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Presentation (Elaboration), 2008, 17 Pages
Author: Bachelor of Arts Nina Eger
Subject: Politics - International Politics - General
Details
Institution/College: Carl von Ossietzky University of Oldenburg (Institut für Sozialwissenschaften)
Tags: Carl, Schmittt, Warum, Carl, Schmitt, Freund-Feind-Unterscheidung, Sachgebieten, Politische, Theorie
Year: 2008
Pages: 17
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 11 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-19254-0
ISBN (Book): 978-3-640-19266-3
File size: 76 KB
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Abstract
Um Carl Schmitts „Begriff des Politischen“ besser zu verstehen, soll der Frage nachgegangen werden, warum die Freund- Feind- Unterscheidung und damit das „Politische“ über allen anderen Sachgebieten steht. Um diese Frage zu beantworten, soll zunächst kurz auf die Unterscheidung Carl Schmitts von „Politisch“ und „Politik“ eingegangen werden. In nächsten Abschnitt wird der „Begriff des Politischen“ anhand der Freund- Feind- Unterscheidung, der realen Möglichkeit des Kampfes, der Unentrinnbarkeit des Politischen und dem jus belli dargestellt. Da sich die Fragestellung dieser Arbeit vornehmlich auf den „ersten“ Teil der Schrift bezieht, soll, damit ein Überblick über das gesamte Werk entstehen kann, im zweiten Abschnitt noch auf den Pluralismus der Staatenwelt, den Völkerbund und Carl Schmitts Kritik am Liberalismus eingegangen werden. Im Anschluss daran wird die Kritik am „Begriff des Politischen“ von Leo Strauss, Karl Löwith und Hermann Heller dargestellt. Im Fazit soll mit einem Resümee auf die Fragestellung geantwortet werden.
Excerpt (computer-generated)
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Sommersemester 2008
Seminar: Politische Theorie
Ausarbeitung
zu Carl Schmitts ,,Begriff des Politischen"
Vorgelegt von:
Nina Eger
6. Fachsemester SoWi
1.
Einleitung
2
2.
,,Politisch" vs. Politik
3
3.
Begriff des Politischen Teil 1
4
3.1 Freund-
Feind-
Unterscheidung 4
3.2 Reale
Möglichkeit des Kampfes 6
3.3 Unentrinnbarkeit
des ,,Politischen" 7
3.4 jus
belli 9
4.
Begriff des Politischen Teil 2
10
4.1 Pluralismus
der Staatenwelt 10
4.2 Völkerbund 10
4.3 Kritik
am
Liberalismus 11
5.
Kritik
12
5.1 Leo
Strauss 12
5.2 Karl
Löwith 12
5.3 Hermann
Heller 13
6.
Fazit
14
Literatur
15
1
1. Einleitung
Von seinen Kritikern als Chamäleon des deutschen Staatsrechts, politischer
Romantiker oder Kronjurist des deutschen Reiches bezeichnet,1 war der pro-
movierte Rechtswissenschaftler Carl Schmitt laut Paul Noack einer der be-
kanntesten und umstrittensten konservativen Denker. Carl Schmitt gehörte zu
den Staatsrechtslehrern, die in den juristischen Debatten der Weimarer Repu-
blik den Ton angaben und galt als scharfer Kritiker der Weimarer Reichsver-
fassung sowie der parlamentarischen politischen Kultur. Nach der Machtüber-
nahme trat er 1933 der NSDAP bei und machte schnell politisch Karriere.
Durch publizistische Angriffe und interne Intrigen wurde seine steile Karriere
1936 allerdings vorzeitig beendet.2
Von allen Schriften Carl Schmitts hat ,,Der Begriff des Politischen", die größte
Resonanz erfahren. An keiner anderen Schrift haben sich die Interpreten laut
Paul Noack ,,stärker entzündet"3 und durch kein anderes Werk wurde er be-
rühmter und berüchtigter.4
In dieser Arbeit soll es nicht vornehmlich um die Person Carl Schmitts, son-
dern um seine Schrift ,,Der Begriff des Politischen" gehen. In dieser versucht
Carl Schmitt den Begriff des ,,Politischen" näher zu definieren und stellt darauf
ab, dass alle politischen Handlungen und Motive letztlich auf die Unterschei-
dung von Freund und Feind zurückführbar sind. In der ersten Auflage des Tex-
tes von 1927 steht das ,,Politische" und damit die Freund- Feind- Unterschei-
dung noch neben den anderen Sachgebieten des menschlichen Handelns.5
Bereits in der zweiten Auflage von 1932 aber stellt Carl Schmitt das ,,Politi-
sche" über die anderen Sachgebiete. Um Carl Schmitts ,,Begriff des Politi-
schen" besser zu verstehen, soll der Frage nachgegangen werden, warum die
Freund- Feind- Unterscheidung und damit das ,,Politische" über allen anderen
Sachgebieten steht.
Um diese Frage zu beantworten, soll zunächst kurz auf die Unterscheidung
Carl Schmitts von ,,Politisch" und ,,Politik" eingegangen werden. In nächsten
1 Vgl.: Meier, Heinrich, 1991, S. 169.
2 Carl Schmitt verlor alle seine Partei- und Ehrenämter. Seinen Lehrstuhl, den er 1933 erhalten hatte,
musste er allerdings erst Ende 1945 aufgeben, als er mit einem Lehrstuhlverbot belegt wurde (vgl.
dazu: Brodocz, Andrè, 2002, S. 282f; Bevc, Tobias, 2007, S. 140; Meier, Heinrich, 1991, S. 169).
3 Noack, Paul, 1993, S. 114.
4 Meier, Heinrich, 1988, S. 11.
5 Vgl.: Noack, Paul, 1993, S. 114.
2
Abschnitt wird der ,,Begriff des Politischen" anhand der Freund- Feind- Unter-
scheidung, der realen Möglichkeit des Kampfes, der Unentrinnbarkeit des Poli-
tischen und dem jus belli dargestellt. Da sich die Fragestellung dieser Arbeit
vornehmlich auf den ,,ersten" Teil der Schrift bezieht, soll, damit ein Überblick
über das gesamte Werk entstehen kann, im zweiten Abschnitt noch auf den
Pluralismus der Staatenwelt, den Völkerbund und Carl Schmitts Kritik am Libe-
ralismus eingegangen werden. Im Anschluss daran wird die Kritik am ,,Begriff
des Politischen" von Leo Strauss, Karl Löwith und Hermann Heller dargestellt.
Im Fazit soll mit einem Resümee auf die Fragestellung geantwortet werden.
2.
,,Politisch" vs. Politik
Mit dem ,,Begriff des Politischen" beschreibt Carl Schmitt laut Stefan May die
Abwendung vom Politikmonopol des Staates. Dies wird schon mit dem ersten
Satz: ,,Der Begriff des Staates setzt den Begriff des Politischen voraus"6 deut-
lich. Das ,,Politische" schließt nach Stefan May das ,,Staatliche" demnach nur
als eine Möglichkeit unter vielen ein.7 Der Staat, wenn er als Monopolisierung
des ,,Politischen" verstanden wird, war laut Christian Meier, nur eine histori-
sche Erscheinung; während das ,,Politische" (fast) immer vorhanden war.8
Diesen Sachverhalt verdeutlicht Carl Schmitt im Vorwort zur italienischen Aus-
gabe seiner Schrift, indem er schreibt:
,,Das klassische Profil des Staates zerbrach, als sein Politikmonopol
entfiel. Neue, andersgeartete Subjekte des politischen Kampfes setzten
sich durch, mit oder ohne Staat, mit oder ohne Staatsgehabe. Daraus
ergab sich für das theoretische Denken eine neue Reflexionsstufe. Man
unterschied jetzt die `Politik` von dem `Politischen` [...]."9
Indem Carl Schmitt in seiner Schrift den Versuch unternahm das ,,Wesen des
Politischen" zu erkennen, ging er nach Christian Meier weit über den bisheri-
6 Schmitt, Carl, 1963, S. 20.
7 Vgl.: May, Stefan, 1997, S. 441.
8 Vgl.: Meier, Christian, 1988, S. 539.
9 Schmitt, Carl, 1971, S. 271.
3
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