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Rhetorische Analyse der "Yes we can" Rede von Barack Obama

Subtitle: New Hampshire Primary Speech am 08. Januar 2008

Scholary Paper (Seminar), 2008, 22 Pages
Author: Harald Frank
Subject: Rhetoric / Elocution / Oratory

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2008
Pages: 22
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 11  Entries
Language: German
Archive No.: V117092
ISBN (E-book): 978-3-640-19478-0
ISBN (Book): 978-3-640-19493-3
File size: 223 KB
Notes :
Die Seminararbeit wurde im Rahmen des Rhetorik Seminars für Wirtschaftswissenschaftler erstellt. Die Dozentin hat die Arbeit, sowie die Klausur und die Vorträge jeweils mit einer glatten 1,0 bewertet und ist der Meinung, dass ich die Arbeit auf jeden Fall veröffentlichen sollte.


Abstract

Der US Wahlkampf 2008 ist in den politischen Medien ein Thema, wie selten zuvor. Weder ein amtierender Präsident noch Vizepräsident stehen zur Wahl. Bei den Demokraten entscheidet sich die Kandidatur zum ersten Mal in der Geschichte der USA zwischen einem dunkelhäutigen Mann und einer Frau. Hinzu kommt die fortschreitende Medialisierung des Wahlkampfes. Alle Reden der Kandidaten sind im Internet verfügbar und finden so ein weites Publikum. Durch gute Rhetorik eine große Anzahl an Menschen zu erreichen und zu beeinflussen ist also besser möglich als in früheren Zeiten. Dem Demokraten Barack Obama wird eben dies von seinen politischen Gegnern vorgeworfen. Der als rhetorisch versiert geltende Politiker wird als „all rhetoric, no substance“ (Hayes 2008) bezeichnet. Die rhetorischen Fähigkeiten von Barack Obama und die damit einhergehende Einflussnahme auf das Publikum wird in dieser Hausarbeit anhand der als „Yes, we can“ -Rede bekannt gewordenen Rede, die er nach der Vorwahl am 08. Januar 2008 im US Bundesstaat New Hampshire gehalten hat, analysiert. Als Quellen dienen dabei das auf der Homepage von Barack Obama (www.barackobama.com) veröffentlichte Video und das Transkript der Rede in der New York Times vom 08. Januar 2008. Die Analyse der Rede erfolgt in zwei Teilen, der Beschreibung der kommunikativen Situation und der Untersuchung der Rede anhand des Redeskripts und des Videos . Teil 1 befasst sich mit der Vorstellung des Redners, Barack Obama, der historischen Situation und dem konkreten Anlass der Rede, sowie den Adressaten, an welche sie gerichtet ist. In Teil 2 wird der Text hinsichtlich Art, Aufbau, Inhalt und jeweils verwendeter Stilmittel untersucht und das Video bezüglich des nonverbalen Verhaltens Obamas betrachtet. Des weiteren werden alternative Arten der Beeinflussung gesucht und erläutert.


Excerpt (computer-generated)

Universität Regensburg

Zentrum für Sprache und Kommunikation

Rhetorische Analyse der ,,New Hampshire Primary Speech"

von Barack Obama

am 08. Januar in New Hampshire

Verfasser: Harald Frank


Inhalt

1. Einleitung 1

2. Analyse der kommunikativen Situation 2

2.1.

Der Redner ­ Barack Obama 2

2.2.

Historische Situation der Präsidentschaftswahlen 3

2.3.

Rede zur Vorwahl in New Hampshire 4

2.4.

Anhänger und potentielle Wähler als Adressaten 4

3. Rhetorische Analyse der Rede 4

3.1.

Rede zur Überzeugung der Anhänger und Wähler 5

3.2.

Aufbau der Rede 5

3.3.

Drei inhaltliche Schwerpunkte 7

3.3.1. Wandel der Politik 8

3.3.2. Einheit aller Amerikaner 9

3.3.3. Politische Ziele 9

3.4.

Beeinflussung durch nonverbale Kommunikation 11

3.4.1. Der visuelle Kanal zur Verdeutlichung 12

3.4.2. Der auditive Kanal zur Betonung 13

3.5.

Techniken zur Beeinflussung der Zuhörer 14

4. Fazit 18

Literaturverzeichnis 19


1. Einleitung

Der US Wahlkampf 2008 ist in den politischen Medien ein Thema, wie selten zuvor. Weder

ein amtierender Präsident noch Vizepräsident stehen zur Wahl. Bei den Demokraten

entscheidet sich die Kandidatur zum ersten Mal in der Geschichte der USA zwischen einem

dunkelhäutigen Mann und einer Frau. Hinzu kommt die fortschreitende Medialisierung des

Wahlkampfes. Alle Reden der Kandidaten sind im Internet verfügbar und finden so ein weites

Publikum. Durch gute Rhetorik eine große Anzahl an Menschen zu erreichen und zu

beeinflussen ist also besser möglich als in früheren Zeiten. Dem Demokraten Barack Obama

wird eben dies von seinen politischen Gegnern vorgeworfen. Der als rhetorisch versiert

geltende Politiker wird als ,,all rhetoric, no substance" (Hayes 2008) bezeichnet.

Die rhetorischen Fähigkeiten von Barack Obama und die damit einhergehende Einflussnahme

auf das Publikum wird in dieser Hausarbeit anhand der als ,,Yes, we can" -Rede bekannt

gewordenen Rede, die er nach der Vorwahl am 08. Januar 2008 im US Bundesstaat New

Hampshire gehalten hat, analysiert. Als Quellen dienen dabei das auf der Homepage von

Barack Obama (www.barackobama.com) veröffentlichte Video und das Transkript der Rede

in der New York Times vom 08. Januar 2008.

Die Analyse der Rede erfolgt in zwei Teilen, der Beschreibung der kommunikativen Situation

und der Untersuchung der Rede anhand des Redeskripts und des Videos . Teil 1 befasst sich

mit der Vorstellung des Redners, Barack Obama, der historischen Situation und dem

konkreten Anlass der Rede, sowie den Adressaten, an welche sie gerichtet ist. In Teil 2 wird

der Text hinsichtlich Art, Aufbau, Inhalt und jeweils verwendeter Stilmittel untersucht und

das Video bezüglich des nonverbalen Verhaltens Obamas betrachtet. Des weiteren werden

alternative Arten der Beeinflussung gesucht und erläutert.

1


2. Analyse der kommunikativen Situation

Neben dem Inhalt und dem sprachlichen Aufbau beeinflussen auch die Rahmenbedingungen,

wie Redner, Redesituation, Thema und Zielgruppe die Gliederung einer Rede (vgl. Allhoff

2006, S. 75).

2.1. Der Redner ­ Barack Obama

Der Redner, Barack Obama, wurde am 04. August 1961 auf Hawaii als Sohn eines

kenianischen Vaters und einer amerikanischen Mutter geboren (vgl. Atwater 2007). Seine

Kindheit verbrachte Obama nach der Scheidung der Eltern 1963 bis 1971 in Jakarta,

Indonesien, wo seine Mutter erneut geheiratet hat und anschließend auf Hawaii bei seinen

weißen Großeltern (vgl. von Marschall 2008, S. 39f.).

Barack Obama studierte Politikwissenschaften (1979-1983) in Los Angeles und New York

und später Rechtswissenschaften an der Harvard Law School (1988-1991). Dort wurde er

zudem zum Chef Redakteur der Harvard Law Review gewählt (vgl. von Marschall 2008, S.

91f.). Während seiner Schul- und Collegezeit engagierte sich Obama bereits in der

Studentenberatung und im Kampf gegen Apartheid (vgl. von Marschall 2008, S. 81f.).

1985 arbeitete er als Sozialarbeiter in einem kirchlichen Umfeld und lernte so Reverend

Jeremiah A. Wright kennen, von dem er im Glauben sehr beeinflusst wurde. Obama trat in

Chicago der Trinity United Church of Christ bei (vgl. von Marschall 2008, S. 103f). Sein

Glaube hat starken Einfluss auf seine Weltsicht, sein Handeln und auch seine Reden.

Privat fand Obama mit seiner Ehefrau Michelle sein Glück, die er 1992 heiratete und mit der

er zwei Töchter, Malia und Sasha, hat (vgl. von Marschall 2008, S. 208f.).

Obama veröffentliche bisher zwei Bücher. 1995 verfasste er selbst in ,,Dreams of my Father"

seine Autobiographie und 2006 erschien mit ,,Audacity of Hope" sein politisches Credo.

Sein steiler politischer Aufstieg begann 1996 als er sich in den Senat von Illinois wählen lies.

2004 gewann er die Wahl zum Senator von Illinois in den Senat von Washington. Im Jahr

2007 kündigte er die Kandidatur als Präsidentschaftskandidat der Demokraten an, in deren

2


Rahmen er diese Rede gehalten hat. Die Vorwahlen hat er mittlerweile gegen seine größte

Konkurrentin Hillary Clinton gewonnen und im November 2008 wird er gegen John McCain

um den Einzug ins Weiße Haus antreten.

Barack Obamas Weltsicht und Politik sind geprägt von seinem vielschichtigen Lebenslauf.

Die vielen Ortswechsel und somit der Kontakt zu vielen unterschiedlichen Menschen mit

unterschiedlichen Ansichten, Weißen und Schwarzen, Christen und Muslimen, Demokraten

und Republikanern, stärkten in ihm den Glauben an Konsens statt Konfrontation. Er will mit

seiner Politik die Menschen vereinen und den amerikanischen Geist erneuern (vgl. Hayes

2008). So ist sein Wahlkampf geprägt von einem generellen Stilwandel der Politik in

Washington.

2.2. Historische Situation der Präsidentschaftswahlen

Die historische Situation, in der Barack Obama diese Rede hält, gliedert sich in zwei Aspekte.

Einerseits muss die Gesamtsituation der Präsidentschaftswahl in den USA berücksichtigt

werden, andererseits die konkrete Situation der Vorwahlen zur Nominierung eines

Präsidentschaftskandidaten der Demokraten. Beide Aspekte beeinflussen deshalb seine Rede,

weil Obama erst die Vorwahlen innerhalb der Demokraten gewinnen muss, um als Kandidat

in das Präsidentschaftsrennen zu gehen. Aber er muss auch die unentschlossenen Wähler und

unzufriedenen Republikaner in den USA im Hinblick auf die Präsidentschaftswahl

ansprechen.

Die Gesamtsituation in den USA ist durch ,,Ängste, Überzeugungen und Gefühle der US-

Bürger vor der Präsidentschaftswahl 2008" (Gotoff 2007) geprägt. Laut Meinungsforschern

kennzeichnet die Mehrheit der Wähler die Angst vor terroristischen Bedrohungen, die

pessimistische Haltung gegenüber innenpolitischer Themen und die Ablehnung des Krieges

im Irak. Aufgrund dieser Unsicherheit sind die amerikanischen Wähler mit der amtierenden

Regierung unzufrieden und interessiert an Staatsreformen und Veränderung (vgl. Gotoff

2007). Diese Themen beherrschen auch den Wahlkampf der Kandidaten für die Wahl 2008.

Barack Obamas Leitmotiv für den Wahlkampf ist ,,Change" ­ Wandel. Diesen Wandel

verspricht Obama in seinen Reden und dazu fordert er seine Landsleute auf. Er verspricht

einen Stilwandel in der Politik und stiftet Hoffnung auf Versöhnung zwischen Jung und Alt,

zwischen Demokraten und Republikanern.

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