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Max Weber und die Stammzellenforschung

Subtitle: Die aktuelle Debatte um das Gesetz der Stammzellenforschung aus der Perspektive von "Politik als Beruf"

Scholary Paper (Seminar), 2008, 17 Pages
Author: Daniel Klein
Subject: Sociology - Medical Care

Details

Event: Allgemeine Soziologie I: Max Weber
Institution/College: University of Bamberg (Lehrstuhl für Soziologie II)
Tags: Weber, Stammzellenforschung, Allgemeine, Soziologie, Weber
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2008
Pages: 17
Grade: 2.0
Bibliography: ~ 13  Entries
Language: German
Archive No.: V116768
ISBN (E-book): 978-3-640-19084-3
ISBN (Book): 978-3-640-19091-1
File size: 108 KB

Abstract

„Der Vortrag, den ich auf Ihren Wunsch zu halten habe, wird Sie nach verschiedenen Richtungen notwendig enttäuschen. In einer Rede über Politik als Beruf werden Sie unwillkürlich eine Stellungnahme zu aktuellen Tagesfragen erwarten. Das wird aber nur in einer rein formalen Art [...] geschehen[...]“ (Weber 1926/ 1992: 5). Mit diesen Worten beginnt Max Weber seinen 1919 gehalten Vortrag über Politik als Beruf. Auch diese Arbeit wird Sie, die Leser notwendig enttäuschen. Zunächst werden wir Webers Gedankengang durch seinen Vortrag hindurch folgen. Wir werden dabei nahe an der zweiten Auflage des Textes von 1926 bleiben. Anschließend werden wir versuchen diese Gedanken auf aktuelle Tagesfragen zu beziehen. Dazu werden wir, mit Weber die Debatte um die Stammzellenforschung beleuchten. Im Rahmen dieser Arbeit wird es jedoch nicht möglich sein (weit) über das von den Medien vermittelte Alltagswissen zu diesem Thema hinauszugehen. Ebenso wenig werden wir die Argumentationen der verschiedenen Positionen in Gänze nachvollziehen können. Da es sich bei dieser Ausarbeitung aber um eine soziologische Perspektive handelt, soll uns dieser Umstand nicht allzu sehr stören. „- Damit zur Sache!“ (Weber 1926/ 1992: 5)


Excerpt (computer-generated)

Otto- Friedrich- Universität Bamberg

Lehrstuhl für Soziologie II

PS Max Weber

Max Weber und die Stammzellenforschung

Die aktuel e Debatte um das Gesetz zur Stammzel enforschung aus der Perspektive

von ,,Politik als Beruf"

Daniel Klein

Soziologie(D) 4. Fachsemester


Inhaltsverzeichnis

I Einleitung 3

II Politik als Beruf 3

2.1 Politik als Beruf. Definitionen 3

2.2 Politik als Beruf. Stabilität des Staates 4

2.3 Politik als Beruf. Politiker 5

2.4 Politik als Beruf. Die Entwicklung 6

2.5 Politik als Beruf. Ethische Fragen 7

III Stammzel enforschung 10

3.1 Stammzel enforschung. Einleitung 10

3.2 Stammzel enforschung. Abriss: Naturwissenschaftliche Grundlagen 10

3.3 Stammzel enforschung. Abriss: Juristische Grundlagen 12

3.4 Stammzel enforschung. Grundlegendes ethisches Problem 13

3.5 Stammzel enforschung. Gesinnungsethik vs. Verantwortungsethik beim

Problem der Stammzel enforschung 13

IV Fazit 15

V Anhang 16

5.1 Anhang. Literaturverzeichnis 16

2


I Einleitung

,,Der Vortrag, den ich auf Ihren Wunsch zu halten habe, wird Sie nach verschiedenen

Richtungen notwendig enttäuschen. In einer Rede über Politik als Beruf werden Sie

unwil kürlich eine Stel ungnahme zu aktuel en Tagesfragen erwarten. Das wird aber

nur in einer rein formalen Art [...] geschehen[...]" (Weber 1926/ 1992: 5). Mit diesen

Worten beginnt Max Weber seinen 1919 gehalten Vortrag über

Politik als Beruf

.

Auch diese Arbeit wird Sie, die Leser notwendig enttäuschen. Zunächst

werden wir Webers Gedankengang durch seinen Vortrag hindurch folgen. Wir

werden dabei nahe an der zweiten Auflage des Textes von 1926 bleiben.

Anschließend werden wir versuchen diese Gedanken auf aktuel e Tagesfragen zu

beziehen. Dazu werden wir, mit Weber die Debatte um die Stammzel enforschung

beleuchten. Im Rahmen dieser Arbeit wird es jedoch nicht möglich sein (weit) über

das von den Medien vermittelte Al tagswissen zu diesem Thema hinauszugehen.

Ebenso wenig werden wir die Argumentationen der verschiedenen Positionen in

Gänze nachvol ziehen können. Da es sich bei dieser Ausarbeitung aber um eine

soziologische Perspektive handelt, sol uns dieser Umstand nicht al zu sehr stören.

,,- Damit zur Sache!" (Weber 1926/ 1992: 5)

II Politik als Beruf

2.1 Politik als Beruf. Definitionen

Weber beginnt den Vortrag mit einer umfassenden, al gemein gültigen Definition. Er

versteht unter Politik ,,jede Art selbstständig leitender Tätigkeit" (Weber 1926/ 1992:

5). Für die folgenden Fragestel ungen ist es nach Weber jedoch nötig den Begriff

deutlich enger zu fassen. Politik ist demnach ,,die Leitung oder die Beeinflussung der

Leitung eines politischen Verbandes" (Weber 1926/ 1992: 5). Unter einem

politischen Verband oder Staat versteht Weber ,,diejenige menschliche

Gemeinschaft, welche innerhalb eines bestimmten Gebietes ­ dies: das >>Gebiet<<,

gehört zum Merkmal- das Monopol legitimer physischer Gewaltsamkeit für sich (mit

Erfolg) beansprucht" (Weber 1926/ 1992: 6). Er weist darauf hin, dass Gewalt

niemals das einzige oder gar das normale Mittel eines Staates ist. Sie ist nur das ihm

spezifische.

Beide Definitionen verbindend erkennt man die im Al tag dominierende Bedeutung

3


des Begriffs der Politik. So bedeutet er immer ,,Sterben nach Machtanteil oder nach

Beeinflussung der Machtverteilung, sei es zwischen Staaten, sei es innerhalb eines

Staates zwischen den Menschengruppen, die er umschließt" (Weber 1926/ 1992: 7).

2.2 Politik als Beruf. Stabilität des Staates

Damit ein Staat nun bestehen kann bedarf es der Fügung (oder dem Gehorsam) der

Beherrschten gegenüber den Herrschern. Nach Weber stützt sich jede Herrschaft

auf

innere Rechtfertigungsgründe

und auf

äußere Mittel

(vgl. Weber 1926/ 1992: 8).

Bei der Frage nach den Gründen der inneren Rechtfertigung begegnen wir Webers

drei (Ideal-)Typen legitimer Herrschaft. Diese sind:

legale

,

traditionale

und

charismatische

Herrschaft.1

Die bürokratische Herrschaft ist der reinste Typ der

legalen Herrschaft Kraft Satzung

.

,,Grundvorstel ung ist: daß beliebiges Recht durch formal korrekt gewil kürte Satzung

geschaffen und abgeändert werden könne." (Weber 1922/ 2002: 717) Bei diesem

Typ der Herrschaft gilt das Gehorsam keiner bestimmten Person. Al ein den

aufgestel ten Regeln ist zu folgen. Das gilt für den Herrschenden ebenso wie für die

Gehorchenden. Bei der

traditionellen

Herrschaft, ,,kraft Glaubens an die Heiligkeit der

von jeher vorhandenen Ordnung und Herrengewalten" (Weber 1922/ 2002: 720) wird

einer Person gehorcht. Das Herrschaftsverhältnis beruht auf Pietät. Typischer

Vertreter dieser Form ist die patriarchalische Herrschaft. Hier gefährdet der

Herrscher seine Macht, fal s er versucht ,,neues Recht gegenüber den

Traditionsnormen zu schaffen" (Weber 1922/ 2002: 720). Bei der

charismatischen

Herrschaft

, ,,kraft affektuel er Hingabe an die Person des Herren und ihre

Gnadengabe" (Weber 1922/ 2002: 725) gilt das Gehorsam der

Jünger

rein den

Qualitäten des

Führers

. Diese Form der Herrschaft scheint am wenigsten stabil.

Verliert der Führer sein Charisma, vertrauen und folgen ihm die Jünger nicht mehr.

Seine Herrschaft endet.

Weber betont, dass er sich bei diesen (reinen) Typen nicht auf die Motive der

Beherrschten bezieht, sich zu fügen. In diesem Zusammenhang verweist er auf

Furcht

oder die

Hoffnung auf Lohn

. An dieser Stel e wil er jedoch nicht näher darauf

eingehen.

Im Folgenden ist vor al em die charismatische Herrschaft interessant. Hier gilt der

1 Für eine ausführliche Darstel ung vgl. Weber, Max (1922) ,,Die drei reinen Typen legitimer Herrschaft. Eine soziologische

Studie" in Kaesler, Dirk (2002): Max Weber Schriften 1884- 1922, S.717- 733

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