Register or log in at GRIN

Your e-mail-address or password is wrong
Register now
For new authors: free, easy and fast
This will be used as your user name, please specify a valid e-mail address

Lost password

Your e-mail-address or password is wrong

Request a new password
Kennedy, Chruschtschow und der Versuch der Zähmung der Kalten Krieges close

Please wait

Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.

Kennedy, Chruschtschow und der Versuch der Zähmung der Kalten Krieges

Subtitle: Hintergründe und Faktoren des ersten Ansatzes internationaler Entspannungspolitik bis zum Jahr 1963

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2008, 28 Pages
Author: Stefan Saager
Subject: Politics - Political Systems - History

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2008
Pages: 28
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 18  Entries
Language: German
Archive No.: V116862
ISBN (E-book): 978-3-640-19042-3

File size: 184 KB

Abstract

Den zum Ende der 60er Jahre des vorherigen Jahrhunderts beginnenden Bemühungen war ein erster Ansatz vorausgegangen, der eng mit den Namen Chruschtschow und Kennedy verbunden ist, sich nach der Ermordung Kennedys unter dessen Nachfolgern jedoch verlor. Diese erste Phase internationaler Entspannungspolitik wird im Folgenden näher beleuchtet. Dazu soll nach einer kurzen Charakterisierung der entscheidenden Personen Chruschtschow und Kennedy, gezeigt werden, warum sich überhaupt die Notwendigkeit ergab, Entspannungspolitik zu betreiben. Anschließend werden die entspannungspolitischen Entwicklungen bis zum November 1963 näher beleuchtet, um schließlich die Gründe für den Bruch aufzuzeigen und einen Ausblick auf die folgenden Entwicklungen zu geben. Wie bereits zu erkennen, waren die USA und die UdSSR die wichtigsten Protagonisten der internationalen Entspannungspolitik. Zwar wird immer wieder betont, dass der Verlauf des Kalten Krieges nie allein von diesen beiden Staaten bestimmt wurde und „Das Bild der bipolaren Welt [...] nur eine Textbook-Illusion amerikanischer Politologen gewesen“ ist. Aufgrund der Komplexität des Themas werde ich mich in der Folge jedoch auf die Entspannungspolitik zwischen den beiden Supermächten konzentrieren. In der Literatur nimmt der Kalte Krieg und mit ihm die internationale Entspannungspolitik eine wichtige Rolle ein. Das Thema ist sehr gut aufgearbeitet, sodass sich die Suche nach geeigneten Quellen nicht als schwierig erweist. Auffallend ist jedoch die starke Konzentration auf die Zeit nach 19684, welche die Zahl der Arbeiten zum hier behandelten Thema stark einschränkt.


Excerpt (computer-generated)

Helmut-Schmidt-Universität

Universität der Bundeswehr Hamburg

Professur für Politikwissenschaft, insbesondere auswärtige

und internationale Politik osteuropäischer Staaten

Kennedy, Chruschtschow und der Versuch der

Zähmung des Kalten Krieges

Hintergründe und Faktoren des ersten Ansatzes

internationaler Entspannungspolitik bis zum Jahr 1963

vorgelegt von:

Stefan Saager

Politikwissenschaften 2005

7. Trimester/ HT 2007

Abgabedatum: 04.01.2008


Inhaltsverzeichnis

1.

Einleitung 2

1.1

Einführung in das Thema 2

1.2

Begriffsklärung 3

2.

Die prägenden Personen der Entspannungspolitik 4

2.1

Nikita Sergejewitsch Chruschtschow 4

2.2

John Fitzgerald Kennedy 5

3.

Bedingungsfaktoren der Erforderlichkeit internationaler Entspannungspolitik 6

3.1

Atombombe und Sputnikschock 7

3.2

Die Doppelkrise von Berlin und Kuba 8

3.2.1 Vom Berlin-Ultimatum bis zum Bau der Mauer 8

3.2.2 Die Kubakrise 11

3.3

Schlussfolgerungen 13

4.

Erste Schritte der Entspannung 14

4.1

Heißer Draht 15

4.2

Kennedys ,,Strategie des Friedens" 16

4.3

Partieller Teststoppvertrag 17

4.4

Weitere Entspannungsschritte unter Kennedy 19

5.

Der Bruch 20

5.1

Die Ermordung Kennedys und ihre Auswirkungen 20

5.2

Vietnam und der Führungswechsel in Moskau 21

6.

Ausblick 22

7.

Zusammenfassung 23

8.

Literaturverzeichnis 25


1.

Einleitung

1.1

Einführung in das Thema

Die Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE), an der neben den

USA und der Sowjetunion, Kanada sowie alle europäischen Staaten außer Albanien

teilnahmen, stellt den Höhepunkt der Bemühungen um internationale Entspannung dar. Mit

der Unterzeichnung der Schlussakte von Helsinki am 1. August 1975 schien ein stabiler

Frieden in greifbarer Nähe. Vorausgegangen war der Konferenz eine schrittweise

Annäherung der beiden Supermächte USA und UdSSR, wobei die Vereinigten Staaten nur

langsam zur Einsicht kamen, dass ihre Hegemonie, die nach Ende des Zweiten Weltkrieges

unbestritten war, vor allem durch die technologischen Erfolge der Sowjetunion ins Wanken

geraten war1. Der Zwang zu einer Spannungen entgegenwirkenden Politik, welche vor

allem Vertrauen schaffen und die Rüstung kontrollieren sollte, spiegelt sich in einer Vielzahl

von Abkommen und Vereinbarungen wider, von denen exemplarisch hier nur der

Kernwaffensperrvertrag, die SALT2-Vertäge sowie der Atomteststopvertrag genannt werden

sollen.

Den zum Ende der 60er Jahre des vorherigen Jahrhunderts beginnenden Bemühungen war

ein erster Ansatz vorausgegangen, der eng mit den Namen Chruschtschow und Kennedy

verbunden ist, sich nach der Ermordung Kennedys unter dessen Nachfolgern jedoch verlor.

Diese erste Phase internationaler Entspannungspolitik wird im Folgenden näher beleuchtet.

Dazu soll nach einer kurzen Charakterisierung der entscheidenden Personen

Chruschtschow und Kennedy, gezeigt werden, warum sich überhaupt die Notwendigkeit

ergab, Entspannungspolitik zu betreiben. Anschließend werden die entspannungs-

politischen Entwicklungen bis zum November 1963 näher beleuchtet, um schließlich die

Gründe für den Bruch aufzuzeigen und einen Ausblick auf die folgenden Entwicklungen zu

geben.

Wie bereits zu erkennen, waren die USA und die UdSSR die wichtigsten Protagonisten der

internationalen Entspannungspolitik. Zwar wird immer wieder betont, dass der Verlauf des

Kalten Krieges nie allein von diesen beiden Staaten bestimmt wurde und ,,Das Bild der

bipolaren Welt [...] nur eine Textbook-Illusion amerikanischer Politologen gewesen"3 ist.

Aufgrund der Komplexität des Themas werde ich mich in der Folge jedoch auf die

Entspannungspolitik zwischen den beiden Supermächten konzentrieren.

1 Vgl. Münger, Christof (2003): Kennedy, die Berliner Mauer und die Kubakrise ­ Die westliche Allianz in der Zerreißprobe

1961-1963. Paderborn: Ferdinand Schöhning. S. 38ff.

2

S

trategic

A

rms

L

imitation

T

alks ­ Gespräche zur Begrenzung strategischer Rüstung.

3 Münger; S. 15.

2


In der Literatur nimmt der Kalte Krieg und mit ihm die internationale Entspannungspolitik

eine wichtige Rolle ein. Das Thema ist sehr gut aufgearbeitet, sodass sich die Suche nach

geeigneten Quellen nicht als schwierig erweist. Auffallend ist jedoch die starke

Konzentration auf die Zeit nach 19684, welche die Zahl der Arbeiten zum hier behandelten

Thema stark einschränkt.

1.2

Begriffsklärung

Der Begriff ,,Kalter Krieg" wurde vor allem durch den amerikanischen Journalisten Walter

Lippmann geprägt, der die sich abzeichnende Konfrontation zwischen dem Block der

demokratischen Staaten unter Führung der Vereinigten Staaten von Amerika und dem

Block der sozialistischen Staaten mit der Hegemonialmacht Sowjetunion in seinem

gleichnamigen Buch als ,,The Cold War" bezeichnete5. Schnell etablierte sich diese

Bezeichnung für die Auseinandersetzung zwischen den Blöcken, welche bis auf wenige

Ausnahmen, wie die Stellvertreterkriege, nicht in einem heißen Krieg, also der offenen

militärischen Konfrontation, mündete. Amerikanische und deutsche Literatur unterscheiden

sich jedoch in der Definition der Dauer dieses Abschnittes, denn während amerikanische

Wissenschaftler von einem Ende des Kalten Krieges erst mit dem Zusammenbruch des

Ostblockes 1989-91 ausgehen, wird der Begriff ,,Kalter Krieg" in Deutschland meist nur bis

zur Unterzeichnung der Schlussakte von Helsinki genutzt und danach durch ,,Ost-West-

Konflikt" ersetzt. Da beide Auslegungen jedoch die hier behandelte Zeit bis 1963

einschließen, kann der Terminus im Folgenden ohne Bedenken verwendet werden.

Geht man von der Semantik des Wortes Entspannung aus, erschließt sich die Bedeutung

als Abbau einer Spannung. Eine kurze Darstellung des Aufbaus dieser Spannung findet

sich im Kapitel 3. Dementsprechend ist Entspannungspolitik, im Fall des Kalten Krieges6,

Politik, die darauf gerichtet ist, ,,Spannungen zwischen Staaten mit unterschiedlichen

Gesellschaftsordnungen herabzusetzen, um militärische Konfrontationen und insbesondere

nukleare Auseinandersetzungen zu vermeiden und andauernde Systemkonflikte friedlich zu

regeln"7. Dabei muss zwischen der auf dem Konzept der friedlichen Koexistenz beruhenden

kommunistischen Entspannungspolitik mit kooperativen und konfrontativen Elementen und

der westlichen Entspannungspolitik unterschieden werden, welche, trotz großer

4 Oftmals wird der Anfang der Entspannungspolitik auch erst hier gesehen. Vgl. bspw. Steininger, Rolf (2003): Der Kalte Krieg.

Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag. S. 35ff.

5 Vgl. Steininger; S. 2.

6 Der Begriff Entspannungspolitik findet sich auch in anderen historischen Kontexten wie beispielsweise dem Europa nach

1815 oder nach den Locarno-Verträgen von 1925.

7 Zellentin, Gerda: Entspannungspolitik. in: Nohlen, Dieter (Hrsg.) (1984): Pipers Wörterbuch zur Politik ­ Internationale

Beziehungen. München: R. Piper GmbH & Co. KG. S. 124.

3


Veränderungen insgesamt als Konzept der ,,Konkurrenz mit dem Imperativ der Koexistenz"8

umschrieben werden kann.

Vor allem in der englischsprachigen Literatur findet sich zusätzlich oft der Begriff ,,détente",

welcher synonym für Entspannung9 stehen kann. Er wird jedoch hauptsächlich im Bezug

auf die Zeit nach 1968 verwendet, wodurch er nachfolgend durch Entspannung

beziehungsweise Entspannungspolitik ersetzt wird.

2.

Die prägenden Personen der Entspannungspolitik

Die Frage danach, ob der Verlauf der Geschichte von Personen und ihren Beziehungen

zueinander abhängig gemacht werden kann oder ob situative Faktoren auch andere

Protagonisten ähnlich hätten handeln lassen, wird wahrscheinlich nie abschließend

beantwortet werden können. Im hier betrachteten Zeitraum scheinen die Persönlichkeiten

Chruschtschows und Kennedys jedoch zentral zu sein und in ihrer Unterschiedlichkeit als

wichtige Determinanten der Beziehungen zwischen der Sowjetunion und den Vereinigten

Staaten zu dienen.

2.1

Nikita Sergejewitsch Chruschtschow

Der Hintergrund der Portraitbüste am Grab Chruschtschows, die von dem Bildhauer Ernst

Neiwestni zur einen Hälfte mit schwarzen, zur anderen Hälfte mit weißem Marmor

ausgestattet wurde, spiegelt nicht nur die Persönlichkeit, sondern auch das Handeln dieses

sowjetischen Staats- und Parteichefs im Kalten Krieg wider.

Der 1894 in einem kleinen Dorf bei Kursk geborene Bauernsohn Chruschtschow stieg nach

der russischen Revolution und seiner Zeit als politischer Kommissar in der Roten Armee

schnell in hohe Ämter der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) auf und wurde

,,während der Säuberungen [...] zur Nummer zwei der Moskauer Parteiorganisation"10. Nach

dem erneuten Einsatz als Politoffizier im Zweiten Weltkrieg erreichte er im September 1953

das Amt des Ersten Sekretärs des Zentralkomitees und wurde zusätzlich im Juni 1957

Vorsitzender des Ministerrats der UdSSR. Damit hatte er die Macht, die Sowjetunion allein

zu regieren. Ermöglicht wurde im dies vor allem durch seine Art, die dafür sorgte, dass

8 Zellentin; S. 125.

9 Vgl. Evans, Graham/ Newnham, Jeffrey (1990): The Dictionary of World Politics ­ A Reference Guide to Concepts, Ideas

and Institutions. Hertfordshire: Harvester Wheatsheaf. S. 85f.

10 Subok, Wladislaw/ Pleschakow, Konstantin (1997): Der Kreml im Kalten Krieg ­ Von 1945 bis zur Kubakrise. Hildesheim:

Claassen Verlag. S. 251.

4


seine Kontrahenten Berija, Malenkow und Molotow den ,,Tölpel vom Land"11 unterschätzen.

Seine sprunghafte, impulsive und extrovertierte Persönlichkeit, oft verbunden mit

unüberlegtem Handeln, sorgte dafür, dass Chruschtschows Aktionen äußerst schwer

auszurechnen waren, was für die Aussage des amerikanischen Außenministers12 John

Foster Dulles, Chruschtschow sei ,,die gefährlichste Person an der Spitze der Sowjetunion

seit der Oktoberrevolution"13 verantwortlich sein dürfte. Besonders traf dies auf das

außenpolitische Handeln zu, da Chruschtschow unter Stalin in diesem Bereich keine

Erfahrungen hatte sammeln können.14

Seine Politik war von den Absichten bestimmt, einerseits die Verbrechen Stalins

aufzuarbeiten, was auf dem 20. Parteitag der KPdSU begann und andererseits das

Verhältnis zu den USA zu verbessern15 , um so die Ressourcen von der Rüstungsindustrie

in den friedlichen Aufbau des Sozialismus umzulenken. Ersteres ,,fügte der sowjetischen

Kalter-Krieg-Propaganda einen irreparablen Schaden zu"16, letzteres führte zum Bruch mit

dem bis dahin wichtigsten Verbündeten China.

Chruschtschows Bild vom Kalten Krieg fehlte jede Systematik, es ,,glich einem Flicken-

teppich aus Parteidogmen, alten Erinnerungen, patriotischem Stolz und Eindrücken, die

fremde Staatsmänner bei ihm hinterlassen hatten"17. Seiner Ansicht nach war die westliche

Politik für die wachsende Konfrontation verantwortlich und er lebte ständig in der Angst, das

durch die Ostblockstaaten gebildete strategische Vorfeld zu verlieren.

2.2

John Fitzgerald Kennedy

Im Gegensatz zu Chruschtschow kam der 23 Jahre jüngere Kennedy aus einem reichen

Elternhaus und genoss unter anderem an den Universitäten von Harvard und Stanford eine

gute Ausbildung. Trotz der unterschiedlichen sozialen Herkunft und dem ungleichen

Bildungshintergrund ist beiden jedoch der schnelle politische Aufstieg gemeinsam.

Kennedy absolvierte diesen Aufstieg trotz eines enorm schlechten Gesundheitszustandes

(Morbus Addison), der ihn seit seiner Jugend behinderte, vor allem gestützt durch das Geld

und den Einfluss seines Vaters Joseph P. Kennedy, der vom ehemaligen US-Präsidenten

11 Subok/ Pleschakow; S. 250.

12 Dulles war von 1953 bis 1959 Außenminister unter Präsident Dwight D. Eisenhower.

13 Steininger; S. 108.

14 Molotow warf Chruschtschow 1957 sogar vor, sein Verhalten sei des Führers einer Großmacht unwürdig.

15 Die

friedliche Koexistenz

mit dem Imperialismus wurde ebenfalls im Februar 1956 verkündet.

16 Subok/ Pleschakow; S. 249.

17 Ebd. S. 259.

5



Comments

No comments yet

Add Comment
Your comment is reviewed before being published

Other users also were interested in the following titles:

Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit

Author: Claudia Nickel
Presentations, Models, Tutorials, Instructions, 2006 Download as PDF-file for 4,99 EUR

Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens

Author: Maik Philipp
Presentations, Models, Tutorials, Instructions, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR

This text can be quoted and accessed from this url:

http://www.grin.com/e-book/116862/kennedy-chruschtschow-und-der-versuch-der-zaehmung-der-kalten-krieges
please wait Please wait