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Entsorgungsinfrastruktur: Notwendigkeit, Entstehung und Ausdifferenzierung am Beispiel der Abfallentsorgung in deutschen Großstädten zwischen 1890 und 1920

Hausarbeit, 2005, 18 Seiten
Autor: Martin Zickert
Fach: Wirtschaft - Wirtschafts- und Sozialgeschichte

Details

Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2005
Seiten: 18
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 7  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V116884
ISBN (E-Book): 978-3-640-19171-0
ISBN (Buch): 978-3-640-19189-5
Dateigröße: 88 KB

Zusammenfassung / Abstract

Im ausgehenden 19. Jahrhundert war es in erster Linie durch technische, wirtschaftliche und politische Entwicklungen der vorherigen Jahrzehnte – insbesondere durch die Einflüsse der Industrialisierung und Urbanisierung – zu gesellschaftlichen Umwälzungen von erheblicher Tragweite gekommen. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema der Entsorgung aus dem Blickwinkel der Entwicklung und Ausdifferenzierung einer Entsorgungsinfrastruktur in Deutschland zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Eine Eingrenzung erfolgt hierbei durch die spezielle Betrachtung der Abfallentsorgung in deutschen Großstädten zwischen 1890 und 1920. Die Bereiche Müllverbrennung, Entsorgung menschlicher Abflüsse und die Weiter- bzw. Wiederverwertung von Abfällen werden nicht beleuchtet. Ein Schwerpunkt dieser Arbeit ist die Frage nach den ausschlaggebenden Motiven, die die jeweils Verantwortlichen dazu veranlaßten, die Etablierung neuer Entsorgungsmaßstäbe voranzutreiben. War es die reine Daseinsfürsorge im Sinne selbstloser Nächstenliebe, oder gab es eventuell andere, viel pragmatischere Gründe, die einen entscheidenden Einfluß auf die damaligen Entwicklungen hatten? Welcher Notwendigkeit entsprang die Schaffung einer zeitgemäßen Entsorgungsinfrastruktur tatsächlich? Diese zentralen Fragen sollen im dritten Kapitel geklärt werden. Im vierten Kapitel wird anhand eines konkreten Beispiels darauf eingegangen, wie die Ausdifferenzierung der Entsorgungsinfrastruktur zwischen 1890 und 1920 stattfand und inwiefern die in Kapitel drei gewonnenen Erkenntnisse auf diese Entwicklung maßgeblichen Einfluß hatten. Zum Schluß dieser Arbeit wird im fünften Kapitel eine Zusammenfassung der Ergebnisse präsentiert, die durch einen kurzen Ausblick auf die Folgezeit abgeschlossen wird. Zum Einstieg sollten jedoch einige definitorische Belange geklärt werden. Der Begriff ,Infrastruktur’ ist uns allgegenwärtig. Jeder von uns gebraucht diesen Terminus im Alltag. Doch ist es sehr schwierig, bei genauer Nachfrage nach der Bedeutung dieses Wortes eine prägnante sowie befriedigende Antwort zu finden. Ähnlich verhält es sich mit den Begriffen ,Müll’ und ,Abfall’. Auch hier fällt es dem einzelnen schwer, das jeweilige Wort und den dazugehörigen Themenbereich klar zu umreißen, bzw. deutlich zu definieren. Im Folgenden soll auf dieses Problem näher eingegangen werden.


Textauszug (computergeneriert)

Sommersemester 2005

Georg-August-Universität Göttingen

Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte

Proseminar: Entsorgung. Eine Objektgeschichte des 20. Jahrhunderts

Entsorgungsinfrastruktur.

Notwendigkeit, Entstehung und Ausdifferenzierung am Beispiel der

Abfallentsorgung in deutschen Großstädten zwischen 1890 und 1920

Vorgelegt von:

Martin Zickert

Tel.:

Email:

Studienfach:

Wirtschaftspädagogik

I

Semester:

6. Fachsemester

Matr.-Nr.:

Abgabedatum: 30.09.2005


Inhaltsverzeichnis

Seite

1. Einleitung

3

2. Definitorische Grundlagen

4

2.1 Der Begriff ,Infrastruktur′

4

2.2 Die Begriffe ,Müll′ und ,Abfall′

4

2.3 Der Begriff ,Entsorgungsinfrastruktur′

5

3. Notwendigkeit der Ausdifferenzierung einer
Entsorgungsinfrastruktur

6

3.1 Landflucht und Bevölkerungsanstieg in deutschen
Großstädten im Zuge der Industrialisierung

6

3.2 Medizinische Erkenntnisse und die Auswirkungen auf die
allgemeine Bevölkerungsentwicklung in der Gesellschaft

7

3.3 Neue Erkenntnisse und Entwicklungen zeigen neue
Probleme und Herausforderungen auf

9

4. Der Auf- und Ausbau einer Entsorgungsinfrastruktur und die
Folgen für die Gesellschaft

10

4.1 Anforderungen an die Entsorgungsinfrastruktur und deren
Umsetzung am Beispiel der Hausmüllentsorgung in deutschen
Großstädten

10

4.2 Tatsache oder Wunschvorstellung ­ Realisierung der neuen
Entsorgungsmöglichkeiten

13

5. Resümee und Ausblick

15

Literaturverzeichnis

I


3

1. Einleitung

Im ausgehenden 19. Jahrhundert war es in erster Linie durch technische,

wirtschaftliche und politische Entwicklungen der vorherigen Jahrzehnte ­ insbesondere

durch die Einflüsse der Industrialisierung und Urbanisierung ­ zu gesellschaftlichen

Umwälzungen von erheblicher Tragweite gekommen.

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema der Entsorgung aus dem

Blickwinkel der Entwicklung und Ausdifferenzierung einer Entsorgungsinfrastruktur in

Deutschland zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Eine Eingrenzung erfolgt hierbei durch

die spezielle Betrachtung der Abfallentsorgung in deutschen Großstädten zwischen

1890 und 1920. Die Bereiche Müllverbrennung, Entsorgung menschlicher Abflüsse und

die Weiter- bzw. Wiederverwertung von Abfällen werden nicht beleuchtet.

Ein Schwerpunkt dieser Arbeit ist die Frage nach den ausschlaggebenden Motiven, die

die jeweils Verantwortlichen dazu veranlaßten, die Etablierung neuer

Entsorgungsmaßstäbe voranzutreiben.

War es die reine Daseinsfürsorge im Sinne selbstloser Nächstenliebe, oder gab es

eventuell andere, viel pragmatischere Gründe, die einen entscheidenden Einfluß auf

die damaligen Entwicklungen hatten? Welcher Notwendigkeit entsprang die Schaffung

einer zeitgemäßen Entsorgungsinfrastruktur tatsächlich? Diese zentralen Fragen sollen

im dritten Kapitel geklärt werden.

Im vierten Kapitel wird anhand eines konkreten Beispiels darauf eingegangen, wie die

Ausdifferenzierung der Entsorgungsinfrastruktur zwischen 1890 und 1920 stattfand und

inwiefern die in Kapitel drei gewonnenen Erkenntnisse auf diese Entwicklung

maßgeblichen Einfluß hatten.

Zum Schluß dieser Arbeit wird im fünften Kapitel eine Zusammenfassung der

Ergebnisse präsentiert, die durch einen kurzen Ausblick auf die Folgezeit

abgeschlossen wird.

Zum Einstieg sollten jedoch einige definitorische Belange geklärt werden. Der Begriff

,Infrastruktur′ ist uns allgegenwärtig. Jeder von uns gebraucht diesen Terminus im

Alltag. Doch ist es sehr schwierig, bei genauer Nachfrage nach der Bedeutung dieses

Wortes eine prägnante sowie befriedigende Antwort zu finden. Ähnlich verhält es sich

mit den Begriffen ,Müll′ und ,Abfall′. Auch hier fällt es dem einzelnen schwer, das

jeweilige Wort und den dazugehörigen Themenbereich klar zu umreißen, bzw. deutlich

zu definieren. Im Folgenden soll auf dieses Problem näher eingegangen werden.


4

2. Definitorische Grundlagen

2.1 Der Begriff ,Infrastruktur′

In der Literatur findet sich eine Vielzahl unterschiedlicher Definitionen für den Begriff

,Infrastruktur′. Verfolgt man die historische Entwicklung des Begriffes zurück, wird

diese Definition erstmals für das Jahr 1875 nachgewiesen. Der Terminus ,Infrastruktur′

stammt aus dem Eisenbahnervokabular, und kommt zunächst auf französischem

Gebiet auf. Er dient zur Beschreibung ortsfester Anlagen, die der Mobilität dienen. In

der Folgezeit findet dieser Begriff auch Verwendung in der militärischen Logistik und im

ökonomischen Bereich. ,Infrastruktur′ wird generell als wirkungsvolles

Integrationsmedium zur Erschließung und Ordnung des öffentlichen Raumes

angesehen.1

Aus ökonomischer Perspektive wird ,Infrastruktur′ als die Grundausstattung einer

Volkswirtschaft mit denjenigen Einrichtungen beschrieben, die ein existenzieller

Bestandteil im Hinblick auf ihre Leistungsstärke und Effizienz sind. Als klassische

Beispiele werden hierbei Verkehrsnetze sowie Ver- und Entsorgungseinrichtungen

genannt. Der Auf- und Ausbau des Humankapitals sowie Einrichtungen der Rechts-,

Wirtschafts- und Sozialordnung gehören gleichermaßen dazu. Die Einrichtungen

erweisen sich i.d.R. als investitionsintensiv und haben eine lange Nutzungsdauer mit

hoher Kapitalbindung. Auch erstreckt sich ihre Inanspruchnahme in den meisten Fällen

über einen beträchtlichen Personenkreis. Dadurch kommt ihnen der Charakter von

Kollektivgütern zu. Die Benutzung kann unentgeltlich erfolgen, oder auch mit der

Erhebung von Nutzungsgebühren zu ihrer Aufrechterhaltung einhergehen. Träger

solcher Einrichtungen ist zum Großteil die öffentliche Hand und weniger die

Privatwirtschaft.2

2.2 Die Begriffe ,Müll′ und ,Abfall′

Die Definition der Begriffe ,Müll′ und ,Abfall′ erweist sich ebenfalls als schwierig. Auch

hier gibt es verschiedene Definitionsansätze.

Ein Ansatz aus dem Ende des 19. Jahrhunderts versteht unter dem Begriff ,Müll′ die

Ansammlung von festen Küchenabfällen, zusammengekehrtem Hausstaub,

1 Laak, Dirk van: Infra-Strukturgeschichte, Geschichte und Gesellschaft 27, 2001, S.370.

2 Gabler Wirtschaftslexikon, 15. Auflg., Wiesbaden 2000, S.1530 f.



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