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Research Paper (Pre-University), 2007, 22 Pages
Author: Felix Musiol
Subject: Biology - Micro- and Molecular Biology
Details
Year: 2007
Pages: 22
Grade: 1,4
Bibliography: ~ 11 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-19433-9
File size: 172 KB
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Abstract
In dieser Facharbeit werde ich eine systematische Einordnung der Schimmelpilze und Hefen vornehmen und außerdem Bedeutung in der Biotechnologie, Vermehrung, Fortpflanzung und Ökologie dieser erläutern und darstellen. Zudem werde ich die alkoholische Gärung erklären, wobei ich besonders auf die Bedeutung von Hefen eingehen werde und auf den Einfluss abiotischer Faktoren bei der Gärung. Zudem werde ich mein vom 30.01.2007 bis zum 01.02.2007 durchgeführtes Praktikum zu Schimmelpilz-, Hefe- und Bakterienkulturen auswerten. Es ist anzunehmen, dass es nicht eindeutig möglich ist, Schimmelpilze und Hefen einzuordnen, da es extrem viele und unterschiedliche Arten von ihnen gibt. Zudem werden die Bedeutungen in der Biotechnologie vermutlich vielfältig sein und nicht alle in dieser Facharbeit fassbar. Darum werde ich mich auf die Lebensmittelherstellung, speziell auf Käse und Wurst, beschränken. Auch die Ökologie der Schimmelpilze und Hefen wird eine viel zu große Informationsbreite darstellen, als dass ich alle abiotischen Umweltfaktoren behandeln könnte. Somit werde ich mich auch dort auf einige wenige Einflussfaktoren beschränken. Ich werde allerdings auch versuchen, den großen Komplex der alkoholischen Gärung so weit wie möglich zu erläutern und auch dort die abiotischen Einflussfaktoren zu nennen und zu erklären. Das Praktikum werde ich in der Form von Protokollen auswerten.
Fulltext (computer-generated)
Facharbeit zur Untersuchung des Nutzens von Schimmelpilzen und Hefen
Eingereicht von:
Felix Musiol
Kleinmachnow, den 11.03.2007
1
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Schimmelpilze und Hefen allgemein 2
2.1 Systematische Einordnung von Schimmelpilzen und Hefen 2
2.2 Bedeutung in der Biotechnologie 3
2.2.1 von Schimmelpilzen 3
2.2.2 von Hefen 6
2.3 Vermehrung und Fortpflanzung von Schimmelpilzen und Hefen 6
2.4 Ökologie von Schimmelpilzen und Hefen 8
3. Alkoholische Gärung 10
3.1 Hefen bei der alkoholischen Gärung 10
3.2 Abiotische Einflussfaktoren auf die alkoholische Gärung 13
4. Mikrobiologische Arbeitsweisen/Auswertung des Praktikums 14
5. Schlussteil 14
5.1 Zusammenfassung 14
5.2 Literaturverzeichnis 16
5.3 Anhang 18
2
1. Einleitung
In dieser Facharbeit werde ich eine systematische Einordnung der Schimmelpilze und Hefen
vornehmen und außerdem Bedeutung in der Biotechnologie, Vermehrung, Fortpflanzung und
Ökologie dieser erläutern und darstellen.
Zudem werde ich die alkoholische Gärung erklären, wobei ich besonders auf die Bedeutung
von Hefen eingehen werde und auf den Einfluss abiotischer Faktoren bei der Gärung.
Zudem werde ich mein vom 30.01.2007 bis zum 01.02.2007 durchgeführtes Praktikum zu
Schimmelpilz-, Hefe- und Bakterienkulturen auswerten.
Es ist anzunehmen, dass es nicht eindeutig möglich ist, Schimmelpilze und Hefen
einzuordnen, da es extrem viele und unterschiedliche Arten von ihnen gibt. Zudem werden
die Bedeutungen in der Biotechnologie vermutlich vielfältig sein und nicht alle in dieser
Facharbeit fassbar. Darum werde ich mich auf die Lebensmittelherstellung, speziell auf Käse
und Wurst, beschränken.
Auch die Ökologie der Schimmelpilze und Hefen wird eine viel zu große Informationsbreite
darstellen, als dass ich alle abiotischen Umweltfaktoren behandeln könnte. Somit werde ich
mich auch dort auf einige wenige Einflussfaktoren beschränken.
Ich werde allerdings auch versuchen, den großen Komplex der alkoholischen Gärung so weit
wie möglich zu erläutern und auch dort die abiotischen Einflussfaktoren zu nennen und zu
erklären.
Das Praktikum werde ich in der Form von Protokollen auswerten.
2. Schimmelpilze und Hefen allgemein
2.1 Systematische Einordnung von Schimmelpilzen und Hefen
Die systematische Einordnung der Pilze und Hefen erwies sich in der Wissenschaft schon
immer als schwierig. Da sie große morphologische Ähnlichkeit mit einigen Pflanzen besitzen
und außerdem eine sessile Lebensweise vollziehen, wurden Pilze lange Zeit in das Reich der
Pflanzen eingeteilt und in botanischer Form behandelt. Seit 1969 jedoch werden die Pilze
nach Whittaker in einem eigenen Reich klassifiziert.
So gehören die Pilze zu den Eukaryoten1, sind aber mehr mit den Tieren als mit den Pflanzen
verwandt, wie man mit der 18S-rRNA-Analyse festgestellt hat. Sie werden in vier große
1 Organismen mit echtem Zellkern (Vgl. Der Brockhaus multimedial 2007 Premium, Suchbegriff: Eukaryoten)
3
Gruppen eingeteilt. So gibt es die Chytridio-2, die Zygo-3, die Asco-4, und die
Basidiomycota5.6
Schimmelpilze sind keine eigene systematische wissenschaftliche Einheit. Ihre Bezeichnung
bezieht sich nur aus dem allgemeinen Sprachgebrauch, in welchem wir als Schimmelpilze die
samtigen oder flockigen, teils auffällig gefärbten Beläge von Nahrungsmitteln, welche auf
ihren Verderb hinweisen, bezeichnen. So umfassen Schimmelpilze im allgemeinen Pilze,
welche im Boden oder konzentrierten Nährstofflösungen leben, saprophytisch leben können,
ein typisches Myzel7 bilden und sich überwiegend ungeschlechtlich durch Sporen8 oder
sexuell durch sehr kleine Fortpflanzungsorgane vermehren. Nach dieser Definition9 gehören
viele Pilzarten, wie z.B. viele Schlauchpilze, einige Ständerpilze und wenige Brandpilze, zu
den Schimmelpilzen.
Als Hefen werden hingegen alle Pilze bezeichnet, die in einer einzelligen Form vorliegen,
keine Hyphen bilden und sich durch Sprossung oder Teilung vermehren. So umfasst die
Bezeichnung Hefe häufig Schlauchpilze, aber auch einige Ständerpilze.10
2.2 Bedeutung in der Biotechnologie
2.2.1 von Schimmelpilzen
Schimmelpilze und andere Mikroorganismen wie Bakterien wurden schon seit langer Zeit für
die Lebensmittelherstellung verwendet. So wurden vor allem in den westlichen europäischen
Ländern die Bakterien meist gezielt eingesetzt, Schimmelpilze aber waren immer schon von
untergeordneter Bedeutung, wurden dafür aber in den asiatischen Ländern schon sehr lange
für die Lebensmittelherstellung genutzt. Außerdem werden viele wichtige organische Stoffe
aus Schimmelpilzen gewonnen. Seit einigen Jahren werden sie auch zur Herstellung von
krankheitsmildernen Stoffen genutzt.
2 Töpfchenpilze (Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Pilze, 06.12.2006, 19:26 Uhr)
3 Jochpilze (Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Pilze, 06.12.2006, 19:26 Uhr)
4 Schlauchpilze (Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Pilze, 06.12.2006, 19:26 Uhr)
5 Basidienpilze (Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Pilze, 06.12.2006, 19:26 Uhr)
6 Vgl. Munk, Katharina: Grundstudium Mikrobiologie, Spektrum-Akademischer Verlag, Berlin, 2000, S. 5-1)
7 Gesamtheit der Hyphen eines Pilzes, welches das Pilzgeflecht bildet (Vgl. Der Brockhaus multimedial 2007
Premium, Suchbegriff: Myzel)
8 Der ungeschlechtlichen Fortpflanzung dienende Keimzellen (Vgl. Der Brockhaus multimedial 2007 Premium,
Suchbegriff: Sporen)
9 Nach DELITSCH(1943)
10 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Hefen, 05.12.2006, 15:33 Uhr
4
Bei der Herstellung von organischen Produkten in der großtechnischen Industrie muss man
die Schimmelpilze in zwei wichtige Gruppen einteilen: die Primärmetabolite und die
Sekundärmetabolite.
Als Primärmetabolite bezeichnet man die Stoffe, die beim Grund- oder Primärstoffwechsel
der Schimmelpilze gebildet werden und somit notwendige Stoffe für Wachstum und
Entwicklung der Schimmelpilze sind, wie z.B. die niedermolekularen Bestandteile der Zelle,
wie Aminosäuren, Vitamine oder Nucleotide, oder die Zwischenprodukte des Intermediären
Stoffwechsels, wie beispielsweise die Säuren des Citronensäurezyklus. Da aber in Zellen
immer nur genau so viele Primärmetabolite gebildet werden, wie auch gerade benötigt
werden, werden in der Industrie die Regulationsmechanismen der Zelle umgangen oder
gestört, sodass man eine industriell verwendbare Ausbeute erhält. Durch den Zusatz von
Mutagenen11, wie UV-Strahlen oder chemischen Stoffe, können so Mutanten mit bis zu
10.000facher Ausbeute an Primärmetaboliten hergestellt werden.
Sekundärmetabolite sind jedoch schwerer herzustellen als Primärmetabolite, da sie nicht in
jeder Zelle verbreitet sind, sondern meist nur auf einige Arten beschränkt sind und nur in stark
begrenzten Entwicklungsphasen der Organismen gebildet werden, ohne dass sie für die Zelle
selbst einen weiteren Nutzen darstellen. Im Gesamtorganismus besitzen sie aber wichtige
Eigenschaften, wie z.B. als Träger der chemischen Abwehr.12
Durch den Primär- und Sekundärstoffwechsel werden organische Säuren, wie z.B. die
Citronensäure für die Getränkeindustrie oder die Itaconsäure für Weichmacher, hergestellt.
Diese werden meist aus der der Gattung Aspergillus, aus Abteilung der Ascomycota,
gewonnen, da diese in der Lage sind, organische Säuren in großen Mengen an ihr
Nährsubstrat abzugeben, sodass man diese industriell isolieren und nutzen kann. Außerdem
werden Enzyme13 von den Schimmelpilzen in das Nährsubstrat abgegeben, damit sie die
Nährstoffe aus dem Substrat nutzen können.
Ein weiteres wichtiges organisches Produkt, welches man durch Schimmelpilze gewinnen
kann, sind Antibiotika. Diese sind aber bis heute nur auf vorbehandelten Nährsubstanzen und
nicht im natürlichen Boden nachgewiesen uns gezüchtet worden, sodass diese in der Natur gar
nicht oder nur in sehr abgeschwächter Form vorhanden sind.
Auch Duft- und Aromastoffe für die Lebensmittelindustrie können gewonnen werden, da
einige Schimmelpilze Beta-Ketosäuren-2-Alkanole ausbilden, welche einen fruchtigen bis
11 Natürliche, synthetische Stoffe und Strahlen, welche Mutationen hervorrufen können (Vgl. Der Brockhaus
multimedial 2007 Premium, Suchbegriff: Mutagene)
12 Vgl. Reiß, Jürgen: Schimmelpilze-Lebensweisen, Nutzen, Schaden, Bekämpfung, Springer-Verlag, Berlin
Heidelberg 1998, S. 84ff
13 In den Zellen gebildete hochmolekulare Proteine, die als Biokatalysatoren den Stoffwechsel von Organismen
steuern (Vgl. Der Brockhaus multimedial 2007 Premium, Suchbegriff: Enzyme)
5
pilzigen Geruch haben. Diese Aromastoffe werden aber bis jetzt in der Bundesrepublik
Deutschland nach dem geltenden Lebensmittelgesetz nur schwer bis gar nicht eingesetzt.
Bei der Herstellung von Lebensmitteln wurden Schimmelpilze bis jetzt nur wenig im
Vergleich zu Bakterien oder Hefen verwendet. Man muss allerdings bei Lebensmitteln
unterscheiden, ob die Schimmelpilze zusammen mit ihrem Wachstumssubstrat verzehrt
werden, wie z.B. bei Käse- oder Fleischwaren, oder allein.
Der direkte Verzehr von Kleinpilzen wird zur Tiernahrungszubereitung besonders in Finnland
genutzt, da dort der Pilz
Paecilomyces varioti
auf Sulfidablauge kultiviert wird und zu einem
Lebensmittel mit ca. 50% Eiweiß-Gehalt verarbeitet wird. Dieses wird aufgrund seines sehr
strengen Geschmackes unter Zusatz von schwefelhaltigen Verbindungen nur an Tiere
verfüttert und heißt Pekilo.
Schimmelpilze können Nahrungsmittel allerdings auch fermentieren, d.h. sie setzen diese
Materialen um. Meist wird dadurch eine Verbesserung der Nahrungsmittel im Geschmack
erreicht, sie werden haltbarer gemacht oder der Geruch des Nahrungsmittels wird verbessert14.
So wird Blauschimmelkäse mit Sporen des Pilzes
Penicillium roqueforti
versetzt, sodass sich
mit Zusatz von Sauerstoff in den Hohlräumen des Käses ein Mycel bilden kann, welches den
Bruch erweicht und durch Proteolyse15 einen besonderen Geschmack hervorruft. Durch
Eiweiß-, Aminosäuren-, Milchfett- und Fettsäurenabbau werden Methylketone, welche den
typischen scharfen Geschmack des Käses hervorrufen, und Aromastoffe hergestellt. Am Ende
des Prozesses bleibt der Schimmelpilz einfach im Käse zurück und wird mit ihm verzehrt. Bei
anderen Käsesorten können die Pilze auch auf die Oberfläche des Käses gegeben werden,
sodass diese Proteasen16 und Lipasen17 bilden, welche in den Käse wandern und ihn dort
reifen lassen.
Bei Fleischwaren erfolgt fast dasselbe Prinzip: es wird ein Schimmelpilz, wie z.B.
Penicillium
nalgiovensis
, auf die Wurst gegeben, sodass dieser dort einen trockenen, weißlich-grauen
Belag bildet, der insbesondere Geruch, Geschmack, Haltbarkeit und die
Feuchtigkeitsverteilung in der Wurst positiv beeinflusst.18
14 Vgl. Der Brockhaus multimedial 2007 Premium(Suchbegriff: Fermentierung)
15 Hydrolytische Aufspaltung von Proteinen (Vgl. Der Brockhaus multimedial 2007 Premium, Suchbegriff:
Proteolyse)
16 Zu den Hydrolasen zählende Enzyme (Vgl. Der Brockhaus multimedial 2007 Premium, Suchbegriff:
Proteasen)
17 Zu den Hydrolasen zählende Enzyme (Vgl. Der Brockhaus multimedial 2007 Premium, Suchbegriff: Lipasen)
18 Vgl. Reiß, Jürgen: Schimmelpilze-Lebensweisen, Nutzen, Schaden, Bekämpfung, Springer-Verlag, Berlin
Heidelberg 1998, S. 89ff.
6
2.2.2 von Hefen
Hefen gelten als die wichtigsten kommerziell genutzten Mikroorganismen, da sie schon vor
tausenden von Jahren zur Gärung von Wein und Bier genutzt wurden und auch heute
weiterhin zur Produktion von Wein, Bier, Spirituosen, Lebensmitteln und zu medizinischen
Zwecken Verwendung finden. Aber auch zur Brotherstellung werden insbesondere
Zuckerhefen genutzt.
Zudem haben Hefen eine wichtige Rolle in der Mikrobiologie eingenommen, da sie sich
leicht kultivieren lassen, leicht genetisch veränderbar sind und außerdem sehr gut untersuchen
lassen. Dadurch haben sie eine einzigartige Stellung als Modellorganismen eingenommen.19
2.3 Vermehrung und Fortpflanzung von Schimmelpilzen und Hefen
Schimmelpilze und Hefen sind sehr weit verbreitet. Dies liegt vor allem daran, dass sie nur
geringe Lebensansprüche besitzen. So können sie auf vielen Nährsubstraten wachsen, die aus
den unterschiedlichsten Stoffen zusammengesetzt sein können. Zudem wird das Wachstum
durch die umliegenden Temperatur, dem pH-Wert des Substrates, Licht und dem Anteil an
freiem Wasser in der Umgebung bestimmt. All diese Faktoren können sich gegenseitig
positiv, sowie negativ beeinflussen.
Schimmelpilze sowie Hefen vermehren sich allgemein mithilfe zweier verschiedener
Prozesse, der Sprossung und der Bildung von Sporen.
Die Sprossung der Schimmelpilze und Hefen wird immer dann aktiv, wenn der jeweilige
Organismus in einer wachstumsbegünstigenden Umgebung vorliegt. Das heißt, dass alle
abiotischen Umweltfaktoren günstig einwirken sind und auch der Nährboden genug
Nährstoffe für den Organismus bereitstellen kann.
Die Sprossung setzt ein, wenn eine Mutterzelle eine bestimmte Größe erreicht hat. Das
Wachstum wird dann nur noch an einer einzigen Stelle weitergeführt, an der eine neue Zelle
entsteht. So ist aus entsteht nach und nach aus einer Mutterzelle eine weitere Tochterzelle, die
nach erreichen einer bestimmten Größe auch wieder anfängt, Sprossung zu betreiben. Das
Wachstum der Organismen erfolgt exponentiell. 20
Wenn Schimmelpilze oder Hefen auf einem Wachstumsbegünstigenden Substrat liegen,
erfolgt ihr Wachstum im Allgemeinen in sechs Phasen: Anlauf-Phase21,
19 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Hefen, 15.01.07, 17:54 Uhr
20 Vgl. Munk, Katharina: Grundstudium Mikrobiologie, Spektrum-Akademischer Verlag, Berlin, 2000, S. 5-9f.
21 Lag-Phase
7
Beschleunigungsphase, Exponentielle Wachstumsphase22, Verzögerungsphase, Stationäre
Phase und Absterbephase.23
Wenn Schimmelpilze oder Hefen jedoch ihre Nahrungsquelle aufgebraucht haben oder
nahrungsarme Zeiten überdauern wollen, pflanzen sie sich weitgehend durch die Bildung von
Sporen fort. Es gibt zwei verschiedene Sporenarten, die mitotischen, asexuellen Sporen und
die meiotischen, sexuellen Sporen. Die meisten Schimmelpilze sind sogar in der Lage beide
Sporenarten zu bilden, wie z.B. der Schimmelpilz
A. nidulans
, welcher saprotroph wächst und
organisches Material aus seiner Umgebung umsetzt.
Die Entwicklung der asexuellen Sporen beginnt mit der Bildung eines Stielchens aus dem
Hyphenkompartiment des Schimmelpilzes. Dieses bildet sich genau senkrecht zum Pilz aus
und schwillt kurz darauf an, sodass es an seiner Oberfläche Zellen bildet, welche Metulae
genannt werden. Diese wiederum bilden eine weitere Lage von Zellen, welche Phialide
genannt werden und die eigentlichen Sporen bildenden Zellen darstellen.
Erst jetzt beginnt die eigentliche Bildung der Sporen, indem die Phialide Konidie24 bilden.
Die älteste produzierte Spore ist an diesen Konidien immer an deren Spitze zu finden. Die
grüne Pigmentierung der Konidien verleiht den Schimmelpilzen ihr typisches Aussehen,
wenn sie beispielsweise auf Lebensmitteln wachsen.
Die hauptsächlich benötigten Stoffe zur Bildung der asexuellen Sporen sind Licht, Wasser
und Luft, wobei die Luft nur durch den Wind garantiert, dass die Sporen verbreitet werden
können.25
Die sexuelle Fortpflanzung der Schimmelpilze lässt sich zunächst in zwei Gruppen einteilen:
die sexuelle Fortpflanzung der Ascomyceten und die sexuelle Fortpflanzung der
Basidiomyceten. Beide Arten sind jedoch bedingt durch eine Selbstbefruchtung innerhalb
eines Pilzstammes oder durch eine Befruchtung zweier verschiedener Pilzstämme. Diese
Befruchtung erfolgt mithilfe einer Fusion der jeweils gebildeten Hyphen.
Die Fortpflanzung der Ascomyceten ist durch die Bildung eines Ascus26 gekennzeichnet. In
diesem verschmelzen die Zellkerne der in Kleistothecien zu diploiden Zellen. Innerhalb
dieser Kleistothecien entstehen danach so genannte meiotische27 Ascosporen. Diese Sporen
22 Log-Phase
23 Siehe Abbildung 1
24 Lange Ketten von Sporen(Vgl. ebd.)
25 Vgl. ebd., S. 5-11f.
26 Schlauches(vgl. ebd., S. 5-15)
27 sexuelle
8
sind nicht zur Übersiedlung in ein anderes Gebiet gedacht, so wie die asexuellen Sporen,
sondern bleiben am Schimmelpilz bis zu mehreren Jahrzehnten im Boden vorhanden, sodass
der Pilz sich bei einer Verbesserung der Umweltverhältnisse neu bilden kann.
Eine andere Art der sexuellen Fortpflanzung der Ascomyceten erfolgt durch die Befruchtung
eines ,,weiblichen" Organs, des Ascogons, mithilfe eines ,,männlichen" Organs, der
Trychogyne. Der weitere Ablauf bleibt jedoch derselbe.
Basidiomyceten bilden anders als Ascomyceten jedoch ihre sexuellen Sporen nicht in einem
Ascus, sondern sie entstehen an einer Basidie28. In dieser Basidie verschmelzen vorerst zwei
Zellkerne zu einem diploiden Zellkern, sodass hinterher die Meiose ausgeführt werden kann.
Bei der Meiose kommt es zur Bildung von vier Ausstülpungen, an denen dann die
Basidiosporen29 entstehen. Diese Sporen besitzen je einen haploiden Zellkern.30
2.4 Ökologie von Schimmelpilzen und Hefen
Schimmelpilze und Hefen haben viele unterschiedliche Ansprüche an ihre abiotische sowie
ihre biotische Umwelt. Zum einen benötigen sie einen geeigneten Nährboden als
Energiequelle, sie leben aber auch in Abhängigkeit von verschiedenen chemischen und
physikalischen Umweltbedingungen. So können sie nur optimal wachsen, wenn alle diese
Ansprüche vollständig erfüllt sind, sonst wird das Wachstum dieser Mikroorganismen
gehemmt oder gar eingestellt. Dabei ist jedoch zu beachten, dass all diese Faktoren nicht
unabhängig voneinander wirken, sondern sich alle gegenseitig beeinflussen. So reicht es nicht
nur aus, einen Einfluss ins Optimum zu bringen und die andern unbeachtet zu lassen, sondern
alle Faktoren müssen gleichermaßen berücksichtigt und aufeinander abgestimmt werden.31
Einen wichtigen abiotischen Faktor stellt der pH-Wert dar.
So gibt es neben den normalen Umweltbedingungenen bei relativ neutralem pH-Wert
zwischen fünf und neun auch Standorte, an denen saure oder alkalische Bedingungen
herrschen.
Ein Großteil der Schimmelpilze und Hefen kann am besten bei einem pH-Wert von 7
gedeihen und wird deswegen neutrophil genannt.
Es gibt jedoch auch einige Ausnahmen, die aufgrund von Anpassungen in ihrem Stoffwechsel
oder ihrer Membranzusammensetzung auch bei extrem sauren Bedingungen unter fünf oder
28 Diploide Zelle der Basidiomyceten(vgl. ebd., S. 5-15)
29 sexuelle Sporen der Basidiomyceten
30 Vgl. ebd., S. 5-11ff.
31 Vgl. ebd., S. 7-1f.
9
gar bei einem pH-Wert von zwei optimal wachsen können. Solche in extrem sauren Milieus
wachsenden Organismen werden als acidophil bezeichnet. Zusätzlich ist zu sagen, dass es
auch Pilze und Hefen gibt, die das saure Milieu um sie herum selbst durch die Bildung von
Säuren, wie z.B. der Schwefelsäure, hervorrufen, da dieses deren Funktionen, z.B. als
Eisenoxidierer, unterstützt.
Aber auch hohe pH-Werte können von manchen Schimmelpilzen und Hefen toleriert werden,
diese werden dann Alkalophil genannt.
Sauerstoff nimmt sehr unterschiedlichen Einfluss auf die Pilze und Hefen. Sie werden in drei
große Gruppen eingeteilt: aerob, anaerob und fakultativ anaerob lebende Schimmelpilze oder
Hefen.
Aerob wachsende Organismen benötigen Sauerstoff zum wachsen und werden zudem in
obligat aerobe und Microaerophile eingeteilt. Obligat aerobe Organismen können nicht ohne
Sauerstoff leben, da sie ihn für ihre Zellatmung benötigen. Es besteht jedoch ein Unterschied
zu Microaerophilen, da diese zwar auch Sauerstoff zum Wachstum benötigen, aber nur unter
einer Konzentration von 21% überleben können, also nur unter dem normalen
Sauerstoffgehalt der Luft.
Anaerobe Pilze und Hefen können im Unterschied zu aeroben Organismen auch beim
Nichtvorhandensein von Sauerstoff wachsen, da sie die Fähigkeit entwickelt haben, andere
Stoffe außer Sauerstoff aus ihrer Umgebung als Elektronenakzeptoren für ihre Zellatmung zu
nutzen. Sie werden in aerotolerante und obligat anaerobe Organismen eingeteilt, wobei
zwischen den Lebensweisen der beiden Arten erhebliche Unterschiede bestehen. So können
aerotolerante Pilze und Hefen zwar in sauerstoffhaltiger Umgebung wachsen, ihn aber nicht
für ihren Stoffwechsel nutzen, sie müssen andere organische oder anorganische
Elektronenakzeptoren finden. Obligat anaerobe können hingegen nur unter dem direkten
Ausschluss von Sauerstoff wachsen, da er sonst eine toxische Wirkung auf ihren Organismus
hätte.
Die fakultativ anaeroben Pilze und Hefen können sowohl mit als auch ohne Sauerstoff leben.
Wenn er vorhanden ist, setzen sie die Zellatmung in Gang, wenn nicht, dann nutzen sie
wieder organische oder anorganische Stoffe.
Zum Sauerstoffgehalt und dem pH-Wert der Wachstumsumgebung der Pilze und Hefen spielt
die vorherrschende Temperatur eine große Rolle. Jeder dieser Mikroorganismen hat eine
spezifische optimale Temperatur, bei der die Wachstumsrate des jeweiligen Pilzes oder der
jeweiligen Hefe am höchsten ist. Bei Temperaturen, die um diese optimale Temperatur herum
schwanken, können die Organismen auch wachsen, jedoch nur in gehemmter Weise. Wenn
10
sie aber eine Maximal-, bzw. Minimaltemperatur erreichen, erreichen sie eine totale
Wachstumssperre, von der an sie gar nicht mehr gedeihen können. Auch diese Temperaturen
sind von Organismus zu Organismus unterschiedlich. Zudem werden sie in vier große
Gruppen eingeteilt.
Die mesophilen Organismen gedeihen am besten bei Temperaturen von 20 bis 42°C,
psychrophile Organismen bei unter 20°C, thermophile bei über 40°C und die extrem
thermophilen Schimmelpilze und Hefen erreichen gar erst bei über 65°C ihre optimale
Wachstumstemperatur.32
3. Alkoholische Gärung
3.1 Hefen bei der alkoholischen Gärung
Bei dem Prozess der Gärung werden organische Substanzen in Stoffwechselprozessen in
Energie und andere Nebenprodukte umgewandelt. Dieser Prozess verläuft immer anaerob33.34
Für die alkoholische Gärung, auch Ethanol-Gärung genannt, bedeutet dies, dass energiereiche
Kohlenhydrate, vor allem Glucose, Fructose, Saccharose, Maltose und Maltotriose35, unter
Ausschluss von Sauerstoff zu Energie, Ethanol und Kohlenstoffdioxid umgewandelt werden.
Insgesamt wird die Gärung in zwei große Schritte eingeteilt: die Glykolyse und die weitere
Umwandlung des Pyruvats in Ethanol. Dazu werden jedoch Mikroorganismen benötigt, wie
z.B. verschiedene Hefe-Arten.36
Die Hefen werden gebraucht, da sie über ihren Stoffwechsel Kohlenhydrate in für sie
benötigte Energie umwandeln. Zudem beinhaltet die normale Hefezelle in ihrer Zellmembran,
ihrem Zellplasma, in der Vakuole und in ihrem Zellkern die zur Gärung benötigten Enzyme,
wie z.B. Hydrolasen, Transferasen, Oxidoreduktasen, Lyasen, Isomerasen, und Ligasen. Die
Kohlenhydrate werden dann von der Hefezelle in ihr Inneres, bzw. zu bestimmten
Zellorganellen, wie der Zellwand oder der Zellmembran, geleitet und dort vergoren.37
Zu Beginn der alkoholischen Gärung, und damit dem Beginn der Glykolyse, wird als erstes,
um die Reaktion zum laufen zu bringen, Energie benötigt. So reagiert ATP mit Glucose zu
Glucose-6-phosphat und ADP, wobei am Glucosemolekül am sechsten Kohlenstoffatom eine
32 Vgl. ebd., S. 7-6f.
33 Unter Ausschluss von Sauerstoff (Vgl. Der Brockhaus Multimedial 2007 Premium, Suchbegriff: anaerob)
34 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%A4rungen, 15.01.07, 18:17 Uhr
35 Vgl. http://www.alkoholischegaerung.de/, 04.02.2007, 10:53 Uhr
36 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Alkoholische_G%C3%A4rung, 22.01.2007, 17:34 Uhr
37 Vgl. http://www.alkoholischegaerung.de/, 04.02.2007, 11:02 Uhr
11
Hydroxilgruppe durch ein Phosphat-Ion ersetzt wird.38 Die Reaktion erfolgt unter der
Verwendung des Katalysators39 Hexokinase und verläuft nach der allgemeinen
Reaktionsgleichung C6H12O6+ATP C6H11O6PO(OH)2+ADP.
Der nächste Schritt der Gärung beinhaltet die Umwandlung von Glucose-6-phosphat durch
die Verwendung von Phosphoglucose-Isomerase zu Fructose-6-phosphat.40 Diese Reaktion
bestimmt nur die Veränderung der Struktur des Moleküls, hat aber keine besondere Funktion
zur energetischen Steigerung des Moleküls. Die veränderte Struktur des Glucose-6-phosphats
zum Fructose-6-phosphat ermöglicht dem Molekül statt nur eines Phosphat-Ions am sechsten
Kohlenstoffatom auch noch weiteres am ersten Kohlenstoffatom aufzunehmen.
Dies geschieht in der Reaktion von Fructose-6-phosphat mithilfe von ATP und
Phosphofructokinase zu Fructose-1,6-diphosphat.41 Die allgemine Reaktionsgleichung für
diese Reaktion lautet C6H11O6PO(OH)2+ATP C6H10O6(PO(OH)2)2+ADP. Es wurde wieder
Energie benötigt, um die Reaktion voran zu treiben, insgesamt schon zwei ATP-Moleküle.
Um weiter reagieren zu können, muss das Atom nun isomerisiert42 werden. Dabei wird die
Ringform des Fructose-1,6-diphosphatatoms zwischen dem Ring-Sauerstoff-Atom und dem
zweiten Kohlenstoffatom gespalten.43 Die Hydoxilgruppe des Kohlenstoffatoms gibt hierbei
ein Wasserstoffatom ab und bildet eine Doppelbindung ihrem dazugehörigen
Kohlenstoffatom ein. Das abgespaltene Wasserstoffatom lagert sich am ehemaligen Ring-
Sauerstoff-Atom an, bildet dort eine neue Hydroxilgruppe und es entsteht das kettenförmige
Isomer des Fructose-1,6-diphosphats. Nachdem das Isomer entstanden ist, befindet es sich
jedoch in einem stark instabilen Zustand, welcher durch die Phosphatgruppen hervorgerufen
wird. Diese besitzen eine so stark negative Ladung, dass die gesättigte Bindung zwischen dem
dritten und vierten Kohlenstoffatom geschwächt und anschließend gespalten wird. Es liegen
insgesamt betrachtet aber immer nur 11% der Fructose-1,6-diphosphatmoleküle in dieser
gespaltenen Form und davon wiederum 96% als Dihydroxyaceton-Phosphate und 4% als
Glycerinaldehyd-3-Phosphate vor. Zur Weiterreaktion wird dabei jedoch nur das
Glycerinaldehyd-3-Phosphat benötigt. Es ist bei dieser Reaktion zu beachten, dass die
Dihydroxyaceton-Phosphate und die Glycerinaldehyd-3-Phosphate ineinander umgewandelt
werden können, die stärkere Teilchenkonzentration aber immer auf der Seite der
Dihydroxyaceton-Phosphate liegt. Durch die immer fortlaufende Weiterreaktion und somit
38 Abbildung 2
39 Stoff, der eine chemische Reaktion ermöglicht, beschleunigt oder in eine bestimmte Richtung lenkt (Vgl. Der
Brockhaus multimedial 2007 Premium, Suchbegriff: Katalysator)
40 Abbildung 3
41 Abbildung 4
42 Umlagerung chemischer Verbindungen in Isomere (Vlg. Der Brockhaus multimedial 2007 Premium,
Suchbegriff:Isomerie)
43 Abbildung 5
12
durch die immer weiter fortlaufende Entfernung der Glycerinaldehyd-3-Phosphate, werden
die Dihydroxyaceton-Phosphate, unter Zuhilfenahme der Triosephosphat-Isomerase, immer
weiter in Glycerinaldehyd-3-Phosphate umgewandelt, was nach der Gleichung CH2OH-CO-
CH2O-PO(OH)2
CHO-CHOH-CH2O-PO(OH)2 geschieht.
Die nachfolgende Reaktion benötigt einen bestimmten Katalysator, die Glycerinaldehyd-3-
phosphat-Dehydrogenase. Es werden nun die vorher entstandenen Glycerinaldehyd-3-
Phosphate unter Zuhilfenahme des Katalysators oxidiert, wobei sie immer ein Wasserstoff-
Atom und ein weiteres Elektron an ein NAD+44-Ion abgeben. Dies hat zur Folge, dass das
NAD+-Ion zu einem NADH-Atom reduziert wird. Hinzu kommt ein weiteres Phosphat-Ion,
welches sich am dritten Kohlenstoff-Atom platziert und so das Zwischenprodukt 1,3-
Diphosphat-Glycerat bildet. Für diese Reaktion gilt die allgemeine Reaktionsgleichung CHO-
CHOH-CH2O-PO(OH)2 + Pi + NAD+ PO(OH)2-CH2O-CHOH-COO-PO(OH)2 + NADH.
Dieses extrem instabile Atom gibt nun wieder mithilfe der Glycerinaldehyd-3-phosphat-
Dehydrogenase ein Phosphat-Ion an ein ADP-Ion ab, sodass dieses zu ATP umgewandelt
wird. Diese Reaktion erfolgt nach der Gleichung PO(OH)2-CH2O-CHOH-COO-
PO(OH)2 + ADP PO(OH)2-CH2O-CHOH-COO- + H+ + ATP.45 Dadurch entsteht aus dem
1,3-Diphosphat-Glycerat das 3-Phosphoglycerat, welches eine Carboxylgruppe besitzt und
sich sofort in eines seiner Isomere, das Glycerat-2-Phosphat umwandelt46. Diese
Umwandlung ist notwendig um die Bildung einer Doppelbindung zwischen dem zweiten und
dem dritten Kohlenstoff-Atom zu ermöglichen. Bei der Bildung der Doppelbindung entsteht
nach der Gleichung PO(OH)2-CH2O-CHOH-COO-
CH2-COPO(OH)2-COO- + H2O das
auch zur ATP-Sythese genutzte Phospho-Enol-Pyruvat.47
Dieses Zwischenprodukt reagiert nun mit ADP, wobei Pyruvatkinase48 als Katalysator genutzt
wird. Das PEP49 gibt sein Phosphat-Ion ab, das ADP nimmt es auf und es entstehen ATP und
Pyruvat.50 Durch das hinzugewonnene ATP ist für die Hefe wieder Energie entstanden, sodass
sich die alkoholische Gärung für sie auszahlt. Diese Rektion erfolgt nach der
Reaktionsgleichung CH2-COPO(OH)2-COO- + ADP
CH3-CO-COO- + ATP. Damit ist die
Glykolyse abgeschlossen und das Pyruvat reagiert weiter.
Der nächste Schritt zur Vollendung der Gärung ist die Versetzung des Pyruvats mit einem
Wasserstoff-Ion, wobei das Enzym Pyruvat-Decarboxylase verwendet wird. Es entstehen
44 Nicotinsäurreamid-adenin-dinucleotid (Vgl. Der Brockhaus multimedial 2007 Premium, Suchbegriff: NAD)
45 Abbildung 6
46 Abbildung 7
47 Abbildung 8
48 Enzym, das die letzte Teilreaktion der Glykolyse katalysiert (Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Pyruvatkinase,
28.01.07, 17:11)
49 Phospho-Enol-Pyruvat
50 Abbildung 9
13
Acetaldehyd51 und Kohlenstoffdioxid nach der Gleichung CH3-CO-COO-
+ H+ CH3CHO + CO2.
Der nun letzte Schritt beinhaltet die Reaktion von Acetaldehyd zu Ethanol. Dazu wird das
Ethanal mit einem Wasserstoff-Ion und NADH versetzt. Zusätzlich ist eine Alkohol-
Dehydrogenase erforderlich, um eine reduzierende Wirkung hervorzurufen. Das Acetaldehyd
nimmt zwei Wasserstoff-Atome auf und es entstehen Ethanol und NAD+. Für diese Reaktion
gilt die allgemeine Reaktionsgleichung CH3CHO + H+ + NADH CH3CH2OH + NAD+.
Damit ist die alkoholische Gärung abgeschlossen und es ist Ethanol, Kohlenstoffdioxid und
Energie in Form von ATP entstanden.52
3.2 Abiotische Einflussfaktoren auf die alkoholische Gärung
Verschiedene abiotische Umweltfaktoren haben erheblichen Einfluss auf die alkoholische
Gärung. So können diese Faktoren die Gärung beispielsweise in Schnelligkeit, Ausbeutung an
Ethanol oder Reinheit positiv oder auch negativ beeinflussen.
Als wichtigster abiotischer Einflussfaktor ist die Luft oder auch die Sauerstoffzufuhr zu
nennen. Meist wird die alkoholische Gärung unter anaeroben Bedingungen gehalten, da so
eine bessere Ausbeute an Ethanol hervorgerufen werden kann. Man kann jedoch auch, bei
Problemen des Startes des Gärungsvorganges, eine so genannte Angärung unter Verwendung
von Sauerstoff hervorrufen.53
Zudem ist die Anwesenheit oder die Abwesenheit von Luft am Ende der Glykolyse von
entscheidender Bedeutung. Die Glykolyse verläuft immer gleich, egal ob Sauerstoff an- oder
abwesend ist, es entsteht am Ende immer Pyruvat. Nun spielt Sauerstoff die entscheidende
Rolle für die Weiterreaktion des Pyruvats.
Bei der Anwesenheit von Sauerstoff wird das Enzym Pyruvat-Dehydrogenase gebildet.
Dieses katalysiert die fortlaufende Reaktion so, dass Pyruvat vollständig zu CO 54
2 oxidiert
wird. Als Nebenprodukt entsteht Acetyl-CoA55, welches im Citratzyklus letztendlich zu
Oxalacetat reagiert.
Bei Abwesenheit von Sauerstoff jedoch kann das Enzym Pyruvat-Dehydrogenase nicht
gebildet werden und es wird die Pyruvat-Decarboxylase genutzt um das Pyruvat reagieren zu
51 Ethanal, Aldehyd des Ethanols (Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Acetaldehyd, 27.02.2007, 15:38 Uhr)
52 Vgl. http://www.hausarbeiten.de/faecher/hausarbeit/che/20414.html , 11:03 Uhr
53 Vgl. http://www.wzw.tu-muenchen.de/blm/alt/bmeier/pages/43einfl.htm
54 Kohlenstoffdioxid
55 Acetyl-Coenzym A(Vgl. Der Brockhaus multimedial 2007 Premium, Suchbegriff: Acety-CoA)
14
lassen. Dabei wird es vollständig zu CO2 und Acetaldehyd umgesetzt. Dieses reagiert dann
wie oben beschrieben weiter bis Ethanol entsteht.56
Neben dem Sauerstoffgehalt der Luft spielt auch die Temperatur eine wichtige Rolle, da sie
ein Optimum erreicht haben muss, damit die Gärung die maximale Geschwindigkeit erreicht.
Obwohl jede Gärung, wie z.B. die Biergärung oder die Weingärung, verschiedene Optima in
ihrer Temperatur haben, kann man allgemein sagen, dass Temperaturen von 22°C bis 27°C
ein Optimum für die meisten Gärungen darstellen. Bei Temperaturen über 40°C erfolgt
jedoch schon eine Einstellung der Vermehrung der Hefen, bei über 65°C sterben die Hefen
sogar schon nach wenigen Minuten ab, sodass die Gärung schlecht bis gar nicht mehr
stattfinden kann. Wenn die Temperaturen unter 3°C erreichen, gehen die Hefen in eine Art
Ruhezustand über, wobei sie ihr Wachstum und auch die Gärung einstellen.
Druck, pH-Wert, Zuckergehalt und ausreichende Nährstoffe für die Hefen stellen weitere
Faktoren dar, die auf die alkoholische Gärung Einfluss nehmen.
4. Mikrobiologische Arbeitsweisen/Auswertung des Praktikums
Um mit Schimmelpilzen arbeiten zu können, müssen diese kultiviert und in geeigneter Form
behandelt werden. Um dies zu ermöglichen, gibt es verschiedene Methoden, die in Labors
oder auch in der Industrie verbreitete Verwendung finden. Zudem wurden verschiedene
Methoden entwickelt, um Schimmelpilze oder andere Mikroorganismen bestimmen zu
können und sie zu differenzieren.
Ich habe in meinem Praktikum, welches vom 30.01. bis zum 01.02.2007 in der Universität
Potsdam statt fand, einen kleinen Einblick in die mikrobiologischen Arbeitsweisen
bekommen können.
Meine Aufgaben und Experimente habe ich im Anhang unter den Protokollen 1-3
zusammengefasst.
5. Schlussteil
5.1 Zusammenfassung
Wie in der Einleitung vermutet, war eine Darstellung jeder einzelnen Verwendung nicht
möglich. Schimmelpilze umfassen ein extrem weites Feld an Organismen, da es sich bei
56 Vgl. Munk, Katharina: Grundstudium Mikrobiologie, Spektrum-Akademischer Verlag, Berlin, 2000, S. 8-59
15
diesem Begriff nur um einen mündlich gebräuchlichen Begriff handelt. So war eine
eindeutige systematisch wissenschaftliche Einordnung nicht möglich, jedoch habe ich den
Begriff der Schimmelpilze weitgehend auf wenige Pilzklassen eingeengt.
Das Wachstum, sowie die Sporenbildung der Schimmelpilze haben sich als abhängig von
abiotischen Umweltfaktoren erwiesen, welche auf die wichtigsten eingeschränkt und erläutert
habe.
Aber auch die alkoholische Gärung ist stark abhängig von abiotischen Umweltfaktoren, wie
Luft, Temperatur oder pH-Wert. Es konnten waren zwar keine eindeutigen optimalen Werte
genannt werden, jedoch konnte ich die ungefähren Grenzen der Einflussfaktoren
herausfinden.
Es ist dringend notwendig, weiter mit Schimmelpilzen und Hefen zu arbeiten und die
Technologie weiterhin auf sie abzustimmen. Sie stellen mit die wichtigsten Stoffe zur
Herstellung von Lebensmitteln und auch Antibiotika dar.
So würde eine weitere Entwicklung der Biotechnologie mit Schimmelpilzen und Hefen den
Menschen viele weitere Vorteile und Nutzen bereithalten. Womöglich könnte man sogar aus
einigen Kulturen Antibiotika gegen heute noch unheilbare Krankheiten wie Krebs oder AIDS
gewinnen.
Aber auch wenn man die Schimmelpilze und Hefen nur so weiternutzen kann, wie es
heutzutage schon geschieht, werden sie weiterhin eine zentrale Rolle für die Menschen und
deren Leben darstellen.
16
5.2 Literaturverzeichnis
Bücher:
Munk, Katharina: Grundstudium Mikrobiologie, Spektrum-Akademischer Verlag, Berlin,
2000
Reiß, Jürgen: Schimmelpilze-Lebensweisen, Nutzen, Schaden, Bekämpfung, Springer-Verlag,
Berlin Heidelberg, 1998
Fritsche, Wolfgang: Mikrobiologie, Gustav Fischer Verlag, Jena, 1990
Held, Andreas: Prüfungstrainer Mikrobiologie, Spektrum-Akademischer Verlag, München,
2004
Roth, Frank: Giftpilze, Pilzgifte: Schimmelpilze, Mykotoxine; Vorkakommen, Inhaltsstoffe,
Pilzallergien, Nahrungsmittelvergiftungen, ecomed verlagsgesellschaft mbH, 1990
Schröder, Helga: Mikrobiologisches Praktikum, Volk und Wissen Verlag GmbH, Berlin,
1991
Internet:
http://www.hausarbeiten.de/faecher/hausarbeit/che/20414.html
http://www.wzw.tum.de/blm/alt/bmeier/pages/43einfl.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Hauptseite
Lexika:
Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG: Der Brockhaus Multimedial 2007 Premium,
Mannheim, 2007, Krieger, Zander & Partner GmbH München
Bildquellen:
http://www.hausarbeiten.de/faecher/hausarbeit/che/20414.html
17
Munk, Katharina: Grundstudium Mikrobiologie, Spektrum-Akademischer Verlag, Berlin,
2000
18
5.3 Anhang
Abbildung 1
Abbildung 2
Abbildung 3
19
Abbildung 4
Abbildung 5
20
Abbildung 6
Abbildung 7
Abbildung 8
Abbildung 9
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