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Scholary Paper (Seminar), 2008, 16 Pages
Author: Dd. Bahar Albayrak
Subject: German - German as a Foreign Language / Second Language
Details
Tags: Wichtige, Themen, Bereich, Fremdsprachenlernen
Year: 2008
Pages: 16
Grade: 1.7
Bibliography: ~ 12 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-18982-3
ISBN (Book): 978-3-640-19845-0
File size: 72 KB
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Abstract
Wenn in der Vergangenheit vom 'Fremdsprachen-Frühbeginn' die Rede war, war damit meistens das Lernen einer Fremdsprache in der Primarstufe gemeint. Die Möglichkeit, Fremdsprachen noch früher, d.h. bereits im Vorschulalter zu vermitteln, wurde lange Zeit von bildungs- und schulpolitischer Seite ignoriert. Erst seit Ende des 20. Jahrhunderts wächst die Einsicht, dass Fremdsprachen noch früher als in der Grundschule gezielt und erfolgreich vermittelt werden können. Da bereits vorhandene erfolgreiche Modellversuche im Vorschulbereich nicht weiter beachtet, ging die wissenschaftliche Diskussion über das frühe Fremdsprachenlernen in der Grundschule und dem Kindergarten jahrelang getrennte Wege. Der Erkenntnisgewinn beider Forschungsbereiche ist jedoch nachweislich relevant für den jeweils anderen und die Notwendigkeit einer stärkeren Vernetzung ist zu unterstreichen. Die Anfänge des frühen Fremdsprachenlernens zielten auf eine Vermittlung der lateinischen Sprache. Im Gegensatz zu damals spielt diese in der heutigen Frühbeginn Diskussion keine Rolle mehr. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts war jedoch Latein für jüngere Kinder (6- bis 7jährige) unverzichtbarer Bestandteil einer elitären Bildung. Zu den damaligen Lernmethoden findet man bei pädagogischen Klassikern Hinweise, die auch heute noch relevant sind. Hierzu gehört beispielsweise, wie Kindern Fremdsprachenlernen leichter und verständlicher gemacht oder die Muttersprache im Fremdsprachenunterricht adäquat eingesetzt werden kann. Der Lateinunterricht an sich wurde jedoch von den Reformern nie in Frage gestellt, sondern eher sein Nutzen für die formale Bildung des Kindes betont. Auch ein frühzeitiger Beginn wurde befürwortet. Die weiteren pädagogischen Überlegungen zum frühen Fremdsprachenlernen bezogen sich auch im 19. und 20. Jahrhundert vor allem auf den Grundschulbereich. Eine früher beginnende Fremdsprachenbildung wurde hierbei ausgeklammert. Aus diesem Grund wird in der nachfolgenden Darstellung die Entwicklung des Grundschul- Fremdsprachenunterrichts im 20. Jahrhundert dargestellt und auf daraus resultierende didaktisch-methodischen Erkenntnisse für den Kindergartenbereich eingegangen (vgl. Bleyhl 2000:22)
Excerpt (computer-generated)
TÜRKISCHE REPUBLIK
UNIVERSITÄT ÇUKUROVA
INSTITUT FÜR SOZIALWISSENSCHAFTEN
ABTEILUNG FÜR DEUTSCHDIDAKTIK
Wichtige Themen im Bereich frühes Fremdsprachenlernen
Bahar ALBAYRAK
SEMINARARBEIT
ADANA, 2008
2
Inhalt
1. Einführung: Warum so früh? Und etwas Historie 3
2. Zur Begriffsbestimmung Vom Frühen Fremdsprachenunterricht 4
3. Stand der Forschung 5
4. Vor- und Nachteile des Frühen Fremdsprachenunterrichts 7
4.1. Vorteile des Frühen Fremdsprachenunterrichts 7
4.2. Nachteile des Frühen Fremdsprachenunterrichts??? 10
5. Zum Schluss: Der Inhalt des Frühen Fremdsprachenunterrichts 11
Literatur 14
3
"
Wer fremde Sprachen nicht kennt, weiß nichts von seiner eigenen
"
Johann Wolfgang Goethe, Maximen und Reflexionen, II, Nr. 23.
1. Einführung: Warum so früh? Und etwas Historie
Die Entscheidung, mit der Grundschulfremdsprache bereits in der ersten Klasse
zu beginnen ist richtig. Die Studien aus den Neurowissenschaften zeigen: Kinder
lernen in frühen Jahren am leichtesten. Am Ende des zweiten Unterrichtsjahrs sind
viele Kinder in der Lage, eigenständig Strukturen der Fremdsprache zu erkennen
und zu reflektieren.
Wenn in der Vergangenheit vom ′Fremdsprachen-Frühbeginn′ die Rede war, war
damit meistens das Lernen einer Fremdsprache in der Primarstufe gemeint. Die
Möglichkeit, Fremdsprachen noch früher, d.h. bereits im Vorschulalter zu vermitteln,
wurde lange Zeit von bildungs- und schulpolitischer Seite ignoriert. Erst seit Ende des
20. Jahrhunderts wächst die Einsicht, dass Fremdsprachen noch früher als in der
Grundschule gezielt und erfolgreich vermittelt werden können. Da bereits
vorhandene erfolgreiche Modellversuche im Vorschulbereich nicht weiter beachtet,
ging die wissenschaftliche Diskussion über das frühe Fremdsprachenlernen in der
Grundschule und dem Kindergarten jahrelang getrennte Wege. Der
Erkenntnisgewinn beider Forschungsbereiche ist jedoch nachweislich relevant für
den jeweils anderen und die Notwendigkeit einer stärkeren Vernetzung ist zu
unterstreichen. Die Anfänge des frühen Fremdsprachenlernens zielten auf eine
Vermittlung der lateinischen Sprache. Im Gegensatz zu damals spielt diese in der
heutigen Frühbeginn Diskussion keine Rolle mehr. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts
war jedoch Latein für jüngere Kinder (6- bis 7jährige) unverzichtbarer Bestandteil
einer elitären Bildung. Zu den damaligen Lernmethoden findet man bei
pädagogischen Klassikern Hinweise, die auch heute noch relevant sind. Hierzu
gehört beispielsweise, wie Kindern Fremdsprachenlernen leichter und verständlicher
gemacht oder die Muttersprache im Fremdsprachenunterricht adäquat eingesetzt
werden kann. Der Lateinunterricht an sich wurde jedoch von den Reformern nie in
Frage gestellt, sondern eher sein Nutzen für die formale Bildung des Kindes betont.
Auch ein frühzeitiger Beginn wurde befürwortet.
Die weiteren pädagogischen Überlegungen zum frühen Fremdsprachenlernen
bezogen sich auch im 19. und 20. Jahrhundert vor allem auf den Grundschulbereich.
Eine früher beginnende Fremdsprachenbildung wurde hierbei ausgeklammert. Aus
4
diesem Grund wird in der nachfolgenden Darstellung die Entwicklung des
Grundschul- Fremdsprachenunterrichts im 20. Jahrhundert dargestellt und auf
daraus resultierende didaktisch-methodischen Erkenntnisse für den
Kindergartenbereich eingegangen (vgl. Bleyhl 2000:22).
2. Zur Begriffsbestimmung Vom Frühen
Fremdsprachenunterricht
Anfang 1990er Jahre ist der Fremdsprachen-Frühbeginn zum dominierenden
Thema im grundschuldidaktischen Diskurs geworden. Zahlreiche Veröffentlichungen
aus der sprachwissenschaftlichen und besonders aus der neurologischen Forschung
waren erforderlich, bis sich in der erziehungswissenschaftlichen und
fremdsprachendidaktischen Fachwelt ein Bewusstsein dafür entwickelte, dass das
Grundschulalter für den Fremdsprachenbeginn schon fast zu spät ist.
Fakt
ist,
dass
inzwischen
sowohl von psycholinguistischer (z.B.
Johnson/Newport 1989; List 2001; Singleton 1989; Wode 1988, 1995) als auch von
neurowissenschaftlicher Seite (Peltzer-Karpf 2000; Götze 1997; Overmann 2005)
das Fremdsprachenlernen im frühen Kindesalter unterstützt und sogar eingefordert
wird. Kritische Stimmen, die bislang eine Überforderung der Kinder durch den frühen
Kontakt mit einer Fremdsprache prognostizierten, sind angesichts der steigenden
Anzahl differenzierender Untersuchungen immer leiser geworden. Auch die
Tertiärsprachenforschung (z.B. Hufeisen/Lindemann 1998; Jeßner 1998) leistet
hierzu einen wertvollen Beitrag. Empirisch nachgewiesen wurde z.B., dass Kinder,
die mehr als eine Sprache beherrschen, in sprachlichen und nichtsprachlichen
Intelligenztests bessere Ergebnisse erzielten als monolinguale Kinder (vgl.
Lambert/Tucker 1972:203).
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