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Subtitle: in Bezug auf ihre Rolle als neuer Mittelstand
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2007, 25 Pages
Author: Michaela Benner
Subject: History - 19. Century
Details
Institution/College: Johannes Gutenberg University Mainz (Historisches Seminar)
Tags: Selbstverständnis, Organisation, Funktion, Angestellten, Goldene, Mitte, Begriff, Geschichte, Mittelschichten, Deutschland, Jahrhundert
Year: 2007
Pages: 25
Grade: 1,4
Bibliography: ~ 21 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-19399-8
File size: 391 KB
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Abstract
In dieser Hausarbeit wird die heterogene Gruppe der Angestellten in ihrem geschichtlichen Verlauf betrachtet. Die zentrale Frage, die hierbei bearbeitet wird, ist, ob und inwieweit die Angestellten als soziale Gruppe und damit verbunden als neuer Mittelstand gesehen werden konnten. Dabei wird die Gemeinschaft der Angestellten von ihrer Entstehung in der vorindustriellen Zeit bis hin zur Entwicklung in der Weimarer Republik beleuchtet. Für die Zeit des Dritten Reiches und die Rolle der Angestelltenverbände bei der Machtergreifung sowie ihre Neustrukturierung nach 1945 werden lediglich weiterführende Literaturhinweise gegeben, da die Analyse den Rahmen der Hausarbeit überschreiten würde. Im ersten Schritt werden in der Hausarbeit die beiden Schlüsselbegriffe `Mittelstand´ und `Angestellte´ kurz im Bezug auf die Themenstellung historisch bestimmt und relevante Punkte erläutert. Die darauffolgenden Kapitel widmen sich den drei Schwerpunkten der Analyse: historische Entwicklung, Organisation und gesellschaftliche Position. Zuerst wird die Entstehung der Angestellten im Verlauf der Industrialisierung betrachtet. Hierbei spielt der historisch gewachsene Sonderstatus des Angestellten, seine Nähe zum Beamtentum und die Abgrenzung zu den Arbeitern eine besondere Rolle. Auf diese Gegebenheiten baut das nächste Hauptkapitel über die Organisation auf. In diesem wird der Aufbau der Angestelltenverbände bis zur Weimarer Republik kritisch beleuchtet und auf seine Funktion für das Selbstverständnis als Angestellter und die öffentliche Akzeptanz dieser Gruppe betrachtet. In diesem Zusammenhang wird ebenso die Rolle der Angestellten als neuer Mittelstand skizziert, um im letzten Hauptkapitel zur gesellschaftlichen Rolle ausführlich und aufgrund verschiedener Analyserichtungen diskutiert zu werden. Hier wird die soziologische Ebene der Angestelltenforschung miteinbezogen und anhand der Untersuchung Coyners zum Konsumverhalten die Angestellten als Mittelstand kritisch betrachtet. Das Unterkapitel „Die Angestellten als neuer Mittelstand“ beschreibt den Einfluss des Staates auf die Entwicklung des neuen Mittelstandes. Zudem wird hier die weitreichende Argumentation zusammengeführt und in Verbindung mit den unterschiedlichen Tendenzen der Angestelltenforschung gebracht.
Excerpt (computer-generated)
Johannes Gutenberg-Universität,
Historisches Seminar, Abteilung IV
Hauptseminar: Goldene Mitte? Begriff und Geschichte von Mittelschichten in Deutschland seit dem 18. Jahrhundert.
Selbstverständnis, Organisation und Funktion der Angestellten
in Bezug auf ihre Rolle als neuer Mittelstand
Michaela Benner
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... 1
2. Begriffsgeschichte ... 2
2.1 Entwicklung des Mittelstandes ... 2
2.2 Definitionsansätze `Angestellte´ ... 3
3. Entstehung der Berufsgruppe `Angestellte´ ... 6
3.1 Angestellte in der vorindustriellen Zeit ... 6
3.2 Angestellte während der Industrialisierung ... 6
4. Die Organisation der Angestellten ... 9
4.1 Harmonieverbände ... 9
4.2 Entwicklung der Verbände im Kaiserreich ... 10
4.3. Vergewerkschaftung während der Weimarer Republik ... 12
5. Gesellschaftliche Rolle der Angestellten ... 14
5.1 Soziologische Betrachtung ... 14
5.2 Angestellte als neuer Mittelstand ... 16
6. Fazit ... 18
Literaturverzeichnis ... 20
1. Einleitung
In dieser Hausarbeit wird die heterogene Gruppe der Angestellten in ihrem geschichtlichen Verlauf betrachtet. Die zentrale Frage, die hierbei bearbeitet wird, ist, ob und inwieweit die Angestellten als soziale Gruppe und damit verbunden als neuer Mittelstand gesehen werden konnten. Dabei wird die Gemeinschaft der Angestellten von ihrer Entstehung in der vorindustriellen Zeit bis hin zur Entwicklung in der Weimarer Republik beleuchtet. Für die Zeit des Dritten Reiches und die Rolle der Angestelltenverbände bei der Machtergreifung sowie ihre Neustrukturierung nach 1945 werden lediglich weiterführende Literaturhinweise gegeben, da die Analyse den Rahmen der Hausarbeit überschreiten würde.
Im ersten Schritt werden in der Hausarbeit die beiden Schlüsselbegriffe `Mittelstand´ und `Angestellte´ kurz im Bezug auf die Themenstellung historisch bestimmt und relevante Punkte erläutert.
Die darauffolgenden Kapitel widmen sich den drei Schwerpunkten der Analyse: historische Entwicklung, Organisation und gesellschaftliche Position. Zuerst wird die Entstehung der Angestellten im Verlauf der Industrialisierung betrachtet. Hierbei spielt der historisch gewachsene Sonderstatus des Angestellten, seine Nähe zum Beamtentum und die Abgrenzung zu den Arbeitern eine besondere Rolle. Auf diese Gegebenheiten baut das nächste Hauptkapitel über die Organisation auf. In diesem wird der Aufbau der Angestelltenverbände bis zur Weimarer Republik kritisch beleuchtet und auf seine Funktion für das Selbstverständnis als Angestellter und die öffentliche Akzeptanz dieser Gruppe betrachtet. In diesem Zusammenhang wird ebenso die Rolle der Angestellten als neuer Mittelstand skizziert, um im letzten Hauptkapitel zur gesellschaftlichen Rolle ausführlich und aufgrund verschiedener Analyserichtungen diskutiert zu werden. Hier wird die soziologische Ebene der Angestelltenforschung miteinbezogen und anhand der Untersuchung Coyners1 zum Konsumverhalten die Angestellten als Mittelstand kritisch betrachtet. Das Unterkapitel „Die Angestellten als neuer Mittelstand“ beschreibt den Einfluss des Staates auf die Entwicklung des neuen Mittelstandes. Zudem wird hier die weitreichende Argumentation zusammengeführt und in Verbindung mit den unterschiedlichen Tendenzen der Angestelltenforschung gebracht.
Die Darstellungen und Ergebnisse dieser Hausarbeit gründen sich vorrangig auf die Studien von Günther Schulz, Jürgen Kocka und Michael Prinz2. Kockas Untersuchung zur Siemens und Halske Telegraphenbauanstalt3 spielen hierbei eine besondere Rolle. Ebenso wurden verschiedene Zeitgenössische Autoren, wie J. Wernicke4 und Carl Dreyfuss5, herangezogen, um die Argumentation anschaulicher werden zu lassen.
2. Begriffsgeschichte
2.1 Entwicklung des Mittelstandes
Der Begriff „ Mittelstand“ kam erst spät in den aktiven Sprachgebrauch, da es lange Zeit nicht nötig war, eine mittlere Personengruppe abzugrenzen und als eigene Einheit zu begreifen. Erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde der Begriff „Mittelstand“ Bestandteil des aktiven Sprachgebrauchs und somit der Umgangssprache.6 Der Mittelstandsbegriff war dabei positiv besetzt und diente in dieser Zeit dazu, sich vom Adel abzugrenzen. Später bekam dieser Begriff noch eine weitere wichtige Funktion, die Distanzierung zur Unterschicht bzw. zu den Arbeitern.7 Wernicke zeigt dies in seiner Definition des Mittelstandes von 1909:
„Man unterscheidet in dieser Beziehung heute 3 Schichten, 1. die obere, die aristokratische kapitalistische Schicht [...], 2. die Mittelschicht, den Mittelstand und 3. das Proletariat. Die Mittelschicht, der Mittelstand, umfaßt heute den größten Teil der Beamten, einen großen Teil der Fabrikanten und Kaufleute[...], der Privatangestellten, [...], ferner die Bauern und schließlich auch die obere Schicht der emporsteigenden Arbeiterklasse.“8
[...]
1 Vgl. Spree, Reinhard: Angestellte als Modernisierungsagenten., Indikatoren und Thesen zum reproduktiven Verhalten der Angestellten im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert, in: Angestellte im europäischen Vergleich. Die Herausbildung der späteren Mittelschichten seit dem 19. Jahrhundert, hrsg. v. Jürgen Kocka (Geschichte und Gesellschaft. Zeitschrift für Historische Sozialwissenschaft, Sonderheft 7), Göttingen 1981, S.279- 308. Spree geht in diesem Aufsatz ausführlich auf die Ergebnisse Coyners ein.
2 Da alle drei Autoren mehrer Untersuchungen und Veröffentlichungen zu diesem Thema haben, werden die genauen Literaturangaben hier nicht einzeln aufgeführt, sondern können im Literaturverzeichnis nachgelesen werden.
3 Vgl. Kocka, Jürgen: Unternehmensverwaltung und Angestelltenschaft am Beispiel Siemens 1847-1914. Zum Verhältnis von Kapitalismus und Bürokratie in der deutschen Industrialisierung (Schriftenreihe des Arbeitskreises für moderne Sozialgeschichte; Bd 11), Stuttgart 1969.
4 Vgl. Wernicke, J.: Der Mittelstand und seine wirtschaftliche Lage, Leipzig 1909.
5 Vgl. Dreyfuss, Carl: Beruf und Ideologie der Angestellten, München/Leipzig 1933.
6 Vgl. Conze, Werner: Mittelstand, in: Geschichtliche Grundbegriffe. Historisches Lexikon zur politischsozialen Sprache in Deutschland (Bd. 4), hrsg. v. Otto Brunner & Werner Conze & Reinhart Koselleck, Stuttgart 2004, S. 49-52, hier S. 49-50. Es ist zu beachten, dass der Begriff Mittelstand bereits schon 1777 zum ersten Mal in einem Lexikon eingetragen war und damit erheblich früher entstanden ist. In dieser Hausarbeit geht es allerdings um den tatsächlich alltäglichen Gebrauch des Begriffs.
7 Dies wird im weiteren Verlauf der Hausarbeit noch ausgiebig diskutiert.
8 Wernicke: Der Mittelstand und seine wirtschaftliche Lage, S.1-2.
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