
unterricht vorstelle. Im Anschluss werde ich dann schauen, wie die Theorie in der Praxis
3
umgesetzt ist. Hierfür werde ich den aktuellsten Lehrplan von Sachsen für das Fach Spanisch
heranziehen und untersuchen.
2 Zur Kommunikativen Sprachdidaktik im Fremdsprachenunterricht
2.1 Grundlagen der kommunikativen Sprachdidaktik allgemein
Die kommunikative Sprachdidaktik befasst sich zum einen mit dem Sprachunterricht ganz
allgemein, z.B. wie dieser das Individuum zum Aufdecken der eigenen geistigen und
sprachlichen Voraussetzungen führt und ihm damit die Chance zu sprachlicher Emanzipation
und Kritikfähigkeit eröffnet (Weisgerber: 1974: 211). Hier ist mit ,,Sprachunterricht" der
1.1.1 Muttersprachunterricht gemeint, also in unserem Falle der Deutschunterricht. Auf dieser
Basis nun beschäftigt sich die kommunikative Sprachdidaktik auch mit der 1.1.2 Beziehung
zwischen Muttersprache und Fremdsprache. Dabei geht die Sprachdidaktik vor allem
kontrastiv vor und untersucht den Spracherwerb von Muttersprache und Fremdsprache
hinsichtlich ihrer jeweiligen Aneignung und Auswirkung auf die Identität, das Verhalten und
das Weltverständnis der Schülerinnen und Schüler (Weisgerber 1974: 194).
2.1.1 Muttersprachunterricht
Eine Grundvoraussetzung des menschlichen Daseins ist die Bindung an Sprache. Welche
Sprache jedoch zur Muttersprache wird, liegt nicht in der Hand des jeweiligen Menschen. In
den frühen Jahren des Spracherwerbs ist das Individuums deshalb abhängig von der
vorgegebenen Sprache, welche es fortschreitend beherrschen lernt (Weisgerber 1974: 211).
Ziel dieses Lernens ist es, über eine individuelle Sprachfähigkeit zur Sprachmächtigkeit zu
gelangen. Letztere ermöglicht eine Befreiung des Menschen aus der Bestimmtheit seiner
Umwelt und hilft ihm, Grenzen des individuellen Welthorizonts zu sprengen. Auf diese Weise
wird der Mensch in die Lage versetzt, offen und empfänglich zu werden für Empfindungen,
Erfahrungen und Erkenntnisse, welche durch Sprache vermittelt werden (Weisgerber 1974:
212). In der Schule sollen die Schüler also befähigt werden, sich eigens mit der Welt mittels
Sprache auseinanderzusetzen. Dabei wird der Prozess des Spracherwerbs und der Sprachent-
wicklung von dem Prozess der individuellen und sozialen Emanzipation begleitet. Auf jeder
neuen Stufe erreicht der Schüler dann neue Möglichkeiten und Dimensionen. Aufgabe des
emanzipatorischen Sprachunterrichts ist es, diese Möglichkeiten zu erkennen, zu nutzen und
weiterzuentwickeln (Weisgerber 1974: 213). Die folgenden acht Teilschritte sind dabei als
grundlegende Zielvorstellungen des emanzipatorischen Sprachunterrichts aufzuführen: Als
erstes wird dem Kind die Muttersprache vermittelt, wodurch dieses durch die Sprache
4
Zugänge zur Wirklichkeit gewinnt. In einem zweiten Schritt entfaltet das Kind allmählich
sprachliche Individualität und Solidarität, d.h. das Kind entwickelt seine eigene Sprache durch
eine spezifische Auswahl aus dem vorgegebenen Wortschatz. Diese ,,Eigensprache"
ermöglicht jedoch auch intersubjektive Kommunikation durch gleiche semantische und
grammatische Strukturen mit anderen Individuen (Weisgerber 1974: 214). Auf dieser
Grundlage ist also ein solidarisches und soziales Handeln möglich. Als dritter Zielschritt soll
der Schüler im Sprachunterricht zu eigenständigem Sprachverhalten motiviert und angehalten
werden, damit sich seine Sprache fortentwickelt. Dazu bedarf es an vierter Stelle vor allem
der Ermunterung zu sprachlicher Kreativität auf allen Ebenen der Sprache und fünftens dem
Durchschauen von sprachlicher Manipulation. Dies soll den Schüler darauf vorbereiten,
sowohl Sprachkritik üben zu können als auch die eigenen sprachlichen Voraussetzungen zu
reflektieren (Weisgerber 1974: 215ff). Das Höchstma an sprachlicher Entfaltungsmöglich-
keit ist schlielich erreicht, wenn der Schüler eigenverantwortlich am Sprachprozess mitar-
beiten kann (Weisgerber 1974: 217).
2.1.2 Muttersprachunterricht vs. Fremdsprachenunterricht
Mit dem Erlernen einer Fremdsprache wird dem Schüler zunächst einmal die Eigenart der
Muttersprache bewusst gemacht, wobei die Beziehung zwischen Muttersprache und
Fremdsprache grundsätzlich verschieden ist. Mit der Muttersprache erlernt das Kind seine
Erstsprache. Dabei handelt es sich um einen fundamentalen Lernprozess des Spracherwerbs,
der eine bedeutende Auswirkung auf das Verständnis von Welt und das Verhalten des Kindes
hat. Beim Erlernen einer Fremdsprache, der sogenannten ,,Zweitsprache", wird dieser Prozess
des Spracherwerbs nicht einfach wiederholt, sondern es findet eine Relativierung der
bisherigen Sprach- und Weltsicht statt (Weisgerber 1974: 194). Anders ausgedrückt, ereignet
sich in dem Moment ein Bruch, in welchem der Schüler erfährt, dass andere Sprachen
existieren, die sich von der eigenen unterscheiden. Dabei bemerkt der Schüler zunächst
äuere Unterschiede, vor allem in der Lautung. Inhaltliche und strukturelle Muster werden
anfangs noch naiv von der Muttersprache in die Fremdsprache übersetzt, bis später die
Erkenntnis reift, dass dieses Verfahren einer 1:1-Übersetzung nicht möglich ist (Weisgerber
1974: 196). Damit kann also festgehalten werden, dass ein entscheidender Beitrag des
Fremdsprachenunterrichts zur Sprachbildung darin besteht, dass der Schüler die Erkenntnis
gewinnt, dass man - unter der Voraussetzung der soliden Kenntnis - in einer fremden Sprache
die Welt unter neuen Aspekten und ,,mit anderen Augen" sieht (Weisgerber 1974: 196). Denn
erst eine Einsicht in die strukturelle und semantische Differenz von Sprachen allgemein macht
5
Comments
No comments yet
Other users also were interested in the following titles:
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit - Formatvorlage / Vorlage für eine Hausarbeit für Microsoft Word
Author: GRIN VerlagPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2005 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit - Formatvorlage / Vorlage für eine Hausarbeit für OpenOffice.org
Author: GRIN VerlagPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2005 Download as PDF-file for 9,99 EUR
Formatvorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit / Vorlage zur Erstellung einer Hausarbeit
Author: Marco FeindlerPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2005 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Author: GRIN VerlagPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2008 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit
Author: Zoran ZivkovicPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Author: Claudia NickelPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2006 Download as PDF-file for 4,99 EUR
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Author: Maik PhilippPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - Hausarbeiten - Seminararbeiten
Author: Mark RichterPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2008
This text can be quoted and accessed from this url: