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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 51 Pages
Author: Dr. phil. Kristina Bonn
Subject: Geography / Earth Science - Physical Georgraphy, Geomorphology, Env. Studies
Details
Institution/College: University of Bonn (GEOGRAPHISCHES INSTITUT)
Tags: Bodendegradation, Umweltwandel, Global, Change, Human, Security
Year: 2003
Pages: 51
Grade: 1
Bibliography: ~ 65 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-19356-1
ISBN (Book): 978-3-640-19360-8
File size: 24186 KB
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Abstract
[...] Die Entwicklung des Ackerbaus und verschiedener Landnutzungsformen waren bedeutende Schritte in der Evolution der Menschheit: Der Mensch wurde sesshaft und konnte sich permanent ernähren. Ein ertragreicher Boden war durch die Funktion der Produktion von Biomasse ein entscheidendes Kriterium für die Errichtung von Siedlungen, für die Sicherung der menschlichen Nahrungsversorgung und somit auch für die Arterhaltung des Menschen. Mit der Sesshaftwerdung des Menschen wuchs die Bevölkerung an und stellte gleichzeitig höhere Ansprüche an ihre Umwelt. Der Mensch weitete die landwirtschaftlichen Nutzflächen aus und intensivierte die Landwirtschaft zunächst durch verschiedene Bewirtschaftungsformen, dann durch Mechanisierung und schließlich auch durch Bodendüngung. Durch diese Eingriffe in die Umwelt und durch die dauerhafte, intensive Bodennutzung wurde und wird auch heute noch einerseits die Fertilität der Böden reduziert und andererseits der erosive Transport durch Wind und Wasser verstärkt und ein flächenhafter Abtrag des Bodens beschleunigt. Der Mensch, der sich größtenteils (zu 70%) von pflanzlichen Erzeugnissen ernährt, zerstört sich seinen wichtigsten Produktionsfaktor, den Boden.
Excerpt (computer-generated)
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
GEOGRAPHISCHES INSTITUT
Oberseminar: Global Change and Human Security
WS 2002/2003
,,Bodendegradation und Umweltwandel"
Kristina Bonn
28.01.2003
Inhaltsverzeichnis
1
EINLEITUNG 3
2
PROBLEMSTELLUNG 3
3
CREEPING DISASTER BODENDEGRADATION 5
3.1
DEFINITION ′BODEN′ 6
3.2
FUNKTIONEN DES BODENS 7
3.3
DEFINITION ′DEGRADATION′ 7
3.4
URSACHEN VON BODENDEGRADATION 8
3.4.1.1
Physische Ursachen der Bodendegradation 8
3.4.1.2
Anthropogene Ursachen der Bodendegradation 9
3.4.1.3
Ursachenkomplex 10
3.5
PROZESSE DER BODENDEGRADATION 10
3.5.1
Erosionsprozesse 10
3.5.1.1
Wassererosion 11
3.5.1.2
Winderosion 12
3.5.2
Prozesse der physikalischen Bodendegradation 13
3.5.2.1
Versiegeln - sealing 13
3.5.2.2
Hardsetzen - hardsetting 13
3.5.2.3
Verdichten - compaction 14
3.5.2.4
Verkrusten - crusting 17
3.5.3
Prozesse der chemischen Bodendegradation 18
3.5.3.1
Nährstoffverlust 19
3.5.3.2
Humusabbau 19
3.5.3.3
Versauerung 19
3.5.3.4
Versalzung 21
3.5.3.5
Kontamination 21
3.6
FOLGENKOMPLEX DER BODENDEGRADATION 22
3.6.1
Folgen für Natur und Klima 22
3.6.1.1
Verstärkung des Treibhauseffekts 22
3.6.1.2
Belastung von Grundwasser und Flüssen mit Schwermetallen 22
3.6.1.3
Biodiversitätsverlust, Artenverlust und Verlust von genetischem Material 23
3.6.2
Folgen für den Menschen 23
3.6.2.1
Gefährdung der Nahrungsmittelversorgung 23
3.6.2.2
Armutsaufschaukelung 23
3.6.2.3
Verdrängung indigener Bevölkerung und Migration 23
3.7
FAZIT: BODENDEGRADATION ALS URSACHEN-PROZESS-AGGREGAT-FOLGEN-KOMPLEX 24
3.8
GLOBALES AUSMAß UND REGIONEN DER BODENDEGRADATION 26
4
BODENDEGRADATION UND MENSCHLICHE SICHERHEIT 29
4.1
MENSCHLICHE SICHERHEIT 30
4.2
MENSCHLICHE VULNERABILITÄT 31
4.3
FAZIT: REGIONS AT RISK: DEGRADATION ALS BEDROHUNG MENSCHLICHER SICHERHEIT 33
5
FALLBEISPIEL MALI 34
5.1
ALLGEMEINE INFORMATIONEN 34
5.2
UMWELTKATASTROPHE DESERTIFIKATION 35
5.3
PHYSISCHE VERWUNDBARKEITSDETERMINANTEN 36
5.3.1
Klimatische Verwundbarkeitsdeterminanten 36
5.3.2
Verwundbarkeitsdeterminanten der Vegetation 38
5.3.3
Geomorphologische und bodenkundliche Verwundbarkeitsdeterminanten 38
5.4
ANTHROPOGENE VERWUNDBARKEITSDETERMINANTEN 39
5.4.1
Demographische Verwundbarkeitsdeterminanten 39
5.4.2
Wirtschaftliche Verwundbarkeitsdeterminanten 40
5.4.3
Politische Verwundbarkeitsdeterminanten 41
5.4.4
Medizinische, gesundheitliche Verwundbarkeitsdeterminanten 41
5.5
KONFLIKTE 42
6
FAZIT 43
7
ANHANG 44
7.1
ABBILDUNGSVERZEICHNIS 44
7.2
TABELLENVERZEICHNIS 45
7.3
LITERATURVERZEICHNIS 46
7.4
INTERNETVERZEICHNIS 48
2
1 EINLEITUNG
Abb. 1 Der Mensch versucht die Erosion seiner
Abb. 2 Desertifikation
Lebensgrundlage (www.themes.myqth.com,
(www.cseindia.org/html/ eyou/gen1ch3.htm,
29.12.02)
29.12.02)
Die Abbildung 1 ,,Der Mensch verursacht die Erosion seiner Lebensgrundlage zeigt ein
Szenario der Auswirkungen der Bodendegradation. Dieses abgebildete Szenario stellt
das Problem der Bodendegradation aus der Perspektive der Wissenschaft als Warnung
an die Menschheit dar. Bei der Abbildung 2 wird das Problem der Desertifikation, ein
Teilaspekt der Bodendegradation, aus der Sichtweise einer betroffenen, hungernden
Agrargesellschaft geschildert: Ehemalige Anbauflächen bringen keine Ernte mehr, da
der Boden völlig zerstört ist. In der folgenden Arbeit soll das Problem aus beiden
Perspektiven erörtert werden: Zuerst werden die physischen Prozesse, ihre Ursachen
und Folgen wissenschaftlich analysiert, bevor anschließend, nach theoretischen
Überlegungen zur menschlichen Sicherheit, Vulnerabilität und Risikoanfälligkeit, die
Probleme am Fallbeispiel des betroffenen Landes Mali erörtert werden.
2 PROBLEMSTELLUNG
Die Entwicklung des Ackerbaus und verschiedener Landnutzungsformen waren
bedeutende Schritte in der Evolution der Menschheit: Der Mensch wurde sesshaft und
konnte sich permanent ernähren. Ein ertragreicher Boden war durch die Funktion der
Produktion von Biomasse ein entscheidendes Kriterium für die Errichtung von
Siedlungen, für die Sicherung der menschlichen Nahrungsversorgung und somit auch
für die Arterhaltung des Menschen. Mit der Sesshaftwerdung des Menschen wuchs die
Bevölkerung an und stellte gleichzeitig höhere Ansprüche an ihre Umwelt. Der Mensch
weitete die landwirtschaftlichen Nutzflächen aus und intensivierte die Landwirtschaft
3
zunächst durch verschiedene Bewirtschaftungsformen, dann durch Mechanisierung und
schließlich auch durch Bodendüngung. Durch diese Eingriffe in die Umwelt und durch
die dauerhafte, intensive Bodennutzung wurde und wird auch heute noch einerseits die
Fertilität der Böden reduziert und andererseits der erosive Transport durch Wind und
Wasser verstärkt und ein flächenhafter Abtrag des Bodens beschleunigt. Der Mensch,
der sich größtenteils (zu 70%) von pflanzlichen Erzeugnissen ernährt, zerstört sich
seinen wichtigsten Produktionsfaktor, den Boden.
Abb. 3 Die Degradations-Spirale der traditionellen Landwirtschaft in den Entwicklungsländern (Steiner
1996: S. 13)
Die Degradationsspirale bildet die Verstärkung des Prozesses ab: Je stärker der Mensch
den Boden beansprucht, desto geringer fallen die Erträge aufgrund reduzierter
Bodenqualität aus.
Das quantitative und qualitative Wachstum der Bevölkerung hat jedoch nicht nur den
Abtrag des Bodens, sondern auch gravierende Veränderungen des globalen Klimas zur
Folge: Die Atmosphäre hat sich besonders durch die intensive Nutzung fossiler
Brennstoffe im 20. Jahrhundert um 0,2-0,60C erwärmt (vgl. IPCC Working Group 1,
2001: S. 1). Diese Erwärmung der Erdatmosphäre hat wiederum die Veränderung der
Niederschläge und Winde zur Folge, welche sich dann wiederum als bodenabtragende
Kräfte in manchen Gebieten verstärken und mancherorts verringern. Die Degradation
der von den Menschen übernutzten und dadurch anfälligen Böden wird durch die
globalen Klimaveränderung nochmals verstärkt. Der sich langsam vollziehende Prozess
wird zu einer ,,schleichenden Naturgefahr" für den Menschen, deren Ausmaß noch nicht
abzusehen ist. Der Zustand des Bodens, der sich nach dem anthropogen verursachten
Abtrag einstellt, ist oftmals ein irreversibel modifizierter Zustand und kann als
Global
Environmental Change
, als globaler Umweltwandel, bezeichnet werden. Dieser
irreversibel modifizierte Zustand beeinflusst die Lebensbedingungen des Menschen
spürbar und führt zu Konflikten. Der Mensch muss in neue Lebensräume ausweichen
4
und diese zur Nahrungsversorgung bewirtschaften. Die Veränderung der
Vegetationsdecke in den neu bewirtschafteten Gebieten kann dann wiederum
Auswirkungen auf das Klima und den CO2-Gehalt der Atmosphäre haben. Diese Kette
der kausalen Zusammenhänge soll verdeutlichen, dass der Mensch in einem
geschlossenen System lebt, dass einerseits seine Lebensgrundlage darstellt und dass
andererseits von ihm zerstört wird. Die Auswirkungen und Folgen der globalen
Umweltveränderungen setzen den Zerstörungsprozess dieses Systems eigenständig fort.
Es findet eine positive Aufschaukelung statt, die vom Menschen zwar ausgelöst wurde,
die jedoch eine eigenständige Dynamik entwickelt hat. Dieser Aufschaukelungsprozess
muss vom Menschen gestoppt oder zumindest verlangsamt werden. Da jedoch die
menschliche Wahrnehmung globaler Problematiken im 21. Jahrhundert stark von den
Medien abhängig ist und Bodendegradation aufgrund der nur langsam spürbaren
Auswirkungen kein spektakuläres, medienwürdiges Ereignis ist, kann diese
schleichende Naturgefahr nicht in das Bewusstsein der Menschen gelangen und in
einem weiteren Schritt gelöst werden.
,,Ökologische Probleme der Menschheit erreichen überwiegend nur dann das
Bewusstsein der Bevölkerung, wenn sie spektakulärer Art sind und entsprechend
′vermarktet′ werden können. Die Bodenzerstörung als großflächiges, heute
globales landschaftsökologisches Problem ist ein weitgehend unspektakulärer
Prozess, und darin liegt seine Gefahr. (Heine 1994: S. 82)"
3 CREEPING DISASTER BODENDEGRADATION
Die Bedeutung des Begriffs
creeping disaster
lässt sich durch seine Übersetzung ins Deutsche
schon fast erahnen: schleichende (kriechende) Katastrophe. Allerdings ist der Begriff
Naturkatastrophe
(disaster)
von den Begriffen
Naturrisiko (risk)
und
Naturgefahr
(hazard)
abzugrenzen: Unter dem Begriff
Naturrisiko
ist jeder potentiell gefährdende Naturprozess zu
verstehen, der erst dann zur
Naturgefahr
wird, wenn er sich in einem Gebiet ereignet, dass von
Menschen besiedelt ist. Als
Naturkatastrophe
wird eine Naturgefahr bezeichnet, die
schwerwiegende Schäden für Mensch und Wirtschaft zur Folge hat oder haben wird. Nach
Alexander (1993) besteht eine Naturkatastrophe immer aus dem Naturereignis und der
menschlichen Vulnerabilität. Den Begriff
creeping disaster
definiert Alexander als
schleichenden, unspektakulären Prozess, der sich über Monate, Jahr oder Jahrzehnte hinziehen
kann:
"However, one basic distinction is between sudden impact and slow impact (creeping)
disasters. The former may occur in a matter of seconds (earthquakes), minutes
(tornadoes) or hours (flash floods); while the latter may take months (certain types of
volcanic eruptions), years (types of subsidence of the ground) or centuries (various forms
of land degradation and erosion).
(Alexander 1993: S. 9)"
5
Tab. 1 Katastrophenklassifizierung nach der Dauer des Ereignisses und der Länge der Vorwarnung
(Alexander 1993: S. 10, Tab. 1.4)
Alexander listet Bodendegradation zwar nicht in seiner Tabelle auf, jedoch verzeichnet er
Desertifikation als Prozess, der sich über Jahrzehnte hinziehen kann. Bevor im Folgenden die
Problematik und das Gefahrenpotential der Bodendegradation analysiert wird, muss
zunächst einmal auf die Bedeutung und die Funktion des Bodens für den Menschen
eingegangen werden.
3.1 Definition ′Boden′
Aus anthropogener Sicht ist der Boden eine lebenswichtige, weitgehend nicht
erneuerbare Ressource, die zunehmenden Belastungen ausgesetzt ist (vgl. Kommission
der europäischen Gemeinschaft 2002: S. 7). Er ist Bestandteil des oberflächennahen
Untergrundes und kann als Produkt zahlreicher Bodenbildungsfaktoren und prozesse
definiert werden. Seine Entstehung dauert sehr lange: Sie vollzieht sich circa mit einer
Bodenbildungsrate von 0,1mm/Jahr (vgl. Auerswald 1998: S. 38), und ist abhängig von
Klima, Ausgangsgestein, Reliefeinfluss, Mensch, Tieren, Vegetation und Wasser (vgl
Goudie 1994: S. 154). Sein Entstehungsprozess ist ein Verwitterungsprozess von
mineralischen und organischen Substanzen, die zu Tonmineralien, Oxiden und
Huminstoffen umgewandelt werden. Der Boden bildet die Schnittstelle zwischen Erde
(Geosphäre), Luft (Atmosphäre) und Wasser (Hydrosphäre) (vgl. Kommission der
europäischen Gemeinschaft 2002: S. 7).
6
3.2 Funktionen des Bodens
In landschaftlichen Ökosystemen erfüllt der Boden eine Reihe lebenswichtiger
Funktionen für Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft. Er erfüllt Speicher-, Filter-,
Puffer- und Umwandlungsfunktionen. Er reguliert die Schadstoffbelastung des Wassers
und die Gaszusammensetzung der Atmosphäre. Darüber hinaus übt er eine Vielzahl
ökologischer, wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Funktionen von lebenswichtiger
Bedeutung aus (vgl. Kommission der europäischen Gemeinschaft 2002: S. 7):
1. Erzeugung von Lebensmitteln und Biomasse
2. Speicherung und Filterung von Wasser und Nährstoffen
3. Lebensraum für Pflanzen und Tiere
4. Physische und kulturelle Umwelt des Menschen: Landfläche bildet die
Grundlage für menschliche Tätigkeiten
5. Rohstoffquelle für Ton, Sand, Minerale und Torf
3.3 Definition ′Degradation′
Der Begriff
Degradation
meint von seiner ursprünglichen lateinischen Bedeutung die
Reduzierung eines Zustandes auf ein niedrigeres Niveau (vgl. Blaikie; Brookfield
1987b: S. 3). Für den Begriff
Bodendegradation
gibt es sehr viele verschiedene
Definitionsansätze: Während in der Begriffsdefinition auf den Internetseiten der
University of Columbia, der Reduktionsprozess der für den Menschen bedeutenden
Bodenfähigkeit betont wird,
,,
Land degradation has been defined as a reduction in the soil′s capacity to
produce in terms of quantity, quality, goods, and services.
(www.ciesin.org,
29.12.2002)
betont das Bonner Forum für Umwelt und Entwicklung die Irreversibilität des
Zustandes, der sich nach dem Umwandlungsprozess einstellt:
[Bodendegradation ist eine]
dauerhafte Veränderung der Struktur und
Funktion eines Bodens
(http://www.forumue.de, 29.12.2002)
Als Grundlage für die folgende Ausarbeitung wird der Begriff in Anlehnung an Blaikie
und Brookfield (vgl. 1987b: S. 3) definiert, als Umwandlung und Veränderung des
natürlichen Bodenaufbaus, der natürlichen Bodeneigenschaften und funktionen.
Bodendegradation besteht aus verschiedenen Prozessen, von denen zumeist mehrere
gemeinsam auftreten: einerseits aus der Verlagerung des Bodenmaterials, die sich
wiederum in Wasser- (56 Prozent) und Winderosion (28 Prozent) aufgliedert,
7
andererseits aus bodeninternen physikalischen (4 Prozent) und chemischen (12 Prozent)
Umwandlungsprozessen.
Abb. 4 Haupttypen der Bodendegradation (WBGU 1994: S. 59, Abb. 7).
Die physikalischen Prozesse sind Versiegelung, Verkrustung und Verdichtung, die
chemischen Prozesse sind Nährstoffverlust, Versalzung, Versauerung und Toxifikation.
Für den Menschen ist besonders die Reduktion der Bodenfunktion, der qualitativen und
quantitativen Produktion von pflanzlichen Nahrungsmittel, von großer Bedeutung.
3.4 Ursachen von Bodendegradation
Bodendegradation kann sowohl durch anthropogene Ursachen als auch durch physische
Ursachen ausgelöst werden. Deshalb werden diese Ursachen im Folgenden getrennt
voneinander beschrieben:
3.4.1.1 Physische Ursachen der Bodendegradation
Als physische Ursachen der Bodendegradation werden alle Ursachen und Prozesse
bezeichnet, die in natürlichen Systemen ohne Einwirkung des Menschen auftreten. Man
fasst darunter natürliche Wind- und Wassererosion, Armut der Vegetation und der
Bodenbedeckung und extreme Wetterereignisse, die sowohl natürlich als auch durch
den Treibhauseffekt verursacht sein können. Der Bodenabtrag ist jedoch ein komplexer
Prozess aus verschiedenen Faktoren und sein Ausmaß hängt von physischen
Bedingungen wie Klima, Hanglänge, Hangneigung, Art der Bodenbedeckung und der
Beschaffenheit des Bodens ab.
Besonders anfällig sind beispielsweise erstens Böden in steilen Hanglagen mit geringer
Vegetation, lehmiger Textur oder geringem Gehalt an organischer Substanz stärker
degradationsgefährdet (vgl. Kommission der europäischen Gemeinschaft 2002: S. 7),
zweitens Gebiete mit hoher Aridität, weil dort die Vegetation, die den Boden durch ihr
8
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