Autor: Michael Paffenholz
Fach: Wirtschaft - Handel und Distribution
Details
Jahr: 2002
Seiten: 49
Note: 2,2
Literaturverzeichnis: ~ 70 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 421 KB
ISBN (E-Book): 978-3-640-18741-6
ISBN (Buch): 978-3-640-18882-6
Zusammenfassung / Abstract
Am Übergang zum dritten Jahrtausend stehen Dienstleistungen in den Diskussionen um Wachstum und Beschäftigung zunehmend im Mittelpunkt." "Der Dienstleistungssektor war und ist Motor des wirtschaftlichen Wachstums, der Beschäftigungszunahme und der Innovation." Dies belegen nicht zuletzt auch die Zahlen der amtlichen Statistik. In der Zeit von 1993 bis 2000 wuchs der Anteil der Bruttowertschöpfung durch die Dienstleistungsbereiche um 28 %, während die Bruttowertschöpfung aller Wirtschaftsbereiche lediglich um 22 % anstieg. Der Anteil der Dienstleistungsbereiche an der Bruttowertschöpfung aller Wirtschaftsbereiche betrug im Jahr 2001 fast 69 % und lag damit deutlich höher als der Anteil des produzierenden Gewerbes mit etwa 30 %. Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich bei der Zahl der Beschäftigten. Neben dieser gesamtwirtschaftlichen Sicht gibt es weitere Gründe, die zur Zunahme der Innovationsdynamik im Dienstleistungssektor geführt haben. "Als wesentliche Auslöser hierfür gelten vor allem die Liberalisierung und Deregulierung vieler Dienstleistungsbereiche – exemplarisch seien an dieser Stelle Telekommunikation, [Energiewirtschaft], Versicherungswirtschaft und Gesundheitswesen genannt - sowie verstärkte Globalisierungs- und Internationalisierungsbestrebungen vieler Dienstleistungsunternehmen." Weiterhin kann ebenso wie für Produkte auch für Dienstleistungen unterstellt werden, dass sie einem Lebenszyklus unterliegen, der ggf. die Ablösung einer Leistung durch eine innovativere Lösung erforderlich macht. Vor dem Hintergrund der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und den aufgezeigten Auslösern für die zunehmende Innovationsdynamik ist es erforderlich, solche Dienstleistungen zu entwickeln und im Markt zu positionieren, mit deren Hilfe ein Unternehmen sowohl der aufgezeigten Tendenz - also steigende Beschäftigungszahlen und zunehmender Bedarf - sowie den fortlaufenden Veränderungen gerecht werden und gleichzeitig seine Position im Markt verbessern oder festigen kann.
Textauszug (computergeneriert)
FernUniversität
Gesamthochschule in Hagen
Fachbereich Wirtschaftswissenschaft
Lehrstuhl für Dienstleistungsmanagement
Diplomarbeit
zur Erlangung
des akademischen Grades
Diplom-Kaufmann
Die Entwicklung von Dienstleistungen
Probleme, Ansätze und Methoden
cand. rer. oec. Michael Paffenholz
Bonn, den 07.09.2002
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
III
Abkürzungsverzeichnis
III
1 Einleitung:
Problemstellung und Aufbau der Arbeit
1
1.1 Dienstleistungen als Motor für Wachstum und Beschäftigung 1
1.2 Der Aufbau der Arbeit 2
2 Begriffsabgrenzungen
3
2.1 Dienstleistungen als Entwicklungsobjekte 3
2.2 Entwicklung 6
3 Determinanten erfolgreicher Dienstleistungen
8
3.1 Marktbezogene
Determinanten 8
3.1.1 Produktüberlegenheit 8
3.1.2 Vermarktungsfähigkeit 9
3.1.3 Kundenintegration 10
3.1.4 Marktgröße und potenzial 10
3.2 Unternehmensbezogene
Determinanten 11
3.2.1 Effektive Service-Engineering Kultur 11
3.2.2 Sach- und Fachkenntnis des Anbieters 11
4 Ansätze zur Entwicklung von Dienstleistungen
12
4.1 Marktorientierte
Ansätze 13
4.2 Potenzialorientierte
Ansätze 14
4.3 Prozessorientierte
Ansätze 14
4.4 Ergebnisorientierte
Ansätze 16
II
5 Methoden zur Entwicklung von Dienstleistungen
17
5.1 Betriebswirtschaftliche
Methoden 18
5.1.1 Target
Costing 18
5.1.2 Kosten-Nutzen-Analysen 19
5.2 Ingenieurwissenschaftliche
Methoden 19
5.2.1 Quality Function Deployment 19
5.2.2 Fehlermöglichkeits- und einflussanalyse 23
5.3 Dienstleistungsspezifische
Methoden 25
5.3.1 Service
Blueprinting 25
5.3.2 Gap-Analyse 28
6 Problemfelder bei der Entwicklung von Dienstleistungen
32
6.1 Mangel
an
geeigneten Vorgehensweisen,
Methoden und Werkzeugen 32
6.2 Hohe
Komplexität 32
6.3 Fehlende
organisatorische Strukturen 33
6.4 Mangelnde Verfügbarkeit der notwendigen Qualifikationen 33
6.5 Fehlendes
Innovationsmanagement 34
7 Zusammenfassung und Fazit
35
8 Literaturverzeichnis
39
III
Abbildungsverzeichnis
Seite
Abb. 1:
Operrationalisierung der Dienstleistungsentwicklung 5
Abb. 2:
Innovationsrichtungen aus Sicht des Dienstleisters 7
Abb. 3:
Service-Design-Prozess 7
Abb. 4:
Schema der House of Quality Matrix 20
Abb. 5:
Hierarchie der QFD-Matrizen 21
Abb. 6:
HOQ-Matrix am Beispiel Autotür 22
Abb. 7:
Kopfzeile eines FMEA-Formblattes 24
Abb. 8:
Blueprint eines DL-Prozesses 26
Abb. 9:
Das Gap-Modell 29
Abkürzungsverzeichnis
bspw. beispielsweise
DL Dienstleistung
et al.
und weitere
FMEA Fehlermöglichkeits-
einflussanalyse
HOQ
House of Quality
IT Informationstechnologie
NSD
New Service Development
QFD
Quality Function Deployment
RPN
Risk Priority Number
RPZ Risikoprioritätszahl
TQM
Total Quality Management
IV
1 Einleitung: Problemstellung und Aufbau der Arbeit
1.1 Dienstleistungen als Motor für Wachstum und Beschäftigung
"Am Übergang zum dritten Jahrtausend stehen Dienstleistungen in den Diskussionen
um Wachstum und Beschäftigung zunehmend im Mittelpunkt."1 "Der Dienstleistungs-
sektor war und ist Motor des wirtschaftlichen Wachstums, der Beschäftigungszunahme
und der Innovation."2 Dies belegen nicht zuletzt auch die Zahlen der amtlichen
Statistik. In der Zeit von 1993 bis 2000 wuchs der Anteil der Bruttowertschöpfung durch
die Dienstleistungsbereiche um 28 %, während die Bruttowertschöpfung aller Wirt-
schaftsbereiche lediglich um 22 % anstieg.3 Der Anteil der Dienstleistungsbereiche an
der Bruttowertschöpfung aller Wirtschaftsbereiche betrug im Jahr 2001 fast 69 % und
lag damit deutlich höher als der Anteil des produzierenden Gewerbes mit etwa 30 %.4
Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich bei der Zahl der Beschäftigten.5
Neben dieser gesamtwirtschaftlichen Sicht gibt es weitere Gründe, die zur Zunahme
der Innovationsdynamik im Dienstleistungssektor geführt haben. "Als wesentliche Aus-
löser hierfür gelten vor allem die Liberalisierung und Deregulierung vieler Dienstleis-
tungsbereiche exemplarisch seien an dieser Stelle Telekommunikation, [Energie-
wirtschaft], Versicherungswirtschaft und Gesundheitswesen genannt - sowie verstärkte
Globalisierungs- und Internationalisierungsbestrebungen vieler Dienstleistungsunter-
nehmen."6 Weiterhin kann ebenso wie für Produkte auch für Dienstleistungen unter-
stellt werden, dass sie einem Lebenszyklus unterliegen, der ggf. die Ablösung einer
Leistung durch eine innovativere Lösung erforderlich macht.7
Vor dem Hintergrund der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und den aufgezeigten
Auslösern für die zunehmende Innovationsdynamik ist es erforderlich, solche Dienst-
leistungen zu entwickeln und im Markt zu positionieren, mit deren Hilfe ein Unterneh-
men sowohl der aufgezeigten Tendenz - also steigende Beschäftigungszahlen und
zunehmender Bedarf - sowie den fortlaufenden Veränderungen gerecht werden und
gleichzeitig seine Position im Markt verbessern oder festigen kann.
Bisher gilt jedoch, dass "Dienstleitungen ... nach wie vor größtenteils aus dem Bauch
heraus entwickelt und im Trial-and-Error-Verfahren am Markt erprobt [werden]. Dieses
Verfahren erscheint in Anbetracht ihrer zunehmenden Bedeutung und der verschärften
1 Bullinger (1999), S. V.
2 Deutsches Institut für Normung e.V. (1998), S. 5.
3 Vgl. Statistisches Bundesamt (2001), S. 661.
4 Vgl. Statistisches Bundesamt (2001), S. 660f.. In diese Betrachtung nicht eingebunden sind Dienstleistungen, die
von Unternehmen des primären oder sekundären Sektors erbracht werden und somit in der amtlichen Statistik nicht
dem tertiären Sektor zugeordnet sind.
5 Eine Erklärung für diese Entwicklungen könnte die Sektorentheorie liefern, vgl. hierzu . u.a. Clark (1957); Fisher
(1952); Wolfe (1955).
6 Bullinger; Meiren (2001), S. 151.
7 Vgl. Haller (2000), S. 111.
1
Wettbewerbsbedingungen längst nicht mehr adäquat."8 Hollins/Hollins führen weiterhin
an: "The most common cause of service product failure is the same as for any other
product poor market research. Organizations do not find out what their customers
want and, therefore, do not fulfil their potential customers´s needs better than their
competition."9 "Other reasons, however, are more specific to the service sector,
includeing profesional services, and entail problems such as service proliferation,
offering too broad a service portfolio, and using a haphazard new service development
process."10
Diese Herangehensweisen stehen im Widerspruch zu den eingangs aufgezeigten
Erfordernissen. Aus Sicht der Forschung stellen sich deshalb die folgenden Fragen:
· Welche Determinanten sind signifikant für den Erfolg einer Dienstleistung und
schon im Rahmen der Dienstleistungsentwicklung zu beachten?
· Welche Ansätze können zur gezielten (Weiter-) Entwicklung entsprechender
Dienstleistungen herangezogen werden?
· Welche Methoden stehen zur Verfügung, um innovative und marktfähige
Dienstleistungen zu entwickeln?
· Welche Probleme treten im Rahmen der (Weiter-) Entwicklung von Dienstleis-
tungen auf?
Im Rahmen der vorliegenden Arbeit sollen diese Fragen näher beleuchtet bzw.
beantwortet werden. Die Vorgehensweise hierzu wird nachfolgend anhand des Auf-
baus dieser Arbeit erläutert.
1.2 Der Aufbau der Arbeit
"In den vergangenen Jahren stand sowohl bei der wissenschaftlichen als auch bei der
praxisorientierten Beschäftigung mit dem Thema Dienstleistungen vor allem die Er-
bringung von Dienstleistungen im Vordergrund. "Durch die ... Veränderungen der
Rahmenbedingungen gewinnt jedoch zunehmend das
Engineering
von Dienstleis-
tungen an Bedeutung."11 Anfang der 70er- und 80er-Jahre tauchten in der anglo-
amerikanischen Literatur erste wissenschaftliche Arbeiten zum Thema New Service
Development (NSD) auf.12 In Deutschland prägte Bullinger (1995) in Analogie zum
angloamerikanischen New Service Development den Ausdruck "Service Engineering".
"Service Engineering ist dabei als eine Fachdisziplin zu verstehen, die sich mit der
8 Haller (2000), S. 109.
9 Hollins; Hollins (1991), S. 4.
10 Brentani; Ragot (1996), S. 518.
11 Deutsches Institut für Normung e.V. (1998), S. 31. [Fettdruck im Original in Anführungszeichen].
12 Vgl. Bullinger; Meiren (2001), S. 151.
2
systematischen Entwicklung und Gestaltung von Dienstleistungen unter Verwendung
geeigneter Vorgehensweisen, Methoden und Werkzeuge befasst."13
Um die Ansätze, Methoden und Probleme des Service Engineering zu erfassen, ist
zunächst ein grundlegendes Verständnis über Dienstleistungen unerlässlich. Auf
Grund der divergierenden Meinungen, was unter einer Dienstleistung letztendlich zu
verstehen ist, erfolgt zunächst im zweiten Kapitel - bezogen auf das vorliegende
Thema - eine definitorische Erfassung der Begriffe Dienstleistung und Entwicklung.
Das dritte Kapitel rückt solche Faktoren in den Mittelpunkt der Untersuchung, die im
Rahmen der Erfolgsfaktorenforschung als signifikante Determinanten für Dienstleis-
tungsinnovationen ermittelt wurden und schon im Zuge der Entwicklung von Dienstleis-
tungen beachtet werden sollten. Im vierten Kapitel wird versucht, auf Basis der defini-
torischen Abgrenzung des Dienstleistungsbegriffs sowie der zuvor betrachteten Deter-
minanten, mögliche Ansatzpunkte zur Dienstleistungsentwicklung herzuleiten.
Im fünften Kapitel werden dann Methoden zur Entwicklung von Dienstleistungen
betrachtet. In einer empirischen Studie zum Stand der Dienstleistungsentwicklung in
Deutschland wurde festgestellt, dass bei der Entwicklung von Dienstleistungen bislang
vorrangig Methoden aus den Bereichen der Betriebswirtschaft und der Ingenieur-
wissenschaften zur Anwendung kommen. Dienstleistungsspezifische Methoden spielen
bislang in der Praxis nur eine untergeordnete Rolle. Im fünften Kapitel werden deshalb
mögliche, interdisziplinäre Methoden zur Entwicklung von Dienstleistungen vorgestellt
und kurz bewertet. Die Kapitel zwei bis fünf dienen als Basis zu Darstellung möglicher
Probleme der Entwicklung im sechsten Kapitel. Eine Zusammenfassung mit Fazit
schließt die Arbeit ab.
2 Begriffsabgrenzungen
2.1 Dienstleistungen
als Entwicklungsobjekte
Was lässt sich an Dienstleistungen überhaupt entwickeln? Und wie kann dies gesche-
hen? Um diese Kernfragen des Service Engineering zu beantworten, muss zunächst
einmal dargestellt werden, wie sich das Entwicklungsobjekt Dienstleistung greifen und
strukturieren lässt. Diese Frage ist in der Literatur bisher weitgehend unbeantwortet
geblieben.14 So finden sich in der wirtschaftwissenschaftlichen Literatur viele, teilweise
überschneidende, teilweise aber auch widersprüchliche Abgrenzungen des Dienstleis-
tungsbegriffs. Ziel dieser Abgrenzungen ist es, zu einer eindeutigen Definition des
Dienstleistungsbegriffs, unter Beachtung bestimmter konstitutiver Merkmale, zu
gelangen.15
13 Bullinger; Meiren (2001), S. 152.
14 Vgl. Fähnrich; Meiren et al. (1999), S. 14.
15 Vgl. Corsten (1990), S. 17.
3
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