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Die Abgeltungsteuer und ihre Auswirkungen auf die Kapitalanlagen close

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Die Abgeltungsteuer und ihre Auswirkungen auf die Kapitalanlagen

Scholarly Research Paper, 2008, 29 Pages
Author: Anne Schmidt
Subject: Economics / Business: Accounting and Taxes

Details

Category: Scholarly Research Paper
Year: 2008
Pages: 29
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 21  Entries
Language: German
Archive No.: V116931
ISBN (E-book): 978-3-640-19257-1
ISBN (Book): 978-3-640-19268-7
File size: 145 KB

Abstract

Am 6. Juli 2007 stimmte der Bundesrat dem Gesetz zur Unternehmensteuerreform 2008 zu. Im Rahmen dieses Gesetzes wurde auch die Einführung der Abgeltungssteuer zum 1. Januar 2009 geregelt. Mit der Einführung der Abgeltungsteuer soll die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Finanzmarktes verbessert werden. „In Zeiten des freien Kapitalverkehrs und des technischen Fortschritts geht das Kapital zum „besten Wirt“. Dabei sind die Anonymität der Anleger und ein niedriger Steuersatz für Kapitalerträge sehr wichtig.“1 Somit sollten Anlegergelder in Deutschland bleiben und sogar im Ausland liegendes Kapital zurückgeholt werden. Ein weiterer Faktor ist der internationale Kontext: In vielen europäischen Staaten gibt es bereits eine Abgeltungssteuer. Mit der Einführung der Abgeltungssteuer in Deutschland möchte die Bundesregierung an diesen internationalen Standard anschließen. Diese Arbeit soll dem Leser einen Überblick über die neuen gesetzlichen Regelungen zur Abgeltungsteuer ermöglichen. Es wird untersucht, welche Auswirkungen die neue Gesetzgebung in der Praxis für den einzelnen Kapitalanleger erwarten lässt. Dabei werden an konkreten Berechnungsbeispielen im Rahmen eines Vergleichs zwischen alter und neuer Regelung Nachteile bzw. Vorteile für die Anleger dargestellt. [...]


Excerpt (computer-generated)

Berufsakademie Sachsen

Staatliche Studienakademie Dresden

Studienrichtung Bankwirtschaft

Studienarbeit

Thema: Die Abgeltungsteuer und ihre Auswirkungen auf die

Kapitalanlagen

eingereicht von:

Anne Schmidt

am 01.04.2008


2

Inhaltsverzeichnis

Einleitung 4

1

Gesetzliche Regelungen zur Abgeltungsteuer 5

1.1

Allgemeines 5

1.2

Ausnahmeregelung für bestimmte Kapitalerträge 6

1.3

Sparerpauschbetrag 7

1.4

Bemessungsgrundlage 8

1.5

Kirchensteuer 10

1.6

Steuerliche Veranlagungswahlrecht 10

1.7

Verlustverrechnung 11

1.8

Abschaffung der Spekulationsfrist 13

1.9

Abschaffung des Halbeinkünfteverfahrens 14

1.10 Übergangsregelung 15

1.11 Bagatell-Grenzregelung 17

1.12 Devisengeschäfte 17

1.13 Kontenabruf der Finanzbehörden 17

2

Die Abgeltungsteuer im europäischen Vergleich 18

3

Auswirkungen der Abgeltungsteuer auf Kapitalanlagen 19

3.1

Zinserträge 19

3.2

Dividenden und Veräußerungsgewinne 20

3.3

Bausparverträge 20

3.4

Lebensversicherungen 20

3.5

Riester-Verträge 21

3.6

Fonds 21

3.6.1 Rentenfonds 22

3.6.2 Geldmarktfonds 22

3.6.3 Aktienfonds 22

3.6.4 Dachfonds 23

3.6.5 Hedgefonds 23

3.6.6 Offene Immobilienfonds 23

3.7

Fondssparpläne 24

3.8

Zertifikaten und Zertifikatefonds 24

3.9

Abgezinste Anleihen 24

Zusammenfassung 25


3

Literaturverzeichnis 27

Tabellenverzeichnis 28

Abbildungsverzeichnis 28


4

Einleitung

Am 6. Juli 2007 stimmte der Bundesrat dem Gesetz zur Unternehmensteuer-

reform 2008 zu. Im Rahmen dieses Gesetzes wurde auch die Einführung der

Abgeltungssteuer zum 1. Januar 2009 geregelt.

Mit der Einführung der Abgeltungsteuer soll die Attraktivität und

Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Finanzmarktes verbessert werden

.

,,In

Zeiten des freien Kapitalverkehrs und des technischen Fortschritts geht das

Kapital zum ,,besten Wirt". Dabei sind die Anonymität der Anleger und ein

niedriger Steuersatz für Kapitalerträge sehr wichtig."1 Somit sollten

Anlegergelder in Deutschland bleiben und sogar im Ausland liegendes Kapital

zurückgeholt werden.

Ein weiterer Faktor ist der internationale Kontext: In vielen europäischen

Staaten gibt es bereits eine Abgeltungssteuer.2 Mit der Einführung der

Abgeltungssteuer in Deutschland möchte die Bundesregierung an diesen

internationalen Standard anschließen.

Diese Arbeit soll dem Leser einen Überblick über die neuen gesetzlichen

Regelungen zur Abgeltungsteuer ermöglichen. Es wird untersucht, welche

Auswirkungen die neue Gesetzgebung in der Praxis für den einzelnen

Kapitalanleger erwarten lässt. Dabei werden an konkreten

Berechnungsbeispielen im Rahmen eines Vergleichs zwischen alter und neuer

Regelung Nachteile bzw. Vorteile für die Anleger dargestellt.

1 OBERHUBER, Nadine: Total besteuert. In: Die Zeit, 13/2007, S. 14

2 siehe Kapitel 2: ,,Die Abgeltungsteuer im europäischen Vergleich"


5

1 Gesetzliche Regelungen zur Abgeltungsteuer

1.1 Allgemeines

Die Abgeltungsteuer ist eine Erhebungsform der Einkommensteuer.

Sie umfasst grundsätzlich alle privaten Einkünfte aus Kapitalvermögen (§ 20

EStG) sowie Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften (§ 23 EStG). Die

Abgeltungssteuer betrifft nur Privatanleger, das heißt steuerlich in Deutschland

ansässige Privatpersonen und tritt ab dem 1. Januar 2009 in Kraft3.

Kapitaleinkünfte wurden bisher im Rahmen der Einkommensteuererklärung

über den § 20 EStG veranlagt und letztlich besteuert. Im Rahmen des

Unternehmenssteuerreformgesetzes 2008 wurde mit dem § 32d EStG ein

gesonderter Steuertarif für Einkünfte aus Kapitalvermögen geschaffen.

Demnach beträgt die Einkommensteuer 25 %. Hinzu kommen der

Solidaritätszuschlag von 5,5 % und gegebenenfalls die Kirchensteuer. Somit

liegt die tatsächliche Steuerbelastung bei ca. 28 %.

Bisher wurden Zinsen, Beteiligungserträge (z.B. Dividenden, GmbH-

Gewinnausschüttungen und Genussrechte), Einnahmen aus stillen

Beteiligungen und partiarischen Darlehen sowie Ausschüttungen oder

Thesaurierungen ausländischer Investmentfonds besteuert.

Ab 2009 werden zusätzlich im Bereich der Einkünfte aus Kapitalvermögen

besteuert:

Veräußerungsgewinne aus Wertpapieren unabhängig von der

Haltedauer (siehe 1.8)

Veräußerung von Anteilen an einer vermögensverwaltenden

Personengesellschaft, die Wirtschaftsgüter hält, die isoliert betrachtet der

Abgeltungsteuer unterliegen (z.B. Wertpapiere),

Erträge und Wertzuwächse aus Investmentfonds und

Finanzinnovationen,

Stillhalterprämien aus Optionsgeschäften,

3 §52a EStG Abs. 1: ,,...auf Kapitalerträge anzuwenden, die dem Gläubiger nach dem 31.

Dezember 2008 zufließen..."

§52a EStG Abs. 12: ,,...auf Veräußerungsgeschäfte anzuwenden, bei denen die

Wirtschaftsgüter nach dem 31. Dezember 2008 ... angeschafft wurden."


6

Veräußerungsgeschäfte aus privaten Terminmarktgeschäften,

Wertzuwächse aus Abtretung von Forderungen aus stillen Beteiligungen

sowie der Vereinnahmung des entsprechenden

Auseinandersetzungsguthabens,

Bagatellzinsen (Sichteinlagen mit Zinssatz unter 1 % oder Zinsen von

weniger als 10 ),

teilweise die Leistungen aus Lebensversicherungen, wenn der Vertrag

nach dem 31.12.2004 abgeschlossen wurde,

Einnahmen aus stillen Beteiligungen,

Zinsen aus Hypotheken und Grundschulden,

Bezüge aus der Auflösung einer Gesellschaft.

Die Abgeltungssteuer wird von dem kontoführenden Kreditinstitut einbehalten

und direkt ans Finanzamt abgeführt. Dadurch entfällt die Angabe der

Kapitaleinkünfte in der Einkommensteuererklärung. Dies gilt nicht bei

ausländischen Kapitalerträgen. Die ausländischen Kapitalerträge sind wie

bisher jährlich per Veranlagung in der Steuererklärung anzugeben.

Im Ausland einbehaltene Quellensteuern können ­ soweit sie im Inland

anrechenbar sind ­ weiterhin geltend gemacht werden.4

Beispiel

: Anrechnung ausländischer Steuern

Kunde erhält eine ausländische Dividende in Höhe von 85

(Brutto: 100 ; ausländische Quellensteuer 15 ).

Ertrag

100,00

Abgeltungsteuer (100*25%)

25,00

ausländische Quellensteuer

15,00

abzuführende Abgeltungsteuer

10,00

1.2 Ausnahmeregelung für bestimmte Kapitalerträge

Folgende Anlageformen unterliegen nicht der Abgeltungsteuer, es gelten die

bisherigen Regelungen unverändert weiter:

Immobilien: Verkaufsgewinne sind steuerfrei, wenn zwischen Kauf und

Verkauf mindestens 10 Jahre vergangen sind;5

4 §32d EStG Abs. 5

5 §22 EStG Abs. 1



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