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Subtitle: Eine vergleichende Analyse
Bachelor Thesis, 2008, 44 Pages
Author: Andreas Brüser
Subject: Communications: Public Relations, Advertising, Marketing
Details
Tags: Nackte, Haut, Boulevard-TV, Sexualisierte, Darstellung, Frauen, Boulevard-Magazinen, Fernsehens
Year: 2008
Pages: 44
Grade: 1,5
Bibliography: ~ 12 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-18736-2
ISBN (Book): 978-3-640-18879-6
File size: 543 KB
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Abstract
Sex ist präsent wie nie zuvor. Leicht oder nicht bekleidete Models lächeln lasziv von überformatigen Plakaten an Hauswänden und Litfasssäulen. Die Präsentation von völlig nackten Modellen ist inzwischen auch in der TV-Werbung längst gang und gäbe. Ebenfalls die Musikindustrie möchte in ihren Promotion-Clips kaum mehr auf die sexualisierte Darstellung (Darstellung auf visuell-sexueller Ebene) von Frauen verzichten. „Sex Sells“ ist bei Werbern und Marketiers zu einer beliebten wie Erfolg versprechenden Formel geworden. Doch nicht nur Anzeigen und Werbespots „schmücken“ sich mit sexualisierten Bildern. Auch Medienredaktionen schwimmen auf der Sex-Welle mit: Morgen für Morgen zeigt das „Bild-Girl“ seine Reize auf gut drei Millionen neuer Titelseiten. Auch TV-Programmmagazine setzen auf einen vollbusigen Eyecatcher. Game-Shows werden von Nackten moderiert, und Dokumentationen berichten von Erotik-Messen und Pornofilm-Drehs. Derweil diskutiert das Fernsehpublikum die körperlichen Vor- und Nachteile der aktuellen Top-Model-Kandidatinnen. Sexualisierte Darstellungen von Frauen sind medial präsent – ob in finanzierten Werbeanzeigen oder redaktionellen Angeboten. Die folgende Untersuchung soll feststellen, ob und in welcher Intensität sich solche Präsentationen in TV-Boulevard-Magazinen als Beispiel für ein massenattraktives redaktionelles Programmformat finden. Es soll verglichen werden, ob Häufigkeit und Intensität von sexualisierten Darstellungen innerhalb der Berichterstattung eines Magazins des öffentlich-rechtlichen und eines Magazins des privaten Fernsehens variieren.
Excerpt (computer-generated)
Nackte Haut im Boulevard-TV
Sexualisierte Darstellung von Frauen in Boulevard-
Magazinen des öffentlich-rechtlichen und des
privaten Fernsehens
Eine vergleichende Analyse
Bachelor Thesis
Fachhochschule Gelsenkirchen
Institut für Journalismus & Public Relations
Studiengang Journalismus & Public Relations
Andreas Brüser
Mit allergrößtem Dank an
meine Mutter, die mir alles ermöglicht hat.
Seliena, die mir immer zugehört hat.
Prof. Ballstaedt, der immer Zeit hatte.
1
Inhaltsverzeichnis
1 Vorwort: Überall Sex 4
2 Theoretische Grundlagen 5
2.1 ,,Sex Sells" eine mediale Verkaufstaktik 5
2.2 Parallelen zum Fernsehinfotainment 6
2.3 Öffentlich-rechtliches vs. privates Fernsehen 7
3 Fragestellung und Hypothese 9
4 Stichprobe 10
4.1 Gesamtmenge 10
4.2 Stichprobe 11
4.3 Erhebungseinheit 11
5 Operationalisierung 13
5.1 Variablen 13
5.2 Merkmalsausprägungen 14
5.3 Kategoriesystem 15
5.3.1 Bildausschnitt 15
5.3.2 Sexualisierungsgrad 16
5.4 Punktesystem 23
5.4.1 Basis-Punktesystem A 23
5.4.2 Erweitertes Punktesystem B 23
5.4.3 Erweitertes Punktesystem C 24
5.4.4 Ausnahmefälle 24
5.4.5 Rechenbeispiele 24
5.5 Visualisierung 25
6. Ergebnisse 27
6.1 Ergebnisse: Brisant 27
6.1.1 Sendung vom 26. Mai 2008 27
6.1.2 Sendung vom 28. Mai 2008 28
6.1.3 Sendung vom 29. Mai 2008 29
6.1.4 Zusammenfassung 30
6.2 Ergebnisse: Taff 31
6.2.1 Sendung vom 3. Juni 2008 31
2
6.2.2 Sendung vom 9. Juni 2008 32
6.2.3 Sendung vom 10. Juni 2008 33
6.2.4 Zusammenfassung 34
6.3 Vergleich 35
7. Überprüfung der Hypothese 37
8. Interpretation 38
Quellen 40
Abbildungen 42
Tabellen 42
3
1 Vorwort: Überall Sex
Sex ist präsent wie nie zuvor. Leicht oder nicht bekleidete Models lächeln
lasziv von überformatigen Plakaten an Hauswänden und Litfasssäulen. Die
Präsentation von völlig nackten Modellen ist inzwischen auch in der TV-
Werbung längst gang und gäbe. Ebenfalls die Musikindustrie möchte in
ihren Promotion-Clips kaum mehr auf die sexualisierte Darstellung
(Darstellung auf visuell-sexueller Ebene)1 von Frauen verzichten. ,,Sex
Sells" ist bei Werbern und Marketiers zu einer beliebten wie Erfolg
versprechenden Formel geworden.
Doch nicht nur Anzeigen und Werbespots ,,schmücken" sich mit
sexualisierten Bildern. Auch Medienredaktionen schwimmen auf der Sex-
Welle mit: Morgen für Morgen zeigt das ,,Bild-Girl" seine Reize auf gut
drei Millionen neuer Titelseiten. Auch TV-Programmmagazine setzen auf
einen vollbusigen Eyecatcher. Game-Shows werden von Nackten moderiert,
und Dokumentationen berichten von Erotik-Messen und Pornofilm-Drehs.
Derweil diskutiert das Fernsehpublikum die körperlichen Vor- und
Nachteile der aktuellen Top-Model-Kandidatinnen. Sexualisierte
Darstellungen von Frauen sind medial präsent ob in finanzierten
Werbeanzeigen oder redaktionellen Angeboten.
Die folgende Untersuchung soll feststellen, ob und in welcher Intensität sich
solche Präsentationen in TV-Boulevard-Magazinen als Beispiel für ein
massenattraktives redaktionelles Programmformat finden. Es soll verglichen
werden, ob Häufigkeit und Intensität von sexualisierten Darstellungen
innerhalb der Berichterstattung eines Magazins des öffentlich-rechtlichen
und eines Magazins des privaten Fernsehens variieren.
Andreas Brüser
im Sommer 2008
1 Vgl. Kapitel 3
4
2 Theoretische Grundlagen
2.1 ,,Sex Sells" eine mediale Verkaufstaktik
Mediawerbung als klassisches Marketinginstrument dient der Verbreitung
werblicher Botschaften unter dem Gesichtspunkt kognitiver, affektiver und
konativer Werbeziele. Als kognitive Ziele sind informationelle Ziele, etwa
die Generierung von Publikumswissen über Produkte und Dienstleistungen
anzusehen, affektive Ziele streben nach der Implementierung positiver
emotionaler Assoziationen mit Produkten und Dienstleistungen. Konative
handlungsbezogene Ziele fordern eine Kaufreaktion des Publikums.2
Werbeziele sind im Übrigen auch in Bezug auf eine zu erzielende
Zustimmung für Personen sowie Unterstützungsbereitschaft und
Wertpräferenzbildung für Botschaften zu sehen.3
Vor dem Hintergrund einer Erklärung der ,,Sex-Sells-Verkaufstaktik"
spielen vor allem die affektiven Ziele der Werbung eine Rolle. Thomas
Burzler und Rainer Rohstock beschreiben eine verkaufsfördernde Wirkung
von sexualisierten Darstellungen in der Werbung, die auf Erkenntnisse der
Lernpsychologie zurückzuführen sei: ,,Ein Thema, also auch ein
Produktname oder eine Marke, prägt sich besser in das Gedächtnis ein,
wenn es in einem emotional erregenden Kontext vermittelt und somit nicht
nur betrachtet, sondern richtiggehend erlebt wird. Dass Sex und alle darauf
abzielenden Informationen zu den stärksten Auslösern emotionaler
Erregung zählen, ist unumstritten."4 Allerdings sind für die Erörterung des
Sex-Sells-Phänomens noch weitere Thesen von Belang:
Werbung koppelt Botschaften an kulturelle Muster, vereinzelt kulturelle
Erscheinungs- und Darstellungsformen und entkontextualisiert sie.5
Demnach wird (auch) der Mensch ,,typologisiert und reduziert auf weniges.
Klischees und Stereotypen in der Menschendarstellung sind die Folge."6
Unter Einbeziehung der beschriebenen theoretischen Grundlagen betrachtet
Jutta Velte sexualisierte Darstellungen von Frauen in der Werbung als ein
Konstrukt von ,,Objekthaftigkeit" 7, das sich unter anderem in sexuellen
Anzüglichkeiten ausdrücke. Sexualisierte Darstellungen setzten ,,die
erotische Attraktivität der Frauen mit den Vorzügen eines Produkts gleich".8
2 Vgl. Bruhn (2007), S. 204 ff
3 Vgl. Schmidt, Zurstiege (2001), S. 228
4 Burzler, Rohstock (2006), S. 32
5 Vgl. Schmidt, Zurstiege (2001), S. 228 f
6 Velte (1995), S. 206
7 Velte (1995), S. 214
8 Velte (1995), S. 215
5
Auch Velte geht demnach davon aus, dass sexualisierte Darstellungen in der
Werbung das affektive Ziel verfolgen, durch visuelle Präsentation von
Erotik emotionale Erregung auszulösen, die positive Assoziationen mit dem
beworbenen Produkt hervorrufen soll.
2.2 Parallelen zum Fernsehinfotainment
Seit das Bundesland Niedersachsen vor 24 Jahren nach Urteilsspruch des
Bundesverfassungsgerichts mit seinem Landesrundfunkgesetz die
Initialzündung für die Zulassung des privaten Fernsehens gab, hat sich die
Fernsehlandschaft entscheidend verändert. Durch die große Anzahl privater
Sender und die eingetretene Marktsättigung, besteht eine extreme
Konkurrenzsituation im Kampf um den deutschen Werbemarkt. Das hat zur
Folge, dass private Anbieter mehr denn je auf die Massenattraktivität ihrer
Programme angewiesen sind.9
Die Programmpalette privater Sender wird in erster Linie durch den
Unterhaltungssektor bestimmt, dessen Bedeutung in den vergangenen
Jahren kontinuierlich gewachsen ist.10 Unterhaltungsfernsehen ist
massenattraktiv, generiert Einschaltquoten und in der Folge
Werbeeinnahmen. Auch der Informationsbereich wird zunehmend mit
Unterhaltungselementen verbunden. Heinz Bonfadelli spricht von einer
,,Tendenz zum Infotainment als Boulevardisierung der Information".11
Im Unterhaltungs- wie im Boulevardfernsehen (oder anderen Infotainment-
Formaten) spielen affektive Elemente eine bedeutsame Rolle. Claudia
Dröge spricht in Anlehnung an Boshart und Westerbarkey von zwei
Dimensionen der Unterhaltung. Zum einen nennt sie die affektive
Dimension der lustvollen Erregung, die sich in emotionalen Reaktionen des
Rezipienten zeige, zum Beispiel Spaß oder Vergnügen. Eine zweite
Dimension beinhalte informationelle Elemente. Denn Unterhaltung könne
niemals losgelöst von Handlungen und damit von Informationen
stattfinden.12
Emotionspsychologische Konzepte bieten eine gute theoretische Grundlage
zur Erklärung von Unterhaltung. Zwar gibt es keine einheitliche Definition
von Emotionen, aber es lassen sich verschiedene Faktoren feststellen.13
Carsten Wünsch schreibt hierzu: ,,Emotionen (z.B. Wut, Ekel, Freude)
stellen einen durch ein oder mehrere Reize ausgelösten, auf ein Objekt
9 Vgl. Maier (2002), S. 31 ff, vgl. Thomas (2000), S. 107
10 Vgl. Dröge (2001), S. 95 f
11 Bonfadelli (2002), S. 14
12 Vgl. Dröge (2001), S. 97
13 Vgl. Wünsch (2002), S. 19 ff
6
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